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Steelpreacher


Volksweisheiten, Teil 3000. Wo man singt, da lass' dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder. Böse war wohl keiner der drei anwesenden Prediger plus Ministrantin. Eher selig beglückt von dem Stöffchen, das der Fußballnationalmannschaft auch nicht viel weiter geholfen hat. Nun gut, ansprechendes Liedgut gibt es auf der neuen CD von Steelpreacher genug. Warum nicht ein Interview? Das hat dann so ausgesehen, dass Oberprediger Jens noch am ehesten in der Lage war, Rede und Antwort zu stehen, während der Rest des stählernen Priesterseminars im Hintergrund mit Schabernack und feinsinnigen Zwischenrufen für die nötige Hintergrundbeschallung gesorgt haben. Alles weitere hier und jetzt. Jungs, ihr hat es so gewollt, Beschwerden sind jetzt zwecklos. Hier und nun die Antworten auf meine nicht von Alkohol geformten Fragen, klar und fast verständlich ins Mikrofon gesprochen von Jens Hübinger.


Ich werde mit Sicherheit mehr als fünf Worte pro Frage brauchen und du hörst auf mich zu nerven. Wer außer dir ist noch in der Lage, etwas vernünftiges zur Entstehung der Band zu sagen?

JH: Dass wir Metal machen ist purer Zufall, da ursprünglich mal 2:1 entschieden wurde, dass wir eigentlich Hip Hop machen wollten (soweit die Erklärung, wie ich sie aus einer 120 Dezibel starken Lachsalve herausgehört habe). Im Prinzip sind wir die Überreste zweier Koblenzer Undergroundbands, Claymore, du weißt wie das geschrieben wird? Zum zweiten waren das noch Thorns of... (der Rest konnte trotz intensiver Bemühung aller 26 Buchstaben des Alphabets nicht mehr zusammengefügt werden). Claymore haben sich dann wegen musikalischer Differenzen (so die Anweisung aus dem Hintergrund) aufgelöst, was bei der anderen Band fast zeitgleich auch der Fall war. In beiden Bands war es so, dass irgendjemand den Metal neu erfinden wollte, ein anderer hatte mehr Interesse an progressiven Sachen und der Rest wollte nur saufen und Metal machen.

Du hast mich seinerzeit dazu genötigt, etwas zum Demo von Claymore zu schreiben, obwohl die Band von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Die Klangqualität war na ja, die Musik ebenfalls und somit konnte das Ende der Band nur die logische Konsequenz sein.

JH: Wie soll ich das sagen? Im Prinzip hast du recht. Das ist wie mit der ersten Freundin (Regieanweisung von hinten). Erstaunlicherweise gab es außer dem Steel Commander noch ein paar andere Leute, die diese CD gemocht haben. Möglicherweise hat der Stahlkommander auch einen großen Familienkreis.

Nach dem Ende einer Band gibt es sicherlich immer verschiedenste Überlegungen, wie es evtl. weitergehen könnte. Hat Dieter Bohlen Zeit, vielleicht doch lieber Hip Hop oder mal schauen, was im Heavy Metal so möglich ist?

JH. Etwas komplett anderes war nie im Gespräch und was der Heavy Metal so noch bringt, war auch nicht die Überlegung, da wir beileibe keine neue Musik machen. Groß rauskommen und den Metal neu erfinden, so blauäugig sind wir auch nicht (wird von einem deftigen Rülpser klangvoll unterstrichen). Es ist alles nur Spaß, kauft jemand unsere CDs, gut und wenn nicht, auch egal. Wir lassen uns nicht erpressen und der Rest ist egal.

Nachdem der passende Name gefunden war, gab es im Jahr 2002 die erste CD. Die hieß "Dieter Bohlen f... my ass" oder so ähnlich. Für den Anfang ganz nett.

JH: Hieß die nicht "Dieter Bohlen is my ass"? Vor 2 Jahren waren wir so ziemlich alle davon überzeugt und fanden die gut. Wir haben vor kurzem ein Review bekommen, wo es hieß, dass wir bei der "Route 666" ein Zusammenschluss anonymer Alkoholiker waren. Das waren wir zu der Zeit und das sind wir heute immer noch. Na ja, irgendwie laufen die Lieder der ersten CD ganz gut runter, keine Ahnung, weiß ich nicht besser.

Nun gut, wenn du kein gutes Verhältnis zu deinen eigenen Liedern hast, ist das Resultat die neue CD mit seltsamen Titeln wie "Schnapsdrosseln aus der Hölle" , "Prediger", "Zorn der Götter", was soll der ganze Mist?

JH: Auf der ersten CD sind musikalische Fehler, dazu stehen wir immer noch. Genauso wie wir zu den Fehlern auf der zweiten CD stehen. Ich möchte fast sagen, die sind mutwillig eingeplant. Wir sind ins Studio gegangen, mit der Voraussetzung, die Titel live einzuspielen, teilweise sind erste Takes verwendet worden, teilweise mit kleinen Holpern, die uns aber nichts ausmachen. Uns war auch klar, dass wir nicht nüchtern sind, wenn wir ins Studio gehen. Im Prinzip kannst du eine CD komplett am PC erstellen, was wir auch hätten machen können, aber das sollte nicht Sinn der Sache sein. Für mich ist wichtig, dass Heavy Metal Ecken und Kanten hat.


Ich kann mir die CD noch so oft anhören und du wirst mir diesen einen Punkt nicht widerlegen können. Motörhead waren keinen Unbekannten für euch, als es in Studio ging.

JH: Simpel gehaltener Metal mit einer gewissen Saufattitüde wird gerne mit Lemmy in Verbindung gebracht. Auch wenn wir keine Die hard Fans sind, finden wir alle Motörhead ganz gut. Ich habe eine Best of, Mu gar nichts und Hendrik zwei CDs von denen. Wir kennen also die Musik und wissen, dass Motörhead 10 gute Lieder haben (geht es noch? Da fallen mir mindestens noch 150 weitere ein - Der Verfasser). Alles in allem ist diese Band aber kein direkter Haupteinfluss. Höchstens zwei Titel auf der neuen CD würde ich dieser Richtung zuordnen, "Boozehounds from hell" und "Metal hangover", wobei ich das eher schon AC/DC zurechne. Eben die typischen Akkorde, wie sie von dieser Band bekannt sind. Ich mach' mir mal ein Bier auf und dann darfst du weiter fragen.

Du hast es eben schon gesagt, dass es nicht euer Anliegen sein kann, irgendwas neues zu erfinden. Wie siehst du denn die Rolle der Band in diesem ganzen True Metal Zirkus, zu dem u.a. noch Manowar, Sacred Steel oder Majesty gehören?

JH: Mir selber ist es immer noch ein Rätsel, warum wir in diese Kiste gepackt werden. Bei der ersten CD waren nur Titel, die in diese Richtung gingen, während bei "Start raising hell" höchstens "Eye of the storm" dem True Metal zuzuordnen ist. Der Rest hat mit den bekannten Klischees nichts zu tun. "Hail, hail, steel and kill", davon ist nichts zu hören auf der neuen CD. Wir distanzieren uns stark von Majesty, warum, sage ich jetzt nicht (5 Minuten westfälische Beharrlichkeit später bekomme ich doch noch die passende Antwort - der Verfasser). Es soll jeder sein Ding machen, wie er es für richtig hält. Ich würde nie eine andere Band fertig machen, solange sie Metal machen und dazu stehen. Bei Majesty wird sehr offensichtlich Manowar kopiert, mutwillig, und damit wird dann noch versucht, Geld zu machen. Zum zweiten finde ich das ganze True Metal Gehabe sehr lächerlich, genauso wie das Publikum (ob es nur 12 jährige Pickelgesichter sind, halte ich dann für arg übertrieben - der Verf.). Da sind wir ganz anders, treten auch nur da auf, wo unsere Musik verlangt wird.

Gut, die Standardklischees sind also nicht euer Ding...

JH. Ich finde, dass wir eine der klischeehaftesten Bands sind, die es überhaupt gibt. Woran denkt der Otto Normal Verbraucher bei Metal? Das sind langhaarige Typen mit Tätowierungen, die besoffen sind und den Kopf schütteln und das sind wir drei in der Band zu 100%. Ich weiß nur nicht, wo das True Metal Klischee herkommt, damit können wir uns nicht identifizieren. Headbanging, drinking to the end, das ist es!

Auf das Säuferimage könnt ihr aber auch kein Patent anmelden. Das hat schon eine Band aus Frankfurt seit 20 Jahren inne.

JH: Gehannah aus Schweden fallen mir auch noch ein, die sind nur so drauf. Sehen wir es so wie es ist. Sind wir lieber die langhaarigen Bombenleger, die fast jeden Tag besoffen sind oder sind wir lieber die, die mit Schwert und anderer Ausrüstung durch den Wald laufen und Poser metzeln? Was wir machen ist einfach glaubwürdiger. Es ist so wie es ist, und wir machen da nichts vor.

Sehr offensichtlich ist eure Vorliebe für Bitburger Pilsener. Auf dem Cover ist eine Kiste davon zu sehen, im Innenteil des Booklets geht es mit der Schleichwerbung weiter. Bekommt ihr dafür irgendeine Zuwendung von der Brauerei?

JH: Wir haben wegen Sponsoring angefragt, aber die meinten, dass wir nicht in ihr Werbekonzept passen. Wie dem auch sei, jedenfalls durften wir ihr Logo beim Coverartwork verwenden. Natürlich ohne Bezahlung.


Was würde euch mehr ehren? 12 Punkte von Arno Hofmann im Heavy oder Was?! oder die Arschbombe im Rock Hard?

JH: Beides würde uns nicht ehren. Es hat auf unsere Musik schon so verschiedene Reaktionen gegeben, dass da im Prinzip nichts drauf gegeben werden kann. Da gibt es welche, die hören seit der letzten Metallica erst Metal und dann gibt es welche, die sind schon ewig dabei. Was mehr zählt dürfte klar sein. Wir wollen nicht in den höchsten Tönen gelobt werden, aber wenn uns jemand zerreißt, ist es mir auch egal.

Es kommt mir jetzt schon die ganze Zeit so vor als ob du versuchst, Steelpreacher als die letzten glaubwürdigen Vertreter in der Szene anzupreisen.

JH: Wir machen unser Ding. Ich weiß nicht, wie es bei anderen Bands aussieht. Aber wir treffen uns nicht nur ein mal in der Woche zum proben und kennen uns dann nicht mehr. Wir hängen ständig zusammen, mögen die gleiche Musik, haben den gleichen Humor, alles ist so, als wären wir verheiratet. Moment, Hendrik hält mir gerade seinen Arsch ins Gesicht. Ich behaupte nicht, dass andere Bands nicht glaubwürdig sind, nur bei uns ist das keine Fassade. So wie die CD ist, so sind wir.

Die berühmten letzten Worte!

JH: STEEL!!!!!!!!!!!!!!! FUCK!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! DIE!!!!!!!!!!!!!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter



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