Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4776259
Besucher seit 09/2002


Auf der ständigen Suche nach Schätzen, Ruhm, Sklaven und Land verließen einst die Wikinger ihre Heimat mit riesigen Drachenschiffen und segelten durch ganz Europa. Von Norwegen, Schweden und Dänemark aus gingen die großen, bärtigen Krieger auf Beutezug und wo auch immer sie auftauchten verbreiteten sie Angst und Schrecken. Von der Nordsee bis hin zum Mittelmeer landeten sie an den europäischen Küsten und setzten zu einem einzigartigen, gewaltigen Siegeszug an.
1000 Jahre später sind es nicht mehr die Wikinger selbst, die ausziehen, um das europäische Festland zu erobern. Es sind die Erben dieser längst verstorbenen Generation, welche ihren Urahnen mit musikalischen Waffen huldigen und Europa in einem zweiten, gigantischen Siegeszug heimsuchen. Amon Amarth nennen sich die fünf tapferen Recken, von denen sich Gitarrist Johan Söderberg vor der sagenumwobenen Schlacht in Münster-Breitefeld zu einer kleinen Kampfpause überreden ließ, und sich bei einem kühlen Bier unseren Fragen stellte.


Das neue Album "Fate of Norns" ist jetzt seit Anfang Oktober draußen. Habt ihr in den letzten Monaten mal etwas Freizeit gehabt oder habt ihr mittlerweile so viel mit Promoaktivitäten, Liveauftritten und so weiter zu tun, daß da nicht mehr viel Zeit für jeden persönlich bleibt?

Johan: Die letzten Monate hatten wir wirklich eine Menge zu tun. Vor allem Interviews. Aber was auch viel Zeit eingenommen hat waren die Release Shows in Deutschland. Also viel Freizeit hatten wir sicherlich nicht.

Ist es wahr, daß Eure Songs zum Teil sogar auf Euren Touren beim Soundcheck entstehen, weil ihr kaum noch zu Hause seid?

Johan: Das dürfte auf einen unserer Songs zutreffen. "Where the silent Gods stand Guard" ist so entstanden, aber nicht der komplette Song, sondern lediglich einige Teile des Stücks. Am besten klappt das Songwriting immer noch, wenn man zu Hause ist. Hier im Tourbus schreiben wir kaum mal was.

Arbeitest Du immer noch nebenher?

Johan: Ja, ich habe immer noch einen Job bei der Post. Der ist wirklich langweilig. Aber ich versuche die Arbeitszeiten dort auch immer kürzer werden zu lassen, um genügend Zeit für Amon Amarth zu finden. Also ich arbeite dort nicht ganztags, das würde sonst gar nicht gehen.

Wenn man Eure Vergangenheit revue passieren läßt, dann seid ihr über die Jahre kontinuierlich größer geworden und habt mehr Fans dazugewonnen. Diese Entwicklung scheint auch mit dem neuen Album noch nicht abgeschlossen zu sein. Was glaubst Du, wann der Punkt gekommen sein wird, wenn ihr Euren eigenen Erfolg nicht mehr toppen könnt?

Johan: Ich denke wir haben immer noch einen sehr langen Weg vor uns. In Deutschland sind wir mittlerweile ja richtig groß, aber es gibt ja auch noch 'ne Menge anderer Länder. Wir müssen noch viel Arbeit verrichten, um auch dort groß zu werden, in Amerika zum Beispiel. Wir wollen auch in Südamerika touren oder Japan.

Wie sieht's denn in Amerika generell aus?

Johan: Ich denke, unsere Verkäufe in Amerika sind schon recht ordentlich. Sie wachsen von Platte zu Platte. Death Metal wird dort auch immer populärer.

Hast Du manchmal Angst, daß Heavy Metal seinen Trendcharakter wieder verliert und dann niemand mehr Amon Amarth hören möchte? Was würdet ihr dann machen?

Johan: Nein, diese Angst habe ich nicht. Wenn Du Dir ansiehst, wie wenig Leute immer noch Metal hören im Vergleich zu allen anderen Musikrichtungen, dann würde ich nicht sagen, daß Heavy Metal ein Trend ist. Es werden immer neue Jugendliche dazu kommen, die Heavy Metal hören.

Aber vor 10 Jahren hat sich doch kein Schwein für unsere Musikrichtung interessiert...

Johan: Och, das würde ich nicht sagen. Ich denke, daß immer gleich viele Leute Heavy Metal gehört haben. Bei meinen Freunden und den Leuten die ich in Schweden kenne war das immer so. (Kommt aus Schweden nicht auch der Weihnachtsmann? Ach nee, war der Nordpol - der Verfasser)

Es gibt eine Sache, die an "Fate of Norns" in der Presse oft kritisiert wurde: Die Songs pendeln sich schnell ein und die Überraschungen fehlen schlicht im Songmaterial. Wie steht ihr dazu? Habt ihr Eure Songs bewußt berechenbarer gestaltet?

Johan: Einfacher gestaltet? Nein, ich denke nicht, daß wir etwas verändert haben. Wir haben die Stücke genauso geschrieben wie immer. Vielleicht liegt's daran, daß wir schon so viele Stücke komponiert haben und auch Fortschritte gemacht haben, was das Songwriting angeht. Heute schreiben wir hauptsächlich nach dem Schema Strophe / Refrain. Früher haben wir die Riffs geschrieben und diese zusammengeflickt, und über Strophen oder Refrains gar nicht nachgedacht. Das machen wir heute alles anders, ich denke mal, daß es daran liegt.

Kannst Du die Kritik denn nachvollziehen?

Johan: Das ist die Sache der Medien. Wir schreiben unsere Musik nicht für die Presse, sondern wir schreiben das, was wir selbst auch gerne hören.

Weshalb habt ihr mittlerweile so viel von Eurem Tempo rausgenommen und ausnahmslos alle Tracks auf der neuen Scheibe im langsamen Midtempo gehalten?

Johan: Eigentlich ist das neue Album gar nicht so langsam. Die Songs sind in einem anderen Takt geschrieben worden, dem 6/8 Takt. Der Hörer bemerkt das beim Schlagzeug und dann wirkt das auf ihn langsam, aber wenn Du Dir ansiehst, wie schnell die Gitarrenriffs sind... die würden verdammt schnell klingen, wenn Du nicht gleichzeitig das Schlagzeug spielen lassen würdest. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, daß sich auf dem neuen Album einige der schnellsten Riffs befinden, die wir je geschrieben haben.

Aber denkst Du nicht auch, daß ein richtig schnelles Stück dem ganzen Album gut getan hätte?

Johan: Doch, das denke ich auch. Aber wir haben keinen geschrieben. Vielleicht schreiben wir beim nächsten mal wieder eine Reihe von schnelleren Stücken. Wir haben zwar noch keine Idee, wie die Songs auf dem nächsten Album aussehen werden, aber wer weiß? Ich persönlich mag Mid Tempo Songs aber am liebsten.

Kannst Du uns erzählen, was bei der Produktion von "Fate of Norns" schiefgelaufen ist? Die Promo-Pressung wurde mit einer schlechten Produktion ausgeliefert, die Endfassung hingegen ist durchaus akzeptabel geworden.

Johan: Das war ganz einfach der erste Mix, den die Presse bekommen hat. Wir hatten kaum Zeit um die Platte abzumischen. Die brauchten die Promos schneller als wir es schaffen konnten, eine perfekte Produktion hinzubekommen.

Ist das denn befriedigend für Euch? Die Reviews werden dadurch ja nicht besser...

Johan: Das weiß ich nicht. Es sind ja immer noch die gleichen Songs. Wenn man die Produktion aus den Reviews rausrechnet, sollte da kein so großer Unterschied sein. Ich denke nicht, daß das so viel ausgemacht hat, zumal ich auch nicht finde, daß der Unterschied zwischen den beiden Produktionen so riesig ist. Der Sound ist schon ein bißchen gewaltiger und klarer mit etwas mehr Verzerrung vom Bass. Das ist im Prinzip aber auch schon der ganze Unterschied.

Glaubst Du an Schicksal?

Johan: Vielleicht ein wenig. Aber Johan war derjenige, der mit dem Titel "Fate of Norns" angekommen ist. Er hat ihn aus der Wikinger-Mythologie entnommen.

Warum habt ihr Euren Bandnamen bei Tolkien entliehen und nicht einen einzigen Text über diese Welt verfaßt?

Johan: (schmunzelt) Das kann ich Dir gar nicht sagen. Das war unser Bassist gewesen, der damals mit dem Namen ankam. Er hat die ganzen Tolkien-Sachen gelesen und fand, es sei ein cooler Name. Aber ich weiß wirklich nicht, weshalb wir keine Lyrics darüber geschrieben haben...

Dann frage ich einfach mal andersrum. Weshalb schreibt ihr immer über Wikinger und berührt nicht mal andere, lyrische Gebiete?

Johan: (lacht) Fast immer! Wir haben ja auch Songs die das Thema nicht behandeln, wie "Bastards of a lying Breed". Aber das ist schon unser größter Einfluß auf die Lyrics, da gebe ich Dir recht. Johan liest hauptsächlich diese Sachen.


Gibt es irgendwelche Orte in Skandinavien, die Euch oder ihn in irgendeiner Weise beeinflußt haben in Bezug auf dieses Thema?

Johan: Nein, ich glaube was Johans Interesse dafür geweckt hat war, daß sie in der Schule nichts darüber gelesen haben. Sie haben nur Sachen über die Christen gelesen, und er wollte deshalb mehr über die Wikinger lernen, weshalb er diese ganzen Bücher über deren Mythologien studiert hat. Das hat ihn wohl so sehr gefesselt, daß er darüber schreibt und so ein großes Interesse daran hat.

Versucht ihr denn bewußt, ein Image der Band zu erzeugen, das Amon Amarth mit Wikingern verbindet?

Johan: Ja, ich glaube in den letzten Jahren war das wirklich so. Als wir angefangen haben, haben wir über sowas gar nicht nachgedacht. Wir haben nur gemerkt, daß die Wikinger-Texte und unsere Musik zusammen passen. Das ist auch wichtig. Ich glaube, daß das Image eher etwas ist, was die Presse erschaffen hat. Nicht wir selbst.

Kennst Du eigentlich Heavy Load?

Johan: Die Band? Ja, die kenne ich.

Ich frage das, weil sie die erste Band waren, die über Wikinger gesungen hat. Ihre erste Platte haben die Jungs 1978 rausgebracht...

Johan: Oh, wirklich? Ich kann mich daran erinnern, daß ich die gehört habe als ich ein Jugendlicher gewesen bin. Einen Einfluß auf unsere Musik haben sie aber nie gehabt. Ich wußte bis gerade eben nichtmal, worüber die gesungen haben.

Hörst Du viel klassischen Heavy Metal?

Johan: Schon immer. Seit ich 10 Jahre alt war. Angefangen habe ich mit Maiden, alten Judas Priest, Accept, Scorpions und so weiter...

Aber Hammerfall mögt ihr nicht, oder?

Johan: Nicht wirklich, nein. Ich kaufe ihre Alben nicht, aber das heißt jetzt nicht, daß ich ihre Musik komplett ablehnen würde.

Ich frage eigentlich wegen den Lyrics von "Metalwrath", da gibt es eine Textzeile die lautet: "We made the false Hammer fall".

Johan: (lacht) Das haben wir nur zum Spaß geschrieben. Das wissen die auch denke ich. Wir treffen die Jungs manchmal und dann machen wir ein paar Späße darüber.

Dann kommen wir nun zu einigen Stichwörtern:

Feuer

Johan: Ja, wir mögen es, Feuer auf unsere Albumcover zu machen. Es symbolisiert etwas mächtiges. Wir werden jetzt auch versuchen, bei unseren Liveshows mit mehr Feuer zu arbeiten. Wir haben das ja schon auf dem Wacken gemacht und wollen das künftig noch öfters tun. Mittlerweile sind wir in der Lage sowas auch durchzuziehen, da wir jetzt über das notwendige Budget verfügen, das uns zuvor gefehlt hat.

Tumba

Johan: In Tumba hat jeder von uns mal gewohnt. Olavi und ich sind in einer Nachbarstadt aufgewachsen. Er ist irgendwann nach Tumba gezogen und hat dort Johan und Ted kennengelernt. Ich bin ihm dann etwas später gefolgt, so daß wir alle in Tumba gewohnt haben, mit Ausnahme von Frederik, unserem Drummer.

Was kann man dort als junger Banger so machen?

Johan: Es gibt einen Ort, wo die Kids nach der Schule hingehen können. Außerdem haben sie eine Menge von Proberäumen in Tumba, wo man sich sogar Instrumente leihen kann. So können die Jugendlichen früh anfangen zu spielen und hängen nicht auf der Straße rum. Von dieser Situation haben wir auch ein wenig profitiert. Olavi hatte ja noch eine andere Band vor Amon Amarth die sich Scum nannte, bis er Johan und Ted kennengelernt hat und das ganze dann in einem solchen Proberaum anfing.

Pulverized Label

Johan: Ja, das war unser erstes Label. Wir haben damals dieses Label aus Singapur gewählt, weil wir so die Möglichkeit hatten, unser Demo über eine Plattenfirma zu veröffentlichen. Wir haben das als eine Art Sprungbrett gesehen, durch das wir an einen Vertrag mit einem größeren Label kommen konnten. Der Vertrag mit Pulverized erstreckte sich auch nur über ein einziges Album. Also eine kommerzielle Entscheidung, wenn Du so willst.

Metal Blade

Johan: Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die Metal Blade für uns machen.

Death in Fire

Johan: Ein sehr erfolgreicher Song in Deutschland. Es scheint, als ob jeder hier das Stück als unser bestes ansieht. Als wir "Death in Fire" geschrieben haben konnten wir nicht wissen, daß das Stück so groß raus kommt. Ich glaube man kann sowas nie im voraus erahnen.

Was war für Dich der interessanteste Ort, den Du je besucht hast?

Johan: Puh, das weiß ich nicht. Ich war schon an so vielen Orten die so verschieden waren. Aber ich kann Dir sagen, wo ich am liebsten gespielt habe. Das war für mich beim letzten Wacken Open Air. Vor allem natürlich, weil so viele Leute da waren, und dann die ganze Pyro-Show und so weiter. Von sowas träumt man als Musiker natürlich, wenn man jung ist.

Welche Musik läuft bei Euch so im Tourbus?

Johan: Um ehrlich zu sein hören wir momentan gar nicht sonderlich viel Musik im Tourbus. Oft sitzen wir nach den Shows einfach nur herum, trinken Bier...

...und fummelt an willigen Mädels rum?

Johan: (lacht) Ich bin verheiratet und habe Kinder. Aber wir trinken Bier und Wein, gehen dann nicht zu spät schlafen, und wenn wir am nächsten Morgen aufwachen sind wir schon bei der nächsten Location. Da frühstücken wir dann und wenn wir anschließend Zeit haben ziehen wir uns irgend einen Film rein.

Die witzigste Geschichte, die Dir von einer Tour in den Sinn kommt?

Johan: Ich weiß nicht, ob es die witzigste Geschichte ist, aber eine Sache an die ich mich erinnere ist, als wir auf der Bühne standen und gespielt haben. Ted war wie wild am headbangen und seine Haare verfingen sich plötzlich in meiner Gitarre. Und zwar so krass, daß wir die da gar nicht mehr rausbekommen haben. Wir mußten den Song unterbrechen und minutenlang seine Haare entwurschteln.

Wie sieht das perfekte Leben aus, das Du Dir für die Zukunft wünschst?

Johan: Es wäre schön, irgendwann komplett von der Musik leben zu können und eine Menge Freizeit zu haben, die ich mit meiner Familie zu Hause verbringen kann. Nicht mehr zur Arbeit gehen zu müssen und mehr Zeit für meine Familie zu haben.

Das wünschen wir Dir auch von ganzem Herzen. Viel Erfolg mit Amon Amarth weiterhin und alles gute für die Zukunft.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword