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Mit ihrem 2001 veröffentlichten Debut konnten Logar's Diary ganz schön für Furore sorgen. Eine Power Metal-Band, welche einem strikten Konzept folgt und die Abenteuer des Elementarmagiers Logar aus dem Rollenspiel "Earthdawn" vertont und so ganz nebenbei noch hervorragende Songs schreibt, das war wirklich klasse. Leider hatte die Band fortan einige schwere Hindernisse (Besetzungsprobleme, Konzertmangel und ein unfähiges Label) aus dem Weg zu räumen, so daß man satte fünf Jahre auf Logars zweites Tagebuch warten mußte. 2006 ist es soweit, die Berliner setzen erneut zum Sturm an und gewährten Metalspheres coolerweise ein Interview. Lest also, was die Gitarristen Christoph und Steven zu ihren Abenteuern in Barsaive und dem Rest des Multiversums zu erzählen hatten.


Warum hat es so lange gedauert, bis "Book II" endlich veröffentlicht wurde? Offenbaren sich da Metallica- und Def Leppard-Einflüsse?

Christoph: Ich könnte jetzt sagen, "Qualität braucht Zeit", was im Falle von Blind Guardian ja auch zutreffen würde, im Falle von Metallica ja wohl nicht. Die haben ihre guten Alben in kurzen Zeitabständen veröffentlicht und nur für die Gurken lange gebraucht. Und da unser Drummer noch beide Arme hat, schließe ich auch Def Leppard-Einflüsse aus. Die Probleme lagen zum grossen Teil im Business-Bereich. Erst haben wir uns getreu dem Blind Guardian-Motto viel Zeit gelassen, und dann hat vor allem unsere Plattenfirma eineinhalb Jahre gebraucht (!!!), die CD zu veröffentlichen. An die Details und Hinhaltetaktiken möchte ich mich nicht mehr erinnern. Alles in allem sehr frustrierend.

Steven: Und dazu kommt, dass die Musik an sich sehr komplex ist und viele Stufen durchlaufen muß, bis sie, für uns, vollendet ist. Es wird schwer möglich sein für uns, alle eineinhalb Jahre oder so, eine Scheibe rauszubringen, wir werden, denke ich, immer eine Weile brauchen.

Werdet ihr weiterhin mit Metal Fortress zusammenarbeiten? Offenbar gab es in der Vergangenheit in dieser Hinsicht Schwierigkeiten?

Christoph: Das wird die Zukunft zeigen. Der Vorteil ist eben, daß wir komplette künstlerische Freiheit genießen und unser Tempo gehen können. Der Nachteil ist eben auch, daß wir unser Tempo gehen können, hehe. Grundsätzlich hat MFE noch die Option auf zwei weitere CDs. Ob sie diese ziehen werden, wird zum einen von den Verkäufen abhängen und zum anderen von den Angeboten, die eventuell größere Labels an MFE bzw. uns machen werden. Wir werden jedenfalls alles tun, um die Band nach vorne zu bringen.

Die mittelalterlichen / folkigen Einflüsse sind auf dem neuen Album etwas dominanter geworden ? hat die Story es erfordert oder habt ihr einfach nur ein paar Tage zuviel auf Mittelaltermärkten verbracht?

Christoph: Wir haben eben mehr Zeit für Songwriting und Aufnahmen gehabt. Dann wird automatisch alles differenzierter und detaillierter, sowohl von Aufbau und Struktur, als auch von den Melodielinien und der Instrumentierung. Diesmal haben wir z.B. original Sackpfeifen eingebaut, die in "The Restless Troll" die Eingangsmelodie spielen und wir konnten diverse Parts in den Songs richtig komplex mit mehreren mittelalterlichen und klassischen Instrumenten ausarrangieren. Auf Mittelaltermärkten waren wir jedenfalls nicht mehr als sonst auch.

Steven: Die erste Scheibe war ja im Gegensatz zur neuen eher spartanisch, was u.a. daran lag, daß sie spontaner war. Diesmal hatten wir eine ganz andere Herangehensweise. Die erste Scheibe haben wir ja mehr oder weniger für uns aufgenommen, abseits jeglichen Drucks. Und diesmal hatten wir ja auch einen Produzenten an Board, der sich tierisch gut mit orchestralen Geschichten auskennt und hier und da viel machen konnte. Das Album ist sehr durchdacht und unspontan geworden. Was nichts schlechtes sein muß. Wir streben für Book III aber wieder eine etwas spartanischere Produktion an.

Warum geht ihr eigentlich so sparsam mit Soli um?

Christoph: Die Philosophie ist die, daß man grundsätzlich seine Stärken nutzen sollte. Das ist wie beim Fußball. Wenn die guten Spieler in einem Team in der Abwehr spielen, kann man nicht mit 4-3-3 spielen, sondern muß eben 5-4-1 spielen. Unsere Stärken sind ganz klar im Arrangement und Songwritingbereich zu finden; und umgekehrt sind weder Steven noch ich begnadete Solo-Gitarristen, deshalb ersetzen wir die Soli entweder durch metallische Lead-Gitarren-Passagen oder lassen andere Instrumente diese Rolle spielen. Wenn wir irgendwann den Punkt erreichen sollten, daß wir als Solo-Gitarristen viel besser werden sollten, oder bessere Gitarristen unseren Platz einnehmen sollten, wird man bei Logar auch mehr Soli hören.

Steven: Dazu kommt, daß die Scheibe an sich schon eher überladen ist und wir denken, daß Soli hier irgendwie nicht richtig am Platz sind. Selbst ich höre nach dem hundertsten Mal noch Melodieläufe des Orchesters, die ich vorher nie gehört habe und wenn es nur kleine Nuancen sind. Ich denke, daß die Schiene für uns genau die Richtige ist.

Ihr seid eine der wenigen Bands, die sich traut, melodiöse Bands wie Lost Horizon, Crystal Eyes oder Freternia als Haupteinflüsse anzugeben. Eckt ihr damit bei Metalfans an, die alles verteufeln, was nach 1990 veröffentlicht wurde und ein Keyboard einsetzt?

Christoph: Ich bin bei uns der einzige, der diese Bands so liebt. Ob ich damit anecke ist mir auch total egal. Ich höre, was ich mag. Und ich liebe die genannten Bands. Fertig. Ob sie insgesamt für Logar so ein großer Einfluß sind, wage ich zu bezweifeln. Ich bin ja nur zu einem bestimmten Teil für das Songwriting mitverantwortlich. Und an dem Prinzip ändert sich ja nichts: Eine Band hat einen Stil und wird somit einem "Lager" zugeordnet. Nun teilen sich die Fans auf in diejenigen, die das gut finden, und in diejenigen, die das nicht mögen. Würden wir anders klingen, würden sich wieder andere über unterschiedliche Dinge ärgern. Alberne Sache das, aber so sind Metal-Fans leider oft. Und es ist ja auch hauptsächlich eine Geschmacksfrage. Und darüber streiten die Leute eben gerne.
Deshalb kann als Prämisse nur gelten: Spiel, was du magst. Wenn eine Band hinter ihrer Musik steht, kann sie das auch transportieren und die Chance, daß Fans aus anderen Stilrichtungen an der Musik auch gefallen finden, steigt, da man die Freude an der eigenen Musik spürt und sieht. Authentizität kann man wahrnehmen im Metal-Bereich, und ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß die Metal-Fans sich weiterhin einen eigenen Kopf machen, was ihnen gefällt und was nicht, und sich nicht soviel von "Trends" (im Metal-Bereich) und Strömungen beeinflussen lassen, wie das in den letzten Jahren stark zu beobachten war. Z.B. Nevermore hui, Rhapsody pfui...!

Steven: Die genannten Bands sind wirklich eher Christophs Schiene. Jeder von uns hat andere Einflüsse und irgendwie fließen sie alle zusammen. Wir orientieren uns eigentlich nicht wirklich, wir setzen uns hin und los geht es, und das ist das Resultat. Es gibt kein Reißbrettschema an sich, so nach dem Motto: Wir machen jetzt mal einen Song, der so Richtung Band XY geht. Und Felix, der den Großteil aller Songs für Book II geschrieben hat, hört wirklich alles quer durch den Gemüsegarten.

Ebenfalls eine große Ausnahme war, daß ihr offen zugegeben habt, auf eurem ersten Album die Drums programmiert zu haben. Gab es deswegen schon Boykottaufrufe seitens der True-as-fuck-Fraktion?

Christoph: Nicht, daß ich mich erinnern könnte. Wichtig ist auch hier nur die Ehrlichkeit. Es gibt ja Leute, die einen Drumcomputer auf den Tod nicht abkönnen. Diese Leute müssen ja vorab informiert werden, daß auf "Book 1" leider kein echter Drummer spielt, damit sie sich nicht totärgern, wenn sie Geld für die CD ausgegeben haben. Wir haben damals eben keinen Drummer gefunden und mußten dieses kleine Übel eingehen, haben aber versucht, die Drums so echt wie möglich zu programmieren, was ja auch ganz gut gelungen war, wenn man den Kritiken ? vor allem aus der "True-as-fuck"-Fraktion ? glauben kann. Zum Glück haben wir jetzt einen fähigen Schlagzeuger und konnten die neue CD mit echten Drums einspielen.

Steven: Warum sollte man so etwas auch verheimlichen? Ich finde es nicht anrüchig. Das erste Album, wie Du es nennst ist ja eigentlich auch "nur" ein Demo und wir hatten nie ein Problem damit zu sagen, hallo Leute, unser Drummer ist Japaner.


Die Geschichte auf dem neuen Album ist einerseits etwas unbefriedigend, da das Geheimnis um Parlainth nicht gelüftet werden kann, andererseits hat sie einen hoffnungsvollen Ausklang und schlägt beim letzten Stück eine Brücke zu unserer Welt. Wollt ihr dem Hörer eine positive Botschaft vermitteln? Inwiefern können Parallelen zwischen der Welt Earthdawns und der unseren gezogen werden?

Steven: Sehr gute Frage. Eigentlich ist die Message, daß man oft im Leben bedeutende Sachen nicht vollenden kann, nach den Sternen greifen will und sie dennoch nie erreichen wird. Aber oft ist der Weg das Ziel und das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Erfahrungen sind nicht das Ziel, das man erreicht hat, sondern der Weg dahin. Und sicher gibt es Parallelen zwischen Fantasy-Welten und der wirklichen Welt. Beide beruhen auf Gesellschaften und Rassen, die Zeit zusammen verbringen müssen und es ist wichtig diese Zeit sinnvoll zu nutzen. Ein jeder muß seinen Weg gehen und oft hat das Leben sehr schlimme Zeiten für uns parat, aber wenn man nicht aufgibt und vielleicht seinen Horizont verändert und Sachen akzeptieren kann, wächst man mit diesen Zeiten. Und ein jedes Ende ist zugleich ein Neuanfang. Man muß ihn nur nutzen. Die heutige Welt läßt einen oft im Stich und man hat immer weniger Zeit für sich selbst, aber man darf sich selber nicht aus den Augen verlieren. Man sollte nicht nur daran gemessen werden, was man erreicht hat, sondern auch den Weg dorthin. Und in jeder Trauer steckt auch ein Funken Hoffnung, den jeder für sich selber entdecken muß. Das ist die Message.

Woher stammen die Samples im letzten Song und was bedeuten sie? Paßt so etwas überhaupt auf eine Fantasy Metal-Platte?

Christoph: "Under one Sky" ist uns besonders wichtig. Das Stück steht inhaltlich außerhalb der Geschichte von "Book 2". Wir haben eine klare politische Botschaft in diesem Lied. Wenn wir nicht aufpassen, welche ausgrenzenden, politischen Strömungen (vor allem von rechts) sich in der Metal-Szene ausbreiten und von weiten Strecken inzwischen geduldet werden, verlieren wir unsere Szene. Gerade im Black Metal und Viking Metal-Bereich tummeln sich inzwischen viele Nazis und Rechtsgerichtete, die unsere Metal-Musik für ihre Zwecke mißbrauchen. Die Stimmung in dieser Szene kippt, die linke alternative Szene ist inzwischen auf diese Szene aufmerksam geworden und legt sich immer öfter mit der Metal-Szene an. Das Ansehen in der Öffentlichkeit wird verzerrt und Symbole werden mißbraucht (siehe Thorshammer). Ich mache den Fans und den Bands den Vorwurf, daß sie viel zu lange weggeschaut und Extreme geduldet haben. Und gerade in der Power Metal-Ecke wollen ja immer alle unpolitisch sein und drücken sich um Statements. Als Band haben wir die Möglichkeit, mehr Leute zu erreichen und wollen unsere Verantwortung ernst nehmen. Deshalb haben wir "Under one Sky" geschrieben und unsere Botschaft in ein Fantasy-Gewand gekleidet: Wir leben alle unter demselben Himmel, also, Menschen, Zwerge und Elfen, laßt uns friedlich zusammen leben und gemeinsam Geschichte schreiben. Wir müssen zusammenwachsen, als friedliche Metal-Szene, als Menschen in unserem Land und als Menschen auf der ganzen Welt. Ob so etwas auf eine Fantasy-Metal-Platte paßt, weiß ich nicht. Aber es ist viel zu wichtig, um weggelassen zu werden. Live werden wir das Stück auch so oft wie möglich bringen und eine entsprechende Ansage dazu machen.
Das erste Sample in dem Song ist ein Zitat von Winston Churchill (natürlich übersetzt), was eigentlich verständlich sein sollte (zumindest für deutschsprachige Hörer mit Kopfhörer). Das zweite Sample ist dann sozusagen noch mal die Keule für alle, die noch nicht verstanden haben, worum es in dem Song geht.

Sehr gut, richtig so!! Nazis raus aus unserer Szene! Warum habt ihr euch gerade Earthdawn als "Spielwiese" ausgesucht, wieso nicht bekanntere Fantasywelten wie Mittelerde oder das Rad der Zeit?

Steven: Nun ja, das fing alles damit an, daß ich viel Earthdawn gespielt habe und Sachen, die ich dort erlebt habe, für mich niedergeschrieben habe. Logar war mein erster Earthdawn-Charakter und irgendwie wurde ich über die Jahre mit ihm sehr vertraut. Nein, ich bin nicht schizophren, was hast du gesagt? (lacht). Und es gab eine Story (Book I), wo ich unbedingt Musik zu machen wollte und das brachte den Stein ins Rollen. Die Band ist also aus dem Rollenspiel heraus entstanden und nicht andersrum.

Welches Bandmitglied nähme in der Welt Earthdawns welche Rolle ein, warum?

Steven: (lacht) Die Frage ist lustig und seltsam zugleich. Ich wäre logischerweise Logar, obwohl der Mann zum Teil gar keine Parallelen zu mir selber hat. Felix wäre ein Kriegerzwerg, Hagen wahrscheinlich der Troubadix von Barsaive, Micha würde Häuser bauen und Christoph wäre der Archivar der großen Bibliothek zu Throal und alle würden sich nie kennenlernen (lacht). Wahrscheinlich gar keine. Logar´s Diary vertont einfach nur die Abenteuer und Geschichten, die Logar erlebt.

Könnte man bei euch auch eine einwöchige Barsaive-Rundreise buchen? Welche Sehenswürdigkeiten sollte man mal besucht haben?

Steven: In einer Woche wird es sehr schwer, Barsaive kennenzulernen, aber sicherlich wäre eine Schiffsfahrt auf dem Schlangenfluß drin, eine Besichtigung Travars, mit ihren goldenen Dächern, das Zwergenkönigreich Throal wäre auch ein Reiseziel. Ein Reich gehauen in Stein mit seinem chaotischen Vorort Barterstown. Und zum Schluß stünde sicherlich Haeven bei Parlainth auf dem Reiseplan. Natürlich würden überall die lokalen Spezialitäten verköstigt werden und die Band wäre der Reiseleiter.

Wie lange wollt ihr diese Konzeptgeschichte durchziehen? Habt ihr keine Angst, die Leute damit möglicherweise auf die Dauer zu langweilen?

Christoph: Ganz einfach: Solange wir Spaß daran haben. Wir werden nicht unser Konzept ändern, nur weil andere Leute das langweilig finden könnten. Wir sind überzeugt von dem, was wir tun. Und unser Bandkonzept ist so vielschichtig, ich denke, man kann auch Logar mögen, ohne sich mit den Geschichten auseinanderzusetzen. Ich denke sogar, daß die meisten Fans sich nur mit der Musik beschäftigen und die Texte ignorieren. Und limitieren tun wir uns mit dem Konzept ja nicht.

Steven: Es gibt noch so viel zu erzählen über Barsaive und Earthdawn. Wer weiß, ich habe auch schon überlegt mal ein Album zu machen, in dem die Legenden von Earthdawn behandelt werden oder die Götter. Aber soweit denken wir noch nicht. Und warum sollte es die Leute langweilen. Ich kaufe mir ja keine CD ausschließlich der Texte wegen, sondern der Musik wegen. Und das ist es eigentlich egal, ob es nun ein Konzeptalbum ist oder nicht. Das Konzept ist ja nur das Sahnehäubchen zur Musik.

Ein Konzept wie das eure schreit förmlich nach einer entsprechend theatralischen Bühnenumsetzung. Wie sieht's in dieser Hinsicht aus?

Christoph: Da arbeiten wir dran. Ein paar Showelemente haben wir schon, aber in erster Linie sind wir eine Metal-Band, die Energie versprühen und nicht ihre Show durch Schauspieleinlagen ausbremsen möchte. Mit mehr Budget hätten wir aber viele Ideen, um die Bühne entsprechend zu gestalten. Kommt Zeit, kommt Show.

Steven: Ja, das wäre mal eine einmalige Sache. Da denke ich oft drüber nach, aber wenn das muß es gut kommen, ansonsten lassen wir es lieber.

Von der Berliner Metalszene hört man leider sehr wenig. Was könnt ihr unseren Lesern an anderen Bands und Clubs empfehlen?

Steven: Berlin bietet nicht viel, dafür aber gutes. An Bands fallen mir spontan Dusk Machine, Desilence, Respawn, Sinner's Bleed und Chaossphere und natürlich auch Harmony Dies ein. An Clubs sieht es schon etwas magerer aus. Da gibt es zum einen den LimeClub am Alex, der freitags seine Stahlwerkparty abzieht (Stahlwerk ist die einzige Berliner Metal Radio Show hier) und natürlich das K17, welches hier das Gros der Konzerte veranstaltet.

Welche Gegenden seht ihr als den wichtigsten Markt für Logar?s Diary an?

Christoph: Damit haben wir uns nicht wirklich beschäftigt. Wir laufen als (Fantasy-)Power Metal Band, die traditionell gut in Deutschland, Italien, Griechenland und Skandinavien verkaufen. USA und der Osten sind auch immer stärker interessierte Märkte. Wir sind aber noch nicht in dem Status, überlegen zu müssen, wo wir uns marketingtechnisch sinnvoll positionieren müssen.

Ein paar Fragen speziell an Christoph: im wirklichen Leben bist du Sozialarbeiter ? warum findet man in dieser Spezies eigentlich so viele Metalfans und ?musiker? (siehe Tankard, Grave Digger, Squealer, Elvenpath...)

Christoph: Ich vermute mal, Sozialarbeiter sind in der Metal-Szene proportional nicht häufiger anzutreffen als andere Jobs auch. Die meisten sind eh arbeitslos oder Student. Der Job des Sozialarbeiters, bzw. des Sozialpädagogen wie in meinem Fall, bietet aber aus meiner Sicht ein paar Vorteile. Zum einen ist er zeitlich meistens flexibler als andere Jobs, zum anderen kann man ihn auch in Metal-Klamotten ausüben, hehe. Daß Metaller die sozialeren Menschen sind, halte ich für zu weit hergeholt.

Du gewinnst dieses Jahr die große Wacken-Schatzsuche und darfst dir einen Hauptgewinn aussuchen. Triff deine Wahl:
a) Fünf Jahre von der Musik leben können (mit Risiko des völligen sozialen Absturzes hinterher)
b) Gastsolo Mikael Dahls auf der nächsten Logar's Diary-Scheibe
c) Besuch eines Drachen-Streichelzoos mit Luca Turilli
d) Support Slot auf der allerletzten Skylark-Welttour (drei Gigs in Japan und zwei in Italien), allerdings ohne Erstattung der Reisekosten

Christoph: a) ist nicht mein Ding. Ich habe Familie und mag meine Arbeit viel zu sehr, um sie aufzugeben. Ich bin aber überzeugt davon, daß man Musik und Job gleichzeitig erledigen kann.
b) ist 'ne feine Sache. Seine Soli sind aber nicht so genial wie die Twin-Läufe, die er schreibt, oder seine Refrains. Schon mal "The Wizard's Apprentice" gehört? Zum Schwärmen...
c) lustige Idee, aber Schwachsinn!
d) Skylark finde ich ? surprise, surprise ? total langweilig und schlecht. (Gotteslästerer! ? Till) Aber in Japan und Italien zu spielen wäre vielleicht ne Überlegung wert. Ich bin mir aber sicher, daß wir das aus eigener Tasche im Moment nicht finanzieren könnten. Aber warten wir mal die Verkäufe der neuen CD ab, hehe...!
Ich wähle e) Communic fragen mich um Rat für ihre neue CD und ich darf beim Songwriting mitmachen.

Du bist bekanntermaßen ein absoluter Maniac, der sein Leben dem Metal gewidmet hat und den Underground unterstützt, wo er nur kann. Was sind dir denn in letzter Zeit für aufsehenerregende Newcomerbands untergekommen, die man unbedingt kennen sollte?

Christoph: Hmm, da gibt's wieder einige. Ich bin nur so vergeßlich. Erinnern tu ich mich an: Crom's Revenge (http://www.croms-revenge.de), toller Bathory-inspirierter Metal aus Deutschland. Oder Arryan Path, die auf Steel Gallery ihr Debüt "Road to Macedonia" veröffentlicht haben. Bester Epic Metal aus Kreta!!!
Oder Celladoor (http://www.celladoor.com), die dieses Jahr ihr Debüt auf den Markt bringen werden. Power-Speed à la Dragonforce (deren neue Scheibe ist übrigens der absolute Wahnsinn!).
Oder Sworn (http://www.sworn.dk) aus Dänemark, progressiver Power Metal. Ist aber alles schon ca. ein Jahr alt. Ganz aktuell hat mich wenig umgehauen.

Bitte stelle für unsere Leser die beste Symphonic-Melodic-Keyboard-Metal-Band aller Zeiten zusammen, auch tote und kurzhaarige Musiker dürfen mitmachen.

Christoph: Abgesehen von der doofen Bezeichnung:
Vocals: Gerd Salewski (Ex-Chroming Rose) oder Michael Kiske (Nervensäge) oder Daniel Heiman (Ex-Lost Horizon, Ex-Crystal Eyes), können sie sich konzeptionell auch aufteilen.
Guitars: Sam Totman und Herman Li von DragonForce
Baß: ist mir egal, wer hört schon auf den Baß bei Sam Totman und Herman Li an den Gitarren.
Drums: Thomen Stauch (Ex-Blind Guardian, Savage Circus), immer die richtige Mischung aus Technik und in die Fresse!
Keys: Warmen von Children of Bodom

Wenn ihr das Kingdom of Metal regieren würdet, welches wären die ersten drei Gesetze, die ihr erlassen würdet?

Christoph: 1. Jeder darf seine Musik hören, die er mag, ohne über die Musik der anderen zu meckern. Die stilistischen Grenzen sind fließend und die Schubladen verschwinden in den Köpfen der Fans.
2. Die Metal-Szene darf nur noch aus Metal und Musik-Fans bestehen. Aggressionen auf Konzerten und Festivals haben in der Szene nichts verloren.
3. In der schreibenden Zunft wird aufgehört, Trends vorzugeben und Meinungen zu schaffen. Es wird viel stärker auf eine ausgewogene Mischung geachtet.

Steven: 1. Es muß genug Bier
2. es muß genug Frauen
3. es muß genug Rock n Roll geben
(lacht)

Die gesamte Band muß ein Jahr auf einer einsamen Insel verbringen ? einigt euch auf fünf Alben, mit denen ihr das überstehen wollt.

Christoph: Ich würde ja am liebsten selber fünf CDs mitnehmen, aber da ich hier für die anderen packen muß, würde ich für Steven "Master of Puppets" (Metallica), für Hagen "The Gathering" (Testament), für Micha "Images and Words" (Dream Theater), für Felix "The Divine Wings of Tragedy" (Symphony X) und für mich "Eppur si muove" (Haggard) mitnehmen. Da wir nur fünf Alben mitnehmen dürfen, geht Alex leer aus. Der ist eh noch nicht so lange dabei, hehe.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Till



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