Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4775529
Besucher seit 09/2002


Lange haben Saturnus von dem guten Ruf gezehrt, den ihnen einst 1997 ihr Debut "Paradise belongs to you? einbrachte, lange wussten viele gar nicht, dass diese Band überhaupt noch existiert. Doch nach einem langen Prozess der Suche nach den passenden Bandmitgliedern sind die Dänen zurückgekehrt und haben nun mit "Veronika decides to die? ein ausgesprochen starkes Doom/Death-Album der melodischen und atmosphärischen Sorte veröffentlicht.
Saturnus sind also auf dem Weg (zurück) in die Spitze der innerhalb der letzten Jahre erstarkten Doom/Death-Szene und präsentieren sich als Einheit, der noch einiges zuzutrauen ist. Im Folgenden ein näherer Blick hinter die Kulissen, den uns Gründungsmitglied Peter Erecius (Gitarre) mit Unterstützung von Sänger Thomas A.G. gewährt hat.


Saturnus waren für einige Jahre weg vom Fenster, um nun offenbar mit neuer Stärke zurück zu kehren. Erzählt uns doch mal, was seit der Veröffentlichung eures zweiten Albums "Martyr" im Jahr 2000 so passiert ist, und was zu der Entscheidung geführt hat, mit Saturnus doch weiter zu machen.

Peter Erecius: Wir haben es für uns niemals in Betracht gezogen, mit Saturnus aufzuhören, weil einige der Bandmitglieder ausgestiegen sind. Natürlich war es ein Rückschlag und sie haben sich die wohl denkbar unglücklichste Zeit dafür ausgewählt. Wir hatten gerade "Martyr" veröffentlicht und geplant auf Tour zu gehen... Aber wie du weißt, war das wohl nicht die Planung der Anderen...
Alles in allem, wenn man es als Fügung des Schicksals betrachten mag, war es aber doch das Beste was uns passieren konnte. Wir haben nun unsere drei neuen Mitglieder und geniessen das Zusammensein bei den Proben sowie auch außerhalb davon. Wir können also dankbar sein.


Dann stellt uns die neuen Bandmitglieder doch direkt mal kurz vor.

Peter Erecius: Eine kurze Vorstellung? Tais Pedersen: Leadgitarre. Nikolaj Borg: Schlagzeug. Lennart Jacobsen: Bass. Ist das kurz genug? (lacht)

Um es ausführlicher zu fassen:

Tais Pedersen ist bereits wenige Wochen nachdem die Anderen ausgestiegen waren zu uns gekommen. Er ist ein großartiger Gitarrist und einer der lustigsten und nettesten Personen, die ich kenne. Er hat außerdem noch in der Band Usipian (Technischer Death Metal aus Dänemark ? Anmerkung des Verf.) gespielt, aber nachdem er letztes Jahr Vater geworden ist, hat er entschieden, sich neben seiner Familie nur noch auf Saturnus zu konzentrieren.

Nikolaj Borg ist vor zwei Jahren eingestiegen, was das Ende unserer Suche nach dem richtigen Drummer markierte. Einige Andere waren zuvor kurzzeitig dabei, namentlich Morten Plenge, Jes Høck und Henrik Glass. Sie waren nicht schlecht, aber für eine starke Rhythmussektion haben wir jemanden gebraucht, der aus dem richtigen Holz geschnitzt ist. Nikolaj hat noch einige weitere Projekte und hat in deren Spätphase bei Withering Surface (Dänischer Death / Thrash ? Anmerkung des Verf.)) gespielt. Nikolaj ist sehr begabt, er ist ein Meister am Schlagzeug und die zentrale Person was das Design unserer Homepage sowie das Layout und das Cover unserer neuen CD angeht. Dank ihm haben wir für unsere Musik also auch zur einer wunderbaren grafischen Umsetzung gefunden.

Lennart Jacobsen ist vor vier Jahren zu uns gekommen, war aber seitdem nicht immer Teil der Band. Er war sich nicht sicher, ob er noch weiterhin Musik machen will, aber dann hat er sich doch besonnen und uns bestätigt, dass er unser Mann am Bass sein möchte. Und das macht er fantastisch, er überrascht uns immer wieder... Wir lieben ihn alle!

Bislang war das Debut "Paradise belongs to you", das von vielen zurecht als wegweisendes Doom Metal Album betrachtet wird, eindeutig eure bedeutendste Veröffentlichung. Neun Jahre später erscheint nun "Veronika decides to die" und ich denke, dass sich gleichermaßen Ähnlichkeiten zum Debut wie auch große Unterschiede entdecken lassen. Was meint ihr?

Peter Erecius: Vielleicht gibt es einige Ähnlichkeiten, aber das war nicht unsere vorrangige Absicht. Wir haben unsere Herangehensweise an das Album als natürliche Entwicklung verstanden. Wir sehen "Veronika..." gewissermaßen als Vorgänger von "Martyre", nicht als dessen Nachfolger. Wir haben gefühlt, dass wir den "wahren Doom" in uns entdecken müssen.

Ich finde die neuen Songarrangements kompakter, als Hörer kann man sicher starker auf einzelne Songs konzentrieren, während man "Paradise belongs to you" im Ganzen hören musste, um das Album wirklich erfassen zu könen.

Peter Erecius: Ja, da könntest du Recht haben. "Paradise..." hatte so etwas kleberartiges... Ich meine, dass die Vogelstimmen zwischen den Songs es irgendwie unmöglich gemacht haben, sich auf einen bestimmtes Stück zu konzentrieren, das hat es zu einem "one song album" gemacht.

Wann habt ihr die Songs geschrieben, die sich nun auf "Veronika decides to die? finden?

Peter Erecius: Nun, das hat vor ein paar Jahren begonnen und ich kann mich nicht genau erinnern, wann wir welchen Song geschrieben haben. Einige Ideen bestanden schon für eine Weile, andere sind neuer. Ich denke, dass "I long" der älteste Song ist, etwa vier Jahre alt. Der Neueste muss "Pretend" sein, den haben zwei Wochen bevor wir ins Studio gegangen sind geschrieben. Wir hatten noch viel mehr Songs, aber die meisten davon wurden über Bord geworfen, weil sie für uns nicht richtig klangen oder nicht den entsprechenden Drive hatten. Aber dabei handelt es sich wohl um einen eher gewöhnlichen Kreativprozess.

"I long? als Opener zu wählen, war meiner Meinung nach genau die richtige Entscheidung, denn das Stück begeistert von Beginn an!

Peter Erecius: Vielen Dank, genau das haben wir uns auch gedacht!

Die Soli in "Descending? klingen großartig und ergänzen sich mit der Atmosphäre eurer Musik sehr gut. Ein Solo dafür wurde ja auch von Michael Denner (King Diamond, Mercyful Fate, Force of Evil u.a.) eingespielt, gewiss einer der bekanntesten Musiker des dänischen Metal. Wie seid ihr mit ihm in Kontakt gekommen? Und war es schwierig, ihn davon zu überzeugen?

Peter Erecius: Michael ist einer der coolsten Typen, die ich kenne und es war kein Problem, ihn davon zu überzeugen, mal vorbeizuschauen. Thomas hat ihn einen Monate vor dem Beginn unserer Studiosession angerufen und er war eigentlich sofort davon angetan. Michael Denner und Flemming Rasmussen kennen sich schon lange, und als Michael hörte, dass wir zusammen mit Flemming aufnehmen, war die Sache in trockenen Tüchern. An einem schönen Mittwoch Nachmittag kam Michael vorbei, trank zwei Tassen Kaffee, rauchte ein paar Zigaretten und spielte das Solo ein... 45 Minuten später hat er uns dann schon wieder verlassen, um zur Arbeit zu gehen. DAS nennt man professionelle Einstellung!!

"Rain wash me? ist schon extrem von My Dying Bride beeinflusst, oder?

Peter Erecius: Um mich da kurz zu fassen. Nein, es ist reiner Zufall, dass das so erscheint.

Ähem...

Peter Erecius: Wir haben den Song während der Proben geschrieben und ich kann mich nicht an einen einzigen Moment in diesem Prozess erinnern, wo jemand gesagt hätte, dass es nach MDB klingt. Es war einfach unsere Arbeitsweise. Aber wenn wir uns dieser Ähnlichkeit bewusst gewesen wären, dann hätten wir es trotzdem so gemacht...

Davon muss man ausgehen, hehe. "Murky Waters? dagegen scheint mir so etwas wie die Hymne des Albums zu sein, sehr griffig und irgendwie extrovertierter im Vergleich zu den anderen Stücken. Könnt ihr mir da zustimmen?

Peter Erecius: In einer gewissen Weise kann ich dir zustimmen. Allerdings glaube ich, dass "Pretend" und "Murky Waters" ähnlich gelagerte Stücke sind, beide mit etwas angezogenem Tempo. Sie sind nicht so wie der Rest des Albums, den ich als doomiger und trauriger empfinde. Natürlich strotzen sie nicht vor Fröhlichkeit und bringen einen nicht dazu, mit Blumen im Haar auf einer Wiese herumzuspringen, aber sie sind auch nicht so grau wie die anderen Songs.


"Veronica decides to die" ist durch das gleichnamige Buch von Paulo Coelho inspiriert. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen? Und gibt es einen direkten Einfluss auf einzelne Songs?

Peter Erecius: Ich habe den Titel vor einigen Jahren erstmals gehört und ihn sofort für einen exzellenten Albumtitel gehalten. Es klingt so aktionsgeladen (meiner Meinung nach) und so kompromisslos in seiner Aussage, dass wir ihn einfach verwenden mussten. "Veronika decides to die? ist keine Frage und kein Vorschlag. Es ist eine endgültige Bestätigung und es gibt keinen Weg mehr zurück. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich mir gewünscht, dass unsere Musik die Vorlage dazu gewesen wäre, da sich unsere Texte so stark um das Thema Aufgeben drehen und das Buch eben die Vorstellung Suizid zu begehen hinterfragt.
Im Konkreten haben das Buch und unser Album aber nur den Titel gemein.

Dann sucht bitte mal einen Song des Albums aus und beschreibt, was textlich dahinter steckt.

Peter Erecius: "Pretend? ist stark von diesem Gesamtkonzept des Aufgebens beeinflusst. Ein Abschied, bei dem man vorgibt, das Leben würde einen vermissen, wenn man beschlossen hat, seine Existenz zu beenden. Das gesamte Leben unter einem schwarzen regnerischen Himmel gelaufen zu sein, niemand auf den man sich verlassen kann, nur auf sich allein gestellt. Vorzutäuschen, dass das Leben und man selbst mal Freunde gewesen seien... Vielleicht kann man es als Liebeskummer gegenüber dem Leben interpretieren. Einst vergangene Liebe...
Aber es geht nicht nur um Aufgeben. Denn auch wenn es niemand zu interessieren scheint, was man tut, bleibt man doch am Leben um zu sehen, ob man diese Liebe wiederentdecken kann...

Habt ihr noch Kontakt zu eurem ehemaligen Bandmitglied Kim Larsen? Und was hältst du von :Of the Wand and the Moon: (Neofolk), die er nach seinem Ausstieg bei Saturnus gründete?

Peter Erecius: Nein, ich könnte nicht sagen, dass wir in Kontakt sind. Ich habe ihn innerhalb der letzten 6 Jahre ein paar mal getroffen, aber wir hatten seit seinem Ausstieg nicht mehr viel gemeinsam. Wir haben uns "Hallo" gesagt, das war?s.
Ich habe das :Of the Wand and the Moon: Album "Nighttime nightrhymes?. Es ist okay und sehr atmosphärisch? aber nicht wirklich meine Art von Musik.

Seht ihr euch selbst (noch) als Teil des Subgenres Death / Doom ? Und habt ihr Kontakt zu Bands, die ähnliche Musik machen.

Peter Erecius: Ich denke, dass wir noch in dieses Genre gehören. Ob wir aber ein Teil der entsprechenden Szene sind, müsste man die Hörer fragen. Unser Stil ist das zu spielen, was wir fühlen und danach gehen wir vor. Ich habe viel Kontakt zu dänischen Bands, aber es gibt keine Doom-Szene in unserem Land, da sind wir schon Einzelgänger. Aber dafür haben wir Kontakt zu Doom-Bands aus dem Ausland und so eine Gemeinschaft, welche die Landesgrenzen überschreitet.

Welches wäre die Band, mit der ihr am liebsten einmal live spielen oder auf Tour gehen würdet?

Peter Erecius: Gar keine Frage, ich würde mich jederzeit für Anathema entscheiden! Auftritte, eine Tour, den Mars erobern...was auch immer!!! (lacht) Ganz klar, es müssen Anathema sein... Sie sind einfach meine Lieblingsband überhaupt. Aber es gäbe auch noch dutzende Bands, mit denen ich ebenfalls gerne unterwegs wäre, da könnte ich wohl stundenlang aufzählen...

Wie sieht es denn generell mit Touren aus? Irgendwas in Planung?

Peter Erecius: Es gab schon mal Gespräche über eine Tour durch Europa und vielleicht auch die USA im Herbst, aber da ist noch nichts bestätigt. Wir wären auf jeden Fall sehr glücklich, wenn sich bald etwas ergibt. Natürlich würden wir gerne nach draußen gehen, uns mehr in den Blickpunkt rücken und Spaß "on the road" haben, gar keine Frage!


Es wäre klasse, euch mal live Rahmen des Doom Shall Rise Festivals in Göppingen erleben zu können. Ich denke mal, ihr habt schon davon gehört. Dort treten zwar hauptsächlich traditionelle Doom Metal Bands auf, aber ich denke schon, dass Saturnus gut ankommen würden. Und schliesslich ist euer neues Label grau dort regelmäßig mit einem Verkaufsstand vertreten, da solltet ihr doch eigentlich gute Chancen haben.

Thomas A.G.: Es wäre wirklich großartig, beim Doom Shall Rise Festival dabei zu sein. Ich habe schon so viel Gutes darüber gehört! Das gehört zu den wichtigsten drei Dingen, die ich mir in der Zukunft mit Saturnus vorgenommen habe. Was ich von dem Veranstaltungsort gesehen habe, sah auch cool und sehr doomig aus. Hoffentlich können grau uns dabei helfen, dort nächstes Jahr zu spielen.

Da wir nun schon so direkt beim geliebten Thema Doom sind: In der Nähe folgender Bands würde ich Saturnus sowohl stilistisch als auch qualitativ ansiedeln, was haltet ihr von ihnen?

- Mourning Beloveth

Thomas A.G.: Das ist eine wirklich großartige Doom Metal Band aus Irland. Ich verehre sie wirklich für ihre wundervolle Art, Doom zu spielen und es wäre toll, mal mit ihnen auftreten zu können.

- Morgion

Thomas A.G.: Eine Band aus den USA, mehr weiss ich nicht, da ich noch nicht das Vergnügen hatte, sie zu hören. Aber alles, was ich bislang über sie gehört habe, war wirklich positiv.

- Swallow the Sun

Thomas A.G.: Mit einem Wort: FANTASTISCH. Ich habe sie getroffen, als sie auf ihrer Europa Tour nach Dänemark gekommen sind, wirklich nette Jungs und ein großartiges Konzert.

- The Eternal

Thomas A.G.: Australischer Doom / Goth oder wie auch immer, ihr erstes Album hat mich direkt überzeugt. Tolle Melodien und gute Kompositionen, außerdem ebenfalls nette Leute.

Es gibt insgesamt eher wenige international bekannte dänische Metalbands. Ältere Sachen wie King Diamond, Mercyful Fate und D.A.D. natürlich, aber heutzutage treten doch eher noch extreme Formationen wie Illdisposed, Konkhra und Hatesphere in Erscheinung. Wie schätzt du die aktuelle dänische Metal-Szene in ihrer Gesamtheit ein?

Peter Erecius: Ich denke schon, dass sich die dänische Szene gesund entwickelt hat. Aber im Grunde war sie schon immer gesund, sie hat nur nie besonders stark auf sich aufmerksam gemacht, nicht zuletzt in Dänemark selbst. Es scheint mir, dass gerade die Dänen mehr auf Musik aus dem Ausland geschaut haben...

Aber das liegt jetzt schon ein paar Jahre zurück und war auch der Grund dafür, dass ein paar Freunde und ich uns vorgenommen haben, etwas für die dänische Szene zu tun, statt sich immer nur darauf zu konzentrieren, was andere Länder zu bieten haben. Deshalb haben wir letztes Jahr die ersten "Danish Metal Awards 2005 ? DmeA? ins Leben gerufen, was auch gut gelaufen ist. Natürlich haben sich einige Bands beschwert, weil sie es unsinning fanden, gegeneinander in Wettbewerb zu treten, statt zusammen zu arbeiten. Aber ein wenig Wettbewerb bringt einen meiner Meinung nach stärker dazu, sich auf das zu konzentrieren, was man selbst veröffentlicht. Ich glaube, dass es ein guter Anfang war, um die dänischen Bands besser in Szene zu setzen. Jedoch bin ich eben auch einer der Idealisten hinter dieser Veranstaltung...
Alles in allem glaube ich aber wirklich, dass wir eine gute Szene in Dänemark haben.

Dann bekommst du jetzt direkt noch die Gelegenheit, uns ein paar dänische Bands zu empfehlen!

Peter Erecius: Ja... dann solltet ihr wohl mal Illdisposed und Volbeat antesten, auch wenn ich glaube, dass viele die schon kennen... Wenn nicht, dann aber los... Die rocken wirklich heftig!

In diesem Sinne vielen Dank für das Interview! Bleibt noch was zu sagen?

Peter Erecius: Nun, geht in euren Plattenladen und kauft unser Album, was sonst?!? (lacht) Ich hoffe, man sieht sich auf Tour im Herbst! Stay doomed!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Volker



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword