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Dass der deutsche Metal-Underground auch im progressiven Bereich so einiges zu bieten hat, beweisen nicht zuletzt Tomorrow's Eve, die bereits mit ihrem zweiten Longplayer ausgefeilte und eigenständige Songideen von nicht alltäglicher Qualität auffahren. Auch wenn ich bei Metalspheres eigentlich eher die Krach- und Zeitlupen-Fraktion vertrete, hat mich ihr gerade veröffentlichtes Album "Mirror of Creation", welches auf einem anspruchsvollen utopischen Konzept aufbaut, nach nur kurzer Zeit vollauf überzeugt. Grund genug, einige Fragen an die Band loszuwerden, die mir Gitarrist Rainer Grund beantwortete.


Hallo Rainer, da euch die meisten unserer Leser noch nicht kennen werden, kann ich dir die obligatorische Startfrage nicht ersparen. Also erzähl doch bitte zuerst mal ein bisschen was über die Gründung von Tomorrow's Eve und eure bisherige Bandgeschichte.

Rainer: Hallo Volker, gegründet wurde TOMORROW`S EVE 1998 in Idar-Oberstein. Damals noch unter dem Namen SCAMP suchten Oliver Schwickert und Sascha Hilles einen neuen Gitarristen für die Band und so kam ich dazu. Kurz danach mussten auch ein neuer Drummer und Sänger für die Band gefunden werden. Mit Ralf Gottlieb und Peter Webel wurde dann das Lineup wieder komplettiert. Wir entschieden uns auch den Namen zu wechseln und TOMORROW`S EVE war geboren. Im Anschluss daran schrieben wir die Songs, die auch auf unserem Debüt "The unexpected world" zu hören sind. Wir wollten versuchen mit diesem Material einen Plattenvertrag zu bekommen und das hat ja erfreulicherweise auch funktioniert. B-MIND Records aus Berlin nahmen uns unter Vertrag und haben die CD dann im September 2000 veröffentlicht.
Danach folgten zahlreiche Konzerte, unter anderem haben wir für RAGE zu deren "Welcome to the other side" Tour eine Show eröffnet oder waren mit PAUL Di´ANNO auf einer kleinen Europatour unterwegs. Irgendwie wurde das Interesse an TOMORROW`S EVE immer größer und so wurde unser Debüt sogar vom Moskauer Label IROND Records für den russischen Markt lizensiert. Nun war die CD fast weltweit veröffentlicht. Danach folgten die Arbeiten und Aufnahmen zu unserem aktuellen Album "Mirror of Creation".


Wart ihr auch vor Tomorrow's Eve schon in anderen Bands aktiv?

Rainer: Oliver Schwickert spielte vor SCAMP und TOMORROW`S EVE bei ABSTRUCT REALITY die auch schon in die Prog-Richtung gingen. Rouven Bitz unser neuer Sänger hat noch eine zweite Band WARCHILD am Start und spielt nebenbei auch noch Theater. Ich spielte früher bei CAT SCRATCH FEVER Powermetal (auch wenn der Name was anderes vermuten lässt) hatte nebenbei noch ein paar Prog-Projekte wie z.B. SIGMA TAU und noch eine Coverband DOWN THE DRAIN. Sascha Hilles spielte mit Oliver Schwickert zuvor auch bei ABSTRUCT REALITY. Ralf Gottlieb trommelte vorher z.B. bei SOLAR SPINE und Peter Webel sang bei SHADES OF AVALON.

Für eine Band, die erst ihr zweites Album veröffentlicht hat, klingt ihr jedenfalls bereits beachtlich routiniert und eingespielt. Vor allem das Zusammenspiel von Gitarre und Keyboards weiß zu überzeugen.

Rainer: Vielen Dank. Nun wir machen ja auch alle schon ein paar Jahre Musik und Ralf Gottlieb hat auch in Los Angeles auf der LA Music Academy kurz LAMA sein Drum Diplom gemacht. Was Keys und Gitarren betrifft, liegt es vielleicht daran das Oliver Schwickert und ich die Sachen seit der neuen Scheibe zu 90% gemeinsam komponieren und ausarbeiten.

Warum hat es nach dem Labelwechsel zu Source of Deluge im Winter eigentlich noch so lange bis zur Veröffentlichung des gerade erschienen aktuellen Albums "Mirror of Creation" gedauert? Das ganze war ja bereits fertig aufgenommen, oder?

Rainer: Ja, das Album war schon im August fertig gemischt und gemastert (danke noch mal an Markus Teske / Bazement Studio, great job). Wir mussten dann erst einmal warten da uns SOURCE OF DELUGE für das Frühjahr 2003 also März / April auf der Veröffentlichungsliste stehen hatten. Wir kamen recht kurzfristig zu SOD. Den Kontakt hat noch B-MIND Records für uns geknüpft, die den Betrieb zum Jahresende 2002 einstellten.
SOD suchte zu der Zeit nach einem neuen Vertrieb was sich aber als schwierig herausstellte da kein Vertriebsboss bereit war noch ein Label anzunehmen. Das alles verzögerte die Veröffentlichung. Aus der Not eine Tugend gemacht vertreibt SOD ihre Produkte nun eben selbst und dazu noch die Produkte solcher Firmen wie COLD BLOOD INDUSTRIES aus den Niederlanden (THE WOUNDED, MONOLITH) oder EDGERUNNER, Norwegen (ARCH NEMESIS, ARRIVAL).

"Mirror of Creation" wurde ja noch mit eurem alten Sänger Peter Webel aufgenommen und nun gibt es mit Rouven Bitz einen neuen Mann auf dieser Position. Wie kam es zu dem Wechsel? Und ist Rouvens Stimmlage vergleichbar mit der von Peter?

Rainer: Ich glaube da muss ich etwas weiter ausholen. TOMORROWS´S EVE bestehen im Kern, aus Oliver Schwickert, Rainer Grund und Rouven Bitz. Ralf Gottlieb und Sascha Hilles haben die Band unmittelbar nach den Studioaufnahmen verlassen. Ralf ist Profimusiker und musste sich für eine kommerziell erfolgreichere Band einer anderen Musikrichtung entscheiden. Sascha wurde die Doppelbelastung Job / Band zuviel.
Peter Webel verließ die Band im September 2002 aus uns unbekannten Gründen. Rouven musste alle Songs in Rekordzeit lernen was er mit Bravour erledigte. Er kam erst im November 2002 zu uns und wir mussten am 31.01.2003 unser erstes Konzert zur neuen Platte spielen. Rouven singt mit mehr Power und er hat bedingt durch seine Theatererfahrungen wirkliche Frontmannqualitäten.
Eine aktuelle Entwicklung gibt es noch zu vermelden. Oliver Jungmann (Drums) und René Müller (Bass) sind keine Mitglieder von TOMORROW`S EVE mehr. René wie Oliver haben sich für ihr Studium entschieden. Wir suchen deshalb auch Ersatz um die beiden Positionen fest zu besetzen. Bis wir fündig geworden sind werden wir live auf Aushilfsmusiker zurückgreifen. (Interessenten bitte melden unter tomorrows-eve@tomorrows-eve.de).

Obwohl ihr durchaus mit klassischen Progressive Bands zu vergleichen seid, meine ich bei euch auch recht moderne Soundelemente vernehmen zu können, auch wenn ich das gar nicht unbedingt an speziellen Details festmachen könnte. Gehört ein gewisser "zeitgemäßer" Sound zu den Zielen, die ihr euch gesteckt habt.

Rainer: Ein zeitgemäßer Sound ist für mich nicht so einfach zu definieren, ich denke man muss das für die einzelnen Kompositionen immer wieder aufs neue festgelegen. Was der Produktion am besten steht sollte auch durchgezogen werden. Ich selbst feile immer wieder an meinem Gitarrensound sowie Oliver Schwickert auch immer seine Keyboardsounds bearbeitet. Nur wenn man an die jeweiligen Grenzen gelangt kommt man einen Schritt weiter.

Wo liegen denn eure Haupteinflüsse? Mehr im Metal, im Progrock oder auch in ganz anderen Sparten?

Rainer: Eine gesunde Mischung von allem.

Euer aktueller Output "Mirror of Creation" ist inhaltlich ein ausgesprochen ambitioniertes Konzeptalbum. Wie seid ihr als noch recht junge Band auf die Idee dazu gekommen?

Rainer: Nun, ich hatte ein ähnliches Konzept schon mal vor ein paar Jahren ins Auge gefasst, hatte aber damals nicht die Möglichkeit dieses auch umzusetzen, mir fehlten einfach die Mitmusiker. Als Oliver Schwickert und ich, zusammen mit Olivers Freundin Stefanie Lenz nach einer Probe auf dem nach Hause Weg waren (ca. 60 Minuten Fahrzeit), und wir uns überlegten welches Thema die neue Platte haben könnte, brachte ich dieses ursprüngliche Konzept zur Sprache.
Von da an ging eigentlich alles seinen Weg. Es wurde "quasi" ein Storyboard ausgearbeitet sowie die Grundstimmung und die Personen festgelegt. Mit dieser Grundlage wurde dann die Musik in der Hauptsache von Oliver Schwickert und mir ausgearbeitet und arrangiert.

Wer von euch war denn dann für die Texte verantwortlich?

Rainer: Das machte, wie schon auf unserem Debüt, zu 100% Stefanie Lenz. Mit Rouven kann sie in Zukunft aber auf Hilfe hoffen.

Um mal zur Storyline von "Mirror of Creation" zu kommen, es geht um eine vielleicht gar nicht so unwahrscheinliche Zukunftsutopie, um eine Welt in der die menschlichen Gene entschlüsselt sind und mit diesem Wissen "ideale" Menschen gezüchtet werden. Beziehungsweise um die Frage, inwiefern es möglich ist, auf diese Weise totale Kontrolle über den Menschen zu erlangen, oder ob sich trotzdem Individualität herausbildet. Hat euch Aldous Huxleys "Brave new world" dabei inspiriert? Oder eventuell auch andere Utopien bzw. Dystopien?

Rainer: Nein, wie gesagt hatte ich vor ein paar Jahren schon ein ähnliches Konzept begonnen. Damals wurde ich allerdings durch die generelle Diskussion um Genforschung inspiriert. Interessant für uns war dieses Konzept von damals, mit der Entwicklung und dem Stand der Forschung heutzutage weiter in die Zukunft zu spinnen.

Baute auch euer erstes Album "The unexpected World" bereits auf einem Konzept auf? Der Titel würde es ja fast schon nahe legen...

Rainer: Nur rein thematisch, es war aber kein richtiges Konzept dahinter.

Wie kann man sich ein Live-Konzert von Tomorrow's Eve vorstellen? Spielt ihr "Mirror of creation" en bloque oder gibt es ein gemischtes Programm mit anderen Songs?

Rainer: Ja, die neue Scheibe wird am Stück gespielt, wir haben allerdings ein wenig an den Übergängen und Zwischenstücken gearbeitet um den Zuhörern etwas Luft zu lassen. Im Anschluss daran spielen wir dann die Sachen vom Debüt. Wir würden auch gerne kleine Videoprojektionen abspielen und die Personen aus der Story mit auf die Bühne bringen allerdings würde dies das Budget wohl sprengen. Aber wie heißt es doch: "Sag niemals nie".

Habt ihr schon viel Live-Erfahrung sammeln können?

Rainer: Bedingt durch die ganzen Besetzungswechsel in den letzten 12 Monaten waren wir einfach nicht in der Lage kontinuierlich live zu spielen. Wir haben aber insgesamt schon genügend Liveerfahrung sammeln können. Wir hoffen jetzt auf einen neuen Drummer und Bassisten die für TOMORROW`S EVE bereit sind auch 100% Einsatz zu bringen.

Findest du, dass man es als progressive Band live etwas schwieriger hat? Mir geht es zumindest so, dass ich von einer Band mit komplexen Songstrukturen gerne mal die Songs gehört habe, bevor ich sie auf der Bühne sehe. Wie sind eure Erfahrungen mit Publikum, das großteils noch nicht mit eurem Material vertraut ist?

Rainer: Eigentlich sehr gut. Die meisten Zuhörer die zu unseren Konzerten kommen habe ich als sehr "open minded" kennen gelernt. So ist die Situation Live äußerst interessant zu beobachten. Es war bisher immer so, dass grob zwei Arten von Verhalten festzustellen waren.
Zum einen Zuhörer die zu den Rhythmen und Riffs gebangt haben bis zum Umfallen, zum anderen Zuhörer die das Konzert als Ganzes auf sich wirken ließen. Bei allen gleich war der Beifall den sie uns zwischen den Songs gespendet haben und dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei allen bedanken.

Wenn du frei wählen könntest, welche Band(s) würdest du am liebsten auf Tour supporten?

Rainer: Ich würde immer die Band wählen bei deren Support wir die meisten Zuschauer erreichen können. Eine Band lebt nur durch die Unterstützung ihrer Fans und sonst nichts. Mein persönlicher Geschmack muss dann zurückstecken.

Gibt es konkrete Pläne für die nächste Zeit?

Rainer: Ja, im Herbst sollen wir ein Tour bekommen aber es ist noch nichts spruchreif. Derzeit arbeiten wir schon an der nächsten Platte um im Januar / Februar 2004 wieder im Studio einzufallen (Hallo Markus wir kommen wieder!).
News könnt ihr immer auf unserer Homepage http://www.tomorrows-eve.de erfahren oder tragt euch für den kostenlosen Newsflyer ein. Falls die ihr die neue CD nicht überall bekommen könnt mailt uns doch einfach. Oder ihr könnt die CD in unserem neuen Online Shop, der sich auch auf unserer Homepage unter MERCHANDISING befindet, problemlos bestellen.

Vielen Dank für das Interview, ich hoffe, ihr werdet in nächster Zeit noch ordentlich auf euch aufmerksam machen können.

Rainer: Natürlich habe ich, auch im Namen von TOMORROW´S EVE, zu Danken.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Volker



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