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Imperium Dekadenz - ...und die Welt ward kalt und leer.
Metalspheres Info-Box

Genre

Doomy Black Metal

Label

Perverted Taste

Rezensent

Sascha

Eine kalte, leere Welt ist das anzustrebende Ideal der jungen Blackmetal Band Imperium Dekadenz, und diese zu vertonen ist ihnen schon so gut gelungen, dass sie zumindest eure Neugier verdient haben.

In Sachen Image lässt man nichts anbrennen, denn so ziemlich alle denkbaren Klischees von der rituellen Bemalung bis zur "Heimseite" sind vorhanden. Ich will dazu auch keinerlei Worte verlieren und widme mich nur der Musik, die wie bereits angesprochen sehr gut gelungen ist. In größtenteils recht langen Songs wird die Vernichtung der Menschheit heraufbeschworen. Dazu haben Imperium Dekadenz folgende Zutaten verwendet: Einen vollen, majestätischen Gitarrensound, eine aus den tiefsten Kerkern der Seele heraufschreiende Stimme, größtenteils mittleres Tempo, welches oftmals mit interessanten, doomigen Passagen angereichert wird und sehr viel Melodie. Ein sehr berührendes Stück ist ihnen gleich zu Beginn mit "Halls Of Lust" gelungen, der schleppende Teil in der Mitte kann die Welt um den Hörer wunderbar verdunkeln. Sicherlich hören wir hier keine innovativen, bahnbrechenden Riffs, aber Imperium Dekadenz haben bekannte Zutaten, eigene Einfälle und Anleihen beim Doom-Metal zu einer homogenen Melange vermengt, die ein Ziel auf jeden Fall erreicht: Gute Musik zu schreiben. Definitiv versteht es die Band ihre Stücke mitreißend und interessant zu gestalten. Freunde der Monotonie werden sich hier sicherlich nicht sonderlich angesprochen fühlen. Wahrscheinlich auch niemand der es liebt, wenn Menschenverachtung in rasend schnellen Nackenbrechern mit möglichst wenig Melodie vertont wird. Umso mehr hat mir das Album gefallen, denn meinen Nerv haben die zermalmenden, tödlichen Akkorde von "Of All Ends" z.B. genau getroffen. Ein morbider Song, draußen sind es mehrere Grad unter Null und auch in meiner Wohnung scheint die Heizung plötzlich nicht mehr zu funktionieren, denn es wird immer kälter. Zwischendurch werden in der völligen Dunkelheit kleine Lichter in Form von sehr schönen, hörenswerten Zwischenspielen entzündet, die ein wenig an Wyrd oder Ulver erinnern. Mit "Gefrorene Wunden" steht noch einmal ein längerer Song am Ende der CD, der über die volle Länge interessant bleibt und den Hörer mit einem melodischen Ausklang und einem anschließenden Keyboard-Outro wieder in die reale Welt entlässt.

Insgesamt betrachtet, stellt "...und die Welt ward kalt und leer" ein hervorragendes Debutalbum dar, welches wunderschöne, dunkle Musik bietet. Eigentlich hat das Album nur ein kleines Manko; ihm fehlt der letzte Schliff, die verwendeten Elemente sind eben schon durchaus von anderen Bands bekannt und das eigenständige Markenzeichen vermisse ich daher etwas. Aber verzichten möchte ich auf die Songs von Imperium Dekadenz auf keinen Fall und ihr solltet sie euch auch nicht entgehen lassen. Wem z.B. das aktuelle Album von Nehëmah aufgrund der schleppenden Titel gefallen hat, sollte zielstrebig auf diese CD zusteuern. Besonders schön könnte ich mir die Musik auf Vinyl vorstellen, mal sehen, ob Perverted Taste da noch Überraschungen vorbereitet hat. Auf einer Plattenhülle würde auch das Cover besonders gut zur Geltung kommen, welches eines der für mich stimmungsvollsten Blackmetal Artworks der letzten Zeit ziert.



   
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