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Es ist schon erstaunlich, wie viele Reunions die Metalwelle uns gebracht hat, seit die harte Musik Mitte der Neunziger Jahre einen zweiten Anlauf genommen hat. Mit Ruffians ist eine weitere Kapelle quasi aus dem Nichts zurückgekehrt und man durfte skeptisch sein, ob die Band nach beinahe 15 Jahren noch das halten würde, was die einzige Ruffians-Mini-LP, die auf das Jahr 1985 datiert, auch heute noch verspricht. Der erste Europa-Auftritt der Band auf dem Bang your Head-Festival in Balingen gab uns die Gewissheit, daß jegliche Skepsis unbegründet ist. Insbesondere auch Sänger Rich Wilde, der die schwierige Aufgabe übernimmt, in die großen Fußstapfen des kleinen aber doch so fantastischen Sängers Carl Albert (R.I.P.) zu treten, überzeugte auf voller Linie. Ruffians fegten gnadenlos alles an die Wand, diese Härte, diese Melodik und diese unglaubliche Dynamik, einfach umwerfend, was die Band zu bieten hat. Nach diesem Wahnsinns-Auftritt konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, den Jungs persönlich zu ihrer Rückkehr zu gratulieren. Heraus kam dabei ein Aufeinandertreffen, bei dem das folgende Interview nur ein Teil eines großartigen Erlebnisses war, an das sich der Redakteur dieser Zeilen hier noch lange zurück erinnern wird.


Könnt ihr vielleicht zuerst einmal erzählen, wie ihr Euch in den 80ern zu einer Band zusammengefunden habt?

Craig: Also ich war ja früher noch für kurze Zeit bei Laaz Rockit gewesen, das war 1983. Die haben sich dann aber entschieden, einen anderen Gitarristen in die Band zu holen, so daß ich dann mit Chris und Luke Bowman, unserem Drummer, die Band gegründet habe. Das war noch im gleichen Jahr. Wir haben daraufhin Carl Albert als Sänger aufgenommen. Den haben wir über eine Zeitungsannonce kennengelernt. Vor ihm hatten wir für eine kurze Zeit noch einen anderen Sänger gehabt, der nannte sich Rob Marson. Das hat aber nicht geklappt und durch die Zeitungsannonce haben sich bald 100 Leute bei uns gemeldet, unter denen wir Carl auswählten. '84 haben wir dann angefangen mit ihm zu spielen und zu Beginn des darauffolgenden Jahres die EP aufgenommen, bevor er schließlich zu Vicious Rumors abgewandert ist...

Moment, moment, vorher hat er ja noch bei Villain gesungen. Aber dazu kommen wir später. Welche anderen Bands waren zu der damaligen Zeit bei Euch in der Gegend aktiv? Mit wem habt ihr so zusammen gespielt?

Rich: (unterbricht Craig, der gerade ansetzen will um etwas zu sagen) Diese Frage ist schon fast ein "Who is who" der Metalgeschichte. (lacht)
Craig: Wir hatten zu der Zeit eine Menge Freunde, mit denen wir unsere Gigs gespielt haben. Es war einfach ein riesiges Geschenk, Mitglied einer Band in der Bay Area zu sein. Einfach fantastisch. Diese Bands haben eigentlich alle mal miteinander gespielt. Da waren Gruppen wie Legacy dabei, die sich ja heute Testament nennen, Death Angel, Exodus, Heathen, Anvil Chorus...
Chris: Exodus?
Craig: Ja. Armored Saint, Alcatrazz, Savatage...
Chris: Wir haben mit Savatage gespielt?
Craig: Ja! Haha! Er kann sich nicht mehr daran erinnern!


Ruffians Mitte der 80er Jahre

Haben Savatage Euch auch mies behandelt? Nasty Ronnie hat uns da neulich die wildesten Geschichten erzählt...

Rich: Ääähm, wir haben sie nicht gut gekannt. Aber wir sind sehr durch "Hall of the Mountain King" beeinflußt worden. Craig und ich haben ja eine ganze Weile zusammen gelebt und "Hall of the Mountain King" war eine Scheibe, die wir uns jeden Tag reingezogen haben. Ich fand das Album immer faszinierend und wollte genauso singen wie der Kerl da drauf! Das war eine großartige Zeit!

Wir haben eingangs schon kurz von Carl Albert gesprochen. Was war er für ein Mensch?

Chris: Carl war ein großes Kind! Als Carl in die Band kam, habe ich für eine lange Zeit mit ihm zusammen in Berkeley gewohnt. Er war ein bemerkenswerter Mensch. Carl hat niemals schlechte Arbeit abgeliefert. Wenn man ihm gesagt hat, daß dies oder jenes gemacht werden mußte, dann hat Carl sich dran gemacht und härter als alle anderen dafür gearbeitet, um dieses Ziel zu erreichen. Er war der freundlichste und am härtesten arbeitende Kerl im ganzen Umkreis. Aber dann haben wir auch fünf Tage am Stück gesoffen und Party gemacht. Was ich meine ist, daß er bei allem, was er gemacht hat, bis ins extreme gegangen ist. Wenn Arbeit anstand hat Carl gearbeitet, härter als alle anderen, und wenn Party-Zeit war, konnte man ihn auch davon nicht abbringen. Das ging immer fünf, sechs Tage am Stück, und selbst wenn man ihm gesagt hat, daß er mal etwas Schlaf bräuchte, hat er gemeint: Okay, ihr könnt schlafen, ich werde weiter Party machen! Und wenn wir dann am nächsten Tag eine Show hatten war er wieder da!
Rich: Viele Leute haben über die Beziehung zwischen Carl und mir geredet. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es für Carl gewesen ist, erst in Ruffians gewesen zu sein und anschließend in Vicious Rumors, denn wir haben viele Shows mit Vicious Rumors gespielt. Er war dann Backstage und hat gehört, wie ich seine Songs gesungen habe. Das muß ein sehr komisches Gefühl für Carl gewesen sein. Carl und ich waren aber gut befreundet. Wir hatten eine sehr freundliche Beziehung, aber darüber hinaus auch so etwas wie freundschafliche Rivalität. Wir waren gute Freunde und er hat der Musik viel geschenkt. Er wird uns auch immer in guter Erinnerung bleiben, ohne ihn hätten Ruffians diesen Status wohl nie erreicht. Es ist selbst heute noch schwierig, in seine Fußstapfen zu treten, aber andererseits ist es auch eine Ehre für mich, diese Songs, die eigentlich seine waren, zu singen.

Meiner Ansicht nach hast Du Dich toll geschlagen. Ich denke, Carl wäre stolz darauf, wenn er Euch und insbesondere Dich heute hier gesehen hätte.

Rich: Danke!
Chris: Wir glauben ja, daß er uns aus dem Himmel zusieht.
Rich: Genau!
Chris: He was a Party-Animal! (alle lachen)


Carl Albert

Wenn ihr Euch zurückerinnert an die Zeit mit Carl, welcher Moment kommt Euch als erstes in den Sinn?

Rich: Das, woran ich mich als erstes erinnere, wenn ich an Carl denke ist, wie er für eine kurze Zeit in einem Nachtclub in Oakland gearbeitet hat. Der hieß "The Army" und gehörte einem Kerl der bei einer anderen Band spielte, ein wirklich großes Ding. Wir haben öfters mit denen zusammen gespielt und Carl, ich und mein Bruder, Ken Elkinton, der die erste Defiance-Scheibe eingesungen hat, haben dort ein Foto von uns machen lassen. Das war großartig, Carl und ich haben uns zu der Zeit blendend verstanden.
Chris: Die Zeit an die ich mich am meisten erinnere ist als wir am Russian River in Kalifornien waren. Wir haben dort Urlaub gemacht und ich erinnere mich noch genau, wie Carl auf einem Floß gewesen ist und auf der anderen Seite des Flusses ein paar schöne Mädels waren. Immer als sie gerade nicht hingeschaut haben, hat Carl wie wild gepaddelt, um ihnen irgendwie hinterherzukommen. (hat bei diesen Worten ein schelmisches Grinsen aufsitzen)

Weshalb ist Carl damals von Ruffians zu Villain gegangen? Waren die erfolgreicher als ihr?

Craig: Carl hat ja mit uns in der Bay Area gelebt zu der Zeit als er bei uns gesungen hat. Das Leben dort wurde aber immer schwieriger, weshalb er sich entschied, in seine Heimatstadt Sonora zurückzuziehen. Die Jungs von Villain kannte er noch aus seiner Kindheit und sie waren sehr gute Freunde gewesen. Wir hatten alle eine sehr gute Zeit, aber er hat sich entschieden, zurückzuziehen und Villain zu gehen.
Rich: Das war eine Entscheidung, die Carl für sich selbst getroffen hat. Das hatte keine Gründe, die irgendwo bei Ruffians zu suchen waren.

Wieso haben es eigentlich nicht mehr als 6 Stücke auf die LP damals geschafft? Auf der "'85 & live" sind ja noch andere Songs in einer Live-Version drauf, wieso ist davon nichts auf der LP gelandet?

Craig: Weißt Du, zu jener Zeit war Metal kein Mainstream wie es heute ist, das war ein Underground-Phänomen. Du mußtest damals erstmal selbst eine Platte rausbringen, um überhaupt die Chance zu haben, ein Label zu finden. Das war richtig hart, was die Musik anbelangt die wir spielen. Aber wir waren da auch nicht die einzigen, Savatage oder zum Beispiel auch Queensryche haben ihre Sachen erstmal selbst rausgebracht, und zwar die meisten keine Platten sondern EPs. Das war dann vor allem auch eine finanzielle Frage. Wenn man seine Platten selbst raus bringen mußte, da konnte man dann eben nur eine begrenzte Anzahl von Stücken aufnehmen. Wir haben deshalb nur sechs Songs auf die Platte gepackt, auch wenn wir gerne zwölf drauf gehabt hätten. Aber wir haben das alles selbst finanziert. Und ob Du's glaubst oder nicht, das komplette Album wurde damals in 14 Stunden aufgenommen.

Gibt es denn jetzt noch unveröffentlichte Ruffians-Songs aus jenen Tagen?

Craig: Ja, da gibt's noch einiges an Material, das es bislang noch nicht auf eine Platte geschafft hat. "Running Blind" zum Beispiel, das haben wir ja vorhin gespielt. Das Stück werden wir auf jeden Fall noch aufnehmen und den ein oder anderen weiteren Song, der von damals noch übrig ist.

Welche Gründe seht ihr rückblickend dafür, daß ihr den Sprung aus dem Underground damals nicht geschafft habt?

Chris: Der Bay Area Metal änderte sich Ende der 80er Jahre oder eigentlich schon Mitte der 80er Jahre. Die Leute wollten auf einmal nur noch Thrash hören, aber wir wollten auf jeden Fall ehrlich mit uns selbst sein und nur das spielen, was uns am Herzen lag. Das mag ein bißchen naiv gewesen sein, aber ich denke, es war richtig. Wir haben uns allerdings dann auch in der ganzen Szene nicht mehr so richtig wohl gefühlt.
Rich: Ich glaube, das ist der Punkt. Ich habe Dir ja schon von meinem Bruder erzählt, der ist von Seattle nach San Francisco gezogen, und es hat nichtmal 90 Tage gedauert, bis er einen Plattenvertrag mit Defiance in der Tasche hatte und dann das Album eingesungen hat. Zu der Zeit war ich schon zwei oder drei Jahre bei Ruffians. Also nicht nur die Veränderung der Szene war ausschlaggebend dafür, daß wir nicht größer geworden sind, sondern auch wieder der finanzielle Aspekt. Wenn Du Deine eigene Platte rausbringen mußtest und keinerlei Unterstützung von einem Major Label hattest, die Dir Geld dafür gaben, daß Du in Europa spielen konntest wo der Markt gewesen ist, dann konntest Du einfach nichts reißen. Wir waren zur damaligen Zeit oft mit Interviews und Fotos in den Magazinen vertreten, haben jede Menge Fanpost bekommen. Wir wußten, wo unsere Fans sind, nur konnten wir nicht hier herüber kommen. Hätte man uns damals das Geld gegeben, um hier spielen zu können, dann wäre sicherlich alles etwas besser gelaufen, aber heute sind wir ja hier und jetzt läuft es doch ganz gut.

Waren das auch die Gründe dafür, daß Ruffians sich am Ende aufgelöst haben?

