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Mehr als 20 Jahre sind vergangen seit dem großen Boom der englischen Metalszene, und viele der damaligen Bands wie Samson, Holocaust oder die Tygers of Pan Tang sind uns in bester Erinnerung geblieben und leben mit ihren unsterblichen musikalischen Perlen in unseren Herzen weiter. Seit einigen Jahren kommt es vermehrt zu Reunions dieser alten Bands, Reunions von Bands, die man heute getrost zu den alten Säcken zählen kann, die musikalisch nichts mehr bewegen können. Daß es auch anders geht bewiesen uns kürzlich Blitzkrieg, die mit "Absolute Power" erst jetzt auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen zu sein scheinen und heuer einen zweiten Frühling erleben. Der sympathische Sänger Brian Ross stand mir freundlicherweise für ein ausgedehntes Interview zur Verfügung, für das Ihr Euch etwas Zeit nehmen solltet. Es lohnt sich allemal.


Erstmal Glückwunsch zur neuen Platte, ich finde, sie ist ziemlich stark geworden. Allerdings war es nicht ganz einfach, überhaupt an diese Scheibe zu kommen. Geliefert bekam sie hier kein einziger Laden, in dem ich gesucht habe, die mußten sie bestellen, und dann mußte ich auch noch über 20 Euro dafür bezahlen. Verkaufen sich Eure Platten hier in Deutschland überhaupt zufriedenstellend?

Brian: Die Plattenfirma kümmert sich um die Distribution und es sollte mittlerweile einfacher sein, sie zu bekommen. Das hoffe ich zumindest.

Per Zufall habe ich dann auch noch die "Ten" in meine Plattensammlung aufnehmen können, ansonsten gibt es in ganz Europa keine einzige Scheibe mehr von Euch. "Unholy Trinity" aus Japan zu importieren hätte mich 60 Euro gekostet. Das kann doch nicht in Eurem Sinne sein.

Brian: Ja, Du hast recht. So richtig befriedigend ist das nicht für mich. Wenn es nach mir ginge, wären unsere Alben überall erhältlich.


Die Band

Gibt es Pläne für Wiederveröffentlichungen der alten Scheiben?

Brian: Ja. "A Time of Changes" wurde gerade von Sanctuary Records wiederveröffentlicht. Darauf sind auch noch einige Lieder, die vorher noch nirgendwo zu hören waren. Das original Demo Tape, Blitzed Alive und einige Probeaufnahmen. Es ist eine Doppel-CD und sie nennt sich "A Time Of Changes - Phase 1" und ein echtes Stück aus der NWOBHM-Geschichte. Weitere Releases sind sehr wahrscheinlich, und alle werden sie rares und unveröffentlichtes Material beinhalten.

Hier in Deutschland wird man oft aufgrund Eures Namens etwas schräg angeschaut, wenn man eine Platte von Euch kaufen möchte. Ich denke mal, daß das damals einfach Gang und Gebe war, um zu provozieren. Schließlich gab es ja auch noch andere Bands wie Holocaust oder Panza Division, die ähnliche Namen wählten. Wie stehst Du heute, nach über 20 Jahren dazu? Würdest Du erneut einen solchen Namen wählen?

Brian: Als die Band damals angefangen hat, nannten wir uns "Split Image". Jez Gilman, der zu jener Zeit unser Manager war, schlug "Blitzkrieg" als eine Möglichkeit für einen neuen Namen vor. Wir mochten ihn, also wurde "Blitzkrieg" unser neuer Name. Wir haben nie einen Gedanken an irgendwelche negativen Bedeutungen davon verloren, es war einfach ein Wort. Selbst wenn ich Dr. Who wäre und in der Zeit zurückreisen könnte, ja, selbst dann würde ich wahrscheinlich die Band "Blitzkrieg" nennen. Es ist einfach ein guter Name für eine Metal Band.

Trotzdem... hat es sich auf langfristige Sicht nicht vielleicht doch als Fehler erwiesen, zumindest aus kommerzieller Sicht, diesen Namen zu wählen?

Brian: Nein, würde ich eigentlich nicht sagen. Ich würde sagen, daß in der Vergangenheit einfach ein paar unglückliche Dinge passiert sind, und wir alle dafür zahlen müssen. Wir sollten einfach in die Zukunft sehen und aus unseren Fehlern lernen.

Wie sieht es in England aus? Habt Ihr da einen ordentlichen Absatz an Platten? Gibt es da neben Iron Maiden eigentlich noch eine richtige Szene?

Brian: England hat eigentlich noch nie wirklich Blitzkrieg-Alben gekauft in über 20 Jahren. Es gibt da eine Underground-Bewegung im Metal hier in England, und sie wird größer. Ich hoffe, daß der Metal hier wieder groß wird, vielleicht sogar so groß, wie er war, als die NWOBHM anfing.

Wie war das eigentlich damals. Wenn ich den Begriff "New Wave of British Heavy Metal" höre, bekomme ich immer leuchtende Augen. Erzähle uns doch ein wenig aus den alten Zeiten. Von Deinen Eindrücken und den anderen Kapellen, mit denen ihr damals so zu tun hattet.

Brian: 1977 sah ich es kommen, daß etwas sehr großes passieren würde. Der Punk Rock war dabei, eine neue Generation von Musikern zu gebären. Kids, die genug hatten von Disco Musik. Sie wollten einfach ihre Instrumente nehmen und losspielen. Wenn es den Punk nicht gegeben hätte, so glaube ich, hätte es den Metal auch nicht gegeben. Es war eine aufregende Zeit und ich bin stolz, ein Teil davon gewesen zu sein. Blitzkrieg wurde in dieser Zeit geboren, genauso wie Saxon, Iron Maiden und zahllose andere Bands, die Teil der NWOBHM waren. Irgendwie ist es immer noch da, aber ich nenne es schlicht "True British Metal".


Mein Interviewpartner Brian Ross

Soundtechnisch habt Ihr mit "Absolute Power" meiner Meinung nach noch einen Schritt nach vorne gemacht. Die Gitarren klingen fetter und härter als auf den letzten Scheiben. Teilweise würde ich den Sound mit der "Painkiller" von Priest vergleichen.

Brian: Judas Priest sind auch so eine "True British Metal" Band, ich fühle mich geehrt, daß Du "Absolute Power" mit "Painkiller" vergleichst. Ich sehe "Painkiller" als ein fantastisches Album an.

Okay, kommen wir zu den Liedern der Scheibe. Während sich andere Gruppen Konzeptalben über Fantasy-Themen überlegen oder wie z.B. Diamond Head über das Leben des Rock Stars singen, finden sich solche Sachen auf Euren Platten nur vereinzelt. Viele Deiner Texte sind, wie Legion z.B., im sozialkritischen Bereich angesiedelt. Hier hatte ich allerdings Probleme, den wahren Hintergrund herauszufinden. Geht es um Krieg?

Brian: Nein, "Legion" ist ein Lied über Dämonen und Geister, die aus der Tiefe der Hölle heraufkommen um Körper zu befallen. Ich war hier inspiriert von dem Buch "Legion", das eine Fortsetzung von William Peter Blatty zu "Der Exorzist" ist. Da ist ja auch dieser gesprochene lateinische Exorzismus in der Mitte des Liedes...

Auch bei Soul Stealer geht es ziemlich düster zu. Was inspiriert Dich dazu, Lieder über Schmerzen oder Ängste zu schreiben? Das sah man bei Euch ja auch schön öfters, z.B. bei Stücken wie "Nocturnal Vision" oder "I'm not insane", bei denen es sich auch um innere Gemütszustände dreht.

Brian: Jetzt hast Du gleich drei SEHR unterschiedliche Lieder genannt. "I'm not Insane" handelt von einem Kerl der sein ganzes Gedächtnis verliert und in einem Zustand von Verrücktheit seine Familie ermordet. Selbst danach denkt er noch, daß er nicht verrückt ist.
"Nocturnal Vision" ist mein Tribut an Alice Cooper und seine Musik.
Und "Soul Stealer" schließlich ist ein Lied über einen Dämon, der Dich während Deiner Kindheit aufsucht. Sich in der Toilette versteckt und unter dem Bett. Der schaurige Geräusche in der Nacht macht und Dich so sehr verschreckt, daß Du den Verstand verlierst. In diesem Lied erinnert er Dich daran, daß er immer noch da ist, Dich immer noch aufsucht und Deine Kinder erschreckt in der selben Art, wie er es bei Dir selbst viele Jahre zuvor getan hat.
Denke darüber nach und erinnere Dich!

"The Face of Death" handelt vom Judgement Day...

Brian: Ja, das stimmt, aber nicht vom allgemeinen Weltuntergang, sondern von Deinem eigenen Judgement Day, dem wir alle entgegen sehen, wenn wir sterben.

Erzähl uns auch bitte etwas über den "Enchanted Tower".

Brian: Diesen Text habe ich irgendwann im Jahre 1978 geschrieben. Das Lied hieß im Original "The Cosmic Ring & the Enchanted Tower". Es handelt von einer magischen Zeit, die lange vorüber ist und als die Ritter die Frauen noch von den Türmen retteten. Als dann "Herr der Ringe" herauskam, dachte ich, es paßt irgendwie, also habe ich es nochmal auseinander genommen und für den Text neue Musik geschrieben.

Bei Terror Zone habt Ihr eine Menge Titel von anderen Bands verbraten. Eine Hommage oder schlicht Zufall?

Brian: Tony hat die Lyrics dafür geschrieben, also glaube ich einfach mal, daß es purer Zufall ist. Das Lied handelt von den Blitzgeräten, die wir nun auf den Britischen Straßen haben und von einem bestimmten Straßenabschnitt, auf dem Tony am meisten mit seinem Motorrad herumfährt.

Ein absoluter Hammer ist für mich "DV8R". Worum geht es in dem Lied?

Brian: Das Lied hat auch Tony geschrieben, aber er erzählte mir, daß er es schrieb, als eine Geschichte über unseren eigenen "Bird of Armageddon".

Metalizer ist ein Tribut an Judas Priest, von denen ich behaupte zu sagen, daß sie Euer größter Einfluß auf Eure Musik gewesen sind. Ist das richtig? Wer hat Euch denn noch maßgeblich beeinflußt und, auch das interessiert uns, wie steht ihr zu den neueren Klängen von Judas Priest?

Brian: Die Lyrics für "Metalizer" habe ich geschrieben, und es ist ein Tribut für Priest, das stimmt. Ich glaube, daß Judas Priest die ultimative Britische Metal-Band sind. Sie waren, und sind, noch immer ein riesiger Einfluß auf "The Krieg". Als wir Blitzkrieg gegründet hatten 1980 waren die Haupteinflüsse die wir hatten Priest und Ozzy. Ich wage es einfach mal zu behaupten, daß ich nicht so davon überzeugt bin, daß der neue Priest-Sound so toll ist. Judas Priest waren immer experimentell, was neue Ideen anbelangte, und in der Vergangenheit kamen sie dann, wenn Du dachtest, sie wären am Ende, zurück. Mit dem klassischen "Painkiller" zum Beispiel. Ich selbst warte eigentlich immer noch darauf, daß sie den Nachfolger von "Painkiller" produzieren.

"Feel the Pain" wurde, ebenso wie "Metalizer", in Wacken ja schon vorgestellt. Hier geht es um Jesus und seine Gefühle bei der Kreuzigung, richtig?

Brian: Absolut richtig. Er fragt sich, ob es das alles wert gewesen ist. Aber er bittet Gott noch immer, der Welt zu vergeben. Mehr gibts dazu nicht zu sagen, er war ein wirklicher Held.

Bleiben wir gleich bei dem Wacken-Auftritt. Es gibt Konzerte im Leben, die vergißt man nie wieder. Für mich haben das Metallica geschafft, Dee Snider, Savatage und nun auch Blitzkrieg bei ihrem Wacken-Auftritt. Auch wenn der Auftritt für die zugegebenermaßen wenigen Fans wirklich toll war, die Band selbst mußte durch die Verlegung von der Party-Stage ins Zelt zurückstecken. Kannst Du uns kurz erzählen, wie es dazu kam, und daß ihr auch nur 45 Minuten hattet statt der 60, die zuerst auf dem Billing angekündigt waren?

Brian: Es war einfach so, daß sie keinen Headliner für die Wet Stage hatten, also fragten sie uns, ob wir das machen würden. Die Atmosphäre mit den Fans war "totally electric". Fast schon furchteinflößend.

Welche Eindrücke habt Ihr in Wacken gehabt? Bei den Zuschauern kam die Musik toll an, allerdings hatte ich bei manchen auch das Gefühl, daß ihr wieder mal auf das Lied, das Euren Namen trägt und durch das Metallica-Cover Euren Bekanntheitsgrad in die Höhe schnellen ließ, reduziert wurdet. Eigentlich eine Schande, wo ihr einen Haufen Songs habt, der eine gleich hohe Qualität vorweisen kann. Habt Ihr Euch da in all den Jahren dran gewöhnt?

Brian: Dieses Lied ist für mich das, was "Paranoid" für Ozzy ist. Wenn die Fans es mögen, habe ich kein Problem damit, obwohl ich auch selbst der Ansicht bin, daß wir andere Lieder haben, die noch weit besser sind.

Ihr spielt im Sommer das "Headbanger's Open Air" hier in Deutschland. Werden wir Blitzkrieg auch wieder irgendwann auf einer richtigen Tour sehen können?

Brian: Das hängt natürlich von den Angeboten ab, die wir bekommen. Wir sehen uns natürlich alle Angebote an, die wir bekommen. Manchmal ist es uns möglich, diese Gigs zu machen, manchmal können wir es einfach nicht. Wir sind aber auf jeden Fall beim Headbanger's Open Air, ich hoffe, wir sehen uns dort.

Wird es eigentlich nochmal einen Brian Ross geben, der mit der legendären Peitsche und Handschellen auftritt?

Brian: Ja, die Handschellen hatte ich ja in Wacken, nur die Peitsche leider nicht. Und eine Boa Constrictor konnte ich leider auch nicht bekommen. Ich mag es, Legenden aufleben zu lassen, also wer weiß...

Kommen wir nochmal zurück zur aktuellen Platte, zu der ja auch Tony Liddle wieder seinen Teil beigetragen hat. In wie weit denkst Du, trägt Tony seinen Teil zum Sound von Blitzkrieg bei?

Brian: Nachdem Glenn die Band verlassen hatte, brauchten wir jemanden, der schnell in die Band kommen konnte. Also kam Tony und half uns aus. Er tat das, worum ich ihn gebeten hatte, nun ist er zurück mit seiner eigenen Band, für die er schreibt und spielt. Blitzkrieg wünscht ihm alles Gute für die Zukunft. Momentan sind wir dabei, uns neue Gitarristen anzuhören, die zur Band dazustoßen werden.


Tony Liddle (Gitarre, links) und Andy Galloway (Bass, rechts)

Welche Ansprüche stellt denn ein Brian Ross an seine Mitmusiker?

Brian: Ganz einfach, den Standart zu halten, den die Original Mitglieder 1980 vorgelegt haben. Ich denke, daß wir das durchaus erreichen. Das momentane Line-up besteht aus:
PAUL NESBITT - Gitarre
ANDY GALLOWAY - Bass
PHIL BREWIS - Drums
und natürlich mir als Sänger. Der neue, zweite Gitarrist sollte demnächst bekannt werden.

Wer ist eigentlich der Kerl auf Euren covern?

Brian: Der Typ auf den Covern ist der "Bird of Armageddon" den ich eben schon ansprach. Er erscheint auf dem Cover eines JEDEN Blitzkrieg-Albums. Das Cover-Design ist immer ausschlaggebend für die Platte. (sehe ich auch so - der Verfasser) Auf dem Cover von "Absolute Power" kann man den "Bird" sehen, wie er auf sein Bild auf dem Spiegel schaut. Was er sieht ist ein Narr. Das Bild auf der Rückseite des Covers ist das, was der "Bird" in dem Spiegel sieht.


Der "Bird of Armageddon"

Welche Prioritäten setzt Brian Ross? Familie oder Musik, was ist Dir wichtiger?

Brian: Beides ist sehr wichtig für mich. In meinem Leben ist auch Platz für beides. Diese ganze Blitzkrieg-Sache ist schließlich auch wie eine große Familie.

Die letzte Platte, die Du Dir gekauft hast?

Brian: Natürlich höre ich Metal, aber ich habe auch noch andere Musikgeschmäcker. Eigentlich höre ich so ziemlich alles, solange es gut gespielt ist. Das schließt Rap-Musik also schonmal aus.

Nenne uns doch zum Schluß noch Deine fünf Lieblingsplatten!

Brian: 1 JUDAS PRIEST - Painkiller
2 OZZY OSBOURNE - Blizzard of Oz
3 T-REX - Electric Warrior
4 ALICE COOPER - Brutal Planet
5 ACCEPT - Restless And Wild.
Diese Wahl ist natürlich sehr schwer, da ich eine Menge Bands mag. Wenn ich momentan Auto fahre, höre ich Nightwish. Es ist eine seltsame Verschmelzung von Metal und Oper, ich mag es. Tarja hat auch eine großartige Stimme. Und ich höre natürlich auch eine Menge Doro.

Okay, vielen Dank für das Interview, Brian. Ich hoffe, daß Ihr weiter so macht wie bisher und wir uns im Sommer auf dem Headbanger's sehen.

Brian: Ich habe Dir zu danken, für Deine Freundlichkeit und Deinen Support. "The Krieg" salutes you!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



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