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Es gibt nur 2 Arten von Musik! Heavy und Metal. Beides zusammen zelebrieren Sacred Steel auf CD und bei Konzerten mit der größtmöglichen Leidenschaft. Die einen mögen es, die anderen nicht. Gut so! Mit ihrer "Leckt uns alle" Einstellung sind Sacred Steel mittlerweile ziemlich allein stehend in einer von Mainstream und kommerzieller Anbiederung geprägten schwermetallischen Landschaft, aber solange es Bands dieses Kalibers gibt, ist mir um den Fortbestand des einzig wahren Stahls nicht bange. Das reicht als Einleitung. Den Rest des verbleibenden Sendeplatzes belegt ein wie immer gut aufgelegter und redefreudiger Gerrit Mutz.


Nach unserem letzten Interview im Januar 2002 erschien im Frühsommer des gleichen Jahres im Rock Hard eine nette Unterhaltung zwischen dir und ??? von Sub Seven. Ringrichter war Götz Kühnemund. Auch wenn das mittlerweile Schnee von gestern ist, würde mich trotzdem nachträglich interessieren, wie es zu dieser Sache kam.

GM: Da muss ich etwas weiter ausholen. Der Götz, den ich im Prinzip sehr gerne mag, zählt zu meinen langjährigen Bekannten. Eines Tages rief er mich an und unterbreitete mir die Idee, dass zwischen mir und Alexander Krull ein Gespräch stattfinden sollte. Das wäre eine sehr lustige Konfrontation geworden, da ich den Alexander schon seit 15 Jahren kenne, eher vom sehen und über den Weg laufen. Sonderlich grün waren wir uns nie. Den Werdegang von Atrocity mochte ich noch nie, außer dass ein guter Freund von mir bis zur dritten Platte dort Gitarre gespielt hatte. Na ja, und ein anderer Freund hat auch bis zur dritten Veröffentlichung dort Bass gespielt. Mir geht die ganze Historie der Band gegen den Strich. Jeder soll machen was er will, aber ich musste immer ein wenig kichern wenn ich so die Statements und alles weitere so mitbekommen habe. Dem Alexander wird es umgekehrt wohl genauso gegangen sein. Bei diesem Gespräch hätten wir uns richtig fetzen können. Also habe ich meine Freundin eingepackt und bin nach Dortmund gefahren. Nach meiner Zusage rief Götz mich dann an und sagte mir, dass er mit Atrocity momentan nichts einplant, keine Ahnung was da vorgegangen ist, als Ersatz gab es dann den Typ von Sub Seven. Die Band als solches war mir kein Begriff, ich wusste lediglich nur, dass da ehemalige Leute von Rage dabei sind. Na gut, es sollte anscheinend doch noch ganz lustig werden und immerhin hätte ich noch ein wenig auf Rage rumhacken können. Der ???? war an sich eine ganz nette Schnullerbacke, so was von unbeleckt, quasi ohne Angriffsfläche. Der sagte mir gleich, dass er mit Metal nicht groß was am Hut hat, da bestände auch kein Background und warum soll ich mich mit so jemandem streiten? Nach 1-2 Sätzen war klar, dass wir uns nicht streiten müssen, da eine komplett unterschiedliche Lebensart besteht und ganz andere Auffassungen. 90 Minuten haben wir zusammen mit dem Götz versucht, uns zu fetzen, wo könnten mögliche Reibungspunkte sein. Hin und wieder wurde dann miteinander diskutiert, aber ein richtiger Streit wurde das nie oder irgendwas sinnvolles. Deswegen hat es mich gewundert, dass so viele Leute darauf reagiert haben. Beim BYH 2002 kamen Leute auf mich zu, die ich gar nicht kannte, die haben mir auf die Schulter geklopft, ein Bier ausgegeben und gemeint, dass ich vollkommen recht hätte. Meine Güte, das war doch wirklich einfach, da wurde ich nicht gefordert. Bei Atrocity wäre das ganze ganz anders ausgegangen. Ob ich da die besseren Karten gehabt hätte? Keine Ahnung.

Dann mal Gratulation zur fünften CD! Sacred Steel polarisieren seit "Reborn in Steel". Obwohl das so korrekt nicht ist. Es gibt nur Ablehnung oder Begeisterung.

GM: Das ist auch richtig so! Ich erinnere mich nicht an eine einzige Band, die ich geil finde, die nicht polarisiert. Insofern bin ich mit so was aufgewachsen und immer der Meinung gewesen, wenn etwas mit absoluter Hingabe gemacht wird und mit dem Kopf durch die Wand, dann muss zwangsläufig angeeckt werden. Natürlich bringt das Leute gegen einen auf, da es von vielen nicht gerne gesehen wird, wenn der eigene Kopf durchgesetzt und auf das gesch... wird, was von einem erwartet wird. Richtig schön ist es für viele, wenn du ihnen nach dem Mund schwätzt, dich dafür entschuldigst, dass du da bist und dem anderen den Vortritt lässt. So ein schwuchteliges Getue kam mir nie in die Tüte. Als wir die Band an den Start brachten, hatten wir gleich viel Glück, z.B. der Vertrag mit Metal Blade. Das war gar nicht geplant. Wir hatten uns rein aus dem Bauch heraus gegründet und wollten das ganze ursprünglich als Cover Band sehen. Da wurde eine Liste, 2 Seiten voll mit diversen Titeln, zusammengestellt, von Flotsam/Jetsam, Saxon bis weiß ich nicht alles was für Sachen. Obskures Zeug von Fates Warning (Kyrie Eleison), solche Sachen halt. Wie gesagt, eine Coverband war geplant, einfach um den U.S. Metal, der unser gemeinsamer Nenner war, nicht sterben zu lassen. Bei einem der Auftritte in einem Jugendhaus war zufällig der Chef von Metal Blade Deutschland anwesend und sein Angebot war folgendes: Wenn wir unseren Vertrag unter dem Namen Tragedy Divine bei der alten Firma nicht verlängern würden, dann nimmt er uns unter Vertrag. So wurde aus dem Gag eine Band, die schnurstracks eine Platte draußen hatte. Rückblickend ist die erste CD auch noch als Demo zu bewerten. Rein ins Studio, ein paar Bier getrunken, alles eingespielt. Jetzt habe ich die Frage vergessen. Ach ja, wir waren beim polarisieren. So hat es angefangen und so haben wir immer unseren Kopf durchgesetzt, egal bei was. Bei "Wargods of Metal" wollten wir Bill Metoyer als Produzenten, haben wir bekommen. "Bloodlust" sollte ein Konzept werden, also habe ich eins gemacht. Wir wollten Vinyl haben, obwohl Metal Blade für Power Metal keine mehr macht, wir haben es bekommen. Dann hieß es, dass die Tour, die wir auf biegen und brechen mit Primal Fear und Children of Bodom haben wollten, nicht finanziert wird, da wurde dann das Label gewechselt. Auch wenn ich weiterhin bei Metal Blade arbeite und dort sehr zufrieden bin, ich wollte halt diese Tour machen. Massacre haben so viel Vorschuss bezahlt, dass wir das mit unserem eigenen Geld noch machen konnten. Danach wollten wir kein reinrassiges Power Metal Album mehr, weil wir sonst evtl. 10x die gleiche Platte gemacht hätten. Besser als "Wargods" geht es nicht, das hat "Bloodlust" ganz klar aufgezeigt. Also mussten wir auch andere Einflüsse zulassen, die aber auch Metal sind. So entstand "Slaughter Prophecy", egal was die Leute davon halten. Das haben wir mit der neuen CD weiter ausgebaut. Viele mögen es nicht, wenn es aggressiver, fieser und gemeiner wird. Plüschweich, jedem nach dem Mund reden und bei jedem Journalisten entschuldigen, das tun wir halt nicht. Dann gibt es die Fraktion der ewig gestrigen, zu der ich mich selber zähle, die es nicht leiden kann, wenn eine Band erst 1996 aus dem nichts startet und dann einige tausend CDs verkauft, obwohl andere Bands, die viel länger dabei sind, rückläufige Verkaufszahlen haben. Wie gesagt, es ist egal.


Bands, die so viel Rückgrat haben, wie Sacred Steel, die können heuer gezählt werden.

GM: Desaster machen es schon viel länger, immer den gleichen Stiefel, beißen sich irgendwie durch und das finde ich bewundernswert. Es gibt noch genügend Bands, im Underground selbstredend. The Lord Weird Slough Feg, die weitaus weniger Resonanz haben als wir, haben drei klasse CDs veröffentlicht. Die gehen immer wieder auf Tour, machen neue CDs und so was bewundere ich. Für mich bewundernswerte Bands befinden sich momentan wieder im Underground, ganz weit unten.

2002 erschien "Slaughter Prophecy", wer die nicht hat, dem kann ich auch nicht helfen. Mit dieser CD habt ihr für euch die Messlatte so hoch angelegt, dass Iron Blessings zwangsläufig den Sprung darüber nicht schaffen konnte.

GM. Das ist eine Einschätzungsfrage. Momentan ist es so, dass ich da noch nicht viel zu sagen kann. Ich habe daran solange rumgeschraubt, so stark habe ich mich noch nie in ein Album reingekniet. Sicherlich habe ich mir auch zu viele Gedanken gemacht, für den oder einen anderen Song hatten wir mindestens 50 verschiedene Texte, bis ich am Ende alle umgeschmissen und wieder ganz was neues gemacht habe. Wie gesagt, wir haben unsere Grenzen soweit ausgedehnt wie möglich, und außerem redet mir in der Band keiner rein wie ich singen muss, weil ich für mich selber ausmachen muss, wie ich den Titel interpretiere. Im Endeffekt gab es so viele Versionen, dass ich schon fast durchgedreht bin. Zum Schluss habe ich mich zusammengerissen und es gab doch noch ein glückliches Ende, weil ich den ganzen Ballast abgeworfen und mich auf die wesentlichen Sachen konzentriert habe. Für mich selber die CD zu bewerten geht gar nicht. Ich kann jede Meinung verstehen, hätte allerdings nicht damit gerechnet, dass "Iron Blessings" so gut ankommt. Beim Rock Hard gibt es 9 Punkte,wir sind im Sound Check zweiter oder so, im Hammer gibt es 6 von 7, also die Reaktionen sind genauso gut wie bei der letzten CD. Ich hatte eher damit gerechnet, dass die CD irgendwo unter ferner liefen abschneidet. Was auch damit zusammenhängt, weil ich meine, dass die Titel etwas sperriger sind und mir die Thrash Knaller wie "Face of the Anti Christ" oder "Rise of Sacrifice" fehlen. Ich kann niemanden in der Band zwingen, so etwas zu schreiben oder zu singen. Ich muss mit dem Material leben, das mir angekarrt wird und ich habe mir alle Mühe gegeben, aus dem Material das beste herauszuholen. Wie das geklappt hat muss jeder für sich entscheiden.

"Slaughter Prophecy" ist sicherlich nicht nur für mich ein Klassiker. So was kann wiederholt werden oder auch nicht. Wie richtig ist meine Vermutung, dass ihr aus dem Erreichten der letzten CD das beste gemacht habt für die neue, ohne euch zu reproduzieren?

GM: Sehr Richtig! Deswegen haben wir uns auch hingesetzt und überlegt, was Slaughter Prophecy ausgemacht hat. Das war die neue Vielfalt, die wir einfach hatten. Was hat uns gestört? Das einzige was uns einfiel, war die teilweise Uneinheitlichkeit. Der erste Titel war schon fast Death Metal, während der zweite nahezu der melodischste war, abgesehen von "Lay me to my grave". Diese fehlende Balance hat uns nicht so ganz gefallen, die fehlte einfach. Für dich mag das der besondere Reiz der CD gewesen sein. Auf "Iron Blessings" sollte alles homogener und nicht so aufeinander folgend sein.

Die neue CD hat mir am Anfang nicht gefallen, während der Vorläufer ungefähr 500 mal durch meine Ohren gerauscht ist. Es hört sich jetzt blöd an, aber meine Lösung des Dilemmas war der, dass ich "Iron Blessings" als kompakten Überblick über das bisherige schaffen von Sacred Steel ansehe.

GM: Das ist schon richtig. Ich kann das durchaus nachvollziehen und es stimmt auch. Deswegen hat alles auch so lange gedauert. Alleine am Gesang habe ich ein halbes Jahr rumgeschraubt, weil ich mir permanent die Fragen gestellt habe: Ist das die Art von Text, die richtige Gesangslinie, will ich tief singen oder nicht doch lieber hoch? Das war ein absoluter Kampf und so eine Platte möchte ich nie wieder aufnehmen. Das war zu viel Stress!


Den Druck den du dir gemacht hast überträgt sich auf deine Mitmusiker und trotzdem hört sich das ganze so locker an?

GM: Ich bin auch richtig froh darüber, dass es im Studio alles so gut geklappt hat, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass wir wieder mit Achim Köhler zusammen gearbeitet haben. Wir sind uns nicht gegenseitig auf den Senkel getreten, jeder war nur dann im Studio, wenn es nötig war. Ich war als erster da, weil ich zusammen mit Jörg beim Mischen geholfen habe. Dadurch war der Stress, wie es denn nun wird, nicht so groß. Ich habe mich um meinen Gesang und nebenbei noch um die Texte gekümmert. Dadurch konnte kein großer Druck entstehen, ich konnte lediglich nicht einordnen, wie das Endergebnis wird. Ich habe jetzt eine Bemusterungs-CD in der Hand und somit einen Eindruck, wie es jemand zu Hause hört. Genauso wie du erarbeite ich mir die CD. Den ganzen Müll, den ich über 2 Jahre in meinem Kopf angesammelt habe, das muss erstmal wegsortiert werden, dann erst kann ich das Album hören, wie es ist.

Also lief das ganze zweigeteilt. Da waren einmal die Musiker, die haben unabhängig von dir gearbeitet haben und du wiederum unabhängig von den Kollegen? In der Mitte habt ihr euch dann getroffen?

GM: So kann es gesagt werden. Ich bin immer wieder mal mit einem Vorschlag gekommen und die Kollegen sind dann bei den Songtiteln jedesmal durchgedreht, weil ich öfter mal gesagt habe, der Titel heißt jetzt so und so. Frag mich nicht, wie die alle geheißen haben, das bekomme ich selber nicht mehr zusammen. Das wurde so oft geändert, wie auch die Gesangslinien, die Kollegen dürften immer noch ziemlich verwirrt sein. Leider geht es nicht mehr anders, da wir uns durch räumlichen Distanzen nur noch beim Proben sehen und wenn da versucht wird etwas zu erarbeiten oder über dies und das zu quatschen, das geht einfach nicht. Da wird dann auch mal etwas Heimarbeit gemacht und im stillen Kämmerlein daran geprobt. Mal fallen Proben aus oder sonst was, beim nächsten Treffen müssen dann Ideen umgeschmissen werden. Alles in allem ist diese Geschichte ist nicht so leicht von der Hand gegangen wie noch bei der letzten CD. Die hat sich praktisch von alleine geschrieben. Bis auf "Open wide the gate" ist mir bei "Iron Blessings" kein Song zugefallen.


Leichte Ohrenschmerzen bekam ich bei "Anointed by bloodshed". Der Gesang ist mehr als artfremd...

GM: Jörg und ich waren im Studio der Meinung, dass diesem Titel noch etwas fehlt. Der Refrain war cool, aber auf der Strophe passierte nichts. Manche Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus entschieden und beim Mischen hatten wir nicht allzu viel Zeit. Dann wurden ein paar Effekte probiert und im Studio klang das auch recht interessant. Als nächstes wurde das aufgeteilt, Effekt, dann keiner und dann wieder einer. Zu Hause habe ich das meiner Frau vorgespielt und die fand das gleich Scheiße. Beim Mastern wollte ich das doch wieder weghaben, leider war das mit sehr viel Aufwand verbunden, die Zeit war auch gegen uns und jetzt ist es halt auf der CD. Es ist eben blöd, dass das nur einmal kommt und nicht komplett.

Gab es irgendwelche Ideen, die sofort unter den Tisch gefallen sind, weil es Teeren und Federn bedeutet hätte?

GM: Da gibt es nichts. Sogar das Niesen haben wir drauf gelassen, bei "Crucified in heaven". Sowas hätten wir früher nie gemacht, aber diesmal haben wir es gelassen, was soll's? Bei Black Sabbath wurde gehustet und bei uns geniest. Wäre uns etwas eingefallen, das die Leute vor den Kopf stößt, dann hätten wir das auch gemacht. Oder ist dir eine Power Metal Band bekannt, die am Anfang eines Albums einen Death Metal Song hatte? Damit haben wir seinerzeit unseren Schlagzeuger und Bassisten vor den Kopf gestoßen. Der Schlagzeuger hat schon schwer geschluckt, da er nicht wusste, wie der Titel wird.

Die berühmten letzten Worte!

GM: HEAVY AS FUCK AND METAL TO THE BONE


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter



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