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Die 80er Jahre standen nicht nur im Zeichen namhafter Heavy Metal Bands sondern brachten auch eine schier unerschöpfliche Zahl an melodischen Hardrock Bands hervor, von denen Whitesnake, Dokken, Europe, Journey oder Survivor nur ein paar der Namen sind, die durch qualitativ hochwertige Musik auf sich aufmerksam zu machen wußten. Doch wie so oft hielt auch hier nichts für die Ewigkeit, viele dieser Bands verschwanden und auch wenn es heute noch immer eine Menge Gruppen dieser musikalischen Ausrichtung gibt, so weiß nur eine geringe Anzahl derer an der Klasse ihrer Vorfahren anzuknüpfen. Eine der positivsten Überraschungen hierbei stellen Snake Eye aus Paris dar, die erst kürzlich auf ihrem Debutalbum "Wild Senses" eine Reihe frischer Kompositionen verewigt haben. Keine Frage, daß wir da nachhaken mußten. Sänger Boban, Bassist Rickey und Gitarrist Xavier standen uns Rede und Antwort.




Als erstes erzählt uns doch bitte etwas über die Entstehung von Snake Eye!

Boban: Snake Eye wurde ursprünglich vor drei Jahren von Rickey und mir gegründet. Ein paar meiner Freunde halfen uns dabei unsere erste CD "Wild Senses" zu komponieren und aufzunehmen. Nach den Studiosessions hielten wir nach festen Bandmitgliedern Ausschau. Dom kannte ich schon seit Jahren, aber wir hatten nie die Gelegenheit, zusammen zu spielen. Als er dann die Songs hörte, war er sofort Feuer und Flamme, unser Drummer zu werden. Dom wiederum hatte Kontakt zu zwei Gitarristen, Xavier und Michael, die von den Songs ebenfalls sehr angetan waren. Wir fingen an, miteinander zu jammen, und wir hatten das Gefühl, dass das wirklich etwas werden konnte. Das Abenteuer konnte also beginnen.
Rickey: Als das Line-Up dann komplett war, schauten wir uns nach einem Plattenvertrag für das Album um. Wir unterschrieben bei BRENNUS und spielten unsere erste Promotion-Show am 24. Februar 2002 in einem kleinen Pariser Club. Das Publikum war toll, und wir hatten an jenem Tag einfach eine Menge Spaß. In der Folge eröffneten wir für große Bands wie Freak Kitchen, Paul Di'Anno oder Mike Tramp in "La Loco" und dem "New Morning". In der Zwischenzeit komponierten wir das Material für das nächste Album, das wir bereits in Kürze aufnehmen werden.

Was habt ihr vor Eurer Zeit bei Snake Eye gemacht, wart ihr da schon in anderen Bands aktiv?

Boban: Ich persönlich habe in verschiedenen Bands gesungen, aber die Leute hatten meist nicht die gleiche Motivation wie ich, also entschied ich eines Tages, meine eigene Band zu gründen. Und ich fühle mich jetzt auch besser, da ich mich selbst erstmals richtig ausdrücken kann. Ich singe, was ich singen will, und die anderen können sich ebenfalls selbst mit einbringen.
Rickey: Vor Snake Eye war ich Bassist in einer französischen Band; dort hatten wir lustige französische Texte, die mit Bossa, Rock und Reggae in einen Schmelztigel geworfen wurden. Außerdem habe noch bei einer Menge weiterer, unwichtigerer Projekte mitgespielt.
Xavier: Snake Eye ist meine erste richtige Band. In Frankreich trifft man nicht jeden Tag Musiker wie Bob, Rickey oder Dom, das kannst du mir glauben.

Wie schafft man es, nach gerade einmal zwei Jahren Bandgeschichte ein dermaßen perfektes Debutalbum hinzulegen, das in allen Belangen zu überzeugen weiß?

Rickey: Danke. Es stimmt, dass die Zeit zwischen Bandgründung und dem Album kurz war, und das war auch das, was wir wollten. Oft entstehen Bands durch das rumjammen mit Freunden, ohne bestimmte Erwartungen. Wenn man es so anpackt, dauert es ziemlich lange, bis man ein Album fertig hat. Bei Snake Eye wusste Boban was er machen wollte, er musste nur noch die richtigen Leute finden, um es zu verwirklichen. Außerdem sind wir alle relativ professionelle Musiker. Jeder von uns kann sich damit arrangieren, so zu arbeiten wie man das von einer professionellen Band erwartet, und wie sich herausgestellt hat, läuft das doch ziemlich gut! Wir sind motiviert, also sind wir schnell! Jeder von uns investiert ziemlich viel in die Band, und wir sind mit dem Ergebnis zufrieden.
Boban: Yeah! Danke. Was die Studiosessions angeht, nahmen wir drei Wochen lang in Paris auf, 10 Stunden am Tag. Wir waren ganz schön fertig danach! Aber nach dem Mixen waren wir überzeugt davon, dass es das auch wert gewesen ist. Natürlich gibt es auch Dinge, die wir jetzt ändern würden, aber du weißt: Geld, Zeit,... Ich glaube auch, dass man manchmal einfach Entscheidungen treffen muss, sonst würde man nie irgendetwas machen können.


Liege ich mit meiner Vermutung richtig, daß Euer Bandname wegen Eurer Vorliebe für Whitesnake gewählt wurde?

Boban: Whitesnake sind definitiv eine meiner Lieblingsbands, aber wir haben den Namen "Snake Eye" nicht mit Bezug darauf ausgesucht. Nachdem wir ein paar Songs komponiert hatten, dachten wir, es wäre an der Zeit, der Band einen Namen zu geben. Wir haben ein Brainstorming gemacht und haben dann den Namen ausgesucht, der am besten klang, so lief das. Kein Bezug zu Whitesnake oder Brian de Palmas Film "Snake Eyes" (deutscher Titel: "Spiel auf Zeit" - Anm. d. Verf.), das ist reiner Zufall. Oder vielleicht gibt es doch eine Art symbolischen Bezug dazu... nein, war nur Spaß!! Wir mögen den Namen, das ist alles.

Neben Whitesnake fallen auch immer wieder andere Namen, wenn es darum geht, Euren Sound zu charakterisieren. Wer würdest Du sagen, waren Eure größten Einflüsse?

Boban: Da gibt's viele: Dokken, Winger,...
Rickey: Ich denke, Snake Eye ist die Synthese der speziellen Einflüsse von jedem einzelnen Mitglied der Band, die wir unter einer gemeinsamen Richtung zusammengebracht haben, und diese Richtung heißt Hard Rock! Wenn wir komponieren, spielen wir das, wovon wir finden, dass es sich gut anhört, auch wenn es anders ist, als das, was wir am Tag zuvor gespielt haben. Wir tun was wir mögen, und wir mögen was wir tun! Wir sind ehrlich zum Publikum, weil wir ehrlich zu uns selbst sind, das ist sehr wichtig. Ich für meinen Teil mag Bands wie Giant, Journey, Foreigner, Dan Reed Network oder Manowar... und noch viele andere.

Würdet ihr sagen, daß ihr typisch amerikanischen Melodic Hardrock spielt, so wie es in Eurer Bandinfo geschrieben steht?

Boban: Nein, ich denke unser Stil bewegt sich zwischen amerikanischem Melodic Hardrock und Heavy Rock.
Rickey: Ich fühle mich bei der Einordnung in Genres und solchen Stempeln unwohl. Ich würde eher sagen, es gibt einen roten Faden in unserem Album, und wenn du davon ausgehst, dass amerikanischer Melodic Hardrock ein globaler Trend ist, der Heavy Rock ebenso beinhaltet wie AOR, dann bin ich damit einverstanden.

Meiner Meinung nach gibt es zu viele Melodic Hardrock-Bands, die entweder ausschließlich auf einen ordentlichen Groove setzen oder eben die Riffs vernachlässigen und Melodien mit Ohrwurmcharakter schreiben. Ihr versucht da eine Mischung zu finden, die beiden Seiten gerecht wird.

Boban: Absolut. Weißt Du, wenn man einen Song schreibt, dann musst man auf alles achten. Meiner Meinung nach ist man auf dem richtigen Weg, wenn man sich nach dem ersten Hören eines Liedes an dessen Melodie erinnern kann.
Rickey: Unsere Musik basiert hauptsächlich auf Gitarren und Gesang. Wenn wir komponieren, versuchen wir immer die richtige Balance aus eingängigen Refrains und guten Gitarrenriffs zu finden. So lange wir nicht die richtige Mischung gefunden haben suchen wir weiter.

Glaubt ihr, daß es durch die Reunions der großen Bands wie Whitesnake oder Europe zu einem Anstieg der Popularität des Melodischen Hardrocks kommen könnte, von dem auch ihr profitieren könnt?

Boban: Das hoffen wir natürlich, aber nur die Zeit wird diese Frage beantworten können!
Rickey: Es scheint eine gewisse Erneuerung des Stils zu geben, und das ist gut für die Musik im allgemeinen Sinn. Wir haben uns nicht für diesen Musikstil entschieden, weil er vielleicht wieder trendy werden könnte, aber uns ist natürlich bewusst, dass dieser Trend nur vorteilhaft für uns sein kann. Ich sehe darin auch eine Chance mit den Bands zu spielen, die in unseren Teenager-Zeiten Vorbilder für uns waren.
Xavier: Weißt Du, wir sind eine echte "Kick'Ass High Power Rock'n'Roll-Band". Ganz egal, was es gerade für Trends gibt, wir blasen sie einfach weg!

Wie seid ihr an den Plattenvertrag mit BRENNUS Records gekommen und wie schätzt Du Eure Zusammenarbeit ein? Kann BRENNUS Euch auch auf Dauer weiterbringen?

Boban: Zuerst einmal haben wir mehrere Kopien des Albums zu verschiedenen Labels geschickt. Zwei oder drei Monate später kontaktierte uns BRENNUS, und der Verantwortliche sagte uns, dass BRENNUS Interesse an uns hätte. Wir trafen uns, redeten über alles und entschieden uns, zusammenzuarbeiten.
Rickey: Was das Label betrifft arbeiten wir gut zusammen. Du musst immer daran denken, dass BRENNUS kein Major-Label ist, deswegen haben sie ziemlich begrenzte Budgets für Promotion usw... In gewisser Weise müsste man sein eigenes Label gründen, wenn man Profit machen wollte. Kleine Labels existieren, und das ist schon sehr hilfreich. Einen Plattenvertrag wie unseren zu unterschreiben ist weit weg von einem finanziellen Erfolg, das ist nur ein Anfang. Es einen "Vertrag" zu nennen, würde es auch nicht treffen. Ich denke, es ist eher eine Partnerschaft, und es liegt noch ein langer Weg vor uns.

Viele Eurer Labelkollegen verwenden Texte in ihrer Landessprache, was in Frankreich oder auch Spanien im Gegensatz zu Deutschland nichts außergewöhnliches zu sein scheint. Ihr habt Euch für Englisch entschieden, vermutlich, weil ihr Euch so größere Chancen erhofft, mehr Menschen mit Eurer Musik zu erreichen?

Boban: Nein, es stand nie zur Debatte bei Snake Eye französisch zu singen. Ich habe immer auf englisch gesungen, und ich fühle mich mit dieser Sprache wohl. Wenn ich mir vorstelle Snake Eye-Songs auf französisch zu singen, das würde es irgendwie nicht bringen.

Gibt es irgendwelche französischen Hardrock / Metal-Bands, die ihr unseren Lesern besonders empfehlen könnt?

Xavier: Adagio ist eine großartige Band. Diese Jungs sind echte Musiker. Und wenn ihr mal die Chance habt, GNÔ mit Christophe Godin an der Gitarre zu hören - das lohnt sich wirklich! Dieser Mann ist ein toller Gitarrist.

Was könnt ihr uns über die Rockszene in Frankreich oder speziell in und um Paris erzählen?

Rickey: Ja, wir kommen alle aus Paris. In Frankreich gibt es eine ganze Menge Orte, wo du spielen kannst, besonders in Paris, aber das hängt von dem Stil ab, den du spielst. Je mehr der Stil im aktuellen Trend liegt, umso öfter spielst du. Abgesehen davon wirst du als kleine Band selten bezahlt oder für Festivals oder große Bühnen gebucht. Wir sollten froh sein, einfach Shows zu spielen, aber manchmal ist das nicht einfach, wenn alle Ausgaben auf dein Konto gehen.

Zwei Themen, die sich bei Euch durch das Album ziehen, sind zum einen, Rockstar zu sein und Musik zu machen, um vor dem Alltag zu flüchten, zum anderen Liebeslieder. Gehören diese beiden Dinge für Euch dazu, wenn es darum geht, eine typische Hardrock-Band im alten Stile zu sein?

Rickey: Die Texte werden von Bob geschrieben und die Musik von der ganzen Band.
Boban: Das sind wirklich die Hauptthemen in unserer Art von Musik, da hast du recht, aber wenn ich schreibe, lasse ich meine Hand und meine Stimme von Emotionen leiten.

Sind diese Texte überhaupt ernst gemeint oder eher eine Parodie auf die altbekannten Klischees?

Boban: Nein, sie sind auf keinen Fall eine Parodie oder so was in der Art. Wie gesagt, wir spielen, was uns gefällt und was in unseren Ohren gut klingt, so fühlen wir uns wohl bei unserer Musik. Genauso verhält sich das mit den Texten.

Was hat es mit dem Kim Wilde-Cover von "Kids in America" auf sich?

Boban: Wir sind mit diesem Song aufgewachsen! Wir dachten, es wäre interessant, einen Song zu covern, der eigentlich zur Pop-Musik gehört und ihn ein wenig heavier zu spielen. Und das hat uns Spaß gemacht. Wir wollten aber auf jeden Fall recht nah beim Original bleiben. Bis jetzt wissen wir noch nicht, ob sich auf dem nächsten Album auch eine Coverversion befinden wird.
Rickey: Ich glaube nicht, dass wir eine drauf machen werden. Es war lustig, das mal zu machen, aber man muß das ja jetzt nicht auf jedem Album tun. Ich denke, wir haben genug eigenes Material für das nächste Album. Letztendlich steht das aber tatsächlich noch in den Sternen.

Was habt ihr für die Zukunft geplant, und wie seht ihr selbst die Chancen, auch über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit zu erlangen?

Rickey: Zur Zeit verleihen wir dem neuen Material für das zweite Album gerade den letzten Schliff und schauen nach einem Produktionsvertrag. Wir haben für die nächsten Monate ein paar Gigs geplant. Insgesamt versuchen wir Snake Eye so weit wie möglich zu bringen.
Xavier: Yeah, "finish what you started"!!
Boban: Wenn wir auch im Ausland bekannt werden wollen, ist eins kein Geheimnis: Wir müssen Konzerte spielen!! Aber das ist leichter gesagt als getan.

Was macht ihr sonst so, wenn ihr nicht gerade mit Snake Eye beschäftigt seid?

Boban: Ich spiele Akkordeon und singe Backing-Vocals in einer Zigeunerband. Ich arbeite auch als Postmann und ich klingle immer zweimal. Ha! Ha! Ha! Aber im Ernst, ich habe keine Zeit für andere Hobbys.
Rickey: Wenn ich nicht gerade für Snake Eye aktiv bin, stopfe ich alle möglichen toten Tiere aus, die ich auf den Straßen und in den Wäldern finde, wie z.B. Ratten, Bären... nein, war nur ein Scherz!! Musik ist meine Leidenschaft, Job und Hobby gleichzeitig. Oh, ach ja, manchmal gibt es da auch noch Sex...
Xavier: Ich für meinen Teil arbeite gelegentlich als Luxus-Kosmetikartikel-Händler. Ich arbeite in verschiedenen schönen Geschäften, wo ich eine Menge exquisiter Chicks treffe... Ich habe auch Spaß am Schwimmen und versuche jede Woche 20 Stunden zu spielen... Ich weiß, das klingt nach dem perfekten Mann, aber... ich bin nur ein frustrierter Jazz-Pianist!


Eure fünf Alltime-Faves?

Boban: Whitesnake - "1987", Van Halen - "1", Thin Lizzy - "Thunder and Lightning", Black Sabbath - "Heaven and Hell" und Queensryche - "Operation Mindcrime".
Rickey: Ich habe keine Top-Album-Liste, was ich am liebsten höre hängt immer von meiner Stimmung ab. Ich kann aber trotzdem welche nennen: Dream Theater - "Images and Words", Savatage - "Handfull of Rain", Ark - "Burn the Sun", alles von Manowar und Quennsryches "Operation Mindcrime".
Xavier: Ich denke da ist erstmal "Out of World" von Europe, "Cherry Pie" von Warrant, Van Halens "Diver Down", Metallicas "Justice for All" und "Romantic Warrior", aus dem Jahre 1974 von Return to Forever mit Aldi Meola, Stanley Clarke, Chick Corea und Lenny White: die All-Star-Band!! Als sechstes gäbe es noch Tony Mad Alpines "Maximum Security".

Die letzten Worte an die deutschen Fans?

Boban: Wir hoffen, wir sehen euch bald auf Tour. Ich liebe Deutschland!
Rickey: Ich hoffe, wir werden die Fans bald auf der Bühne treffen, und dass alle da sein werden!!
Xavier: Macht euch bereit für das zweite Album, das wird abgehen!! Ich bin ein Berliner!!!


Vorbereitung: Jonas & Dennis
Durchführung und Bearbeitung: Jonas



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