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Nachdem Lacrimas Profundere trotz des Platzregens bei ihrer Show das Summerbreeze gut gerockt hatten, traf ich Gitarrist Oliver Nikolas zu einer lockeren Plauderrunde im trockenen Pressezelt. Seine beiden Bandkollegen Tony und Daniel hörten interessiert zu und warfen den einen oder anderen Kommentar ein. In den vergangenen 12 Jahren seit ihrer Gründung stieg der Bekanntheitsgrad der Band ständig weiter und mit "Ave End" veröffentlichten die Gothrocker 2004 ein schon fast charttaugliches Album. Erst vor kurzem fanden einige Wechsel im Line Up statt, so dass Fragen zu den Hintergründen, aber auch zu den Zukunftsplänen im neuen Team nicht fehlen durften.


Ave Tränen!

"Ave End" heißt euer aktuelles Album. Dabei geht es um das "Ende" an sich, es ist also schon fast ein Konzeptalbum. Christopher erwähnte es bereits mal bei einer Ansage zu einem Lied, dass es sich um eine Art Konzeptalbum handelt...

Oliver Nikolas: Richtig, das war unser Plan. Wir sind von vorneherein so an die Sache rangegangen, dass es ein Konzeptalbum wird. Für mich macht der Zusammenhang der Lyrics bei einem Konzeptalbum auch ziemlich viel aus und nicht gerade der der Songs. Es war im Endeffekt anfangs zwar nicht ganz so geplant, aber es hat sich wie ein roter Faden durch die ganzen Lyrics durchgezogen. Bei uns läuft es immer so, wir komponieren die Songs, dann kommen die Gesangslinien, dann kommen die Lyrics drauf und erst am Schluss kommt das Video.

Die Texte beziehen sich ja nicht nur auf das Ende von Beziehungen, sondern lassen sich übertragen.

Oliver Nikolas: Ganz richtig.

Also war es schon Absicht, dass es ein Konzeptalbum wird und ist kein Zufall im Nachhinein?

Oliver Nikolas: Richtig. Es war erst vom Songwriting her nicht so beabsichtigt, aber als die Studiozeit immer näher rückte, hat es sich so heraus kristallisiert, dass wir ein Konzeptalbum machen werden. Und es war immer ein Wunsch von mir, der sich ja jetzt erfüllt hat.
(lächelt)


Der Titel "To Bleed Or Not To Be" ist eine Anspielung an Shakespeares Hamlet ? "Sein oder nicht sein". Bei Hamlet spielt ja der Begriff des "Endes" auch eine große Rolle. War das im Nachhinein eher Zufall oder war das von vorneherein beabsichtigt?

Oliver Nikolas: Es war von vorne herein Absicht. Mein Bruder Christopher schreibt bei uns die Texte und er steht auf Wortspiele. Das fällt auch immer wieder auf. Er spricht Sachen oft nicht direkt aus.

Euer Ex Schlagzeuger Willi war schwer verletzt im Frühjahr. Was ist passiert?

Oliver Nikolas: Wir können leider noch nicht von der Musik leben. Willi arbeitet bei seinem Vater auf dem Bau. Da ist es auch so, dass man auch nicht sagen kann, heute ist Konzert, ich mache heute nichts. Und es war irgendwie ein Konzert in der Nähe, von daher haben wir gedacht, es reicht, wenn wir mittags losfahren. Willi hat den ganzen Vormittag dann noch gearbeitet. Dabei ist er ganz unglücklich von der Leiter gefallen. Anfangs sah es ganz übel aus, im Nachhinein waren es dann nur schwere Prellungen. Aber wir mussten dann leider ein Konzert deswegen ausfallen lassen.

Gleichzeitig hattet ihr im Frühjahr auch den Wechsel an der Rhythmusgitarre. War das absehbar, dass dieser Wechsel stattfindet? Da hat sich bei euch ja einiges getan...

Oliver Nikolas: Es war so, unser alter Gitarrist, der Christian, war ja noch auf der Subway Tour mit dabei im Dezember. Es war danach geplant, Konzerte erstmal außen vor zu lassen, um an neuem Songmaterial zu arbeiten. Dann kam uns die 69 Eyes Tour dazwischen, die eine extreme Chance für uns war. 69 Eyes wollten UNS als Support. Wir haben gesagt, wir spielen entweder Subway ODER 69 Eyes, aber wir machen auf gar keinen Fall beides.
Da Subway To Sally die Schnelleren waren, haben wir gesagt, okay, wir haben das Album, also dann auch eine Tour, ansonsten machen wir Einzelgigs. Da war die Sache für uns gegessen. Dann wollten 69Eyes uns unbedingt dabei haben, na ja, da haben wir gedacht, okay, da machen wir diese auch noch mit. Und da ist es dann schon etwas viel geworden. Wir hatten von Dezember bis Februar über 30 Konzerte, und über Weihnachten, wo Subway To Sally pausiert haben, haben wir zwischendurch noch auf Festivals gespielt. So haben wir nur den 24. Dezember mehr oder weniger frei gehabt und wirklich rund herum immer gespielt. Im Januar hatten wir noch ein paar Einzelgigs, dann ging es gleich wieder mit 69Eyes auf Tour. Es war irgendwie kein Ende in Sicht. Wie haben das mit Christian besprochen und sind tatsächlich rein freundschaftlich auseinander gegangen.
Wir sind wirklich froh, dass der Tony so schnell eingesprungen ist, weil er mehr oder weniger nur knappe 2 Wochen Zeit hatte, die Lieder zu lernen. Wir hatten dann noch zwei kleine Gigs, da spielen wir ja doch anderthalb Stunden. Die erste Zeit war hart, aber er hat es souverän gelöst.

Habt ihr trotzdem ganz normal die Sommerfestivals geplant oder wart ihr da tatsächlich eingeschränkt? Das ging ja alles sehr fix...

Tony: Richtig, das ging sehr schnell.

Oliver Nikolas: Ja, das stimmt. Das ist aber irgendwo auch die Art wie wir arbeiten in gewisser Weise. Es war bei Daniel vorletztes Jahr so, er kam in die Band und eine Woche drauf mussten wir mit Paradise Lost in Ankara spielen. Er hatte nur eine Woche Zeit, die Songs zu lernen. Bei Daniel war es damals sogar so, dass wir einen Song gespielt haben, den er noch nie mit uns geprobt hatte. Da haben wir nur gesagt, so, wir spielen den heute.

Daniel: Die haben mir dann auf der Bühne immer die Akkorde vorgesagt. (lacht)

Oliver Nikolas: Es klappt eigentlich immer irgendwie. Es war heute mit Korl ähnlich, unserem neuen Schlagzeuger. Es ist glaube ich nicht typisch, dass man den ersten Gig mit einer Band gleich auf dem Summerbreeze spielt oder mit Paradise Lost.
Im Endeffekt suchten wir jetzt Leute, die gewillt sind, zu Hause zu üben. Bei uns läuft das so ab, dass derjenige dann bestimmte Songs bis zur nächsten Probe können muss. Dann muss er nur ja oder nein sagen. Wenn er nein sagt, sagen wir tschüß. Wenn er ja sagt, schauen wir, wie?s klappt. Bisher hat es prima geklappt und ich kann dem Tony nur meinen Respekt zollen, ich hätte das so nicht geschafft.

"Ave End" ist ja auch schon eine ganze Weile her. Habt ihr da mittlerweile eine Distanz zu entwickelt?

Oliver Nikolas: Für mich sind die Songs komischerweise, besonders bei diesem Album, immer noch ganz frisch. Das bestätigt mich als Songwriter, weil das für die Songs spricht. Es gab Zeiten, ganz früher, wo wir schon zufrieden waren, aber irgendwann kann man den Song trotzdem nicht mehr hören. Das ist bei Ave End so gar nicht. Es ist ziemlich zeitlos, also für mich jetzt, denn ich kann ja nicht für alle sprechen.

Mittlerweile habt ihr sechs Alben rausgebracht. Der Vertrag mit Napalm Records kam 1999 zustande, nur kannte euch damals ja trotzdem noch kaum einer. Kam der richtige Durchbruch erst 2003 bei "Fall I will fallow" und den beiden Touren mit Paradise Lost und Amorphis?

Oliver Nikolas: Kann man in gewisser Weise so sagen. Ich bin zwar kein MTV und VIVA Vertreter, aber wir hatten einfach das Glück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein und so lief unser Video auf den Sendern rauf und runter. So kann ich sagen, dass der richtige Durchbruch für mich eigentlich erst mit "Ave End" kam ? besonders hier in Deutschland.

Das ist heute das erste Mal, dass ich ein Interview mache, zum Thema erste Male: Euer erstes Mal im Ausland?

Oliver Nikolas: Das war mit Within Temptation in Mexiko. After Forever waren da auch mit dabei.

In einem Interview habt ihr erzählt, dass ihr im Herbst auf Headliner Tour nach Mexiko geht. Wann geht?s los?

Oliver Nikolas: Wir waren schon auf Headliner Tour in Mexiko, das war bereits 2003. Das ist dann eventuell falsch rübergekommen, weil wir ja einmal mit Within Temptation und einmal darauf dann als Headliner in Mexiko waren. Es war aber auch echt schön. Wir werden aber im März nächsten Jahres wohl wieder rüberfliegen.

Alles klar. Wie sieht es aus mit Deutschland? Gibt es da auch noch mal 'ne Headliner Tour irgendwann?

Oliver Nikolas: Derzeit arbeitet unser Booker Extratours emsig daran, dass wir im Januar bei einer ziemlich großen Band anheuern und den Support spielen, weil uns das derzeit noch als vernünftiger vorkommt, als gleich selbst eine Headliner Tour zu machen. Wobei wir das natürlich sehr gerne machen würden und das wird auch hoffentlich nächstes Jahr noch passieren. Aber erstmal die große Band, die ich aber leider derzeit noch nicht nennen darf.

In Deutschland wart ihr ja mit Amorphis und Paradise Lost auf Tour, die ihr im Booklet zu "Ave End" grüßt. Kamt ihr gut miteinander aus? Das sind ja auch teilweise Vorbilder von euch...

Oliver Nikolas: Paradise Lost sind meine absoluten Vorbilder, denn das zweite Album von denen, wie heisst das doch gleich wieder?! (eine kleine Diskussion entfacht) ? das zwischen Icon und Gothic..., diese Scheibe hat mich jedenfalls auf diese Art von Musik gebracht und von daher war es für mich schon super, mit Paradise Lost und mit meinen damaligen Vorbildern an einem Tisch zu sitzen wie jetzt mit dir, gemeinsam zu trinken und Parties zu feiern. Wir beide sind extra einen Tag eher gelandet, um uns erstmal kennen zu lernen. Es war fast wie mit alten Bekannten, es war schon sehr positiv. Mit Amorphis war es so, ganz früher fand ich die musikalisch auch sehr geil und dann kam das Angebot. Da haben wir gesagt, okay, das machen wir, cool. Die waren auch super nett. Es gibt immer schwarze Schafe, ganz sicher. Sehr cool war es auch mit 69Eyes.

Seitdem habt ihr Endorsement Verträge mit ESP und Behringer...

Oliver Nikolas: Wir nehmen einfach das, was wir bekommen. (lacht)

Daniel: (lacht dreckig)

Oliver Nikolas: Nein, im Ernst. Gerade für mich ist das eine besondere Ehre, weil ich ESP schon vorher gespielt habe und die teuren Gitarren genauso wie jeder andere im Laden gekauft habe. Aber dann kam das Angebot, da haben wir gesagt, okay das machen wir. Auf Behringer sind wir auch ganz besonders stolz und haben unseren Proberaum/Studio mit deren Boxen und Amps ausgestattet. Nun haben wir ganz aktuell noch S.I.T. als Saitenendorser an Land gezogen!

Dann musstest du auch deine persönlichen Präferenzen auch gar nicht mehr ändern.

Oliver Nikolas: Das Schönste, was einem passieren kann, ist es ja, von einer Firma einen Endorsement Deal angeboten zu bekommen, die man gerne spielt. Es ist sehr schön, leider aber selten.


Wenn ich Leuten, die eure Musik nicht kennen, die CD vorspiele, dann kommt oft sofort der Kommentar, dass sich zumindest die Stimme von Christopher anhört wie Vile Valo von HIM. Habt ihr so was schon mal gehört und findet ihr das schlimm, wenn jemand solche Vergleiche zieht?

Oliver Nikolas: Also erstens hören wir das fast täglich...

Daniel: (lacht) Oh jaaaaa...

Oliver Nikolas: ...und zweitens finde ich persönlich das gar nicht schlimm, weil ich musikalisch nicht von HIM beeinflusst bin. Ich habe aber Respekt davor, was HIM schon erreicht haben. Ich finde es aber immer schade, wenn man eine Band immer mit anderen Bands vergleicht und nur deshalb, weil die anderen mehr verkaufen. Würden jetzt HIM soviel verkaufen wie wir und wir soviel wie HIM, dann würde es heißen, dass HIM so wie Lacrimas sind. Es ist im Endeffekt nicht so, denn uns gibt es nachweislich seit 1993. Das bedeutet also, dass wir unseren Weg gegangen sind. Und HIM kam dann irgendwann dazwischen und die hatten das größere Label und das größere Budget. Also hat niemand vom anderen abgeschaut.
Trotzdem empfinde ich das als Ehre, wenn der Vergleich mit HIM gemacht wird. Christopher denkt genauso. Das kann ich sagen.
Wobei, vielleicht kommt das auch von den gleichen Vorbildern, denn Christopher und Vile Valo haben beide Jim Morrison als Vorbild.

Passt ihr eure Setlist auf Festivals auch spontan dem jeweiligen Publikum an? Auf dem Amphi waren ja mehr Gothics am Start und hier ist ja eher die Metallerfraktion vertreten...

Oliver Nikolas: Ich bin immer der, der sich dem Publikum anpassen will und mein Bruder sagt immer, wir spielen nur die Sachen, die uns aktuell repräsentieren. Heute war der einzige Song, der zur Debatte stand, "Without" oder "Under Your...". "Under Your..." wäre der poppigere gewesen, den wir ja auf dem Amphi gespielt haben und heute haben wir "Without" gespielt, weil wir uns in der Tat darauf geeinigt haben. Es war aber jetzt nur der eine Song wo wir überlegt haben - von insgesamt acht Songs.

Wann kommt euer neues Album?

Oliver Nikolas: Mein Plan ist: Die Single Ende Januar, das Album Ende Februar. Und ich hoffe, du kaufst es dir dann auch.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Lexxy



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