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Die schwedischen Black-Metal Veteranen von Lord Belial veröffentlichen dieser Tage ihr neues Album "Nocturnal Beast", welches den Weg, der mit "The Seal Of Belial" eingeschlagen wurde, konsequent fortsetzt. Bei der Band handelt es sich mittlerweile um ein echtes Urgestein und um die vielleicht einzige Epic Doom Black Metal Band des Planeten. Thomas Backelin, seines Zeichens Sänger, Gitarrist und (zur Zeit) Hauptkomponist der Dunkelmänner stand mir in einem Interview Rede und Antwort und hatte dabei viel Geduld. Denn ich, als alter Anhänger der Band, konnte mich bezüglich der Menge der Fragen kaum bremsen, aber lest selbst.




Ihr habt zwei Tage länger für die Aufnahmen an dem neuen Album benötigt, als für "The Seal Of Belial", wart ihr diesmal etwa faul? (Wir sprechen hier übrigens über 20 bzw. 22 Tage, umso cooler klingt Thomas' Antwort auf diese, von mir als kleiner Scherz gemeinte, Frage. -der Verf.)

Thomas: Ja, wir haben uns diesmal ein paar Tage mehr Zeit gelassen. Wir wollten, dass alles gut läuft und wir uns beim Mixen des Albums in einer Stimmung befinden, in der wir uns wohl fühlen. Diesen Zustand erreichst du nicht, wenn du unter Stress stehst. Micke wurde dieses Mal bei den Aufnahmen für die Schlagzeugspuren von einem Click-Track begleitet. Damit hat er sich bereits vor den Aufnahmen mehrere Monate vertraut gemacht, um dafür ein Gefühl zu bekommen. Dadurch gingen die Schlagzeugparts ziemlich reibungslos von der Hand, so dass wir mehr Zeit für die restlichen Aufnahmen hatten, als wir erwartet hatten. Wir hatten also viel Zeit, um alles perfekt zu machen und haben uns dann auch für den Mix viel Zeit genommen.

War es für euch klar, dass ihr wieder in den Los Angered Studios aufnehmen würdet? Ich finde, der Klang ist wieder sehr wuchtig geworden.

Thomas: Auf jeden Fall. Es fühlt sich an, wie ein zweites Zuhause im Los Angered mit Andy... er ist ein sehr cooler Typ mit einem großartigen Studio, alles läuft dort ziemlich relaxed ab, so dass wir unsere bestmögliche Aufmerksamkeit und Inspiration bewahren können. Es freut mich, dass dir der Sound gefällt, wir sind damit ebenfalls sehr zufrieden.

Ich würde sagen, "Nocturnal Beast" ist sogar noch epischer, melancholischer und bösartiger ausgefallen, als "The Seal Of Belial".

Thomas: Da stimme ich dir zu. Es war auf eine Art und Weise geplant, als wir neues Material geschrieben haben. Sogar nach den Aufnahme-Sessions für "The Seal Of Belial" hatten wir noch viele Ideen mehr für dieses Album. Sowohl einige Riffs, als auch textliche Ideen. Am meisten waren wir uns aber über die konzeptionellen und emotionellen Inhalte im Klaren. "Nocturnal Beast" ist daher die logische Fortsetzung von "The Seal Of Belial".

Dann müsstest du die neuen Songs während des Sommers geschrieben haben. Wie schaffst du es, in eine solch düstere Stimmung zu kommen? Schließlich klingt "Nocturnal Beast", als sei es im dunkelsten Winter, den die Welt je gesehen hat, komponiert worden.

Thomas: Ich habe eigentlich ständig neue Ideen in meinem Kopf, egal ob Sommer oder Winter, Tag oder Nacht. Ich tendiere allerdings stets mehr dazu, in einer depressiven, melancholischen Stimmung zu sein. Das hat sicherlich mehr mit meinem persönlichen Charakter zu tun, als mit der Jahreszeit, in der ich komponiere.

Leider hatte ich die Texte nicht vorliegen, gab es eine Art Konzept hinter den Texten zu "Nocturnal Beast"?

Thomas: Ein wirkliches Konzept, im Sinne einer langen Geschichte oder ähnlichem, habe ich nicht benutzt. Ich nutze allerdings ähnliche Themen in all meinen Texten. Ich kotze mich eigentlich immer noch über Religion aus und füge einige Element von Tod und Leid hinzu, um die Texte etwas dramatischer visualisieren zu können. Du kannst die Texte wie eine Geschichte über den Kampf zwischen Gut und Böse lesen, wobei diese sich speziell auf die böse Seite der Seele fokussiert, da sie meist die stärkere im Menschen ist.

Auf den letzten Alben hast du die gesamte Musik, sowie alle Texte geschrieben. Sind die anderen Bandmitglieder denn immer zufrieden mit deinen Ideen oder gibt es manchmal Stress mit deinen Brüdern?

Thomas: Sie haben keine Wahl, denn ich bin der TYRANN! (lacht) Nein, ernsthaft, wir streiten uns eigentlich nie wenn wir proben oder neues Material aufnehmen, meist sind sie mit meinen Ideen einverstanden, da wir auch alle einen ähnlichen Geschmack haben, wenn es um Musik und Arrangements geht.

Wollten sie denn nie eigene Ideen beisteuern?

Thomas: In der Vergangenheit nicht wirklich viel. Allerdings genau in diesem Moment schreiben wir neues Material, jeder präsentiert seine Ideen und wir werden alles gemeinsam komponieren. Nur die Texte werden immer meine alleinige Aufgabe bleiben.

Hast du nicht manchmal Angst, dich könnte eines Tages die Kreativität verlassen?

Thomas: Nein, überhaupt nicht! Es gibt sicher Momente, in denen es gut läuft und welche, in denen es schlecht läuft, wie bei allen Dingen im Leben. Aber es gibt so vieles, das meine Kreativität am laufen hält, gute oder schlechte Dinge, irgendwie kann fast alles als Inspiration genutzt werden.

Auf dem letzten Album gab es den Song "Armageddon Revelation", der ganz nebenbei bemerkt, mein Lieblingssong von Lord Belial ist. Hattet ihr diesmal keine Lust einen ähnlich schnellen Titel auf das Album zu packen?

Thomas: Danke für deine Anerkennung. Wir hatten diesmal ziemlich früh während der Arbeit an "Nocturnal Beast" entschieden, dass wir ein episches Mid-Tempo Album machen wollen, ohne unbedingt schnelle Abschnitte einzubauen. Daher findest du keinen wirklich schnellen Song auf der neuen Platte. Wir haben da keinen Druck gespürt, unbedingt einen schnellen Song haben zu müssen, nur im Sinne des Selbstzweckes. Wir haben ziemlich die Nase voll von dieser ganzen spiel-so-schnell-wie-du-kannst Hysterie. Für mich geht es in der Musik vor allem um Gefühle und Emotionen und diese kannst du ausdrücken, ohne ständig neue Geschwindigkeitsrekorde aufstellen zu müssen.

Auf "The Seal Of Belial" hattet ihr es geschafft, den Frauengesang harmonisch ins Gesamtbild zu integrieren. Hattet ihr vor, diesmal keinen Frauengesang einzubauen oder hat es einfach nicht gepasst? Warum habt ihr die Flöte nicht reanimiert?

Thomas: Eigentlich trifft eher das Gegenteil zu, denn wir hatten sogar fest geplant, Frauengesang auf 2-3 Songs zu nutzen. Doch nach einer Weile hatten wir das Gefühl, wir sollten nicht allzu viele Elemente verwenden, die nicht direkt von uns gespielt werden. Also kam es dazu, dass wir uns auf das Grundlegende konzentriert und die Arrangements für den Frauengesang über Bord geworfen haben, ebenso hatten wir daran gedacht orchestrale Keyboard-Parts in einigen Teilen zu nutzen. Wir haben uns schließlich auch dagegen entschieden und so etwas nur hier und da als zusätzliche Effekte genutzt.

Euer Gitarrenspiel, speziell eure Soli, lassen vermuten, dass ihr einen klassischen Heavy Metal Background habt und auch von Bands wie z.B. Iron Maiden inspiriert worden seid. Ist das korrekt? Hört ihr euch diese Musikstile heute immer noch gern an?

Thomas: Ja, wir alle lieben alten Heavy Metal, sowie alten Thrash/Speed Metal. Ich höre mir diese Musik auch immer noch gerne an, genau wie viele andere Musikstile, z.B. Hardrock/Rock der Siebziger Jahre und Black Metal der alten Schule wie Venom, Bathory, Celtic Frost und Hellhammer. Ich wurde sehr stark von den alten Bands inspiriert, mit denen ich aufgewachsen bin, wie die eben genannten, aber auch Mercyful Fate, Black Sabbath, Ac/Dc, Iron Maiden, Dio oder Led Zeppelin. Du kannst sehen, ich habe einen musikalischen Background, der voller alter Bands ist, von denen einige heutzutage vielleicht nicht einmal mehr als Heavy Metal angesehen würden (lacht).

Man kann hören, dass ihr eure Instrumente sehr gut beherrscht. Hattet ihr alle so etwas wie eine klassische Ausbildung?

Thomas: Ich hatte nie eine richtige Ausbildung an der Gitarre, ich habe mir eigentlich alles selbst beigebracht, bei Hjalmar sieht es, glaube ich, genau so aus. Auch Micke hat nie irgendwelche Schlagzeugtechniken oder Noten in einer Schule gelernt. Bei Anders ist es so, dass wir ihn quasi gezwungen haben, den Bass zu spielen, als wir Lord Belial gründeten (lacht), er hatte bis dahin noch nicht einmal irgendein Instrument in der Hand gehalten, also kann ich mit Sicherheit sagen, dass er wohl bis dahin auch noch keine musikalische Ausbildung hatte.


Lord Belial haben nie eine anständige Musikschule besucht

Mir ist die Entwicklung der letzten beiden Alben aufgefallen. Ihr seid abgewichen vom Göteborg Stil und den schnellen Schlagzeugparts und spielt nun eine epischere, heaviere Art von Musik. Ihr selbst sprecht in eurer Biografie von einer neuen Ära. Wann habt ihr die Notwendigkeit für diesen Stilwechsel gespürt?

Thomas: Nach der Fertigstellung von "Angelgrinder" fühlten wir, dass wir uns in eine falsche Richtung bewegten. Wir hatten uns zu einer sehr verwirrten Band entwickelt, die keine richtige Grundlage mehr hatte, also setzten wir uns hin, überdachten alles und machten uns Gedanken, was wir wirklich mit Lord Belial erreichen wollen. Wir mussten nicht lange grübeln, um zu dem Schluss zu kommen, dass wir die Death-Metal Elemente und die schnellen Schlagzeugparts raus schmeißen mussten, die einfach überhand genommen hatten. Wir fühlten, dass diese sogar den ursprünglichen Klang unserer Band, den wir von Anfang an im Sinn hatten, zerstörten. Ich würde sagen, wir schauen nun wieder in Richtung unserer Wurzeln, nur dass wir mittlerweile zehn Jahre Routine und Erfahrung beim Komponieren und Aufnehmen unserer Musik haben, so dass alles viel besser und schneller funktioniert.

Irgendwo schrieb jemand, ihr würdet eure Musik einem größeren Publikum zugänglich machen und sozusagen auswimpen.

Thomas: (lacht) Nun, sein Arsch muss ziemlich eng sein, denn da kam ziemlich viel Scheiße aus seinem Mund. Wir spielen hauptsächlich für uns selbst, weil es uns Spaß macht und wir gerne Songs schreiben. Der Bonus für uns ist, dass wir auf der Bühne stehen und für Leute spielen können, die unsere Musik lieben. Wir würden uns wirklich nie ändern, um vielleicht mehr Geld verdienen zu können. Das wäre genauso, als wären wir Huren.

Ich persönlich denke, ihr habt eigentlich noch nie einen ultra-necro-grim Black Metal gespielt, sondern schon immer euren eigenen, einzigartigen Stil.

Thomas: Ja, wir denken auch, dass wir tatsächlich einen einzigartigen Sound haben.

Ihr habt jetzt ein neues Bandlogo. Was war falsch mit dem alten?

Thomas: Die Vorlage für das alte Logo war ziemlich verwaschen. Es wurde mit Schattierungstechnik erstellt und war nicht vektorbasiert. So war es sehr schwer, gute Drucke für Aufnäher und T-Shirts o.ä. herzustellen. Chrisophe Szpajdel hat unser neues Logo in Zusammenarbeit mit uns erstellt. Er schickte uns mehrere Entwürfe, an denen wir dann Änderungen vorgenommen haben, die er dann eingearbeitet hat. So ging es hin und her, bis wir zufrieden waren. Jetzt sind wir wirklich glücklich mit seiner Arbeit und dankbar für seine Geduld.

Wart ihr zufrieden mit dem Erfolg von "The Seal Of Belial"? Hat sich die Promotion für euch mit dem neuen Label Regain Records verbessert?

Thomas: Wir bekamen Unmengen exzellenter Reviews von vielen Magazinen und außerdem viele nette Worte und Lob von unseren Fans. Wir waren und sind sehr zufrieden mit diesem Album. Verglichen mit der schwachen Promotion unseres ersten Labels hat sich die Situation stark verbessert, also sind wir mehr als glücklich über die umfangreiche Arbeit, die Regain Records geleistet haben.

Wie kam es, dass "The Seal Of Belial" in vielen Mailordern als Vinyl-Version gelistet wurde, dann aber nie auf Vinyl erschien? Wird es von dem neuen Album vielleicht eine nette Gatefold-LP oder Ähnliches geben?

Thomas: Es wurde uns von Anfang an gesagt, dass "The Seal Of Belial" auch auf Vinyl erscheinen soll, doch leider kam es nicht dazu. Zu den Gründen musst du allerdings Regain Records befragen. Ich weiß auch noch nicht, ob es von "Nocturnal Beast" eine Vinyl-Version geben wird.

Ihr habt den Künstler Kris Verwimp gewählt, um das Cover für eure neue Platte zu zeichnen. Ich habe mal gelesen, dass er nur für Bands zeichnet, deren Musik er selbst schätzt. Er hört sich meist die Musik an und lässt dazu Bilder in seinem Kopf entstehen. Wie war denn der Prozess für das "Nocturnal Beast" Cover? Habt ihr feste Vorstellungen gehabt?

Thomas: Kris hatte eigentlich viele Freiheiten, er bekam alle Texte, sowie einige frühe Abmischungen unserer Songs um ein Gefühl für das Album zu bekommen. Er kam dann auf uns zu und präsentierte uns seine Ideen, an denen wir nur noch sehr wenige Änderungen vorgeschlagen haben, also war es ein sehr reibungsloser Vorgang für beide Parteien. Die einzige Bedingung die wir hatten war, dass im Vordergrund eine Bestie oder Dämon zu sehen sein sollte, egal ob Nocturnal Beast oder Belial, aber es sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen.

Denkst du, es ist wichtig, sich Gedanken um eine gute Verpackung zu machen? Manche Bands würden doch sicherlich allein wegen ihrer Musik nicht so viele Platten verkaufen, wenn sie nicht so viel Wert auf das Äußere legen würden.

Thomas: Ich finde, Image ist scheiße. Keiner von uns bei Lord Belial hat irgendein aufgesetztes Image oder irgendetwas in dieser Richtung. Wir spielen Metal und trinken Bier, genau wie viele andere es tun. Metal sollte sich hauptsächlich mit der Musik beschäftigen. Zu viele machen sich mehr Gedanken über ihr Image und Aussehen als ihre Musik. Das finde ich ziemlich oberflächlich und überflüssig. Ich mache mir übrigens auch keine Gedanken über Verkaufszahlen.


Die Band hält nichts von aufgesetztem Image

Ihr habt niemals Corpsepaint getragen und habt sogar die Pseudonyme abgelegt. Wie wichtig sind solche Dinge für eine Black Metal Band?

Thomas: Black Metal bedeutet Musik und Lebensstil. Wenn die Leute denken, es ist nötig sich anzumalen, dann ist das ihre persönliche Wahl. Für mich sind diese Dinge nicht so wichtig.

Ihr habt ja mittlerweile eine riesige Auswahl an "Greatest Hits", die ein tolles, dreistündiges Live-Set ergeben würden. Warum kann man euch nicht öfter live bewundern?

Thomas: Wir haben eigentlich schon viele Gigs in Europa in den letzten zehn Jahren gespielt, also gab es schon einige Möglichkeiten uns einmal live zu sehen. Aber ein dreistündiges Live-Set?... da würden wir wahrscheinlich sterben! (lacht)

Werdet ihr eine große Headliner Tour absolvieren, um "Nocturnal Beast" zu promoten? Werdet ihr Songs von allen Alben spielen? Bringt ihr dann auch eine hübsche Dame mit, die die Flötenarrangements der Klassiker zum besten geben wird?

Thomas: Bisher ist noch nichts weiter geplant. Wir alle haben reguläre Jobs, also ist es für uns nicht leicht auf Tour zu gehen. Es müsste schon etwas größeres sein, mit dem wir auch ein bisschen verdienen. Wir können es uns leider finanziell nicht leisten, mehrere Wochen nicht zur Arbeit zu gehen, um touren zu können. Das würden wir natürlich gern tun, aber es ist nicht möglich. Wir werden aber keine hübsche Dame mitbringen, die die Flöte bedienen wird. Wenn wir Songs spielen, die zusätzliche Instrumente wie Cello oder Flöte beinhalten, spielen wir die entsprechenden Melodien auf der Gitarre.

Ich habe euch auf dem Party-San dieses Jahr gesehen und war sehr beeindruckt von eurem Auftritt. Wie hat euch das Festival gefallen? Hattet ihr Lampenfieber?

Thomas: Danke! Es freut mich sehr, dass dir der Auftritt gefallen hat, da wir alle eine wirklich tolle Zeit hatten, sowohl auf der Bühne, als auch außerhalb. Die Crew und das Publikum auf dem Party-San waren wunderbar! Es war das bestorganisierte Festival, auf dem wir je gespielt haben. Lampenfieber existiert für mich eigentlich nicht. Ich bin vollgepumpt mit Adrenalin und Begeisterung und kann es immer kaum erwarten, die Bühne zu stürmen und ich denke, das gilt auch für die anderen in der Band.

Manche Reviewschreiber sprachen davon, der Auftritt wäre nur mittelmäßig gewesen und ihr hättet etwas gelangweilt gewirkt. Ich kann dem zwar nicht zustimmen, aber vielleicht hattet ihr ja irgendwelchen Stress auf der Bühne?

Thomas: Nun, jedem steht natürlich seine eigene Meinung zu. Wir hatten aber wirklich keine Probleme, Stress oder Ähnliches, wir waren sehr zufrieden mit allem. Es gab natürlich zwischen den Gigs nur wenig Zeit zur Vorbereitung und wir hatten etwas technische Probleme mit den Drums, was die Akustik auf der Bühne etwas verschlechterte. Vielleicht ist das einer der Gründe gewesen, dass wir nicht perfekt gespielt haben, oder uns zu wenig bewegt haben, oder was auch immer der Grund gewesen sein mag, dass diese Leute den Eindruck hatten, wir seien gelangweilt.

Spielt ihr eigentlich lieber in der Dunkelheit?

Thomas: In darkness, we all shall dwell...

Welche Bedeutung hat für euch der spirituelle Aspekt eurer Musik. Woher bekommst du die Inspiration für die Texte, die über spirituelle Themen handeln?

Thomas: Meine Inspiration ist das Leben selbst. Ich habe und hatte in meinem Leben einige Probleme mit Depressionen und Ängsten, was mich sicher zu einigen meiner Texte und Harmonien inspiriert hat. Dies ist ehrlich gesagt das erste Interview, in dem ich über diese Probleme spreche, doch diese sind tatsächlich die hauptsächliche Inspirationsquelle für mich. Mit Spiritualität habe ich eigentlich nicht viel zu tun. Ich glaube an das, was ich sehe...

Wer hatte die Idee zu dem "Siegel des Belial"? Würdest du uns die Bedeutung des Siegels erläutern? Ihr habt ja dieses Zeichen alle auf euren Lederjacken...

Thomas: Dies ist eines von vielen alten Siegeln, die für Dämonen stehen. Es ist Belials Siegel. Wir haben es nur etwas abgewandelt und mehr zu unserem eigenen Siegel gemacht. Eigentlich ist es nicht mehr, als das Zeichen für Lord Belial. Wir tragen es alle auf unseren Jacken um unsere Einheit zu zeigen und das wir eine Band mit einer starken Grundfeste und Gemeinschaft sind.

Was ist der "Unholy Cult Of Belial"? Ist das eine Art schwarzer Zirkel, dem die Bandmitglieder angehören?

Thomas: Unholy Cult of Belial ist eigentlich nur eine symbolische Phrase oder Synonym für Lord Belial und unsere Horde, die Horde die durch unsere wahren und loyalen Fans repräsentiert wird.

Würdest du dich selbst als Satanist sehen? Wenn ja, was bedeutet Satanismus für dich?

Thomas: Nein, ich sehe mich nicht als Satanist. Ich rede auch nicht gern über diese Dinge.

Ich habe gesehen, dass ihr ein neues Forum auf eurer Webseite habt, in dem alle Bandmitglieder relativ oft etwas schreiben. Das ist ja nicht gerade gängige Praxis bei Black Metal Bands. Surft ihr viel im Web und was haltet ihr von dessen Möglichkeiten?

Thomas: Wir kümmern uns wirklich nicht um das übliche Standard-Verhalten von gewöhnlichen Black Metal Bands. All diese Richtlinien, "was du tun darfst" und "was du nicht tun darfst" in der Szene sind wirklich erbärmlich. Wir haben alle Breitbandanschlüsse und wir sind rund um die Uhr in unserem mIRC channel #lordbelial aktiv. Wir besuchen auch unser Forum täglich. Das ist unsere Art, den Fans zu zeigen, dass wir uns um sie kümmern und das wir keine Rockstars sind, die sich für zu fein halten, um auf einem Level mit ihren Fans zu reden. Bezüglich der Möglichkeiten für Promotion, ist das Internet natürlich eine geniale Sache, du kannst ein Netz mit Kontakten überall auf der Welt aufbauen, mit denen du sehr leicht kommunizieren kannst. Das war vor zehn Jahren noch nicht möglich und das ist definitiv ein Vorteil der digitalen Entwicklung.


Die Lords mögen ihre Fans

Was interessiert euch außer dem Surfen im Web noch? Steht ihr auf Porno oder Horror Filme?

Thomas: Beides, Porno und Horror Filme sind auf ihre Weise gut und ich habe davon eine Menge. Ich mag eigentlich alle Arten von Filmen, mit Ausnahme von langweiligen Dramen und romantischen Mistfilmen. Meine All-Time Favoriten sind die Hellraiser und Nightmare Filme, da ich mit ihnen aufgewachsen bin.

Welcher Film hat dir zuletzt am besten gefallen? Ist Darth Vader immer noch evil, oder hat Hayden Christensen eine Witzfigur aus ihm gemacht?

"Saw" und "Saw 2" waren sehr guter Anschauungsunterricht. So viel Wahnsinn und Intelligenz gleichzeitig. War denn Darth Vader jemals evil? Ich dachte immer, er sei nur ein Irrer mit Umhang und Bronchial-Asthma? (lacht)

Seid ihr bereits dabei, Material für euer nächstes Album zu schreiben?

Thomas: Ja, wir haben bereits drei Songs für das nächste Album fertig. Wir haben auch schon mit Andy über Termine für die nächsten Aufnahmen gesprochen.

Alles klar Thomas, ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich werde meinen Lesern empfehlen, sich euer neues Meisterwerk zu besorgen und wünsche euch viel Erfolg mit "Nocturnal Beast". Alles Gute für euch. Hoffentlich sieht man euch bald auf Tour.

Thomas: Ich danke dir, Sascha, für das sehr gute Interview mit sehr vielen Fragen. Außerdem danke ich allen Lesern, die (hoffentlich) Spaß daran hatten, dies alles zu lesen. Cheers!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Sascha



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