Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4796701
Besucher seit 09/2002


Stainless Steel - Molten Metal In Your Back
Metalspheres Info-Box

Genre

Heavy Metal

Label

Karthago Records

Rezensent

Peter

Auf eine neue CD der Ungarn gleichen Namens werden wir wohl noch eine Zeitlang warten müssen. Wer oder was sind dann die Stainless Steel um die es in diesem Review geht? Ganz platt ausgedrückt: frühkindlich naives, noch teilweise mit einem ordentlichen Schuss Hardrock der Siebziger versehenes Schwermetall aus der Prägephase dieser Zeit. In Großbritannien war die Grundsteinlegung für eines der solidesten musikalischen Geschütze, und der Rest der Welt zog langsam aber sicher gleich. Die Amerikaner setzten in punkto Härte noch einiges drauf, es entwickelten sich die verschiedensten stilistischen Unterscheidungsmerkmale - und was war in Deutschland? Dort ließ man es gemütlich angehen, orientierte sich eher an den bekannten Vorbildern und entwickelte wenig großartig neues. Sicherlich werden die frühen Werke von Running Wild, Accept oder Helloween heute als Klassiker und wegweisende Veröffentlichungen geadelt, aber realistisch gesehen hat der Zahn der Zeit doch ganz schön genagt. Neben den allseits immer wieder gern zitierten Referenzen gab es eine kaum noch überschaubare Anzahl an Bands, die noch nicht mal im Windschatten der großen 10 oder 15 daher segelten. Kleines Label, kaum Beachtung der Magazine, schlechte Promotion, andauernde Besetzungswechsel, die Liste aller Schwierigkeiten ist unendlich. Gemäß dem Gründungsauftrag der "Grünen" wurde das Rotationsprinzip bei Stainless Steel sehr genau eingehalten, was die stolze Anzahl von 8 unterschiedlichen Line-Ups in insgesamt 15 Jahren Bandgeschichte und 2 mageren Veröffentlichungen bedeutete. 2 "billig" produzierte Demos sollen allerdings auch nicht vergessen werden.

Neben vielen anderen wären Stainless Steel und die erwähnten Veröffentlichungen auf Vinyl für einige Sammler lediglich ein zusätzliches Einkommen, wenn es da nicht 2 bekannte Cracks in der Sammlerszene geben würde. Da wäre zum einen Ralf Renzenbrink (Hidden Metal), der von den Demos gehört hatte und daraus ein Album mit dem Titel "Molten Metal" zusammengebastelt hätte. Dann gibt es noch Stefan Riermaier (Karthago Records), der lieber trockenes Brot isst und eine Maß Bier weniger trinkt und das so gesparte Geld in Wiederveröffentlichungen solch obskurer Bands wie Lord Vader, Stranger oder eben Stainless Steel investiert. So gut wie möglich wurden die beiden Veröffentlichungen "In Your Back" und "Molten Metal" einer Frischzellenkur unterzogen, für das neue Artwork wurde Vincente Feijoo (u.a. Zarpa) angeheuert. Ein ansprechendes Booklet mit kurzen Informationen zur Band, allen Texten und Fotos rundet neben der mehr als amtlichen Spielzeit die Reise in die Vergangenheit ab. Auch wenn jetzt viele denken, dass solche Veröffentlichungen eher die Nostalgiker und irgendwann in der Zeit stecken gebliebenen ansprechen, ist dem nicht so. Natürlich dürfte die Generation jenseits von 30 bis knapp vor scheintot eher etwas mit dem heuer etwas altbacken klingenden Material anfangen können. Aber wer immer noch der Meinung ist, dass die moderne Geschichtsschreibung des Heavy Metal erst mit Hammerfall beginnt, sollte sich dank dieser CD eines besseren belehren lassen. Beam me up Scotty in eine Zeit, wo die Kutte Pflicht war, kurze Haare notariell beglaubigt nur aus beruflichen Gründen erlaubt waren, Bier noch in bauchigen Halbliter-Flaschen erhältlich war und die Slayer-Fans noch mit den Freunden gemäßigter Klänge gemeinsam den Tag zur Nacht machten. In diese Zeit, die anscheinend schon weit entfernt ist und doch so nah ist, fallen die beiden Veröffentlichungen von Stainless Steel, die teilweise noch von der NWOBHM geprägt waren, sich aber versuchsweise schon in eine gewisse Eigenständigkeit entwickelten. Sicherlich gab es Bands, die spieltechnisch um einiges weiterentwickelt waren, aber so feine Unterschiede wurden damals noch nicht gemacht. Irgendwie war es alles Heavy Metal. So lassen sich unter den 17 Titeln, von denen "Stainless Steel" und "We want it, you` ve got it" in den Estversionen zu hören sind, durchaus einige Perlen finden. Sei es das flotte "Stainless Steel", dass mächtig nach vorne drückende "Mortal dreams" oder mein Favorit "Heavy Metal Bomber". Natürlich gibt es auch Titel, die für die damalige Zeit schon etwas überholt waren, sicherlich machten sich die vielen Besetzungswechsel bemerkbar und konnten ein kontinuierliches Wachsen der Band nicht ermöglichen. Auch waren Stainless Steel mehr für die Bühne geeignet, was sehr gut durch den Umstand bewiesen wird, dass "Molten Metal" zur Hälfte aus Konzertmitschnitten bestand. Etwas mehr Stabilität im Bandgefüge und das Erweitern bestehender guter Songstrukturen, z.B. "Madness has taken it`s toll", hätten Stainless Steel möglicherweise in einer anderen Klasse spielen lassen, aber es sollte nicht sein.

Was bleibt, sind Erinnerungen und der Wunsch, dass noch mehr schon zu Zeiten der Veröffentlichung zum Untergang verdonnerte LPs ihren Weg auf CD finden. Ich hätte da noch einige Vorschläge. Mit "Molten Metal in your back" wurde erst der Anfang gemacht. Gute Sache!

P.S.: Die CD gibt es bei www.karthagorecords.de



   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword