Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4797319
Besucher seit 09/2002


boysetsfire - The Misery Index: Notes from the Plague Years
Metalspheres Info-Box

Genre

Emocore

Label

Burning Heart Records / SPV

Rezensent

Susanne

Fans der Emocore-Metaller um Frontmann Nathan Gray sollten sich diese Scheibe unbedingt sichern: Die Truppe aus dem US-Bundesstaat Delaware einigte sich Ende Juli 2006 darauf - auf dem Höhepunkt ihres Erfolges und nach mehreren Plattenfirmenwechseln - die Formation aufzulösen.

Textlich bleiben boysetsfire ihrem unverwechselbaren Stil treu: Hier geht es nach wie vor auch um die Message, nicht nur um den rein instrumentellen Part. Mit sozialkritischen, sogar links-orientierten Texten (was viele Bands so meiden, wie der Teufel das Weihwasser...), schafften sie es, sich eine kleine Fangemeinde auf der ganzen Welt zu erspielen. Also, hier ist es angebracht, sich auch mal auf den Text zu konzentrieren.

Musiktechnisch orient man sich bei diesem Album nicht nur rein an hartem Rock und Emocore, wie auf den zwei Vorgängeralben, man wagt auch Ausflüge in andere Gefilde. "Notes from the Plague Years", so der Name des aktuellen Silberlings, schlägt gekonnt die Brücke zwischen Emocore und progressiven Rock, sowohl mit klassischen als auch - gänzlich genrefremd - jazzigen Passagen. So sorgt das Album für stilistische Vielfalt. Die teilweise etwas poppig angehauchten Melodien sind mit Sicherheit nichts für reine Hardcore-Fans. Wobei Pop nicht unbedingt immer schlecht sein muss. Hier und da geschickt eingesetzt, verleiht es der Platte doch eine gewisse Abwechslung.

Keine schlechte Idee, mit "Walk Astray" zu beginnen. Mit seiner eindringlichen Stimme, was die Platte insgesamt stark aufwertet, sorgt Gray für Gänsehautfeeling. Gut untermalt durch den Einsatz der Akustikgitarre. Das Lied schlägt einen sofort in seinen Bann und macht Lust auf mehr! Nachdem gefühlvollen Einstieg schlägt dann das Quintett mit voller Gewalt zu und rockt mit brachial drauf los. Wobei hier die tiefgründige, animalische Ader des Sängers gut zur Geltung kommt. Hier werden Emotionen heraufbeschwört! Mit diesem Song schafft die Band auf alle Fälle einen perfekten Einstieg in das gut 50-minütige Hörerlebnis.
"Final Communiqué" stellt die aktuelle amerikanische Regierung an den Pranger: hier wird mit aller Wut und instrumenteller Wucht gegen das Bush-Regime angeschrien. Bei "The Misery Index" kommt der für boysetsfire typische Stil wohl am besten zur Geltung: Ein tiefgründiger Text über Sehnsüchte, die das Leben nie erfüllt, immer in der Hoffnung auf die große Begegnung. Harte Gitarrenriffs, gespickt mit einem ausgezeichneten Schlagzeug untermalen die Melancholie dieses Songs perfekt. Absolut hitverdächtig! Gerade wenn man der Meinung ist, sich in die Melodie eingehört zu haben, schlägt der Song in eine total andere Richtung, was etwaige Ermüdungserscheinungen vorbeugt. "(10) and Counting" gönnt dem Hörer eine kleine Verschnaufspause bezüglich des instrumentellen Teils. Textlich wird hier ein schwieriges Thema aufgefriffen: Geld und Freundschaft. Und was davon übrig bleibt, wenn der Rubel erstmal rollt: Verbrüdert in Armut, verhasst im Reichtum. Viele Bands kennen wohl diese Erfahrung nur zu gut.
"So Long" gleicht einer Achterbahnfahrt: genialer Hardcore mit krassen Gesangparts, die teilweise sogar an Motörhead erinnern, Jazz-Töne und zum Liedende sogar Sprechgesang. Thematisch behandelt dieser Song übrigens die Abhängigkeiten unserer modernen Zeit hinsichtlich Arbeitsverhältnissen, Beziehungen, Freundschaften. Mit der nachdenklichen Botschaft, so wirklich befreie einen wohl nur der Tod....

Mit diesem Album haben sich boysetsfire selbst und der ihnen hinterbleibenden Fangemeinde ein würdiges Denkmal gesetzt. Was ist wohl authentischer, als Selbsterlebtes in seine Songs einfließen zu lassen? Und das spürt der aufmerksame Hörer. Auch nach mehrmaligem Durchlaufen gibt es immer wieder Neues zu entdecken, was mit Sicherheit auch an den exzellenten Fähigkeiten der Musiker liegt. Die sehr klare und druckvolle Produktion tut ihr Übriges. Ein rundum gelungenes Album, das überrascht und mit seinen vielen experimentellen Stilwechseln nicht nur ausschließlich den Fans gefallen dürfte.



   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword