Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4665787
Besucher seit 09/2002


Koldbrann - Moribund
Metalspheres Info-Box

Genre

Black Metal

Label

Twilight Vertrieb

Rezensent

Sascha

Es muss ein recht schwaches Jahr für den Blackmetal gewesen sein, als Koldbrann mit "Nekrotisk Inkvisition" auf der Bildfläche erschienen. Überall war davon zu lesen, der Heilsbringer des rauen, norwegischen Blackmetal sei da und das Album wurde mit Lobgesängen geradezu überhäuft. Zugegeben, es war auch wirklich schwer einer Band mit einem dermaßen originellen Schlagzeuger und hingebungsvollen Sänger nicht zu erliegen, dazu gesellte sich ein harscher Sound, den man lange schon nicht mehr vernehmen durfte. Ich weiß bis heute immer noch nicht genau, warum bei mir der Funke nicht überspringen wollte. Ideen hatte die Band, klar, dennoch war ihr Songwriting noch nicht stark genug, um mich richtig zu begeistern. Ihr Auftritt beim Festung Open Air bekräfigte diesen Eindruck, denn trotz der völlig mitreißenden Show, blieben viele Zuschauer recht regungslos.

Nun ist "Moribund" erschienen, auf der Koldbrann eine Stunde neues Material eingespielt haben und ich war gespannt, ob Koldbrann ihr Songwriting verbessern konnten. Zunächst einmal hat sich der Sound gewandelt, er ist immer noch rau und kalt, allerdings wesentlich klarer und professioneller ausgefallen. Schwedischer klingt man nun, was daran liegt, dass der Klang sehr an aktuellere Necromorbus-Produktionen der Marke Watain oder Ondskapt erinnert. Liebhaber des originellen Snare-Sounds von Drummer Fordervelse können beruhigt sein, sie knallt immer noch wie eh und je. Der Gesang ist nicht mehr so laut abgemischt wie in der Vergangenheit und fügt sich dieses Mal hervorragend in das Gesamtbild ein. Was Koldbrann wirklich von der ersten Sekunde an sympathisch macht, ist ihr unverkennbarer Vorwärtsdrang. Es gibt für die Norweger nur diese eine Marschrichtung, lahmes Gedudel ist nicht ihr Ding. Auf den Gitarren passiert dermaßen viel, dass man wirklich vor der Frage steht, wo Kvass seine ganzen Ideen hernimmt. Manches kommt einem dabei bekannt vor, vieles klingt jedoch frisch und unverbraucht. Auch alte Bekannte trifft man wieder, denn gleich im Song "I Suveren Forakt" ist schönstes "Nattestid"-Riffing zu hören, welches mich gleich etwas wehmütig gestimmt hat. Ein toller Song.

Gelungene Momente gibt es viele und die geschaffene Atmosphäre der Musik weiß einfach mitzureißen. Eine vordergründige Kälte und Aggressivität umgibt das Songmaterial, wobei Koldbranns Musik in mir jedoch eher die Assoziation eines Flammenmeers als die eines Eisgletschers hervorruft. Die Norweger haben sich um Abwechslung bemüht, so mischt man diesmal geschickter langsame, melancholische Anteile mit groovig, vorwärtstreibenden. Mannevond hat sehr an seiner Phrasierung gearbeitet und die Gesangslinien gehen auf "Moribund" wesentlich besser ins Ohr. Von einem eingängigen Album zu sprechen, wäre allerdings nach wie vor übertrieben. Es bedarf schon ausgiebiger Auseinandersetzung unter dem Kopfhörer, um das Album zu verstehen und alle Feinheiten aufzunehmen. Nach dem vierten Durchlauf sollte allerdings für jeden Freund des BM feststehen, dass Koldbrann ein sehr gutes und ideenreiches Album vorgelegt haben. Kein absoluter Hammer vielleicht, da sich die Band nach wie vor manchmal in belanglosen Riffs verliert, der große Teil der Songs ist aber gelungen. Auf einige Stücke möchte ich dabei in positiver Weise noch besonders hinweisen. Das herrlich ungestüme "Smell Of Vitriol" dürfte den Liebhabern des Koldbrann-Blast gefallen, allerdings beinhaltet er zusätzlich einen vorzüglich gelungenen melancholischen Part. Mit "Til Skiringsheim" hat sich sogar ein waschechtes Instrumental eingeschlichen, das beweist, dass Koldbrann gelungene Melodien komponieren können. "Skvadron" ist ein wunderbar barbarischer Titel, der höllisch einschlägt und trotz seiner unoriginellen Art begeistert. "Bestial Swarm" dürfte ein Live-Favorit werden, eignet es sich doch hervorragend, um seinen eingängigen Refrain zusammen mit der Horde zu intonieren. Wen es interessiert, hier singt Endstilles Iblis mit, was nicht weiter postitiv oder negativ auffällt. Highlight des Albums ist für mich "Steinet til jorden", das Brutalität und norwegische Anmut perfekt kombiniert und vom Spannungsaufbau am überzeugendsten ausgefallen ist. Koldbrann haben also tatsächlich hörbar an sich gearbeitet und liefern mit Moribund einen würdigen Nachfolger zu "Nekrotisk Inkvisition". Einzig und allein das Fehlen eines "Mother North", "Blashyrk", "Under A Funeral Moon" oder ähnlich klassikerverdächtigen Titels ist immer noch zu bedauern. Ich hoffe, dass Koldbrann auf ihrem dritten Longplayer endlich solch ein Treffer gelingt. Im 10-seitigen Booklet finden sich düstere Gemälde sowie alle Texte des Albums, wer sein Norwegisch weiter ausbauen möchte, kann das also hier tun.



   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword