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Nachdem wir im Juli anläßlich der tollen Scheibe "The Pale Haunt Departure" gleich ein ganzes Bündel Fragen an Novembers Doom geschickt hatten und bis Mitte Dezember noch niemand geantwortet hatte, hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben, Euch mit weiteren Informationen rund um die Band versorgen zu können. Kurz vor dem Weihnachtsfest sind die Antworten dann doch noch bei uns eingetrudelt und enthielten einige für uns wirklich schockierende Aussagen über eine Krankheit bei Sänger Paul, die nicht nur eine Erklärung dafür liefern, weshalb die Beantwortung der Fragen etwas länger gedauert hat, sondern auch warum Lyrics und Musik der Band so unglaublich depressiv und tiefsinnig ausfallen. Leider können wir für Paul nicht mehr tun, als Euch dieses Interview ans Herz zu legen und eine erneute Empfehlung dafür auszusprechen, der Band Eure Anerkennung durch den Kauf des Albums zu zeigen. Damit jetzt aber zu den Fragen, die von Paul und Gitarrist Larry Roberts beantwortet wurden...


Im Vergleich zu Euren bisherigen Outputs fällt spontan auf, daß ihr an Härte, Heavyness und Aggression gewiss nicht zurückgesteckt habt...

Larry: Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, daß dieses Album das aggressivste ist, das wir bislang gemacht haben. Bei einigen Songs gehen wir schneller zu Werke als in der Vergangenheit, und die Stimmung beim Songwriting war sicherlich auch irgendwie aggressiver. Wir wollten Songs schreiben, die mehr auf den Punkt kommen, anstatt die Stücke in die Länge zu ziehen und nur mit einem Auge für die Atmosphäre und die Stimmung zu komponieren, wie bei einigem, was wir zuvor gemacht hatten.


Die Songs auf "The Pale Haunt Depature" klingen sicherlich auch kompakter als noch auf "Of Sculptured Ivy and Stone Flowers" oder "The Knowing". Setzt ihr also mittlerweile beim Songwriting bewusst andere Akzente?

Larry: Bis zu einem bestimmten Punkt sind wir uns bewußt über die Richtung, in der wir die Songs schreiben. Aber eigentlich schreiben wir immer nur das, was sich im jeweiligen Augenblick richtig für uns anfühlt. Diesmal wollten wir wie schon gesagt die Songs etwas direkter halten und haben deshalb ein wenig das abgeschüttelt, was wir für übertrieben und überflüssig hielten. Nun, da wir älter werden, werden wir interessanterweise auf einmal aggressiver anstatt sanfter zu werden. Das ist aber ein natürlicher Prozess, aus welchem Grund auch immer. Wir spüren plötzlich eine größere Anziehung zu unseren Wurzeln im Death Metal Bereich, und das hört man dann auch unserer Musik an. Dazu kommen die eher progressiven und stimmungsreichen Einflüsse, die immer auf irgendeine Art da sein werden.

Der Titel "The Pale Haunt Departure" läßt sich nur schwer ins Deutsche übersetzen. Welche Bedeutung hat er genau und in wie weit hängt er mit dem musikalischen Inhalt der CD zusammen?

Paul: Der Titel "The Pale Haunt Departure" faßt das gesamte Gefühl zusammen, das die CD wiedergibt, und natürlich auch das des Songs. Thematisch läßt sich das Album einordnen als ein Konflikt mit dem Schicksal, der Hoffnung, Verrat und vor allem Traurigkeit. Die meisten Lyrics des Albums sind sehr persönlich und entspringen direkt den letzten Jahren meines Lebens. (die folgenden Worte sind so bewegend, daß ich sie beim besten Willen nicht übersetzen möchte - Dennis) A lot of the pessimistic views come from my illness. 5 years ago I was diagnosed with a degenerative spinal disease which is slowly breaking down the bone and discs in my spine and collapsing on the spinal cord, causing great pain 24 hours a day, and eventually a high chance of paralysis. This has obviously had a major impact on my life, and the way I view things. I use this to draw my lyrical influence from, and it helps me as a therapy of sorts.

Handeln Eure Texte von Deinen eigenen Gefühlen und Gedanken, Paul, oder sind es rein fiktive Storys? Kann man überhaupt glaubwürdigen Death Doom zelebrieren, ohne sich selbst ein Stück weit in seiner Musik zu reflektieren?

Paul: Ich habe immer sehr viele persönliche Elemente in meine Lyrics gesteckt, aber bei den letzten beiden CDs habe ich mich wirklich geöffnet. Manchmal bin ich vielleicht sogar einen Schritt zu weit gegangen und habe Dinge geschrieben, die zu persönlich sind. Ich glaube, daß Menschen durch meine Lyrics sicherlich in mein Leben schauen und sehen können, was mich antreibt und was mir meine Energie raubt. Es ist wirklich gewagt sowas in einer Szene zu machen, in der die Leute feste Vorstellungen davon haben, wie Lieder sein sollten. Ich hatte schon mit Leuten zu tun, die der Meinung waren, daß Worte wie die meinen keinen Platz im Heavy Metal haben. Es gibt aber auch Leute, die es toll finden, daß wir in dieser Hinsicht anders sind, und es gibt Leute, die mir erzählt haben, daß das was ich geschrieben habe ihr Leben in irgendeiner Weise zum Besseren verändert hat. Und das ist das größte Kompliment von allen.

Larry: Ich denke, daß die meisten Bands nicht wirklich viel von sich selbst preis geben oder ihre eigenen Erfahrungen in Songtexten verpacken. Viele versuchen einfach nur, sich düster oder poetisch präsentieren. Paul hat sicher auch mal so angefangen, aber mittlerweile hat er wirklich mehr als genug persönliche Dinge in dieser Richtung, über die er schreiben kann.

Larry, wie bringst Du Dich selbst in Stimmung, um Eure Musik so gefühlvoll und melancholisch werden zu lassen?

Larry: Ich glaube nicht, daß sich einer von uns irgendwie hinsetzt und sagt "Okay, jetzt wird Musik geschrieben. Ich muß meine Gedanken in düstere Bahnen lenken." So funktioniert das nicht. An einigen Tagen nimmst Du Dein Instrument und Dir fällt überhaupt nichts brauchbares ein, an anderen Tagen küßt Dich die Muse und Du schreibst vielleicht sogar einen ganzen Song. Die Inspiration selbst kann dabei von allem kommen, ob gut oder schlecht.

"Autumn Reflection" ist sicherlich eines der atmosphärisch dichtesten Stücke, die ihr bislang veröffentlicht habt, irgendwo zwischen einer sehr gedrückten Grundstimmung und trotzdem stets präsenter Hoffnung. Kannst du uns ein wenig zur Entstehung des Textes verraten, Paul? Und wer ist der Guardian im gleichnamigen Song?

Paul: Der Guardian ist meine Tochter Rhiannon. Ich habe diesen Song für sie und an sie geschrieben. Sie hat buchstäblich mein Leben dadurch gerettet, daß sie geboren wurde und mir etwas gegeben hat, wofür es sich lohnt zu leben. Der körperliche Schmerz, mit dem ich täglich leben muß, schwächt nach fünf Jahren auch Deinen Willen, und Du fängst an Dir Gedanken darüber zu machen, den Schmerz zu beenden. She gave me the light I needed, and everything I now do is for her. She's the world to me. Einige Rezensenten haben sich ernsthaft lustig darüber gemacht, daß ich einen Song wie diesen geschrieben habe. Wenn es wirklich nicht Metal ist seine Tochter zu lieben, dann fuck, bin ich eben nicht Metal! Ich bin doch nur glücklich darüber, daß sie in mein Leben getreten ist, und das ist eine Million mal mehr wert als irgendeine Anerkennung, die sich mit der Musik verdienen läßt.

"Through a Child Eyes" unterscheidet sich musikalisch ein wenig vom Rest des Albums...

Larry: Ja, in dem Sinne, daß es ein durch und durch "fröhlicher" Song ist. Aber das ist für uns als Band nichts neues, wir hatten auf jedem Album einen Song, der ähnlich gewesen ist. Wir haben sehr viele verschiedene Einflüsse und Geschmäcker in der Band, und wir alle schreiben und spielen sowohl gerne akustische als auch brutale Songs. In lyrischer Hinsicht unterscheidet sich das Stück nicht sonderlich vom Rest des Albums. Auch hier geht es um Pauls persönliche Gedanken und Angelegenheiten, die sein Leben berührt haben. Ob ein Song gänzlich heavy ist oder rein akustisch ist solange egal, wie er nach Novembers Doom klingt.

Hat Paul das Coverartwork von "The Pale Haunt Departure" wieder selbst entworfen?

Larry: Paul hat seit "Of Sculptured Ivy..." aus dem Jahr 1999 kein Coverartwork mehr gemacht. Die beiden CDs danach stammen von Travis Smith, und dieses letzte hier ist von Attila Kis. Wir teilen den Künstlern unsere grobe Vorstellung von dem mit, was wir suchen, und vielleicht noch ein paar Lyrics als Inspiration. Im Großen und Ganzen aber eher wenig, so daß es in erster Linie an ihnen selbst liegt, das Cover zu entwerfen. Und wenn wir es mögen, dann nehmen wir es.


Welche Bedeutung steckt dahinter?

Larry: Alles was auf dem Artwork zu sehen ist, ist eng verknüpft mit den einzelnen Songtexten. Ich finde es aber ehrlich gesagt besser, wenn die Leute sich die Songs anhören, die Lyrics lesen und das Artwork betrachten, als ihnen zu erklären, was das Bild darstellt. Dann können sie sich selbst eine Interpretation dafür suchen, wovon es handelt. So etwas vorzugeben nimmt irgendwo ein wenig den Spaß finde ich.

Ihr hattet in Eurer bisherigen Bandgeschichte ja schon einige Labels. Würdest Du sagen, daß Euch jeder Labelwechsel ein Stück weiter nach vorne gebracht hat oder waren da auch Rückschläge dabei? Wenn ich mich recht entsinne, wart ihr ja auch mit Dark Symphonies ganz zufrieden...

Larry: Jedes Mal als wir das Lebel gewechselt haben, war das ein geschäftlicher Schritt in die richtige Richtung, nichts weiter. Als wir bei Dark Symphonies waren, waren wir zufrieden mit der Situation, und eine Zeit lang lief alles sehr gut. Irgendwann kam aber der Punkt an dem wir gemerkt haben, daß wir mit ihnen nicht weiter kommen würden, und so haben wir uns für eine Trennung entschieden, um es woanders zu versuchen. Also keine Verschwörungstheorien und auch kein Drama, das dahinter steckt. Es ist ähnlich, wie wenn man sich einen anderen Job sucht, wenn man merkt, daß man in einer Firma nicht mehr weiter kommt. Dann sucht man sich einen neuen um in seiner Karriere weiter vorwärts zu kommen und die nächste Stufe zu erklimmen. Unser Deal mit The End/Candlelight hat unsere CDs mehr Leuten zugänglich gemacht als jemals zuvor, also war es wohl das richtige, was wir getan haben. Ich wünsche den anderen Labels, mit denen wir in der Vergangenheit gearbeitet haben, alles Gute, da sie das Beste für uns zum jeweiligen Zeitpunkt getan haben. Aber manchmal muß man weiter gehen um mit etwas Glück die nächste Stufe zu erklimmen. Die Labelwechsel, die wir vollzogen haben, haben uns jedenfalls letztlich alle nach vorne gebracht.

Wenn man ständig mit Besetzungswechseln zu kämpfen hat und seine CDs kaum in den Läden finden kann muß das ziemlich deprimierend sein. Was bringt einen dazu, trotzdem immer weiter zu machen?

Paul: Das geht nur, wenn man die Musik über alles liebt. Für mich ist das eine Art Therapie, die ich gerade jetzt in meinem Leben brauche. Sie ist mein Auslaß und meine Krücke. Wir machen das nicht für's Geld oder den Ruhm den man erlangen kann, wenn man viele CDs verkauft. Ich mache das alles in erster Linie, weil es mir gut tut. Wenn ich merke, daß das irgendwann nicht mehr der Fall ist, dann werde ich aufhören.

Larry: Musiker ersetzen, schlechte Distribution und so weiter... all das ist nur Teil des Geschäfts. Menschen, die mit einer Band anfangen und Ruhm und Reichtum erwarten, die vielleicht sogar glauben, die Dinge würden ihnen zufallen sobald sie einen Plattendeal unterschrieben haben, belügen sich selbst. Das Geschäft wird immer härter je weiter man kommt, wirklich! Aber wenn man liebt was man tut, und all das letztlich nur aus Liebe zum Schreiben und Spielen macht, dann kann man mit allem klarkommen.

Wieso habt ihr mittlerweile keinen weiblichen Gesang mehr in Eurer Musik?

Larry: Aus zwei Gründen. Zum einen liegt das daran, daß wir seit dem Abgang von C.J. im Jahr 2000 einfach keine Sängerin finden konnten, die in die Band kommen und einen so guten Job wie sie erledigen konnte. Und das auch noch Vollzeit! Für die letzten Alben haben wir deshalb Studio-Sängerinnen angeworben, was eine Liveperformance jener Parts von vornherein ausgeschlossen hat. Sowas ist scheiße! Als wir "Pale Haunt..." geschrieben haben, haben wir gemerkt, daß die Songs auch ohne weiblichen Gesang auskommen würden. Was für einen Sinn macht das schon, welchen in die Lieder zu packen, wenn er nicht gebraucht wird? Damit war für uns dann eigentlich klar, daß wir auf diesem Album keinen weiblichen Gesang haben würden. Der andere Grund, und der ist vielleicht noch wichtiger, ist die Tatsache, daß wir uns mittlerweile einfach musikalisch davon gelöst haben. Als wir Mitte der 90er damit angefangen haben, weibliche Vocals zu verwenden, gab es nur sehr wenige Bands die sowas gemacht haben. Es war neu und einzigartig. Heute gibt es hunderte von Bands die das machen, was auch wirklich schön ist. Aber für uns ist das einfach nicht mehr von Interesse, verstehst Du? Einige Fans vermissen das, was ich auch verstehen kann und was mir leid tut. Aber es ist immer noch besser als wenn wir uns selbst dazu zwingen würden etwas zu tun, was wir nicht wollen. Das wäre einfach nur falsch! Wir haben vier Alben und eine EP mit weiblichem Gesang rausgebracht. Es ist einfach an der Zeit, wieder etwas anderes zu machen.

Seid ihr noch mit eurer ehemaligen Bassistin Mary Bielich in Kontakt? Sie ist ja mittlerweile bei Penance aktiv, die letztes Jahr auch einige Konzerte in Deutschland gespielt haben.

Larry: Wir haben noch Kontakt und sind auch gute Freunde. Es gab keine Differenzen als sie uns verlassen hat, zumal der Hauptgrund ja darin gelegen hatte, daß sie 400 Meilen weit weggezogen ist. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob Penance überhaupt noch aktiv sind, aber sie spielt immer noch in Behind Enemy Lines und anderen Projekten. Sie wird der Szene auf jeden Fall weiter erhalten bleiben, auf welche Art auch immer. Sie hat übrigens erzählt, daß die Konzerte, die sie in Deutschland gespielt hat, einfach fantastisch gewesen sind!

Zu Ron Holzner von Trouble scheint es ja auch eine recht enge Verbindung zu geben, euer Drummer Joe war ja schon in seine aktuelle Band Debris Inc. involviert und immerhin hat Ron auf "To welcome the Fade" an einem Stück mitgeschrieben...

Larry: Ich kenne Ron jetzt schon seit vielen Jahren. Er ist ein talentierter und guter Mensch. Wie Du schon sagtest hat Joe mal eine Weile bei Debris Inc. ausgeholfen. Während wir das "...Fade"-Album geschrieben und aufgenommen haben, habe ich mit Ron an einem Side-Projekt gearbeitet, das wir zusammen machen wollten. Ich habe ihn dann einfach gefragt, ob er uns beim Schreiben und mit den Aufnahmen der CD helfen könnte, und das hat er getan. Leider ist er nicht auf der CD zu hören, was ich wirklich bedauere, denn ich wollte das eigentlich. Trotzdem war seine Hilfe wirklich beachtlich. Hoffentlich sind wir eines Tages beide nicht mehr so beschäftigt und finden nochmal etwas Zeit, um an dem Side-Projekt weiterzuarbeiten.

Haben Euch US Doom Bands wie Trouble oder Dream Death in irgendeiner Weise beeinflußt? Viele Leute stecken Euch ja in die Doom-Ecke, mit der ihr eigentlich gar nicht so viel zu tun habt...

Larry: Ja, Trouble und Dream Death waren beides Einflüsse von uns. Wir stammen aus Chicago, so daß wir in unseren frühen Jahren ganz natürlich mit Trouble in Kontakt kamen. Paul ist ein großer Dream Death Fan. Ob wir nun eine Doom Band sind... nun, weißt Du, das sind wir wirklich nicht. Wir haben Doom Einflüsse beim Schreiben, und diese Einflüsse scheinen manchmal recht stark durch, aber wir haben auch eine Menge anderer Einflüsse. Das Problem ist, daß die Leute meinen, sie müßten alles in vordefinierte Kategorien packen. Aber mit Bands wie uns ist das einfach nicht möglich, es sei denn, Du erstellst eine Kategorie wie "Doom Death Progressive Acoustic Emotional Metal", haha. Was sollen immer diese ganzen Kategorisierungen? Musik ist entweder gut oder schlecht, Punkt! Wenn es einem gefällt, was man hört, dann ist es doch egal, in welche Kategorie die Musik fällt. Die Leute, die sich in sowas verfangen, sind meiner Ansicht nach eher besorgt, ein Image von sich selbst und ihrem Musikgeschmack zu wahren, als einfach sie selbst zu sein und zu hören was ihnen die gute Musik bringt. Wir werden auch oft wegen unserem Namen als Doom Band bezeichnet, und weil unsere alten CDs noch langsamer und doomiger waren. Aber das ist nunmal so.


Auch wenn mittlerweile nicht mehr viel klassischer Death / Doom übrig ist, bleibt doch mit "Last God" von "The Knowing" ein geradezu episches Monument, das euch auf Dauer einen Platz im Olymp dieser Stilrichtung sichert. Hat der Song auch für euch eine besondere Bedeutung?

Larry: Der Song hat in der Tag eine besondere Bedeutung für mich. Das liegt aber daran, daß es einer der ersten gewesen ist, den ich für diese Band geschrieben habe. Das war zu einer Zeit als es mir überhaupt nicht gut ging, und der Song ist das, was damals aus mir herausgekommen ist. Lyrisch steckt allerdings keine große Bedeutung dahinter, es ist einfach ein weiterer Teil des Handlungsfadens im Konzept von "The Knowing". Man kann aus dem Song aber sehr schön einige meiner Einflüsse heraushören, wie zum Beispiel die "Pandemonium"-Phase von Celtic Frost oder Winter. Beide Bands gehören zu meinen Faves. Ich will nicht sagen, daß ich niemals mehr einen Song wie diesen schreiben könnte, aber ich denke, daß dieses Lied eine Menge Gefühle vertrieben hat, die ich in mir getragen habe und die mich geprägt haben zu jener Zeit. Ich würde auch lügen wenn ich sagen würde, ich würde das alles gerne nochmal durchmachen. Ich bin wirklich glücklich, daß ein paar Leute dort draußen den Song wirklich mögen. Ich habe da eine Menge reingesteckt.

Interessant ist sicherlich, dass ihr euch selten auf einem Album klar auf eine Marschrichtung festlegen lasst. "To welcome the Fade" klang ja zuletzt noch überdurchschnittlich homogen, aber "The Pale Haunt Departure" enthält doch wieder recht unterschiedliche Songs, wenn vielleicht auch nicht so extrem wie auf "The Knowing".

Larry: Ich persönlich denke nicht, daß wir jemals zwei Alben aufgenommen haben, die ähnlich zueinander waren. Es gibt sicherlich ein paar Dinge bei uns, die man als konstant betrachten kann, weil sie Teil unserer Ausdrucksweise und damit ein Trademark von uns sind. Ich persönlich sehe auch nicht viele Ähnlichkeiten zwischen "The Knowing und "Pale Haunt...". Aber die Sache ist die, daß jeder, der sich mit Musik beschäftigt, etwas anderes hört. Wenn einer sagt, zwei Alben hören sich ähnlich an, dann ist das einfach nur die Art, wie das auf ihn wirkt, weißt Du? Ich denke, "To Welcome The Fade" ist immer noch eine gute CD, aber auch dieses Album stellt für uns nur eine vorübergegangene Phase während der Entstehungszeit dar. Da sind Sachen auf der CD, die wirklich wichtig waren für die Entstehung von "Pale Haunt..." und dann sind auch Sachen auf dem Album, die wir wahrscheinlich nie wieder machen würden, weil sie nicht mehr das repräsentieren, was wir heute sind. Wir haben uns immer bemüht, auf jedem Album etwas zu machen, was neu war. Es gibt nicht viele Gründe dafür, sich zu wiederholen. Das wäre vielleicht der sichere Weg im Hinblick darauf, die Fans zufriedenzustellen und kommerziell erfolgreicher zu werden, aber uns geht es mehr darum, uns selbst als Künstler zu verwirklichen.

Für den Titelsong von "The Pale Haunt Departure" habt ihr erstmals einen Videoclip drehen lassen. In wie fern ist es auf dem amerikanischen Markt notwendig, ein Video an den Start zu bringen?

Larry: Nun, das kommt darauf an, was man damit anfangen kann. Es ist offensichtlich, daß es nicht viele Möglichkeiten in den U.S.A. gibt, um Underground Metal Videos spielen zu lassen. Aber wenn es Dir gelingt, Airplay zu bekommen, dann kann das schon eine sehr große Hilfe sein. Dazu kommt das Internet: Leute aus aller Welt können sich auf Deiner Webseite einloggen und Dein Video ansehen, so oft sie möchten, und das ist auch eine große Hilfe. Als wir das Video auf unsere Webseite gestellt haben und auf den einschlägigen Metal News Seiten bekannt wurde, daß das Video zum Download steht, haben wir tausende Klicks alleine in der ersten Woche nur deshalb erhalten. Das alleine war die ganze Anstrengung schon wert. Außerdem hatten wir einfach Lust gehabt, ein Video aufzunehmen, und am Ende hat es auch eine Menge Spaß gemacht. Wir planen darüber hinaus in der nahen Zukunft eine komplette DVD zu verkaufen, auf der das Video neben jeder Menge anderem Material drauf sein wird. Es war die Mühe also auf jeden Fall wert. Aber Video Airplay kann in den U.S.A. schon sehr wichtig sein, ebenso wichtig wie das Touren und die Presse. Es gehört alles zum Gesamtprozeß. Beachtung zu bekommen ist bei uns derzeit ziemlich schwierig. Es gibt eine Menge Wettbewerb und nicht genügend Platz und Sendezeit um gesehen und gehört zu werden.

Im Oktober solltet ihr eigentlich einen Auftritt beim Prog Power Festival in den Niederlanden und einige weitere Auftritte auf europäischem Boden spielen. Weshalb hat das nicht geklappt?

Larry: Ja, leider konnten wir diese Shows nicht wie geplant durchziehen. Es hat uns wirklich das Herz gebrochen die Auftritte canceln zu müssen, aber Konzerte in anderen Ländern bringen eine Menge Probleme mit sich im Hinblick auf die Arbeitserlaubnis, Passanerkennungen und dieses ganze Zeug, so daß es nicht in unseren Händen lag. Irgendwann haben wir einfach gemerkt, daß all diese Formalitäten nicht mehr rechtzeitig erledigt sein würden, weshalb wir die Shows verschieben mußten. Wir hoffen aber trotzdem, bald nach Europa zu kommen, wissen nur noch nicht genau wann. Es ist wirklich schwierig für kleinere amerikanische Bands nach Europa zu kommen und eine eigene Tour zu machen. Insbesondere die Verwaltungsangelegenheiten sind eine sehr heikle Sache. Aber wir arbeiten gerade daran.

Und zum Abschluß: An welchem Ort in Chicago können wir die schönsten Mädels finden, falls wir irgendwann mal bei Euch aufkreuzen sollten?

Larry: Nun, ich bin mittlerweile verlobt und damit vermutlich nicht der richtige, um Dir für sowas Tipps geben zu können. Es gibt eigentlich überall in der Stadt schöne Frauen, Chicago ist ja auch recht groß. Aber wir haben keine Rotlichtbezirke wie es sie in Europa gibt, wo man schöne Frauen gegen Bezahlung abschleppen könnte. Also, viel Glück, Jungs!


Vorbereitung: Volker & Dennis
Durchführung und Bearbeitung: Dennis



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