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Heiligs Blechle - Black Steel
Metalspheres Info-Box

Genre

True Metal

Jahr

2005

Spielzeit

50:16

Rezensent

Peter

Das Heiligs Blechle war im Mittelalter eine blecherne Münze. Zu der Zeit der Hungersnöte erhielten Einheimische und unschuldig in Not geratene Bürger ein "Blechle", damit sie an öffentlichen Speisungen teilnehmen konnten. Die ebenfalls notleidenden Gemeinden konnten nicht alle über das Land ziehenden Bettlerscharen ernähren und prägten das "Blechle" zur Unterscheidung. Zum "heiligen Blechle" wurde es, weil Kirchen und Klöster die Verteilung wahrnahmen.

Im Königreich Schwaben entstand Jahr 2001 eine neue Ritterschaft, besorgt darum, das Wohlergehen, der nach akustischer Nahrung - hergestellt nach alter handwerklicher Tradition - bettelnden Langhaarfraktion, das Überleben zu sichern. Wie schon ihre Vorväter haben diese vier Edelmänner nur gutes im Sinn, und das heißt im Klartext, die Aufrechterhaltung der nötigen Grundversorgung des menschlichen Körpers mit reinem unverfälschten Eisen. Leider sind schon zu viele Pseudoprodukte, die lediglich winzige Spurenelemente schweren Metalls enthalten, unter das Volk verteilt worden, und die Auswirkungen, die durch die Monat für Monat immer wieder und wieder erscheinenden Pestbriefe verursacht wurden, sind kaum noch absehbar. Die Beendigung dieses Missstandes haben sich die wackeren Streiter aus dem Schwabenland zur Aufgabe gemacht, und da nicht jeder Zeit, Lust und auch die Fähigkeit hat zu lesen, in mittlerweile drei wohlklingenden Digitalaufnahmen zu Gehör gebracht. Nur ist es leider so, dass vielen Botschaften wie "Metalhead (True Heavy Metal Trilogy Part II)" oder "True Viking Warriors" entweder gar nichts bringen oder weil es eben ein Überangebot an kaum noch glaubwürdigen Bands gleichen Kalibers gibt, einfach nur noch egal sind. Natürlich ist es schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen, und es hat nicht gerade wenige gegeben, die plötzlich nicht mehr linientreu waren und ihr neues Glück bei völlig artfremden musikalischen Weltuntergängen gefunden haben. Ich erspare mir irgendwelche Namen, aber wenn ein Stahlkommandant die Truppe verlässt, gehört er wegen unerlaubtem Feindkontakt standesrechtlich hingerichtet, zumindest gefoltert mit Daniel Küblböck, Sarah Connor oder Seal.

Genug der Zeilenverschwendung. Ich behaupte einfach mal, dass "Heiligs Blechle" die Sache, um die es geht, verdammt ernst nehmen. Da die Band nicht in eine Schublade passen möchte und so auch über die Jahre noch die Möglichkeit hat, die eine oder andere Erweiterungsmöglichkeit einzuplanen ohne das Gesicht zu verlieren, heißt das ganze "True Heavy Metal". Fertig aus! Wer's mag, herzlich willkommen und wer's nicht mag, soll uns auch recht sein! Ausgestattet mit einer ordentlichen Spielzeit, zelebrieren Heiligs Blechle zum dritten Mal ihr sicherlich bestes, metallisches Schlachtfest. Die musikalischen Helden, die hier wieder Pate standen und ihren Segen erteilten, kamen diesmal aus der Schweiz (Celtic Frost), Schweden (Quorthon/Bathory), Deutschland (Desaster) angereist, lediglich die Verwandschaft aus den USA (Manowar) hat eine ellenlange Grußkarte geschickt, woraus die elf garantiert klischeereichen Texte entstanden sind. Ansonsten gibt es ordentlich Kampfgeschrei, Schwerterklingen und natürlich Musik. Darüber werden sich sicherlich die Gelehrten und Verwalter des ewiggestrigen genauso ihre Gedanken machen wie der arme Schreiberling, der nicht permanent aus senilen Gründen, in der Vergangenheit lebt. Im großen und ganzen geht das Ganze in Ordnung. Sicherlich sind die magischen Momente, die einen Titel aus der Masse herausragen lassen und evtl. Klassikerstatus erahnen lassen, rar gesät. Aber andererseits haben Heiligs Blechle ihre Lektion gut gelernt und können mit ihren rauen, ungestümen, meist in Mid Tempo gehaltenen Klängen überzeugen. Es bedarf sicherlich einiger Anläufe, bis dann doch erstklassige Titel wie "Iron, Blood and Blasphemy" zünden. Aber CDs, die sich erst sperrig gestalten, können manchmal doch die besseren Angebote sein. Natürlich gibt es auch Kritikpunkte, beim Gesang hätte etwas mehr Abwechslung gut getan, wer allerdings die ersten CDs von Desaster daheim hat, könnte durchaus damit leben. So löblich es ist, nicht an der Ausstattung zu sparen, also ein vernünftiges farbiges Booklet mit allen Texten zu spendieren und nicht bloß eine magere CD-R mit fotokopiertem Inlet, beim etwas indifferenten Klangbild musste dann der Rotstift angesetzt werden. Natürlich waren vor 20 Jahren oder noch mehr die Klangerlebnisse auch nicht die besten, und wenn in diese Richtung gedacht wurde, dann ist das ganze wohl nur Teil des gesamten, so nah wie möglich an den Ursprüngen gehaltenen Gesamtspektrums. Trotzdem muss festgehalten werden, dass für Abwechslung immer wieder gesorgt ist. Sei es nun das fast akustische Überraschungsmoment "One black Eye" oder der absolute Höhepunkt "My bright and bloody Sword", so sammelt man bei mir Punkte. Als Rausschmeißer gibt es noch eine manierliche Coverversion von Running Wilds "Chains and Leather".

Was bleibt als Schlusskommentar? Wer "True" nicht mit Kühltruhe verwechselt und von Klischees genauso wenig die Krätze bekommt wie von Bands, die diese so original wie möglich rüberbringen, sollte eine Bestellung von "Black Steel" ins Auge fassen. Alles in allem wollen Heiligs Blechle keine sterilen, blutarmen Möchtegernmetaller sein und können diesem Anspruch durchaus gerecht werden.

Martin Knötzle
Friedrich Ebert Str. 16
75417 Mühlacker
contact@heiligs-blechle-band.de
http://www.heiligs-blechle-band.de



   
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