Chris: Wir haben früher eine Menge Gigs gespielt, mit allen möglichen Bands in der Bay Area. Aber als sich die Szene verändert hat, wurde es schwieriger, Auftritte zu bekommen, und vor allem auch die Fans zusammenzuhalten. Wir waren zu dem Zeitpunkt sieben oder acht Jahre zusammen gewesen. Das ist einfach eine lange Zeit wenn Du ständig versuchen mußt, in musikalischer Hinsicht auf einem Level zu bleiben. Wir sind einfach an unsere Grenzen gestoßen und haben uns dann auch gefragt, ob wir das wirklich noch weiter machen wollten...
Rich: Eine Sache, die ich gerne anmerken würde, für die ich sehr dankbar bin, ist, daß wir in Freundschaft auseinander gegangen sind. Oft endet sowas doch damit, daß einer dem anderen eine reinhaut oder jemand die Frau vom anderen vögelt.
Chris: (bricht in schallendes Gelächter aus)
Rich: Ja, oder daß es finanzielle Probleme gibt oder daß die Leute etwas sagen, was sie nicht mehr zurücknehmen können, weißt Du? Für die meisten ist es schwer, ständig im gleichen Raum aufeinander zu hängen, aber zwischen uns gab es nie irgendwelche Probleme. Wir waren von Anfang an sehr gute Freunde und sind es immer noch. Als wir uns damals zusammengefunden haben hat keiner neugierig zum anderen geschaut, wir haben uns umarmt.
Chris: In der Tat, wir sind nicht nur gute Freunde, sondern riesige Freunde. Auch in der Zeit nach Ruffians haben wir immer miteinander geredet und waren zusammen einen trinken. Na ja, das meiste hat Craig getrunken. (lacht)


Craig und Carl Mitte der 80er Jahre

Nachdem Carl die Band verlassen hatte wart ihr eine Zeit lang auf Sängersuche bevor Rich Wilde in die Band kam. Es halten sich bis heute hartnäckig die Gerüchte, daß ihr damals beinahe eine Frau in die Band geholt hättet. Ist da was dran?

Craig: Ohh, ich denke, das ist ein Gerücht. Wir wollten eigentlich immer einen männlichen Sänger haben.
Rich: Carls Stimme war so hoch, weißt Du, die Jungs mußten jemanden finden, der so singen konnte, und da war eine weibliche Stimme doch gar keine schlechte Idee!
Chris: Ich sehe es eher als... sagen wir... Experiment an. (alle lachen)

Was habt ihr denn gemacht, nachdem Ruffians Geschichte waren?

Rich: Ich war in einer Band namens "The Crunch", wir haben melodische Musik gemacht und sind auch ein wenig in der Bay Area herumgekommen und haben gespielt. Craig hat auch eine Menge Aufnahmen gemacht, da war zum Beispiel eine Rose Tattoo-Coverband. Chris hat bei Black Mariah gespielt...
Chris: Black Mariah, Gypsie Rose und Icecream Truck.
Rich: (lacht)

Aha!?

Chris: Icecream Truck! Ja, das solltest Du Dir mal anhören. Aber wahrscheinlich habt ihr die hier gar nicht.

Hehe, ich werde mal Ausschau danach halten!

Chris: HAHAHA, genau!

Ihr habt die Mini-LP damals selbst finanziert und dafür Euer eigenes Label gegründet. Habt ihr eigentlich anschließend noch weitere Platten über das Label veröffentlicht?

Craig: Nein, Victory Records nannte sich das Label, das meine Schwester gegründet hat als sie die Band in den 80ern managte. Im Prinzip gab's das nur, weil wir die Ruffians-Platte rausbringen wollten, mehr steckt da nicht dahinter.

Was hat den Ausschlag für die Reunion gegeben?

Rich: Jürgen Tschamler! Das Heavy oder Was?!-Magazin. Jürgen hat Craig ein paar mal angerufen und einige Interviews für das Magazin gemacht. Er hat Horst vorgeschlagen, daß wir diese Show hier spielen. Das ging dann alles sehr schnell, wir haben ein paar kurze Telefongespräche geführt und jeder von uns war bereit.
Craig: Jürgen hat auch den Kontakt zu Jürgen Hegewald von Hellion Records hergestellt, die die EP ja wiederveröffentlicht haben. Er war auf jeden Fall sehr engagiert darin, Ruffians wieder zusammenzukommen.
Rich: Ja, von hier aus ein Dankeschön an ihn!

Dann laßt uns mal über Euren Auftritt sprechen. Das hier war soweit ich weiß Euer erstes Konzert in Europa. Welchen Eindruck habt ihr von Deutschland und speziell dem Bang your Head-Festival?

(herzhaftes, fröhliches Lachen)
Chris: Das ist einfach das beste hier. In Europa und ganz besonders in Deutschland ist der Metal nicht gestorben. Jeder hier hat ein Metaller-Herz, bleibt der Musik treu und genießt das alles einfach. Es ist großartig, wir würden jede Minute zurückkommen, um hier zu spielen, und ich hoffe, daß wir das vielleicht nächstes Jahr machen können. Wir haben in Kalifornien schon einige große Gigs mit großen Bands gespielt, aber bei keiner von diesen Shows haben wir so viel von den Fans zurückbekommen wie hier. Das ist das beste!

Soweit ich weiß werden Vicious Rumors Ende des Jahres hier touren. Wäre das nicht ein gigantisches Package, wenn ihr da mitfahren könntet?

Rich: Na klar, wir würden jede Gelegenheit nutzen. Soll ich ganz ehrlich zu Dir sein? Wir würden für 5 Ruffians-Fans jederzeit und überall spielen. Und ich würde sofort für jeden der mich fragt ein Lied singen, sofort!
Chris: Strangers in the Night, los! (lacht)
Rich: Straaangeeers in the niiiight! Haha! Natürlich wäre es etwas ganz besonderes, mit einer Band aus der Bay Area zu spielen. Death Angel, Vicious Rumors, Testament, ach, eigentlich ist das egal.
Chris: Das Festival hier ist auf jeden Fall eine tolle Gelegenheit für uns. Das ist nichts anderes als das, was wir immer wollten.
Rich: Wir finden es klasse hier, die Leute sind so nett und wir lieben die Fans!


Seid ihr in Deutschland schon ein wenig rumgekommen?

Rich: Wir wohnen in Stromberg, das ist nicht allzu weit weg von hier. Da gibt es einen hübschen See und eine schöne Kirche. Wir werden uns die Tage noch die Burg dort anschauen...
Chris: Es ist wirklich eine der schönsten Gegenden der Welt!
Rich: Absolut! Einfach fantastisch.

Bereit für ein paar Stichwörter?

San Francisco

Rich: San Francisco ist eine faszinierende Stadt. Wenn man da so lange lebt wie wir, dann realisiert man das gar nicht mehr, wo man eigentlich ist. Weißt Du, es ist ein weltbekannter Ort, die Leute strömen nach San Francisco um es zu sehen. Und wenn man da jeden Tag lebt... ich hatte zehn Jahre lang in San Francisco gelebt ohne jemals in Alcatraz gewesen zu sein. Ich habe die Golden Gate Bridge bei ihrem sechzigsten Geburtstag überquert und war dann auf CNN mit einem Interview, ich glaube, das war der einzige Moment, wo ich wirklich realisiert habe, an welch einem besonderen Ort ich lebe. Und natürlich ist auch die Musikgeschichte der Stadt einfach faszinierend.

Alcatrazz

Craig: Mit denen haben wir gespielt.
Chris: Die wollten meine Amps kaufen!
Craig: Mit Alcatrazz haben wir unseren ersten Gig mit Carl gespielt. Das war noch sehr früh, einer unserer ersten Auftritte.

Thin Lizzy

Chris: (lacht)
Rich: Ich habe eine lange Zeit mit Craig zusammen gelebt und es gab keinen Tag, wo ich mir nicht Thin Lizzy anhören durfte.
Craig: Vor vielen Jahren habe ich Phil Lynott getroffen und er war immer jemand gewesen, zu dem ich aufgeschaut habe. Er hat mir immer ein Gefühl von Freude gegeben, ein gutes Gefühl. Weißt Du, jemanden zu treffen, den Du wirklich bewunderst, das macht Dich glücklich. Und ich bin schon seit 1977 ein Fan von Thin Lizzy...

Ich denke, daß die Band Euch vielleicht auch ein wenig beeinflußt hat.

Craig: Ja, auf jeden Fall. Ich habe wie gesagt viel Thin Lizzy gehört und wir haben sogar mal "The Boys are back in Town" gecovert.

Riot

Craig: Wer?
Rich: Riot! Aus New York! Die liebe ich. Guy Speranza war ein klasse Sänger!
Chris: Ist der nicht gestorben?
Rich: Ja. Interessanterweise ist mir mal im Studio aufgefallen, als ich meiner eigenen Stimme zugehört habe, daß sich der Gesang ähnlich angehört hat wie der von Guy Speranza. Ich habe Riot gehört, bevor ich Iron Maiden kannte und das hat mich sehr inspiriert.

Und sie waren vielleicht die erste Band, die das gespielt hat, was heute viele Power Metal nennen...

Rich: Definitiv!
Chris: Fire down under! Yeah!
Rich: Swords and Tequila!
Chris: Wie sieht's denn mit den Scorpions aus?

Ähm...

Chris: Die Scorpions sind meine Lieblingsband! Ulrich Roth ist einfach phänomenal. Weißt Du, ich war nie ein großer Hendrix-Fan, er war ein Innovator und hat die Szene für immer verändert. Aber Ulrich Roth war einfach unglaublich. Mein Sohn, der ist sieben, der will auch schon die ganze Zeit Scorpions hören. Klaus Meine ist ist super, ich liebe seine Stimme. Die Songs die sie geschrieben haben, einfach klasse! Ich habe mir "Virgin Killer" gekauft, als sie 1976 raus kam und wie Du siehst kann ich bis heute nicht aufhören von den Scorpions zu schwärmen.
Rich: Als ich "Virgin Killer" das erste mal gehört habe war ich vielleicht 12 oder 13. Mein Bruder hatte die Scheibe in seinem Zimmer, und als er nicht da war habe ich mich dann da reingeschlichen und die Platte gehört. Die Songs haben mich einfach weggeblasen. Klaus Meine ist einer meiner Helden! Ich hatte mal die Möglichkeit ihn zu treffen, das war natürlich toll.

Wasteland

Craig: Sorry, daß wir "Wasteland" vorhin nicht gespielt haben.
Chris: Die Lyrics habe ich geschrieben, nachdem ich "Mad Max" gesehen hatte. Sie kamen mir dabei in den Sinn und ich habe mir gedacht, daß das passen würde. Ich bin ein großer Fan von Autos und Motorrädern. (fängt an, deutsch zu reden:) Ich habe einen Porsche!

Was ist mit "You're all I need"?

Rich: Als ich Ruffians beigetreten bin war "You're all I need" im Live-Set und ich habe es mit ganzem Herzen gesungen. Carl hat es geschrieben, und mir bedeutet es viel.

Welche Person würdet ihr gerne mal treffen, wenn ihr die Möglichkeit hättet?

Rich: Rob Halford! Er war auch ein großer Einfluß auf mich. Neben den Scorpions habe ich auch immer viel Judas Priest gehört als ich klein war. "Unleashed in the East" habe ich mir mindestens drei mal am Tag angehört. All die Jahre, ich glaube die meiste Zeit meines Lebens habe ich damit zugebracht, diese Platte zu hören. Ich kenne alle Lyrics von allen Alben, Halford ist ein Genie. Aber auch die restliche Band. Glenn Tipton habe ich 1988 mal getroffen und in meinen Augen war er zu jener Zeit einer der besten Gitarristen der gesamten Szene. Sie sind ja dann von den langsamen, britischen Leads zu den härteren Metalsolos übergegangen und das hat mir einfach den Kopf weggeblasen.


Was können wir künftig noch von Ruffians erwarten?

Craig: Wir nehmen Ruffians auf jeden Fall wieder ernst. Wir haben vor, eine DVD mit einigen Live-Sachen rauszubringen und anschließend ein neues Album. Geplant ist hierfür in zeitlicher Hinsicht Anfang nächsten Jahres.
Rich: Das Interesse hier in Deutschland hat uns klar gemacht, wie wichtig unsere erste Platte doch gewesen ist. Das haben wir früher nicht realisiert. Wie schon gesagt haben wir eine Menge Songs die noch nicht aufgenommen worden sind, und ich denke es ist großartig, wenn wir bald die Gelegenheit haben, das nachzuholen.

Habt Ihr noch ein paar letzte Worte an die deutschen Fans?

Chris: Danke!
Rich: Ja, danke! Die Fans hier sind die besten. Die Shows waren fantastisch, all die Fans die unsere Songs gesungen und die Faust in die Höhe gereckt haben.
Chris: Die besten Fans der Welt!
Rich: Wir haben die Zeit hier wirklich genossen, wir lieben die Leute und das Land und wir werden versuchen, so bald wie möglich wiederzukommen. Danke!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



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