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Arija - Best
Metalspheres Info-Box

Genre

Heavy Metal

Label

Russkij Standart

Rezensent

Klaus

Wieviel Musik passt auf eine CD? 74 Minuten, oder doch 80, wenn man einige Einschränkungen bezüglich der Abspielbarkeit auf historischen CD-Playern in Kauf nimmt? Nur aus diesem Grund ist aus dem neuesten Helloween-Output 'ne Doppel-CD geworden. Aber es geht auch ganz anders, wie jeder unserer Leser wissen dürfte: indem man die Stücke als MP3 oder sonstwie komprimiert auf der Silberscheibe verewigt. Was hierzulande völlig abwegig erscheinen mag, ist in Russland gang und gäbe: dort werden völlig selbstverständlich mehrere Alben einer Band oder eines Künstlers (auch westlicher!) im MP3-Format als Sammlung in die Plattenläden gestellt. Ob dabei immer alles mit rechten (legalen) Dingen vor sich geht, soll hier nicht das Thema sein. Tatsache ist, dass die hier zu besprechende Compilation anscheinend von der Band abgesegnet worden ist. Dafür sprechen sowohl der für russische Original-CDs übliche Hologramm-Sticker als auch die Angabe von Adresse und Telefonnummer des Labels.

OK, es ist also viel Musik auf dieser CD - weit über 6 Stunden. Das alleine ist noch keine Kunst. Nur von wem, zum Geier? An dieser Stelle muss und will ich etwas weiter ausholen (bitte einen Schritt zurücktreten!):

Im Sommer 2003 stolperte ich auf metal-observer.com über eine Reihe ausserordentlich guter Kritiken zu Alben einer mir bis dato völlig unbekannten russischen Band - Arija. Meine Neugier war geweckt, und als ich meiner damaligen Freundin (die gerade bei Freunden in Weissrussland war) davon schrieb, bekam ich ein "klar - kennt hier jeder, ich bringe was mit" zur Antwort. Weiteres Nachforschen und Downloaden brachte mich zu der Erkenntnis, dass da hinter dem ehemals eisernen Vorhang ein wahres Metal-Monster heranwachsen konnte, welches sich nach wie vor bester Gesundheit erfreut: alleine das Album "Geroj Asfal'ta" (Held des Asfalts) aus dem Jahre 1987 ging IN DER SOWJETUNION mehr als EINE MILLION MAL über die Ladentheke - noch bevor Gorbatschow ans Ruder kam.

Was ist auf diesem "Platinalbum", wenn es sowas damals dort gegeben hätte, drauf? - HEAVY FUCKIN' METAL! Da säuselt zunächst eine Chanteuse auf italienisch was von "Santa Lucia" - so leise, dass man erst mal lauter aufdreht. Kurz darauf heulen Sirenen auf, man hört Bomben fallen. Der Plattenspieler kriegt anscheinend keinen Saft mehr, woraufhin der Gesang verebbt - und Arija legen los! Das mag an das Intro von "Fast As A Shark" von Accept angelehnt sein, kommt aber deutlich dramatischer rüber. Der Rest des Songs ist zugegeben über weite Strecken bei Maiden geklaut ("Aces High" läßt grüßen), aber deren Platten waren damals in Moskau und Umgebung nicht ohne weiteres erhältlich. Und auch wenn sich bei Arija immer mal wieder ein Deja-Vu mit Maiden-Versatzstücken einstellt: die Jungs waren und sind von der Handhabung der Instrumente her mit den Jungfrauen auf einem Niveau, konnten schon immer tolle Songs schreiben und bringen nicht zuletzt durch den russischen Gesang ein völlig eigenes Flair mit sich. Ausserdem haben sie genug eigene Ideen, die derartige Vergleiche oft überhaupt nicht aufkommen lassen.

Zurück zur vorliegenden Sammlung: "Best" ist ein irreführender Titel. "Nearly Everything, Vol. 1" wäre passender gewesen. Aber das macht überhaupt nichts, da hier kein einziger wirklich schwacher Song drauf ist: 6 reguläre Studioalben aus den Jahren 1985 bis 1998 ("Igra S Ognem" von 1989 fehlt unverständlicherweise, sonst wären alle Alben dieses Zeitraums vertreten) gibt es zu hören. Dazu noch "2000 I Odna Noch" (2000 und eine Nacht) von 1999, auf dem alte Stücke mehr oder weniger live im Studio neu interpretiert wurden, und das 1997 von Kipelov und Mavrin (damals Gesang bzw. Gitarre, beide nicht mehr dabei) herausgebrachte Teil "Smutnoe Vremya", welches sich stilistisch etwas von den übrigen Alben abhebt und die Überballade "Ya Svoboden" (Deine Freiheit) enthält, in der offiziellen Arija-Diskografie aber nicht auftaucht. Leider auch nicht mit dabei ist das superbe Doppel-Livealbum von 1996, "Sdelano V Rossii" (Live in Russland). Dafür gibt es als "Bonus" noch je ein Stück der letzten beiden Studioalben, womit die Scheibe (675 MB) gut gefüllt ist.

Ähnlich lieblos wie die Zusammenstellung der Alben ist auch die technische Seite dieser CD ausgefallen. Nach dem Einlegen in einen PC startet eine Art Datenbank, deren Funktionen dank nicht darstellbarer Zeichen nicht mal zu erraten sind. Winamp 2.62 startet zwar (ebenfalls von CD) mit, stürzt bei dem Versuch irgendwas zu spielen aber ab (zumindest bei mir). Egal, hab ja 'nen Player installiert. Die Bitraten und MP3-Tags der Alben variieren: zwischen 192 und 320 kb/s wechselnd (obwohl vorne gross 256kb/s draufsteht) bzw. lateinisch oder nicht darstellbar beschriftet. Das ändert aber nichts daran: die Musik an sich ist erstklassig, die MP3s durchweg hörbar!

Ganz ehrlich: bevor einer von euch Geld in den x-ten Maiden-Tribute oder das x-te Maiden-Livealbum steckt: kauft was von Arija! Diese Sammlung ist trotz aller Unschönheiten der perfekte, kostengünstige Einstieg in eine absolut geile Metalband! Bleibt die Frage, wo man das Teil kaufen kann... und wie ich gerade feststelle, scheint das nicht so leicht zu sein (hab das Ding neulich von 'nem Freund geschenkt bekommen, dessen Eltern grad in Russland waren). Egal: kauft was anderes von Arija, ist alles gut! Am billigsten wohl unter http://www.petershop.com/de/catalogue/music/ariya.html, da gibt's Arija-CDs ab 5,49 ?. Fast alle unten gelisteten Alben sind dabei, und einige mehr!

Arija für Wacken 2006!

Die auf dieser Sammlung vertretenen Alben im einzelnen:

Aria (Studio):
Mania Velichia (1985) - 192kb/s, Lame, Stereo
S Kem Ti? (1986) - 192kb/s, Lame, Stereo
Geroj Asfal'ta (1987) - 192kb/s, Lame, Stereo
Krov Za Krov (1991) - 320kb/s, Lame, Stereo
Noch Koroche Dija (1995) - 320kb/s, Lame, Stereo
Generator Zla (1998) - 320kb/s, Lame, Stereo

Aria (Neueinspielungen):
2000 I Odna Noch (1999) - 192kb/s, Lame, Stereo

Kipelov/Mavrin:
Smutnoe Vremya (1997) - 192kb/s, Lame, Stereo

Aria (Bonus Tracks):
Kolizey und Kreshenie Ognem - 256kb/s, FhG, Joint-Stereo



   
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