Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4646806
Besucher seit 09/2002


Marduk - ROM 5:12
Metalspheres Info-Box

Genre

Black Metal

Label

Regain Records

Rezensent

Sascha

Marduk sind wieder da! Sie sind so gut wie nie zuvor und haben ein atmosphärisches Meisterwerk dunkler Tonkunst erschaffen. Das beste Album seit "Nightwing". Glaubt ihr das wirklich, was die Presse da schreibt? Ausgerechnet Marduk, die seit Jahren für Stagnation bekannt sind? Ausgerechnet Langweiler Morgan soll sich hier wieder mal ein paar richtige Kracher aus dem Ärmel geschüttelt haben? Für mich war das kaum zu glauben, was ich da gelesen habe. Ich mag Marduks "Those Of The Unlight" wirklich sehr gerne. Das Teil höre ich heute immer noch oft. Marduk hatten da noch einen frischen, eigenständigen Sound. Ein eigenwilliger Gitarrenklang, ein Bass, der nicht nur im Hintergrund wummerte, sondern einen wesentlichen Anteil an der Melodieführung hatte und Hymnen wie "Wolves" oder "Echoes from the Past". Und das tollste: Es gab und gibt immer noch sehr viel in den Songs dieser Platte zu entdecken. Man kann ohne Probleme von einem Black-Metal-Klassiker sprechen. Im ganzen "provokativer, härter, schneller"-Wahn habe ich Marduk irgendwann dann eigentlich ganz abgeschrieben, als eine zu unrecht erfolgreiche, seelenlose Geldmachmaschine. Dann auch noch den putzigen Legion rausgeschmissen, der Marduk wenigstens noch ein bisschen Seele verlieh, nee, das war nicht die feine Art. Aber genug von den ollen Kamellen, was bringt denn nun das neue Teil mit dem gewohnt tollen Artwork?

Nun ja, wer glaubt eine neue "Those Of The Unlight" im CD-Player zu haben, nachdem er die Lobeshymnen in den einschlägigen Magazinen gelesen hat, wird erstmal ordentlich enttäuscht. Marduk machen im Wesentlichen die Mucke, die sie auch auf dem Vorgänger gemacht haben, lediglich an Details wurde gedreht. Gerade die machen aber "ROM 5:12" zu einem Album, welches man sich tatsächlich auch als Skeptiker anhören kann. Kommen wir gleich zu den postitiven Aspekten. Die "Jungspunde" in Marduks Reihen geben dem alten Kahn auf jeden Fall noch einmal gehörig Dampf. Mortuus wurde ja zunächst von vielen skeptisch beäugt, höre ich ihn auf dem aktuellen Longplayer, weiß ich aber, warum Morgan ihn in die Band holte. Er hat eine sehr geile Black-Metal-Stimme, die vor allem immer abwechslungsreich, theatralisch und psychopathisch wirkt. Die ausgewogene Balance zwischen Sprechen, Kreischen und gepresstem Gurgeln à la Kvarforth von Shining wirkt richtig gelungen und er kann damit selbst den ödesten Riffs noch etwas Klasse abringen. Wenn "ROM 5:12" überall so gut ankommt, dann kann sich Mortuus mal ganz geil auf die Schulter klopfen, denn an den tollen Gitarren wird es sicher nicht liegen. Auch Drummer Dragutinovic verdrischt sein armes Schlagzeug sehr versiert und endlich wurde dem Drumsound auch einmal größeres Augenmerk zugewandt, denn es klingt angenehm analog, kraftvoll und nicht mehr so nach Plastik wie bei den Vorgängern. Wer hat da produziert? Devo Andersson? Jeder kann es besser als Peter Tätgren, aber hier hat er wirklich einen sehr guten Sound kreiert.

"The Levelling Dust" hat mich dann auch umgehauen. Da gibt es tatsächlich Tempowechsel innerhalb eines Songs(!) und einen Spannungsbogen (!) Das gab es bei Marduk schon länger nicht mehr. Eine feine Hymne ist das geworden. "Cold Mouth Prayer" hat ein für Marduk recht ungewöhnliches Riffing zu Beginn, der Refrain ist sehr eingängig geraten, ansonsten regiert ordentliches Geballer und hier brilliert wiederum eine Person: Mortuus! "Imago Mortis" beginnt, als wäre hier eine andere Band am Werk. Fast schon entspannt und hypnotisch weben die Gitarren ihr Netz in dem Spinne Mortuus seine Gallefäden spuckt. Auch das ist ein wunderbares, hymnisches Stück mit ungewöhnlich viel Abwechslung. Wäre da noch ein Gitarrensolo drin gewesen, wäre ich aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommmen. "Through The Belly Of Damnation" kann man getrost als Standard-Marduk-Klopper bezeichnen. Ohne Mortuus wäre das Ding saulangweilig. Morgan ist nunmal nicht so toll wie Obsidian C. von Keep Of Kalessin und in dieser irrsinnigen Geschwindigkeit kann eben nur ein Könner interessante Riffs schreiben. Morgan fällt da nur das übliche Gegniedel über das Griffbrett ein. "1651" ist ein Ausflug in den Ambient-Bereich, sehr düstere Bläser, Orgeln und Percussion-Instrumente beherrschen das Bild. Eine Vision einer völlig verwüsteten Erde bedeckt mit fauligen Menschenkadavern ergreift von meinen Gedanken Besitz, wenn ich das höre. Nicht schlecht gelungen, zumindest als atmosphärisches Zwischenstück. "Limbs Of Worship"? Skip. Abgesehen von den Drums: Langweilig. "Accuser/Opposer" ist ein doomiges Stück, bei dem sich Primordials Alan bereit erklärte, ein paar Gesangslinien beizusteuern. Atmosphärisch von einer "Beschwörung" eingeleitet entpuppt sich das Stück als kriechendes, walzendes Ungetüm, dessen Riffs zwar nicht unbedingt neu sind, aber zusammen mit Mortuus Gekeife und Alans Klargesang eines der Highlights darstellt. Solche Songs hatten Marduk ja schon öfter. Und sie hatten immer das gleiche Problem, sie dauern zu lang und sind zu schleppend, Morgan kann den Spannungsbogen nicht halten, trotzdem zeigt der Daumen nach oben. "Vanity Of Vanities" ist dann wieder schnell, schneller am schnellsten, hat am Ende aber einen geilen Moshpart, so als hätten Marduk die Schnauze voll davon, dass sich auf ihren Konzerten niemand bewegt, sondern alles nur mit offenem Mund zur Bühne starrt. "Womb Of Perishablencess" kommt wieder sehr langsam, düster und atmosphärisch daher. Hier darf Magnus Devo Andersson auch endlich mal alleine spielen, ehrlich gesagt, ich vermisse B.War. Der sah auf der Bühne auch geiler aus. Auch ein Gitarren-Solo(!) hat sich in das Stück verirrt. Morgan: Üben, Üben! Aber der Wille war da. Spaß bei Seite: Ein tolles Lied. Bleibt noch "Voices From Avignon", hier wird erstmal ordentlich gekloppt und geprügelt, Dragutinovic kann aber viele Akzente setzen. Mittlerweile ist er ja bei Marduk raus, ich wünsche ihm alles Gute. Der Rausschmeißer ist nicht schlecht, bietet aber nichts herausragendes, weswegen man nicht schon vorher hätte Schluss machen können.

So ein langes Review für Marduk? Ja, ich habe es auch nicht glauben können. Aber den Jungs ist trotz aller Ironie von meiner Seite ein Album geglückt, welches wirklich gut geworden ist. Ich hätte ihnen so etwas nicht mehr zugetraut. Wehmütig lasse ich "Those Of The Unlight" erklingen, ach ja. Das waren noch Zeiten. Aber wenn es ein Album der Neuzeit sein soll, werde ich "ROM 5:12" auflegen. Sound, Gesang, Atmosphäre und Aufmachung können sich sehen und hören lassen und trotz einiger typischer Mardukscher Langeweiler kann man das Album durchaus empfehlen.



   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword