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And Justice for all!!! Mehr fällt mir als Einleitung nicht ein. Alles weitere wichtige zur Band erzählt hier und jetzt Michael "Mitch" Schmidt. Auf geht's!


Die übliche Aufzählung der Bandgeschichte kann ich dir leider auch nicht ersparen.

MS: Gegründet wurden Justice 1988. Aus dieser Zeit sind noch Wolfi und Ulli als Gründungsmitglieder übrig. Die beiden bekanntesten waren Hannes (JBO) und Ian Finlay (Running Wild), der jetzt wieder in England lebt. Lass mich überlegen... vor fast 5 Jahren ist Rami als letztes neues Mitglied zur Band gestoßen und seitdem tingeln wir im unveränderten Line up durch die Lande und versuchen das beste daraus zu machen.

Welche Definition zur bestmöglichen Beschreibung für Justice ist dir am liebsten? Coverband oder doch lieber Coverband mit hin und wieder eigenen Titeln? Möglicherweise gibt es noch etwas dazwischen?

MS: Musikkapelle! Wir verdienen unsere Brötchen mit Coverversionen und machen das auch verdammt lange, aber ob ich das jetzt unbedingt in den Vordergrund stelle? Das ergibt sich eigentlich von alleine. Von den eigenen Sachen haben wir jetzt insgesamt zwei CDs veröffentlicht, davor gab es diverse Versuche in diese Richtung, aber nie in voller CD-Länge, höchstens mal eine Maxi CD.

Musikapelle klingt zu bayerisch, also bleibe ich lieber bei Coverband. Warum macht ihr primär das Nachspielen bekannter Titel zu eurer Hauptaufgabe? In deiner fränkischen Heimat gibt es doch genug davon und dadurch wäre es doch ein leichtes, sich davon etwas zu distanzieren.

MS: Zu der Zeit als Justice entstanden sind gab es in diese Richtung hier nichts. Den Härtegrad hatte keine Band. Angefangen haben wir mit Metallica, aber auch PC 69 zählten zur harten Musik, das hat auch keine Band gespielt, war demzufolge also Randgruppenmusik. Justice haben sich nach und nach dadurch hervorgetan, dass es zu den anderen Coverbands immer einen riesigen Unterschied im Programm gab. Wenn ich hier so die Szene betrachte, ist es anscheinend möglich davon zu leben, wenn es einigermaßen geschickt angestellt wird und sich ein gewisser eigener Kopf entwickelt. Früher oder später interessieren sich die Leute dafür und dass es mit dem Heavy Metal so gut geklappt hat liegt wohl daran, dass es eben früher nur Justice gab als reine schwermetallische Band.

Ist diese Popularität im fränkischen Umland vergleichbar mit der Ex-DDR, wo gesagt wurde, wenn schon nicht die Originale kommen, dann akzeptieren wir auch eine Kopie. Nicht dass ich Franken mit dem ehemaligen Regime vergleichen möchte, aber die großen Namen rauschen auf der A9 wohl eher Richtung München?

MS: Das ganze hat sich auf einer ganz anderen Basis entwickelt. Seit ich-weiß-nicht wie viel Jahrzehnten gibt es hier Tanzkapellen und die haben immer in irgendwelchen Sälen gespielt, Wochenende für Wochenende und die Leute haben getanzt. Damals zu Zeiten meiner Eltern oder meiner 15 Jahre älteren Schwester hat sich das ganz krass aufgebaut. Die Ansprüche wurden immer höher, einige meinten eine riesen Show aufziehen zu müssen, dann hat die nächste Band nachgezogen und so hat sich das entwickelt. Die ganzen Coververanstaltungen laufen hier immer noch unter dem Begriff "Tanz". Das ist so, während es woanders Speed-Abend oder sonst was heißt. Aber das ist auch egal, im Endeffekt ist alles aus Tanzveranstaltungen entstanden.


Es gibt einige CDs mit Mitschnitten von Konzerten, von denen mir zumindest die aktuellste bekannt ist. Hier wird ein breites Spektrum abgedeckt, das von Helloween bis Slipknot reicht. Interessant finde ich, in wie weit versucht wird, die Originalversionen zu erhalten, andererseits aber auch sehr viel Justice mit einfließt. Gerade bei Sachen wie System of a Down oder eben Slipknot finde ich es sehr gut, dass versucht wird, diese Titel durch eine eigene Note um ein mehrfaches besser und hörbarer zu machen.

MS: Das ist eine gewisse Eigendynamik. Den ganzen Abend über sind wir im Sound limitiert. Würden sich die Gitarristen mehr anstrengen, könnten sie sämtliche Sounds originalgetreu kopieren, aber da liegt es uns nicht so dran. Das Lied sollte so zu erkennen sein, wie es ist und wir richten uns da auch nach dem Publikum, gehen sofern möglich auch auf Wünsche ein. Das unser eigener Touch da mit reinkommt ist so eigentlich nicht gewollt. Das liegt wirklich am Sound.

Neben dem bestehenden riesigen Repertoire gibt es immer wieder neue Titel die evtl. mit ins Programm rutschen könnten. Welche Titel würdet ihr grundsätzlich nicht spielen und was würden Justice jederzeit nehmen?

MS: Worauf wir uns von Anfang geeinigt haben war, dass es keine Titel von den Böhsen Onkelz geben wird. Bei anderen Bands die so was im Programm haben, wurden bei den Konzerten ganz seltsame Gruppen angetroffen. Das ist das einzige Tabu, ansonsten probieren wir alles aus. Übelstes Geknüppel ist nicht unser Ding, das wird auch nicht privat gehört. Auf einer anderen CD war Puff Daddy mit drauf, das war nicht mein Ding, aber zu der Zeit angesagt. Jeder kannte es und innerhalb der Band wurde beschlossen das mal zu probieren.

Damit zum zweiten Teil des Interview, der sich den eigenen Werken widmet. Wie ich bereits in meinem Review geschrieben habe gibt es bislang nur zwei eigenständige CDs. Fangen wir mit "Name the never" an und hören mit der aktuellen CD auf. Gab es eine Art Probierphase oder repräsentiert jede dieser CDs den damaligen Stand der Band?

MS: Bei der erwähnten ersten CD war ich noch nicht in der Band. Wie das damals entstanden ist, keine Ahnung. Wahrscheinlich aus der gleichen Laune heraus wie die nächsten CDs auch entstanden sind. Bei dem Weihnachtshörspiel ist dann wenigstens ein Titel dabei der als einigermaßen selbständig bezeichnet werden kann. "One of the other" war praktisch Ulli sein Ding, das er zu Hause aufgenommen hat. Dann wurde beschlossen eine Maxi daraus zu machen, der Frank hat auch noch was dazu beigetragen. Dass "Hammer of Justice" dann eine komplette CD wurde lag am Enthusiasmus der Band, weil alle dahinter gestanden haben.

Eigentlich wollte ich wissen, ob es eine langsame Annäherung an das war, was heuer zu hören ist, also solider Thrash, aber ich lasse das jetzt mal so stehen. Der Stand der Dinge im Jahr 2002 war der, dass "Hammer of Justice" ein aus mehreren verschiedenen Spielarten des Heavy Metal zusammengesetztes etwas war. Die neue CD ist dagegen bis zum vorletzten Titel Thrash pur. Also sind Justice da angekommen, wo sie immer hinwollten. Richtig oder komplett verkehrt?

MS: Du empfindest das so, während andere schreiben, dass es wie bei der letzten CD nicht auf den Punkt kommt und mal so und dann wieder so klingt. Der Stil ist schon kompakter geworden, so würde ich das mal beschreiben. Wir erarbeiten die Titel aber auch nicht unter der Voraussetzung, dass das ganze jetzt so oder anders klingen muss. Was uns gefällt wird aufgenommen. Wenn ich eine Idee und die Zeit habe wird das am Computer erarbeitet. Momentan geht das bei mir in die Old School Richtung, während beim Ulli viel modernere Sachen dabei sind. Bei Frank kommt dann noch der Power Metal mehr durch. Was auch damit zusammenhängt, dass er ganz früher bei Surgant gespielt hat und ich als Schlagzeuger bei einer Bay Area orientierten Band. Wenn drei verschiedene Leute Lieder schreiben entsteht so was wie auf den letzten CDs.

Meine Definition ist also genauso richtig wie deine möglicherweise verkehrt ist?

MS: Das kann so gesagt werden. Da wird nicht überlegt, wie etwas klingen muss, das ist halt so. Bei der letzten CD hatten wir nicht soviel Material zur Auswahl, da ist alles drauf gewandert was wir zu dem Zeitpunkt gemacht hatten.

Der mögliche Knackpunkt ist der, dass viele "professionelle" Kollegen sich gar nicht die Mühe machen, sich mit der aktuellen CD auseinanderzusetzen, da eben angekommen wird, dass diese genauso klingt wie der Vorläufer. Was ich persönlich sehr schade finde, da "The descendent" eine sehr eigenständige CD ist. Vor allen Dingen eigenständiger als "Hammer of Justice", und das kannst du nicht abstreiten.

MS: Was auch daran liegt, dass wir die aktuellen Stücke gemeinsam ausgearbeitet haben. Da wurde nicht Titel für Titel aufgenommen und keiner hat seine Meinung dazu gesagt. Im Studio gab es schon öfter dicke Luft.

Wir hatten schon vor 2 Tagen darüber gesprochen ob die neue CD die Basis sein könnte, vom Image der Coverband wegzukommen. Ist es denkbar nur die eigenen Titel zu spielen?

MS: Die Leute verlangen regelmäßig von uns "Highschool Death" oder "Future opressions", auch bei Konzerten mit dem üblichen Standard. Wir sind nicht auf die neuen Sachen limitiert. Eher das Gegenteil. "Quintuplets of madness" ist live kaum umsetzbar. Da müssen wir uns was einfallen lassen wenn der Titel verlangt werden sollte.

Wie ist dieser seltsame Titel eigentlich entstanden?

MS: Der ist im Studio noch aufgepumpt worden. Die Grundversion war genau so. Frank kam mit einem Riff und hat seine Ideen mitgeteilt, wie er sich das vorstellt, und hat den Titel dann komplett alleine fertig gemacht. Bis auf die komischen Overdubs und den Text, das haben wir gemeinsam geschrieben. Dieser Titel spiegelt auch wider, wie es ausschaut, wenn wir gemeinsam arbeiten. Chaos pur!


Die berühmten letzten Worte bitte!

MS: Ich wünsche mir, dass es so wie bisher weiterläuft und wir mit den Coverversionen weiterhin unsere Brötchen verdienen können. Möglicherweise können wir ja mal auf eine Tour aufspringen mit unseren eigenen Sachen. Das wird sich evtl. mit dem neuen Vertrieb und dem drumherum ergeben. Ich hoffe, dass sich was mit dem aktuellen Material ergibt.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter


Nachtrag: Wer die Band buchen möchte, kann sich über die Website an die entsprechenden Kontakte wenden. Ob mit oder ohne Coverversionen, lohnenswert ist die Band allemal.


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