Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4697698
Besucher seit 09/2002


Bereits seit Jahren sind die Iren von Primordial mit hochkarätigen Veröffentlichungen am Start, bei denen es stets von neuem gelingt, durch musikalisches Geschick den Hörer zu begeistern, ohne daß die Band sich dabei jemals wirklich auf einen Stil festlegen ließe. Auch das neue Album "The Gathering Wilderness" fügt sich nahtlos in das musikalische Spektrum von Primordial ein, denn obwohl sich einiges im Soundgewand der Iren geändert hat, bleiben Primordial nach wie vor zu jedem Zeitpunkt identifizierbar und haben nichts von der Faszination von Werken wie "Spirit the Earth Aflame" oder "Storm before Calm" eingebüßt. Wie Sänger A.A. Nemtheanga die Entwicklung um seine Band selbst sieht könnt ihr im folgenden lesen.


Primordial haben sich im Laufe der Jahre doch sehr verändert. Wie siehst Du selbst Euren musikalischen Werdegang wenn Du zurück schaust. Würdest Du sagen, ihr kommt ursprünglich aus dem Black Metal Bereich oder seid vielleicht sogar noch immer eine Black Metal Band?

A.A.: Nein, ich meine wir sind bestimmt keine Black Metal Band im engeren Sinne. Aber sicherlich haben wir Einflüsse gehabt, die aus dem Black Metal Bereich stammen. Wenn man sich unsere Gitarren anhört, dann merkt man das ja nach wie vor. Allerdings haben wir nie versucht, uns in irgendeine Schublade zu begeben. Wir sind nach wie vor einfach so natürlich wie möglich und legen uns da keine Zwänge auf, das ist im Prinzip alles.

Kannst Du mal versuchen Eure Musik in wenigen Worten für diejenigen unter unseren Lesern zu beschreiben, die noch nie etwas von Primordial gehört haben?

A.A.: Das ist schwierig. Unsere Musik würde ich als leidenschaftlichen, ehrlichen, puren, düsteren Metal bezeichnen, der sehr von der irischen Kultur beeinflußt wurde. Ich hoffe, diese Beschreibung hilft den Leuten weiter.

Manch einer dürfte über Euer neues Album "The Gathering Wilderness" einmal mehr böswillig behaupten, Primordial klängen monoton und spröde, und man könnte ihm vielleicht nichtmal wirklich widersprechen. Würdest Du das tun oder ist die Monotonie für Dich eher etwas, was die Band auszeichnet und im Gesamtbild zu ihrer Stärke beiträgt?

A.A.: Um ehrlich zu sein ist es mir vollkommen egal, was die Presse oder sonstwer über unsere Musik sagt. Ich meine, ich verstehe, daß Primordial keine Musik für jedermann machen. Wenn jemand Metal hören will mit massig Soli und sonstigen Eskapaden, dann ist er bei Primordial natürlich an der falschen Adresse. Das wird er bei uns nicht bekommen. Wer hingegen die Herausforderung von intelligenter und origineller Musik sucht, der bekommt diese von uns. Wer Hammerfall haben möchte wird das nicht von uns bekommen.
Der andere Punkt ist, daß die meisten Reviews die wir erhalten sehr gut sind. 95% mögen unsere Musik. Ich weiß natürlich, daß es manche Leute gibt, die Primordial langweilig finden, aber das interessiert mich wie ich schon sagte überhaupt nicht.

Das ist okay. In meinen Augen gehört der monotone Anteil in Eurer Musik ja auch zu Euren Stärken...

A.A.: Ja, sicherlich. Das hat eine hypnotische Wirkung, wie als wenn man in Trance fällt. Das hat man ja auch bei Neurosis oder Burzum oder auch noch bei einigen anderen. Bei wenigen anderen noch, aber definitiv nicht bei vielen anderen.

Kannst Du unseren Lesern erklären, was der Titel "The Gathering Wilderness" bedeutet?

A.A.: (lacht) Es wäre besser gewesen, ich hätte dem Album niemals diesen Namen gegeben, dann müßte ich nicht so oft die Frage danach beantworten. Für die nächste CD lasse ich mir was mit schnellen Autos oder Chicks mit dicken Titten einfallen oder so...
"The Gathering Wilderness" beschreibt meine Sicht der Welt, wenn Du so willst. Ich sehe die Welt als einen Ort, der immer düsterer wird und von der Wut der Menschen geprägt ist, vom Schwund der Kulturen, von der Niederlage von Werten, von Menschen die zu Märtyrern werden. Auch davon, daß man sich unverstanden fühlt und keine Möglichkeit sieht, etwas zu ändern, von Hoffnungslosigkeit und Aufgabe. Und die Wildnis sammelt seine Kinder, denn die Natur wird als letztes überleben, was auch immer passiert. Nur habe ich manchmal das Gefühl, daß die Menschen den Prozess der Selbstzerstörung zur Zeit immer mehr vorantreiben, und alles viel schneller geht, als es jemals der Fall gewesen ist.

Von den Texten her kann man sicherlich nicht sagen, daß Primordial eine politische Band sind. Aber liege ich dennoch richtig, wenn ich behaupte, daß Politik eines der Dinge ist, die einen Einfluß auf Eure Musik haben?

A.A.: Natürlich, ich meine, als Mensch wirst Du zwangsweise von den Dingen beeinflußt, die um Dich herum passieren. Die Politik zum momentanen Zeitpunkt in der ganzen Welt erscheint mir... düsterer als jemals zuvor in meinem Leben. Politik hat also definitiv einen Einfluß auf uns, aber wie Du schon sagtest, wir sind keine politische Band. Was wir tun ist zu hinterfragen und die Leute darauf zu stoßen, über diese Dinge nachzudenken.

Was glaubst Du als Songwriter und Musiker mit solchen Texten bewirken zu können? Glaubst Du, daß Musik die Menschen in ihrem Handeln verändern und die Welt so im Endeffekt wieder zu einem lebenswerterem Ort werden kann?

A.A.: (lacht) Ich glaube, man kann die Leute bewegen und sie verändern, ich weiß nicht, ob man die Welt zu einem besseren Ort machen kann. Für uns ist Musik ein Spiegel, den wir über die Welt und die Gesellschaft halten, so daß reflektiert wird, was wir in diesem Spiegel sehen. Allerdings macht man sich da gar nicht so wirklich Gedanken drüber, wenn man Musik schreibt. Wir machen einfach ernste Musik als eine ernste Band die ihren Standpunkt hat. Wenn wir dann noch eine größere Anzahl CDs verkaufen und zumindest ein Teil dieser Menschen sich damit beschäftigt und merkt, daß die Band für etwas bestimmtes steht, sich Gedanken um ihr Verhältnis zu ihrer Kultur macht, dann kann man sicherlich auch etwas bewegen. Im positiven Sinne.

Welche Rolle spielt Okkultismus bei Primordial? Auf den neuen Fotos von Dir ist zum Beispiel Blut zu sehen und ein Totenschädel und solche Dinge. Ist das einfach nur ein Teil Eurer "Show" oder steckt da mehr dahinter?

A.A.: Wir mögen den Kontrast, daß manche Leute unsere Musik sehr melodisch finden, wohingegen die Message oft regelrecht brutal ist. Bei anderen Bands geht das im Gegensatz zu uns oft Hand in Hand. Wir haben immer noch das ganze Blut und solche Dinge wenn wir live spielen, was man ja irgendwie auch als traditionelles Metal Image auffassen kann. Ich mag einfach das Paradoxon, das dahinter steckt. Es ist auch etwas besonderes, wenn man vor einer Show dasteht und seine "Maske" aufsetzt, sich das Gesicht bemalt usw. Es ist eine Art, wie man seine eigenen Energien besser fokusieren kann. Das ist ein Teil des "Heavy Metal Theaters", des Dramas. Ich bin nicht die Art Mensch, die sich im Metallica-Shirt auf die Bühne stellt und anfängt zu spielen. Das gehört für mich einfach dazu und ist Teil des Gesamtbilds der Band.


Ihr experimentiert immer wieder ein wenig mit den Vocals. Auf "Spirit the earth aflame" hattet ihr vorwiegend cleanen Gesang, auf "Storm Before Calm" gab es mehr Growls zu hören, und jetzt seid ihr wieder beim cleanen angelangt und habt einiges an Aggression aufgegeben. Habt ihr jetzt Euren Stil gefunden oder könnt beziehungsweise wollt ihr Euch da nicht festlegen?

A.A.: Ich singe immer so, wie es der Song erfordert. Auf dem nächsten Album könnte der Gesang weit mehr in Richtung Black Metal tendieren, das weiß ich noch nicht. Ich denke auch nicht wirklich darüber nach. Ich kann mit jedem Jahr das vorüberzieht besser singen und folge dessen auch mehr probieren. Ich finde sogar, daß der Gesang auf dem neuen Album noch aggressiver ist als auf den älteren Sachen. Der Gesang bei "The Golden Spiral" beispielsweise kommt ziemlich aus dem Hals, ist in meinen Augen aggressiver. Ich würde nichtmal sagen, daß der Gesang melancholischer ist als beispielsweise auf "Spirit the Earth Aflame". Die wirklich cleanen Vocals wie wir sie dort hatten haben sich für mich weniger aggressiv angehört.

Was glaubst Du, hat sich durch den Wechsel zum Produzenten Billy Anderson verändert?

A.A.: Wir wollten einfach mal etwas anderes ausprobieren, einen Sound einfangen, der sich eher wie eine Liveaufnahme anhört. Also das Gefühl auf der Bühne zu stehen und nicht im Proberaum. Wir sind auch sehr zufrieden damit, wie die Scheibe letztendlich klingt. Sie hört sich sehr authentisch an, und das ist mir wesentlich lieber, als wenn alles so plastisch und nach Computer klingt. Wir wollten einfach wieder wie eine Band klingen, die spielt. Es ist aber nicht so, daß ich ein Problem mit der Produktion von unseren älteren Sachen hätte. Wir hatten einfach das Gefühl, daß wir etwas ändern müßten.

Wie äußert sich dieses Ziel authentischer zu klingen im Proberaum? Habt ihr diesmal weniger Takes genommen als sonst?

A.A.: Weißt Du, wir machen nie viele Takes. (lacht) Die Drums und der Bass sind meistens schon beim ersten Take so, daß wir sie nehmen können. Wir finden es auch nicht so toll, wenn alles so geradegerückt klingt. Vielleicht sind auch ein paar Fehler auf dem Album, aber das ist ein Teil dessen, was wir sind. Wir sind nicht Dream Theater.

Es ist auch irgendwie ein Stück weit "Heavy Metal"...

A.A.: Genau! Dadurch behält die Musik auch ihre wahre Atmosphäre. Wir sind keine Maschinen.

In wie weit reflektiert das Coverartwork die Inhalte der CD?

A.A.: Ich hatte keine Lust mehr auf diese gemalten Cover mit Symbolen drauf, ich wollte einfach mal was wirklich trübes, düsteres um das Album zu komplettieren. Ich habe mich für ein Foto entschieden, das wirklich einfach gehalten ist, was ja auch wieder einen Kontrast darstellt zu diesen schrecklichen, schrill farbigen Airbrush-Photoshop-CDs, die man heute überall kriegt. Das wollte ich einfach nicht.

Du hast über das neue Album mal gesagt: "There seemed to be more struggle and pressure with this album then any other before." Was meinst Du damit? Druck von Metal Blade oder Druck, den ihr Euch selbst aufgrund der Erwartungen der Leute aufgebürdet habt?

A.A.: Kein Druck von Metal Blade. Wir haben schon immer gemacht, was wir wollten. Damit habe ich mich auf den Druck im Studio bezogen. Aber auch in unseren persönlichen Leben. Was ich meine ist, daß es für uns schwierig war die Balance zu finden, die man braucht, um die nötige Energie in das Album zu stecken und gleichzeitig seine persönlichen Dinge mit der Musik unter einen Hut zu bringen.

Welche Musik hörst Du privat so?

A.A.: Nun, weißt Du, ich höre schon sehr viel Metal, aber auch einige andere Sachen. Traditionelle, irische Sachen oder Nick Cave. Aber ansonsten alte wie neue Metal Sachen. Ich versuche generell neue, ehrliche Musik mit Charakter zu finden, die einfach anders klingt als das ganze Zeug da draußen. Ob das nun Reverend Bizarre ist, The Lord Weird Slough Feg oder was auch immer, das sind Bands, nach denen ich Ausschau halte.

Magst Du Thin Lizzy?

A.A.: Ja, ja, natürlich. Wir alle lieben Thin Lizzy. Sie waren auch ein großer Einfluß auf uns, auch wenn man das vielleicht nicht direkt aus unserer Musik heraushört.

Welchen Einfluß kann denn eine Rock Band wie Thin Lizzy auf eine Band wie Primordial haben?

A.A.: Wir sind mit Lizzy aufgewachsen und haben sie ständig gehört. Wir mochten sie, sie waren Iren, und obwohl sie aus einem kleinen Land kamen, sind sie eine der größten Rock Bands aller Zeiten geworden. Ich denke, das war einfach beeindruckend für uns.

Hörst Du auch Mourning Beloveth?

A.A.: Ja, das sind gute Freunde von mir. Eine gute Band obendrein.

Eure neue Scheibe habt ihr Quorthon von Bathory gewidmet. Stimmst Du mir zu, daß ihr sehr viele musikalische Elemente gemeinsam habt?

A.A.: Definitiv! Möglicherweise auf unserer neuen CD mehr als je zuvor. Ja, ich meine, Bathory waren auf jeden Fall eine der wichtigsten Bands für uns alle, die uns gezeigt hat, daß man die Dinge auch anders machen kann. Und daß man epische Musik schreiben kann, die mit Deiner Kultur verknüpft ist. Also einfach anders zu sein als alles, was gleichzeitig passierte. Deshalb hat uns Quorthons Tod auch sehr mitgenommen.

Also war nicht nur seine epische, sondern auch seine Black Metal Seite ein Einfluß auf Euch...

A.A.: Absolut! Alle sechs Alben, die er zu Beginn geschrieben hat waren ein großer Einfluß und sehr wichtig für uns alle. Die anderen danach mag ich auch, aber die ersten sechs... der Kerl ging ja fast jedem einzelnen Trend den es gegeben hat voraus und hat sie selbst gesetzt. Er war der Fingerabdruck für alles. Die drei Alben bis "Under the Sign of the black Mark" waren verantwortlich für fast die gesamte 90er Black Metal Bewegung, und der epische Metal... da war es ja genau das gleiche. Das zeigt die Bedeutung von Bathory, die für mich genauso wichtig waren wie Iron Maiden oder Black Sabbath.

Eure Musik ist auch sehr von Eurem Heimatland beeinflußt worden. Was sind die Dinge, die Du an Irland am meisten liebst?

A.A.: Ich glaube, die Geschichte des Landes ist in der Tat ein sehr großer Einfluß auf uns gewesen. Das ist wohl auch der Grund warum wir überhaupt Musik machen. Irland hat eine ganz eigene Atmosphäre, die Art der Menschen, die ganzen Traditionen... natürlich gibt es auch Dinge, die ich an unserem Land nicht so sehr mag. Ich denke, die gibt es immer, wenn man irgendwo leben muß.


Wie groß ist Eure Anhängerschaft in Eurem Heimatland so? Finden Eure Konzerte dort überhaupt genügend Anklang?

A.A.: Nein, die Metal Szene in Irland ist nur sehr klein, und der Underground entsprechend noch kleiner. Wir verkaufen hier in Irland nur ein paar hundert CDs, was schon ein wenig traurig ist, da wir ja jetzt auch schon so viele Jahre Musik machen. Also viele Leute sind es sicherlich nicht.

Und was macht man dann als junger Headbanger, der aus dem Urlaub in England zurückkommt und sich soeben frisch in die alten Saxon und Iron Maiden CDs verliebt hat?

A.A.: Wenn Du Glück hast, dann lebst Du in Dublin und kannst Dir eine Menge Konzerte von ausländischen Bands ansehen. Es gibt einige Plattenläden die Heavy Metal verkaufen, oder man kann auch abends ausgehen und kriegt schonmal Metal zu hören. Es sind schon eine Reihe von Leuten da draußen die das gleiche suchen, auch wenn die Möglichkeiten hier sicherlich begrenzt sind.

Werdet ihr bald mal wieder in Deutschland zu sehen sein?

A.A.: Auf jeden Fall, das müssen wir machen. Wir wissen aber noch nicht wann und wo wir spielen werden oder gar, wen wir supporten können.

Hast Du noch ein paar letzte Worte an die deutschen Fans?

A.A.: Nur, daß wenn ihr Euch selbst als Individuum seht, daß ihr Euch dann auch in Primordial wiederfinden werdet. Wir hoffen, Euch 2005 in Deutschland auf Tour zu sehen.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword