Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4682742
Besucher seit 09/2002


Trotz anfänglicher Verständigungsprobleme, gestörter Telefonleitungen, gibt es hier und jetzt alles über Kinder, die gerne Vatis Kutte tragen, zu lesen, dass Heavy Metal durchaus auch dem lieben Gott gefällt und einiges mehr. Tony Taylor wusste auf alles mehr als ausreichende Antworten.


"The disciple of a martyr suffers more than a martyr?. Wie habe ich mir dieses Zitat von Nietzsche im Zusammenhang mit TTD und vor allen Dingen unserer Lieblingsmusik zu erklären?

Tony: Auf jeder unserer bisherigen Veröffentlichungen wurde immer ein Zitat von Nietzsche verwand, da wir von seinen Ideen überzeugt sind. Wie er die Welt aus seiner Sicht sah und wie er Dinge vorausahnte. Als es an die Aufnahmen zur neuen CD "Crest of a martyr" ging suchten wir natürlich nach dem passenden Aufhänger und gerade dieses Zitat passte wie die Faust auf das Auge. Der Titel der neuen CD ist zugleich auch ein Manifest für die, die längst schon verstorben sind und für das, an was glaubten und auch einstanden. Damit lässt sich dann auch ein Brückenschlag zur nicht gerade üppigen Metal Gemeinde und uns als Band schlagen. Vieles ist nicht mehr so, wie es mal war. Die Gemeinde schrumpft, die Musik ist momentan auch nicht so populär. Was uns aber egal ist, auch wenn wir relativ finanzielles für unsere Musik bekommen, wir stehen dazu. Kurz und gut, dieses Zitat prophezeit auch ein sehr düsteres Schicksal.

Wie bekannt sind TTD denn in den USA oder ist es eher das europäische Publikum, dass eure Musik favorisiert?

Tony: Der Zuspruch ist natürlich in Europa viel größer, während zu Hause unserer Name nur in Verbindung mit Underground steht. Konzerte quer durch das Land sind kaum vorstellbar, in der Hauptsache bereisen wir die Ostküste. Wir haben schon versucht, irgendwo auf den großen Festivals zu spielen, was aber daran scheiterte, dass wir nicht bei einem großen Major unter Vertag sind, sondern nur bei Remedy Records. Warum wir uns dann für diese Firma entschieden haben? Wir als Band sind auf dem aufsteigenden Ast, genauso wie unser Label. Das würde beiden Parteien sehr weiterhelfen Also die ideale Mischung. Auch haben beide Seiten die gleichen Vorstellungen, wie es zukünftig weitergeht.


Twisted Tower Dire

Während der Vorgänger "Isle of the Hydra" noch typisch amerikanisch klang, ist das neue Werk aus meiner Sicht mehr europäisch ausgerichtet.

Tony: Was aber überwiegend mit der Produktion, für die Piet Sielck verantwortlich war, zusammenhängt. Da wir aber Grave Digger, Helloween und andere deutsche Bands zu unseren Favoriten zählen, ist somit auch wieder ein Traum für uns in Erfüllung gegangen, in dem wir jetzt praktisch diesen typisch deutschen Klang haben. Wir wollen nicht wie jede x-beliebige Power Metal Band klingen, insofern kommt uns diese Mischung des U.S. amerikanischen Underground Sounds in Kombination mit dem europäischen Klang mehr als recht.

Ich kann nicht verhehlen, dass ich bei dem einen oder anderen Titel an eure Labelkollegen "Paragon" dachte und auch "Gamma Ray" mir ab und zu in den Sinn kamen.

Tony: Wenn so ein Vergleich auftaucht, muss auch gleich berücksichtigt werden, dass "Paragon" auch von Piet Sielck produziert wurden. Was P.S. auch in Angriff nimmt, es ist immer ganz klar, seine typische Arbeitsweise herauszuhören. Ansonsten sehe ich da keine Zusammenhänge, weder beim Songwriting noch beim Gesang oder sonst was.

Die neue CD ist gegenüber den früheren Veröffentlichungen, egal ob nun auf Vinyl, MC oder CD erschienen, ein ganzes Stück professioneller ausgefallen. Wie würdest argumentieren, wenn jemand herkäme und behauptet, dass Ihr Euch mit dem neuen Werk "dem Business verkauft" habt.

Tony: Dem kann ich nun gar nicht zustimmen und ich sage dir auch warum. Als "Isle of Hydra" erschien, hieß es, diese Band braucht eine weitaus bessere Produktion, muss auf einem größeren Label repräsentiert werden, kann auf dem gleichen Level wie "Gamma Ray" oder "Iced Earth" spielen, eine alles in allem große Band, die all diese vorher erwähnten Punkte mehr als verdient hat. Jetzt erfüllen wir alle diese Punkte und die, die sich das gewünscht haben, sind auf einmal unzufrieden. Du kannst nicht jeden glücklich machen. Wir sind immer noch die gleiche Band, die immer noch die gleichen Lieder schreibt. Wenn jemand wegen der Produktion uns den Rücken zu kehrt, dann soll er sich aus dem Staub machen, auf diese Art von Fans können wir verzichten. Die Songs als ganzes gesehen, stehen immer noch für die gleichen Leute, die immer wieder das gleiche machen werden. Wir haben uns nicht verkauft. Wir sind immer noch Leute, die auf diese CD stolz sind und darauf, mit Piet Sielck zusammen gearbeitet zu haben. Das wird das nächste mal mit Sicherheit nicht der Fall sein, da wir versuchen, mit jeder Veröffentlichung, etwas anderes auszuprobieren. Wer weiß, wie sich die nächste CD anhört? Wir veröffentlichen CDs, auf die wir stolz sind, einige mögen es, andere hassen es.

Ich schließe noch mal auf eine Frage vom Anfang des Interviews an. Demnächst spielen TTD beim "Metal Bash", in "Wacken", zwischendurch einige kleinere Konzerte in u.a. Dortmund, Essen und Osnabrück. In Europa bzw. Deutschland läuft es hervorragend, warum nicht in den U.S.A.?

Tony: Das ist eine gute Frage. Wir haben schon Fans in den Vereinigten Amerikanischen Emiraten. Das Problem ist nur, das die U.S.A. ein verdammt großes Land sind. Wir versuchen schon, diesen Markt zu knacken, den mittleren Westen haben wir schon beackert und entsprechende Reaktionen gehabt. Überall wo wir waren, gibt es loyale Fans. Das Hauptproblem ist, dass wir noch nicht einmal einen Vertrieb für unsere Heimat haben. Es gibt also immer noch Leute, die gar nicht wissen, dass unsere Musik erhältlich ist, sei es durch das Internet oder sonst wie. Uns fehlt die Repräsentation durch die Magazine, entsprechende Maßnahmen in den Läden und so was alles. Sollten wir es schaffen, mit der neuen CD, einen Vertrieb in den U.S.A. zu bekommen, könnte das der Durchbruch auf breiter Ebene sein. Der typische Amerikaner ist sehr faul, was im Laden zu kaufen, ist in Ordnung. Aber bloß keine Anstrengungen unternehmen, über das www. oder die gute alte Post, irgendwie an eine CD zu kommen. Entweder im Laden oder gar nicht kaufen, dass sind die Knackpunkte.

Da wir gerade vom Internet sprechen, Merchandising von TTD wird über Ebay verkauft. Wieso, weshalb, warum? Reichtum dürfte dabei wohl kaum zu erzielen sein?

Tony: Ebay ist unser Hauptverkaufsstützpunkt in den U.S.A., immer gut 95%. Außerdem ist das eine weitere Möglichkeit, unsere Musik überall erhältlich zu machen. Immerhin schauen viele Besucher bei Ebay Schwerpunktmäßig nach Musik. Außerdem müssen wir unseren Besuch in Deutschland finanzieren. Anstatt Disneyland gibt es dieses Jahr für meine Kinder eben Deutschland. Wacken, meine deutschen Freunde und überhaupt, dass Deutschland ein schönes Land ist, dass sollen meine Kinder mal erleben. Immerhin ist mein Sohn (7 Jahre) stolzer Kuttenträger.

Irgendwann dieses Jahr gibt es dann noch den "UFO" und "Motorhead" Tribute Sampler. Was reizt dich an "UFO"?

Tony: Ein großer Fan dieser Band war ich nie. Ganz in Ordnung, mehr aber nicht. Scott, unser Gitarrist, ist ein großer Bewunderer der Band, die für ihn sehr viel bedeutet. In einer Band zu spielen heißt auch, wenn es einigermaßen passt, wird es gemacht. Wir sind im übrigen für "Give her the gun" zuständig. Ein Titel, der im übrigen in den U.S.A. kaum bekannt ist, da er sich seinerzeit auf der B-Seite einer Single befunden hat. Was nun "Motorhead" betrifft, da hat uns Chef Jörn(Remedy)gefragt, ob wir das machen wollen. Das ist in so fern interessant, da ich eine ganz andere Art zu singen habe, als Lemmy. "Shoot her in the back" ist also ganz klar meine Handschrift. Aggressiver Gesang, aber doch mehr Rock`n`Roll.


Tony Taylor

"Shoot her in the back" gibt mir das Stichwort für meine vorletzte Frage. Wie gehst du als Christ mit solchen oberflächlich gesehen Gewaltverherrlichenden Titeln um? Heavy Metal ist nun mal satanistisch, um nur eins von vielen Vorurteilen zu nennen.

Tony: Solche Leute habe ich in meiner Familie auch. "Wie kannst du Christ sein und gleichzeitig in einer Heavy Metal Band spielen?". Mein Glaube ist meine Sache und außerdem sind wir nicht dazu berechtigt, andere zu verurteilen oder zu richten. Wir sind alle menschliche Wesen. Selbst bei Titeln wie "The Witche`s Eye", könnte der Eindruck entstehen, dass es sich dabei um was böses handelt. Aber nichts von dem, was ich verfasse, ist so geartet. Ich habe Freunde, die sind Atheisten, Agnostiker, stehen stellvertretend für viele verschiedene Religionen. Mein Standpunkt ist der, auch wenn nicht alle, der gleichen Meinung sind, können alle Freunde sein, wenn jeder den Glauben eines anderen respektiert.

Die berühmten letzten Worte.

Tony: Die aktuelle CD ist speziell für unsere große Fan Gemeinde in Deutschland. Ich freue mich auf Wacken, wo wir dann "The Witche`s Eye" zusammen singen werden. Danke an unsere Fans überall in Europa, die an uns glauben. Unabhängig von irgendwelchen kritischen Stimmen. So schnell werdet ihr uns nicht los. Es wird noch einige Veröffentlichungen von uns geben. Wir lassen uns auch nicht verbiegen. Ich bin jetzt 36, singe seit 18 Jahren Heavy Metal. Ich bin immer noch der gleiche Typ wie früher. Auch wenn es mit dem Erfolg nichts wird, unsere Fans bleiben unser Hauptantrieb. Auch wenn ich nie etwas mit der Band verdiene, die Interviews, die Leute, die unsere Musik mögen, dass ist schon das größte für mich. Danke an alle Metalheads in ganz Europa!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword