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Dissection - Reinkaos
Metalspheres Info-Box

Genre

Melodic Black-/Deathmetal

Label

Black Horizon Music

Rezensent

Sascha

Dissection sind eine Band, die es mit zwei Alben bereits zu absolutem Kultstatus gebracht hatten. Wäre alles nach Plan verlaufen, hätte sicherlich eine ganz große Karriere vor ihnen gelegen. Wie die meisten wissen, wurde nichts daraus, denn Bandkopf Jon Nödtveidt wanderte erstmal für einige Jahre in den schwedischen Knast. In der Zwischenzeit arbeiteten Nuclear Blast emsig dafür, dass die Legende nicht in Vergessenheit gerät, und im Internet wurde der wartende Fan schon einmal auf die "Return of Dissection? vorbereitet, die so ziemlich alles in den Schatten stellen sollte, was auf dem extremen Musiksektor seit deren Abtreten veröffentlich wurde. Nun sind die Schweden jedenfalls wieder da, geblieben vom alten Line-Up ist allerdings nur Sänger Jon, der Rest rekrutiert sich aus so richtig dolle bösen Buben, die besondere ideologische Voraussetzungen erfüllen mussten, um mitmachen zu dürfen. Nun haben Dissection allerdings ein ähnliches Problem wie Slayer, denn der Großteil der Fangemeinde erwartet natürlich ein zweites "Storm Of The Lights Bane?, eine Erwartungshaltung, die Dissection schon mit der Vorabsingle "Maha Kali? bei vielen enttäuscht haben.

"Reinkaos? präsentiert sich nun auch in Vielem recht gewöhnungsbedürftig, ich werde aber versuchen, dass Album so objektiv wie möglich zu betrachten. Ich warne euch daher auch schon einmal vor, denn ihr lest nun eine Rezension eines Redakteurs, dem der Song "Maha Kali? sehr gut gefallen hat. Wenn ihr meint, "das darf doch gar nicht sein!?, solltet ihr euch einem der vielen Verrisse widmen, die es ganz sicher demnächst zahlreich im Internet zu bestaunen gibt. Eins sollte man immer bedenken: man kann von einem neuen Album nicht erwarten, dass es beim ersten oder zweiten Hören bereits so überzeugt, wie ein Album, welches man seit 11 Jahren rauf und runterhört, dessen Songs man bereits in jede Faser des Körpers und in jede Hirnwindung aufgesogen hat. Was beim Hören von "Reinkaos? sofort auffällt, ist die neue Ausrichtung Dissections. Die Schweden agieren den großen Teil der CD im Mid-Tempo Bereich und nur selten wird das Gaspedal angezogen, außerdem hat man sehr viel Wert auf eingängiges Material gelegt, nahezu jeder Song hat einen Refrain, der im Ohr kleben bleibt. Ganz gnadenlos ist dabei "Starless Aeon?; der Song ist brutal eingängig und einfach die Art von Hit, den eben nur Dissection schreiben können. An einem solchen Stück erkennt man Jons Klasse, die er schon immer beim Songschreiben hatte, hier steht immer der schlüssige Aufbau und der Spannungsbogen im Vordergrund. "Starless Aeon? kann man daher ohne weiteres als besten Song auf "Reinkaos? bezeichnen. Manchen wird das neue Material sicherlich fast schon zu poppig sein. Von der Eiseskälte, die "Storm Of The Lights Bane? verbreitete, ist absolut gar nichts geblieben. Entgegengesetzt zu dem extrem satanistischen Image der Band, klingt sie größtenteils ziemlich freundlich, möge jeder selbst entscheiden, ob er damit zurecht kommt. So wurde der Blackmetal-Anteil im melodischen Deathmetal, dem ich Dissection eigentlich immer zugeordnet habe, durch Thrash- und Heavymetal ersetzt. Der Titelsong "Reinkaos? könnte zum Beispiel ohne weiteres auf einem Album von Thyrfing oder Amon Amarth stehen, wie lupenreiner Vikingmetal klingt der übrigens rein instrumentale Titel, der sich als wahre Hymne entpuppt. Anspielen sollten alle Skeptiker "God Of Forbidden Light?, denn spätestens hier wird sich die Fangemeinde spalten. Der Song ist extrem rockig und hat schon fast Schunkelatmosphäre, was durch den Seemannsgesang gegen Ende noch verstärkt wird. Ich wusste zunächst nicht, was ich davon halten soll, bin aber mittlerweile der Meinung, dass man es auf "Reinkaos? eben mit einer neuen Band zu tun hat, die eine breitere musikalische Ausrichtung hat und gebe daher einfach mal unverblümt zu, dass mir auch dieser Song gefällt. "Maha Kali? hat es natürlich auch auf das Album geschafft, hier in einer etwas schnelleren Version mit komplexerem Gitarren-Arrangement. Ich habe es ja bereits zugegeben, ich liebe den Song und kann die ganze Aufregung um diesen geilen Ohrwurm nicht nachvollziehen. Das hat wohl auch wiederum mit der Offenheit für etwas neues und enttäuschten Erwartungshaltungen zu tun. Produziert wurde das Album extrem ehrlich und bodenständig. Es wurde nahezu völlig ohne Effekte und Tricks gearbeitet. Alle Instrumente sind klar und deutlich wahrzunehmen und die für Dissection typische Gitarrenarbeit klingt wunderbar. Auf die Atmosphäre wirkt sich der Sound, wie angesprochen, schon recht stark aus. Eisige Stimmung verbreitet man natürlich am besten mit Halleffekten, die "Storm Of The Lights Bane? ausreichend hatte und für meinen Geschmack auch auf "Reinkaos? gut gepasst hätten.

Es ist Zeit für ein subjektives Fazit zum neuen Werk Dissections. Mit dem Album haben die Schweden schon einen gewaltigen Schritt gewagt, der neue Dissection-Sound wird sicher nicht gerade wenige alte Fans vor den Kopf stoßen. Nicht von der Hand zu weisen ist allerdings die songschreiberische Klasse, die das gesamte Album auszeichnet. Sicherlich wird "Reinkaos? Dissection einige neue Fans bescheren, denn eingängig und mitreißend ist das Material, dass Jon komponiert hat auf alle Fälle. Wer aber den alten Dissection-Sound erwartet, wird sicherlich gnadenlos enttäuscht sein, so sind die beiden vorab im Netz präsentierten Songs noch diejenigen, die am ehesten nach der Band von "Storm Of The Lights Bane? klingen. Die Songs auf "Reinkaos? sind stark, allerdings teilweise zu nett und manchmal wie im Fall "Dark Mother Divine? zu wenig arschtretend. Einen Klassiker wie "Unhallowed? oder "Frozen? haben Dissection hier zudem ehrlich gesagt nicht vorzuweisen. Mir persönlich fehlt auch ein wichtiges Bandmitglied: Ole Öhman, sein Drumming war für mich schon ein wichtiger Bestandteil am Dissection-Sound und Tomas Asklund spielt einfach nicht so versiert und abwechslungsreich. Wer also nicht bereit ist, die neuen Dissection zu akzeptieren, dem kann ich das Album sicher nicht schönreden. Lässt man die Klassiker der Band allerdings außen vor, so erhält man ein mitreißendes Metal-Album von einem begnadeten Songschreiber, für das es sich lohnt die Scheuklappen abzulegen. Ich persönlich möchte auf Songs wie "Maha Kali?, "Starless Aeon?, "Reinkaos? oder "Black Dragon? jedenfalls nicht verzichten. Vom nächsten Album erhoffe ich mir dennoch, dass Dissection wieder vermehrt ihre scharfen Zähne zeigen. Im Moment offeriert die Band ihre CD übrigens auf ihrer Homepage mit "Geld-zurück-Garantie?, richtig gelesen, das dürfte auch ein Novum in der Metal-Welt sein. Wer also seine Skepsis einfach nicht ablegen mag, kann hier auf Nummer Sicher gehen.



   
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