Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4678999
Besucher seit 09/2002


Eines der interessantesten Debutalben der letzten Zeit liefern Powerwolf wie aus dem Nichts mit "Return in bloodred" ab, das neben den gelungenen Kompositionen besonders mit seinem Horror-Konzept in Erinnerung bleibt. Nur wenige Scheiben der vergangenen Monate eigneten sich besser dazu, den trüben Alltag zumindest für einige Augenblicke vollkommen hinter sich zu lassen und einzutauchen in die Welt der Fantasie. Tut Euch mal wieder einen Gefallen und besorgt Euch die Scheibe, dann könnt ihr sie selbst erforschen, die Welt von Powerwolf. Eine Welt, in der Vampire nach Eurem Blut dursten und die Werwölfe bis spät in die Nacht unter blutrotem Himmel heulen...


Matthew, was war zuerst da, der Familienname Greywolf den Dein Bruder und Du tragt oder Euer Bandname?

Matthew: Natürlich unser Familienname, was sonst? Schließlich heißen wir nicht erst seit gestern so. Greywolf ist aber natürlich ein englischer Name. Wir haben zwei Generationen zurück englische Vorfahren gehabt, sind aber dennoch deutsch. Die Idee, den Bandnamen auf unseren Familiennamen zu beziehen stammt übrigens weder von mir noch von Charles. Attila hat förmlich darauf bestanden, dass der Bandname mit unserem Namen zu tun haben muss.

Hast Du keine Bedenken, durch Euren Bandnamen von den Konsumenten gleich in die Kategorie einer "weiteren Power Metal Band" gesteckt zu werden?

Matthew: Nein, denn das sind wir nicht. Powerwolf ist keine Band, die sich verhält, wie das all die anderen Bands tun. Wir haben uns nie als einen Teil einer Underground Szene gefühlt, hatten nie Interesse daran und auch nie Interesse an Kontakt zu anderen Bands. Ich werde in Interviews oft gefragt, warum Powerwolf aus dem nichts kommen ? nun, weil wir statt viel darüber zu reden jahrelang unsere Musik gemacht haben und uns nicht darum gekümmert haben, was in der Szene passiert. Ob wir jetzt als eine weitere Power Metal Band wahrgenommen werden oder nicht interessiert mich genauso wenig. Wir machen das, was wir wollen und leben, alles andere ist für uns nicht wichtig.

Wie seid ihr auf Euren rumänischen Sänger Attila Dorn gestoßen und welche Erinnerungen hast Du an die erste Begegnung mit ihm?

Matthew: Charles und ich waren in Rumänien in Urlaub. Wir unterhielten uns mit ein paar Leuten über Musik, als sich Attila dazugesellte. Wir waren erst sehr irritiert von ihm, da man sich an seine Art erstmal gewöhnen muss. Er konnte fließend deutsch, und so unterhielten wir uns lange über alles mögliche. Als er hörte, dass Charles und ich Musiker sind und eine Band am aufbauen waren, war er sehr interessiert, und wollte unbedingt unsere Nummer, "falls er mal in Deutschland wäre". Wir gaben dem seltsamen Typ unsere Nummer, dachten uns aber nichts weiter dabei. Als wir nach dem Urlaub unseren Anrufbeantworter abhörten war eine Nachricht von Attila drauf. Er käme nächste Woche vorbei, um mit uns Musik zu machen. Wir hielten das für einen Scherz, aber ein paar tage später war Attila wirklich da. Wir probten mit ihm, und es war pure Magie. Noch in der ersten Probe schrieben wir zwei der Songs, die jetzt auf "Return in bloodred" stehen.


Wie weit waren die Vorstellungen, was ihr zukünftig machen wolltet, zu diesem Zeitpunkt bei Dir und Deinem Bruder schon gereift?

Matthew: Wir hatten eine Vorstellung von dem, was wir wollten, aber diese Vorstellung war noch nicht klar ausgeprägt. Was wir nicht wollten, war einen typischen Metalsänger in die Band zu holen. Wir dachten zwar nicht, dass wir erst in Rumänien durch Zufall einen Opernsänger finden müssten, aber so ist es halt passiert, haha...

In wie fern ist Attila zuvor schon mit Heavy Metal in Verbindung gekommen? Das stelle ich mir in einem Land wie Rumänien nicht so einfach vor...

Matthew: Er kam mit Rock und Metal erst vor ein paar Jahren in Kontakt. Er ist in Rumänien auf dem Land aufgewachsen, wo es wohl noch schwerer war, an derartige Musik zu kommen, als es dort wohl ohnehin schon war.

Was sind Attilas Inspirationsquellen was Eure Lyrics betrifft? Literatur, Filme, vielleicht der Geschichtsunterricht in der Schule?

Matthew: Das kann ich Dir nicht so genau sagen. Attila ist schon ein komischer Typ, und auch wir blicken da nicht so genau durch. Auf jeden Fall beschäftigt er sich sehr intensiv mit alten rumänischen Sagen und Geschichten und nimmt das auch sehr, sehr ernst. Bei unserem ersten Treffen erzählte er Charles und mir eine halbe stunde lang von der Bedeutung unseres Familiennamens. Wir lachten darüber, aber für ihn war das etwas sehr ernstes. Er sieht seine Texte als eine Möglichkeit, um alte, vergessene Geschichten zu erzählen, und es ist für ihn natürlich, über das zu singen, womit er sich beschäftigt. Richtig ärgern kann man ihn mit Vampirfilmen und den damit verbundenen Klischees.

Thematisch würde ich in Eurem Falle vielleicht von einem losen Konzept sprechen, da die Songs ja inhaltlich glaube ich nicht zusammen hängen, aber der Gesamteindruck des Albums mit seiner düsteren Horror-Atmosphäre eben schon den Eindruck einer Einheit hinterläßt. Das seht ihr sicherlich ähnlich, oder?

Matthew: Ja. Für Attila gibt es da sicherlich Verbindungen, eben darüber, dass viele der Lyrics, etwa "Kiss of the Cobra King", von alten Geschichten sehr direkt inspiriert sind. Ein Konzeptalbum im klassischen Sinne ist "Return in bloodred" sicherlich nicht, auch wenn übergeordnet die Faszination für das Böse in seinen vielen Formen eine Art Rahmenkonzept darstellt.

Könnte man vielleicht sogar so weit gehen und das ganze mit einer Art Hörbuch vergleichen, zumal ja im Hintergrund Babygeschrei, Gemurmel, Wolfsgeheul usw. auch vor dem inneren Auge immer wieder Bilder erwecken...

Matthew: Das war das Ziel, als wir diese Samples integrierten. Das war zum großen Teil Attilas Einfluß, der auch davon spricht, dass er beim Singen der Songs Bilder und regelrecht Filme vor seinen Augen ablaufen sieht.

Gibt es einen Song, der Dich persönlich vom Text her besonders berührt? Welche Beziehung hat der Rest in der Band überhaupt zu den Thematiken Eurer Songs?

Matthew: "We came to take your souls"! Auch wenn der Song so wie ich Attila verstanden habe von Vorbereitungen einer Schlacht irgendeines Rumänischen Herrschers gegen die Türken handelt, so läßt sich der Text und die Stimmung des Songs auch auf uns selbst beziehen. Powerwolf sind angetreten um eure Seelen zu holen. Soll heißen: Das was wir hier machen machen wir voller Stolz und Überzeugung, und mit jeder Seele, die diesen Stolz in unserer Musik versteht und spürt wächst das Rudel des Powerwolfs!

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Dämonen und Diamanten?

Matthew: Diamaten sind Dämonen. Wie viele Morde, Intrigen und Kriege hat der Ruf von Macht und Reichtum schon gekostet?

Relativ offensichtlich erscheinen mir die King Diamond Einflüsse, wenn man sich Eure Bandfotos mit Schminke und das ganze Horror-Konzept ansieht, was hinter Powerwolf steckt. In wie weit stimmst Du da zu, und beschränkt sich dessen Einfluß lediglich auf Euer "Image" bzw. Konzept, oder würdest Du persönlich auch das Gitarrenspiel von Mercyful Fate als Inspirationsquelle für Dich benennen?

Matthew: Für mich sind Mercyful Fate sicherlich ein Einfluss, und ich mag es mit ihnen verglichen zu werden, da Mercyful Fate schon immer eine ungewöhnlich Band mit einer sehr speziellen Aura waren. Allerdings denke ich, dass sie Powerwolf als Band nicht wirklich beeinflusst haben, denn außer mir und meinem Bruder dürfte keiner von uns Mercyful Fate kennen. Attila mit Sicherheit nicht, denn wie gesagt kam er erst vor wenigen Jahren mit Metal in Berührung, und kennt daher nur wenige Bands. Das optische Konzept stammt übrigens alleine von Attila, so viel zum Einfluss King Diamonds...


Matthew Greywolf

Gibt es auch Doom Metal Bands, die einen Einfluss in musikalischer Hinsicht auf Euch ausgeübt haben, oder sind Songs wie "Lucifer in Starlight" oder "The Evil Made me do it" eher zufällig so doomig geworden?

Matthew: Charles und ich lieben Black Sabbath. Keine band hat je so mächtige Riffs geschrieben wie sie. Mehr brauche ich glaube ich nicht zu sagen, oder?

War es beabsichtigt, mit "Kiss of the Cobra King" einen Song zu schreiben, der schon sehr stark in Richtung Gothic tendiert? Besteht mit einem solchen Song die Möglichkeit, eventuell auch den einen oder anderen Interessenten aus einer anderen Szene für sich zu gewinnen?

Matthew: Was ist Gothic? Ich kenne mich da nicht so aus. Für mich ist "Kiss of the Cobra King" ein sehr eingängiger Song zum mitsingen, der sehr geradeaus rockt. Einer der besten auf der Platte wie ich finde. Im Mittelteil haben wir übrigens einen echten Flügel benutzt.

Was erwartet einen bei einem Powerwolf-Auftritt? Es bietet sich ja regelrecht an, da richtig mit Showeffekten arbeiten...

Matthew: Natürlich ist das optische Element bei Powerwolf sehr wichtig, macht euch da auf was gefasst. Der Wolf wird auf dem diesjährigen Summerbreeze heulen!!!

Wann und wie habt ihr festgestellt, daß ihr eine Orgel in Euren Sound integrieren wollt?

Matthew: Falk Maria Schlegel ist schon lange Teil der Band. Für mich gehört seine Orgel zu unserem Sound wie eine zweite Gitarre. Wir alle lieben die feierliche Stimmung einer sakralen Orgel. Hör dir nur mal alte Deep Purple Platten an. Ich finde die Orgel trägt viel zu der Atmosphäre von "Return in bloodred" bei und gibt unserem Sound mehr Charakter. Ich kenne keine Metal Band, die eine Orgel als festes Instrument benutzt. Alle benutzen diese schmierigen Keyboardsounds. Schrecklich!

Siehst Du es eher als Vor- oder Nachteil, mit Deinem Bruder in einer Band zu spielen?

Matthew: Das kann Vor- und Nachteil sein, haha? wir sind es gewöhnt, weil wir schon sehr, sehr lange zusammen Musik machen. Aber natürlich ist es eine andere Situation, als wenn man "nur" in einer Band zusammen spielt.

Bei einer Band wie Euch ist sicherlich ganz interessant wie die Songs entstehen. Da jeder von Euch ja relativ eigenständig ist was sein Instrument betrifft (Gesang eingeschlossen), vermute ich mal, daß ihr alle ein Stück weit am Songwritingprozess beteiligt seid...

Matthew: Exakt! Bei uns gibt es keine Hauptsongwriter. Jeder trägt seinen Teil dazu bei. Das ist nicht immer einfach und funktioniert auch nicht auf Kommando. Es muss passieren. Wir proben selten da wir weit voneinander entfernt leben, aber wenn, dann herrscht eine sehr konzentrierte und spezielle Stimmung. In solch einer Stimmung entstehen oft sehr schnell Songs. "We came to take your Souls" etwa ist ein Song, der schneller geschrieben war, als wir drüber nachdenken konnten.

Wie vorhin schon angesprochen habt ihr nie ein Demo zum Verkauf veröffentlicht und seid quasi von Null auf Hundert durchgestartet, habt einen Deal mit Metal Blade gelandet ohne Euch im Underground einen Namen gemacht zu haben. Ist das Deiner Meinung nach heute der richtige Weg?

Matthew: Nun, für uns war es der richtige Weg. Wir hatten uns schon immer vorgenommen, dass niemand von uns hören wird, bis die Zeit dazu reif ist. Der Wolf lebt vom Überraschungsmoment. Er verfolgt seine Opfer oft tagelang, ohne sich bemerkbar zu machen.

Welchen Tip kannst Du jungen Musikern mit auf den Weg geben?

Matthew: Fahr nie nach Rumänien und lach dir dort einen Sänger an, haha...

Was ist für die nähere Zukunft geplant? Und wie könnte Euer nächstes Album aussehen?

Matthew: Das weiß ich nicht. Wir planen nicht und wir schauen nicht in die Zukunft.

Und Dein Lieblings-Schokoriegel?

Matthew: Ich hasse Schokolade!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword