Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4812049
Besucher seit 09/2002


Hei di ho, was für ein Samstagabend! Testament sind in alter Besetzung in der Live Arena. Dass ich das noch erleben darf! Der Auftritt an sich hat sich total gelohnt. Man kann den Amis zu ihrer vorübergehenden Reunion auf jeden Fall nur gratulieren ? sie haben alles richtig gemacht. Zusätzlich hatte ich noch vorher die Ehre, mit Chuck Billy und Alex Skolnick ganz allein zu reden! Die beiden haben sich viel Zeit genommen und mir ausführlich auf alle gestellten Fragen geantwortet. Wie sehen die Pläne Testaments für die Zukunft aus? Wollt ihr etwas über ihre Vergangenheit erfahren? Was machen die einzelnen Leute eigentlich so? Wollt ihr darauf Antworten? Na dann, auf die Plätze - los gelesen?




Ihr seid ja jetzt in eurem Original Line-Up auf Tour. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Chuck: Anthrax haben ja auch in diesem Jahr das Dynamo in ihrer Original Formation gespielt, also fragte uns der Promoter, ob wir nicht ebenfalls in unserem Original Line-Up spielen könnten. Darauf meinte ich, dass ich die anderen Jungs ja mal anrufen könne. Ich hab dann natürlich auch alle angerufen und gemeint: "Hey, Anthrax macht?s und es ist das Dynamo!"
Wir haben das Dynamo seit 1987 nicht mehr zusammen gespielt! Und die Jungs meinten: "Klar! das klingt nach Spaß, also auf, tun wir?s!" Also haben wir?s gemacht, haha!

Was bedeutet es Euch wieder mit euren alten Bandkumpels auf der Bühne zu stehen?

Chuck: Es ist wirklich großartig! Weißt du, wir hatten so viele Musiker, die hier ihre Plätze über so viele Jahre eingenommen hatten. Jetzt fühlt es sich aber wirklich gut an, wenn man rüberschaut und Alex, Greg, Louie und eben all die anderen, alten Gesichter wieder sieht.

Wenn Ihr nicht gerade bei Testament spielt, in welchen Bands oder Projekten spielt Ihr dann?

Alex: Hehe, ich spiele in meiner eigenen Band, dem Alex Skolnick Trio - wir spielen viele Konzerte und haben schon 2 Platten draußen. Außerdem spiele ich noch beim Trans?Siberian Orchestra - einer Mischung aus Queen in concert und einer Broadway Show.

Beim Bang Your Head Festival letztes Jahr hat man Euch gegen Ende einfach den Saft abgedreht, da Ihr angeblich überzogen hattet. Wir fanden es großartig, dass Ihr dennoch weitergespielt habt! Könnt Ihr mir die Situation mal genauer schildern?

Chuck: Ich war wirklich wütend, weil Sebastian Bach überzogen hatte und obwohl er dies tat, wurde uns versichert, dass es unser Set nicht beeinflussen würde. Wir sollten uns keine Sorgen darüber machen, wurde uns gesagt. Also sagten wir: "Okay, dann könnt ihr sie ruhig ewig spielen lassen, haha!"
Als wir dann aber auf der Bühne standen und die uns einfach den Saft abdrehten, waren wir schon sehr angepisst! Schließlich wurde es uns versprochen. Also haben wir getan, was wir tun mussten, nämlich weiterspielen!

Die Fans wissen das auch zu schätzen! Schließlich gibt es genug Bands, die dann einfach von der Bühne gegangen wären?

Chuck: Das mag sein, aber bei solch einer Energie, die von so einer großen Masse ausgeht, kann man sich nicht einfach umdrehen und gehen. Es war doch selbstverständlich, dass wir weitergespielt haben. Wir brauchen keine Elektronik - die Fans hören mich auch so singen, haha!

In all den Jahren, in denen Ihr nun schon auf der Bühne gestanden habt, sind euch doch sicher ein paar lustige und verrückte Geschichten passiert. Erinnert Ihr euch an etwas extrem Witziges oder Kurioses?

Alex: Na ja, einmal wurde ich in die Menge gezogen?

In die Menge gezogen?

Alex: Nun ja, das war bei einer Show in L.A. - Irgendjemand hat an meiner Gitarre gezogen und ich wurde mit in den Moshpit gerissen, weil ich meine Gitarre nicht loslassen wollte. Zum Glück haben sie mich dann wieder auf die Bühne bekommen.

?und du hast einfach weiter gespielt?

Alex: Aber sicher! Das Kabel wurde dabei zwar aus der Gitarre gerissen, aber ich habe natürlich weitergespielt und den Song beendet, hehe.

Ihr habt vor kurzem eure erste DVD veröffentlicht. Warum habt Ihr da nur älteren Kram, z.B. Aufnahmen von 1991 draufgepackt und nichts Aktuelles?

Chuck: Es war ja nur ein Re-Release. Früher war es halt ein limitiertes Video, das wir von Atlantic Records angeboten bekamen. Deshalb hat da neueres Zeug nichts darauf verloren. Und durch die fortschreitende Technik sind wir später zu Atlantic gegangen und haben gesagt: "Hey, lasst es uns doch auf DVD raus bringen!".
Ich wollte es nicht einfach im Regal verstauben lassen, da es ja immer noch unsere Band ist. Außerdem ist es eine schöne Erinnerung, gerade jetzt, wo wir zusammen auf Tour sind.

Ich persönlich fand es schade, dass Ihr kein Bonusmaterial aus der letzten Zeit mit drauf getan habt?

Chuck: Nein, das wollten wir nicht. Das passierte zu einer anderen Zeit in einem anderen Teil unseres Lebens bzw. unserer Musikkarriere. Außerdem nehmen wir sowieso gerade eine DVD unserer jetzigen Tour auf.

Warum hat sich euer Musikstil über die Jahre hinweg so verändert? Habt Ihr wegen dem Trend, der Anfang der 90er aufkam, angefangen Death Metal beeinflussten Thrash zu spielen?

Chuck: Nein, das hatte eigentlich nichts mit einer Marschrichtung in eine bestimmte Musikrichtung zu tun. Es hing mehr von unseren Schlagzeugern ab, mit denen wir zusammenspielten.
Wie z.B. die "Low"-Scheibe, die wir mit Johnny, einem musikalisch sehr aggressiven Drummer, aufgenommen hatten. Sie klingt durch ihn viel extremer. Dann hatten wir auch noch Gene Hoglan, der dem Album einen gewissen Death-Style verpasst hatte.
Die Drummer haben halt auch mich in meiner Art zu singen beeinflusst, so war zum Beispiel die ?The Gathering? Platte mit Dave Lombardo eher eine Thrash-lastige Platte.
Wir hatten das eigentlich nicht geplant. Es hing letztendlich doch immer irgendwie von dem Drummer ab, mit dem wir zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammen arbeiteten. Der Musikstil war nur das Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

Wusstet Ihr, dass das Legacy-Demo in Deutschland weit über 50 Euro wert ist?

Chuck: Wow, das ist erstaunlich! Von dem Geld bekommen wir aber nichts zu sehen, hahaha!

Alex: Macht mir jemand ein Angebot? Ich hab noch eins zu hause, hehehe.


Ich könnte es ja für dich verkaufen. Mit einem Autogramm drauf bringt das sicher noch mehr Knete?

Alex: Hehehe, sicher!

Was für Erinnerungen verbindet Ihr mit den ganz frühen Testament Jahren? Im speziellen die Jahre mit Steve Souza?

Alex: Das war damals eine komplett andere Zeit, die Band war noch sehr jung und ich war damals gerade mal 16 Jahre alt. Er war damals der Motor und sorgte für Disziplin innerhalb der Band. Er achtete darauf, dass wir regelmäßig probten und hielt uns schlicht und einfach zusammen, wie ein Lehrer. Er war ein ernsthafter Musiker und wollte eine ernsthafte Band. Er war es, der die Band am laufen hielt?

Stimmt, in einer Band ist es immer wichtig, dass man jemanden hat, der auf die Disziplin achtet?

Alex: Natürlich, wir waren jung und wollten Spaß. Da passiert es leicht dass man das proben mal vergisst, hehe.

Chuck: Oh ja, ich kann mich noch gut an meine frühen Jahre in einer Band erinnern. Es schien so, als würden wir in jeder Probe nur herum sitzen und die Rätsel auf den Deckeln von Sloggers (Süßigkeiten) lösen. Das war am lustigsten. Der Proberaum war halt der Ort wo man abends hingehen konnte um Spaß zu haben und ein paar Songs zu spielen?

Gibt es denn noch so etwas wie eine Verbindung zwischen den großen alten Thrash Bands? Seid Ihr immer noch in Kontakt mit einander? Vor allem die alten Bay-Area Bands wie z. B. Death Angel, Exodus und Dark Angel?

Chuck: Ja aber sicher! All dies wäre nicht ohne diese Bands möglich gewesen! Sie haben alle diese neue Lebensenergie, haben großartige neue Platten draußen und sind auf Tour, es ist einfach großartig!
Und natürlich sind wir alle große Raiders Fans (Oakland). Wir treffen uns jeden Sonntag zu den Footballspielen dieser Mannschaft.

Welche Musik bevorzugt Ihr privat? Hört Ihr denn auch noch den ganzen traditionelleren Metal?

Chuck: Oh, ich höre einen Haufen Sachen. Unter anderem auch noch die Musik, die ich schon auf der Highschool gehört habe. Musik bedeutet mir sehr viel und bringt immer Erinnerungen mit sich. Als ich in der Highschool war, hatte ich eine großartige Zeit, keine Sorgen und so. Also höre ich mir die alten Scheiben an und erinnere mich an meine Zeit als Highschoolkid zurück, als einfach alles toll war.
Ich höre mir aber auch gerne modernere Sachen wie z. B. Soilwork oder ähnliche Bands an. Zusammenfassend also die gesamte metallische Bandbreite. Wenn wir z. B. am Pool abhängen und grillen, hören wir gerne altes Zeug.

Alex: Ich habe schon immer sehr viel unterschiedliche Musik gehört. Am liebsten Musik mit einer guten Gitarre, wie z.B. Kiss, Van Halen und so. Dann bin ich auch 10 Jahre lang getourt und habe viel Jazz gehört. Genauso gut können mich aber auch Bands wie beispielsweise Slipknot begeistern.

Was sind denn eure musikalischen Pläne für die nächsten Jahre? Werdet Ihr mit Testament dort anknüpfen, wo Ihr aufgehört habt oder kehrt Ihr ein Stück weit zu den Wurzeln zurück?

Chuck: Die Reunion ist eigentlich nur für diese 10 Tage gedacht. Gut, niemand weiß was danach passieren wird. Wir werden den Moment genießen, heimgehen und sehen was passiert. Jeder von uns hat ein eigenes Leben und einen eigenen Zeitplan. Vieles hängt einfach auch von der Zeit der einzelnen Personen ab.
Wer weiß, ich hätte ja auch nie gedacht, dass das hier passieren könnte. Mir hat einfach jemand gesagt: "Ruf die Leute an!" - und ich hab sie angerufen. Nun schau her, hier sind wir! Ich hätte niemals erwartet, dass das funktionieren könnte.

Alex: Manchmal klappt es, manchmal nicht. Als man versucht hat die Originalen Van Halen wieder zusammenzubringen, gab es ein komplettes Desaster. So könnte natürlich keine Show zustande kommen.

Chuck: Es war großartig. Ich hab ihnen erzählt, dass Anthrax zusammen das Dynamo spielen, cool sind und Spaß haben. Warum also sollten wir nicht auch cool sein und Spaß haben? Es war einfach toll, aber ich muss sagen, dass es auch 10 sehr harte Tage waren?

Alex: Es haben sich ja nicht nur Anthrax wiedervereinigt, sondern auch Laaz Rockit, die ebenfalls Freunde von uns sind?

Chuck: Ja, wir kamen mit 45 - 50 Leuten im Flugzeug rüber zum Dynamo und hatten eine einzige große Party.

Alex: ?und auch die Fans - es war einfach super!

Chuck: Weißt du, ich habe gerade mehr Spaß auf der Bühne, als ich eine lange Zeit hatte. Es ist nicht so, dass ich mich auf die Bühne treten muss, nein, im Gegenteil! Es macht mir Spaß und ich genieße die Zeit. Dadurch singe ich besser und die Truppe wirkt somit im Gesamtbild homogener.

Alex: Es ist alles einfacher als wenn man jünger wäre und mit anderen Bands rumtouren würde. Früher war jeder im Wettbewerb miteinander, jeder wollte den nächst höheren Level erreichen. Heute gibt es diesen Wettbewerb nicht mehr. Wir sind nur wegen der Musik da, haben eine tolle Zeit und genießen die Auftritte der anderen Bands.
Es ist nicht mehr diese "wir gegen die"-Mentalität die man hat, wenn man jünger ist und um Platten oder dasselbe Publikum ringt. Es ist jetzt alles einfach viel entspannter und wir genießen die Zeit miteinander!

Ja, macht was draus! Und vielen Dank für dieses ausführliche Interview.

Ebenso!


Vorbereitung, Bearbeitung: Martin
Durchführung: Karin



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword