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Fakten: Bandgründung 1986 durch Giovanni Soulas und Achim Welsch. 1992- 1998 insgesamt 3 Veröffentlichungen. Tourneen mit u.a. Iced Earth und Nevermore. Nach der dritten CD verlässt Andy B. Franck die Band in Richtung Brainstorm und Symphorce. Die beiden Gründungsmitglieder Soulas und Welsch gründen Charisma, was leider nicht von langer Dauer und Erfolg gekrönt war. 2001 trifft Achim Welsch bei den Gandersheimern Domfestspielen auf Mischa Mang, der dort im Musical "Jesus Christ Superstar" den Judas darstellt. Die nächsten drei Jahre wird ausgiebig an der neuen CD gefeilt, die mit einiger Verzögerung in diesem Jahr das Licht der Welt erblickt hat.
Veröffentlichungen: Vision and reality 1992
Symbols of time 1994
Polarized 1998

Gesprächspartner: Mischa Mang


Neuanfang oder Fortführung von etwas, dass vor einigen Jahren durch gewisse Umstände unterbrochen wurde. Was trifft auf Ivanhoe eher zu?

MM: Für mich ist es ein Neuanfang, weil ich ja quasi in die Band reingerutscht bin und auch mit der Geschichte der Band nichts zu tun habe. Für die Band ist es eine Weiterführung, zumindest für Giovanni und Achim. Allerdings bin ich der Meinung, dass der Stil sich schon verändert hat. Was sich schon alleine durch Sebastian Brauchle (Schlagzeug) bestätigt. Was der teilweise aus den Titeln der neuen CD heraus gezaubert hat, das ist unglaublich. Als Beispiel sei hier ein normaler Achtviertel-Takt genannt, mit einmal verdreht er das ganze, verzögert es etwas und auf einmal ist das ganze Gold wert. Alleine seine Inspirationen sind verdammt stark. Alleine durch mich und Sebastian fährt die Band auf neuen Schienen, nicht wirklich neu, aber es kommen neue Inspirationen in die Band. Es ist für jede Band schwer mit einem neuen Sänger eins zu werden. Ist ja immer auch die Frage, in welcher Tonlage der neue singt. Auch wenn ich einen relativ großen stimmlichen Umfang habe singt es sich in bestimmten Tonarten schonender. Damit fängt es schon an, dass sich etwas in einer Band ändert. Würde ich in den alten Tonarten der früheren Veröffentlichungen singen, würde ich mich nicht wohlfühlen und dann wäre es auch nicht meine Band.

Du bist jetzt etwas über drei Jahre in der Band. Wie weit warein Ivanhoe dir vorher bekannt? Wie stark hast du dich mit den alten Titeln auseinander gesetzt? Welche Gründe gab es für dich neben deiner Tätigkeit als Sänger in diversen Musicals bei dieser Band mitzumachen?

MM: Das fing damit an, dass Achim und ich uns bei den Gandersheimer Domfestspielen kennen gelernt haben. Dann bekam ich von Achim die "Polarized" und irgendwie war mir klar, dass das meine Musik ist. Ganz offen gesagt hat mir bei dieser CD der Gesang nicht gefallen. Damit möchte ich keinem alten Ivanhoe Fan vor den Kopf stoßen, aber es war halt so. Ich maße mir nicht an, dem Andy kein Können zu unterstellen, es ist alles eine Frage des Geschmacks. Allerdings ist seine Art zu singen so richtig typisch deutsch, wie es in den achtziger Jahren üblich war und speziell in Deutschland (MM gibt auf einmal Geräusche von sich, die an den Film "Kettensägenmassaker" erinnern), nach dem Motto "Singe ich Hoch - kann ich singen". Alle wollen etwas über Andys Gesang bei Ivanhoe von mir hören, das kann nur unfair sein, denn Andy singt ja inzwischen anders!
Achim ist keiner von der Sorte "Feuer und Flamme, jetzt starten wir durch", er ist eher vorsichtig. Wobei ich vermute, dass es mit Andy auch negative Erfahrungen gab. Na ja, so richtig wusste ich auch nicht was Sache war, das ging immer so hin und her. Dann habe ich mal angerufen und nachgefragt, ob es denn was wird mit einer Zusammenarbeit. Als nächstes haben wir weitere CDs ausgetauscht. Er bekam mein Soloalbum, schlecht produziert, aber mit guten Titeln. Das ist 1994 entstanden, zwei Songs habe ich verstorbenen Personen gewidmet. Das ganze wurde damals in einer Einzimmerwohnung produziert, mit einem Atari Achtspurgerät. Während einer Tournee mit dem Musical "Hair" habe ich dann beschlossen diese CD pressen zu lassen. Na ja, heute ist das alles nicht mehr so berauschend, aber immerhin gab es zwei Titel, die Achim gefallen haben. Eine direkte Zusage bei Ivanhoe zu singen gab es dann immer noch nicht. Ich wurde erstmal eingeladen um ein Demo zu produzieren. Mittlerweile hatte Achim von einem der Titel meiner CD eine neue Version aufgenommen und das hat mich sehr beeindruckt. Innerhalb einer Woche hatte er eine Version gezaubert, die weitaus besser klang wie die von meiner CD. Irgendwie war mir klar, der Typ hat was. Achim ist auch ein mystischer Mensch, der lässt dich nicht sofort ran, aber wenn er dann aufmacht, dann bekommst du ein kleines Paradies.
Genug der Lobhudelei, wir haben uns auch ordentlich gestritten. Es wurde gekämpft, als die CD entstand. Ich habe versucht meine Vorstellungen von Texten und vor allen Dingen den Inhalten einzubringen. Das war einer der Streitpunkte. Aber Achim hat gelernt und ich habe andere Dinge gelernt die wichtig sind. Wäre es nach mir gegangen, wäre einiges beim Gesang schlechter ausgefallen und damit sicherlich auch die gesamte CD. Jetzt komme ich vom hundersten ins tausendste. Was wollte ich eigentlich sagen? Irgendwie war mir immer noch nicht klar wie es denn weiter geht. Giovanni hätte den Titel schon gehört und wäre ganz angetan, aber auch hier lief erstmal alles peu a peu. Da gibt es innerhalb der Band schon ein Nord/Süd Gefälle. Ich bin jemand, der sofort ranklotzen möchte, während die andere Seite erstmal gucken will und dann einsingen. Es hat ewig gedauert. Außerdem gab es die vielen Auseinandersetzungen, die wichtig sind, wenn etwas entsteht. Es ist wohl so in meinem Leben, wenn ich von etwas überzeugt bin, muss ich mich auch voll damit auseinander setzen. Dann kommt die Liebe zu gewissen Details ins Spiel. Ich kann mich in eine Idee komplett verlieben. Für die Texte bin ich größtenteils verantwortlich und Achim achtet sehr auf den Klang der Worte. Da gab es dann wieder das berühmte Gefälle und wir mussten uns wieder zusammen raufen.

Wie war es denn bei den vielen Auseinandersetzungen möglich, den richtigen musikalischen Weg zu finden?

MM: Wie du schon sagtest, es musste der richtige Weg gefunden werden. Das nächste Problem war, dass ich überall in Deutschland spiele. Berlin, Essen und jetzt Köln, da muss ich mir immer Freiraum schaffen, um zu den Proben zu kommen, oder eine komplette Woche Urlaub, um überhaupt was zu schaffen. Ich versuche das an einem Beispiel zu erklären. Ich habe eine Woche Zeit, in der ich was einsinge, von dem ich überzeugt bin. Ich denke mir, das wird jetzt abgemischt und fertig. Dann kommt Achim, dem das oder das nicht gefällt, also wird das ganze nochmal in Angriff genommen. Mittlerweile bin ich von Achim und seinem Gefühl für bestimmte Dinge absolut überzeugt und in der Hinsicht kann ich mittlerweile sehr viel von ihm lernen. Ich bin nun auch kein kompletter Idiot, was Gesang betrifft. Ich kann zwar einen Take 4 mal einsingen und ich höre keinen Unterschied, aber wenn ich ein "t" oder ein "l" zu kurz oder zu lang gesungen habe, da hat Achim sich drin verbissen. Dann habe teilweise 50 Takes gesungen und war kurz vorm Mord. Die ganze Zeit habe ich die nicht gerade einfachen Gesangslinien gesungen und von Zufriedenheit war keine Spur.


Bei der ganzen Penibilität stellt sich mir nur noch eine Frage: Wie viele musikalische Konzepte wurden erarbeitet und wieder verworfen?

MM: Es gab noch einige Querelen, wo ich gar nicht weiß, ob ich berechtigt bin, darüber etwas zu erzählen. Da gibt es Lars Hörnich, der noch irgendwelche Namensrechte hat, allerdings nicht das mindeste Engagement in der Zeit von 2001 gezeigt hat. Wir haben uns immer wieder was neues überlegt und dann hieß es "Ja, nein, könnt ihr nicht das oder jenes spielen?". Insgesamt sind drei verschiedene Schlagzeuger auf "Walk in Mindfields" tätig, die auch im Booklet der CD vermerkt sind. Schön war die Situation nicht, zumal Sebastian der fähigste Mann von allen gewesen ist, hinsichtlich Engagement und Einbringen in die Band. Wie viele Konzepte es gab habe ich jetzt nicht im Kopf, aber es wurde ewig rumgefummelt. Ivanhoe ist der Weg eines Ritters und dieser rote Faden ist in den Songs sogar noch ein wenig zu verfolgen, im Grunde eine Art Lebensweg. Die Idee fand ich nicht so gelungen, aber das war erstmal das Konzept, und dann kommt es darauf an, ob alle mitziehen. Ich entnehme Deiner Frage, dass du vermutest, dass es eine Unmenge an Titeln gab. So war es nicht. Die Sachen haben sich Stück für Stück entwickelt. Für einen Außenstehenden ist es schwer vorstellbar, dass wir drei Jahre an dem Album gearbeitet haben. Aber letztendlich waren die Schwierigkeiten wie wir zusammenkommen und wer was spielt.

Im Prinzip ist nur noch der Name Ivanhoe vorhanden, aber nicht mehr das, was musikalisch gewesen ist. Dinge wie balladeske Titel, Inspirationen aus der frühen und späten Phase von Genesis, Titel die auch für ein Publikum interessant sind, das eher im Bereich Pop/Leichte Unterhaltung beheimatet ist. Alles in allem werden sich einige mit der Band erstmal schwer tun.

MM: Von den bis jetzt erfolgten Reaktionen ausgehend möchte ich sagen, das Album ist angenommen worden. Aussagen wie "Um Gottes willen, was haben die denn da gemacht?" sind bis jetzt ausgeblieben. Es ist weiterhin die Art von Musik, die auch verzwickte Takte beinhaltet. Für mich ist es immer dann spannend, wenn ich von der Musik überrascht werde. Diese Art von Musik liebe ich, wenn ich nicht weiß, was kommt und das haben Ivanhoe früher auch gemacht. Von allen bisherigen Veröffentlichungen Ivanhoes sagt mir die "Polarized" am besten zu, und das sind auch die Songs, wo ich am meisten Lust habe sie einzuüben. Ich denke schon, dass es da noch einen Bezug zu den "alten" Ivanhoe gibt, was vom Ansatz der Songs auch sehr gut rüberkommt.

Es sind nicht mehr die jungen Musiker von früher, alles wirkt ausgereifter, die Musik ist zwar noch progressiv, aber nicht mehr unbedingt mit dem Zusatz "Metal". Das wollte ich zum Ausdruck bringen.

MM: Mit den Jahren lernt man, nicht stehen zu bleiben. So etwas sollte einer Band auch zugestanden werden. Gerade mit neuen Leuten in der Band ergibt sich auch ein neuer Einfluss und entsprechend verändert sich die Musik. Ich finde eine Veränderung auch gut. Weiter im alten Fahrwasser zu schwimmen hätte ich nicht für besonders intelligent gehalten, und das hätte mich auch nicht interessiert.

Ich zitiere aus einem Interview aus dem HOW (Nr. 5?): "...abwechslungsreich, nicht vorhersehbar und einprägsam zugleich." Das war für mich damals ein Widerspruch, allerdings ein guter, und das spiegelt sich auf der neuen CD sehr gut wieder.

MM: Das finde ich auch. Es bleibt was hängen und es entsteht nie der Eindruck, dass alle Teile irgendwie aneinander geklebt wurden (es folgt eine weitere vokale Erklärung, wie flexibel die Titel sind). Es entsteht schon das Gefühl, dass hier etwas gemeint wird, und die Strophe gehört zum Refrain und der Mittelteil als Ausklang zum letzten Refrain. Es ist also nicht so, dass hier nur besonders komplizierte Sachen entstehen. Damit schließe ich quasi an die ersten Fragen an. Hat Achim etwas von meinen Sachen nicht gefallen, dann hat er das geändert, hat ihm etwas gefallen, dann hat er entsprechend musikalische Änderungen vorgenommen. Ich bin es so gewohnt zu komponieren, dass der Text auf die Musik geschrieben wird. Nicht so, dass die Musik entsprechend dem Text angepasst wird.

Wer bis hierhin gelesen hat, mag den Eindruck gewonnen haben, dass "Walk in Mindfields" vor lauter Genialität und Perfektionismus kaum noch nachzuvollziehen ist. Dem ist aber nicht so. Anspruch und Unterhaltung halten sich sehr gut die Waage.

MM: Das ist der Punkt und das was immer gepredigt wird. Ich habe mit der Genialität nicht so viel zu tun wie Achim, was das Komponieren betrifft. Es gibt einfachere Menschen, mit denen man musizieren kann, aber dann fehlt die Auseinandersetzung, und so etwas wie die neue CD wird dabei kaum entstehen. Höchstens Metal Katalog-Seite 1-Titel. Achim und ich haben mittlerweile einen wunderbaren gemeinsamen Nenner gefunden, nur durch die Auseinandersetzungen. Es gibt Leute, die vor ihm Angst haben, weil er auch schwierig werden kann. Hätte ich meiner Angst nachgegeben, hätte ich mich nicht wohlgefühlt, weil ich nicht das gemacht hätte was ich möchte. Ohne die Auseinandersetzungen befürchte ich sogar, wären die Titel von einer anderen Qualität gewesen.

Welche Erwartungshaltungen hattest Du als du zur Band gekommen bist und welche hast Du heute?

MM: Erwartungshaltungen habe ich nur eine. Ich möchte Spaß haben und gute Musik machen. Das hatte ich schon länger nicht mehr, da ich auch zu sehr in meinem Beruf gefangen bin. Als Musicaldarsteller hast du leider nicht so viel Zeit, du spielst 8 Shows in der Woche, etcetera. Da gibt es schon sklavenähnliche Zustände. Du kommst da nicht mehr raus, weil es auch gewisse Abhängigkeiten finanzieller Natur gibt. Ich bin schon froh von meinem Gesang leben zu können. Allerdings bin ich auch jemand, der ständig komponiert, macht und tut, und das gerät dadurch eben ins Hintertreffen. Dadurch war meine Sehnsucht, jemanden wie Ivanhoe und insbesondere Achim zu treffen, sehr groß. Ob das nun was wird mit einer Plattenfirma oder nicht, das war dabei nicht das Ausschlaggebende. Sollte nur ein wenig der Gedanke an eine mögliche CD-Veröffentlichung vorhanden gewesen sein, bin ich dementsprechend schon nach den ersten 1,5 Jahren abgestraft worden. Eine einfache Nummer war das nicht.

Die berühmten letzten Worte!

MM: Lasst Winde zwischen euch wehen, denn die Säulen eines Tempels stehen für sich!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter



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