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Antigama sind eine vergleichsweise junge Grind/Noise Band aus Polen, die sich 2000 in Warschau formierte und gerade mit "Resonance" ein neues Album vorgelegt hat. Mit diesem Album feiern Antigama auch ihren Label Einstand bei Relapse Records und sind somit zu einem der größten unter den Extrem Metal Labels aufgestiegen. Mit ihrem technischen Grindchaos fügen sich Antigama formos in den übrigen Backkatalog von Relapse ein und es bleibt die Frage offen, warum sie nicht gleich dort angefangen haben. Doch diese und andere Fragen werden uns die Herren von Antigama im Folgenden höchstselbst beantworten:


Vorerst möchte ich euch zum neuen Album „Resonance“ gratulieren. Dieses Album scheint die logische Weiterentwicklung eures bisherigen Schaffens und zugleich dessen Höhepunkt zu sein. Zudem ist es für mich persönlich das beste Grindcore Album, das ich dieses Jahr hören durfte.

Vielen Dank für die aufmunternden Worte. Das weiß ich wirklich zu schätzen.

Zuerst eine ganz allgemeine Frage:
Habt ihr beim Schaffensprozess dieses Albums alles anders gemacht, oder auf Altbewährtes gesetzt, um dieses beeindruckende Endergebnis zu erzielen?

Wir haben auf die gleiche Weise gearbeitet wie schon auf bisherigen Antigam’s Alben. Wir haben Gras geraucht und viel gejammt. In all diesen Jamsessions haben wir die Songs für Resonance aufgebaut. Da wir dieses Mal mehr Zeit im Studio verbracht haben, ist es die best-klingenste Veröffentlichung in der Geschichte von Antigama geworden. Das ist aber auch der einzige Unterschied zwischen Resonance und unseren vorherigen Bemühungen.

Schon auf eurem ersten Album Intellect Made Us Blind (2002) habt ihr technisch anspruchsvollen Grindcore mit Industrialeinflüssen gespielt. Liegt eurem Sound ein ausgearbeitetes Konzept zu Grunde, das ihr stetig verfolgt, oder ist es einfach das, was beim Zusammenspielen im Proberaum passiert?

Es ist das Ergebnis unserer harten Arbeit, unserer persönlichen Hingabe und dem natürlichen Fortschritt unserer Entwicklung seit dem ersten Album. Weißt du, Intellect Made Us Blind wurde vor fast sechs Jahren aufgenommen. Heute sind wir bessere Musiker und bessere Songschreiber und wir wissen wirklich ganz genau was wir mit unserer Musik vorhaben. „Intellect…” war recht chaotisch und Noise-lastig – Resonance ist wie ein kräftiger Hammerschlag mitten ins Gesicht. Aber die Art und Weise nach der wir vorgegangen sind ist heute noch die gleiche wie zu Beginn – wir teilen einfach!

Zeroland (2005) war ein gnadenloses Brett extremen Grindcores, gegen das euer neues Album eingängiger, wenn auch nicht weniger komplex wirkt. Wie schafft ihr es diese Aggression zu bewahren und nicht, wie viele andere Bands, nach dem dritten Album die ersten Balladen aufzunehmen und ruhigere Musik zu spielen?

Weißt du, wir stehen nicht mit anderen Bands im Wettbewerb, oder stellen Berechnungen über unseren Sound oder unsere Ideen für ein Album an. Wir machen einfach das, was wir mit unserer Scheiße eben machen wollen. Wir spielen immer noch extreme Musik und wir machen gerne verschiedene Sachen mit unserem Klang. Dieses Mal sind manche Songs wegen den thrashigen Riffs und dem Old-Grind-Touch, der sich durch das ganze Album zieht, eben etwas packender und „catchy“ ausgefallen. Die Musik klingt zugleich mehr nach Live-Auftritt und das ist eine gute Sache, da wir es lieben Live zu spielen und auch in Zukunft soviel wie möglich Live spielen werden, ohne dabei an Aggression und Komplexität zu verlieren, welche ja unsere Studio Alben auszeichnet.

Wie seid ihr denn auf das kuriose und nach meiner Meinung herrliche U-Bahnrolltreppen Artwork gestoßen? Und, falls sich das überhaupt beantworten lässt, was sieht man eigentlich in der rechten Hand dieses Schattenmenschen? Spiegelt sich da ein Fenster?

Das Artwork für „Resonance” wurde von Orion Landau erschaffen und wir sind mit dem Ergebnis seiner Arbeit sehr zufrieden. Wir hatten dieses Mal die Chance eines seiner Kunstwerke zu verwenden und als wir es zum ersten mal sahen, sagten wir sofort: fuck yeah! Das Ganze dieses Kunstwerks stimmt perfekt mit unserer Vision und unserer Musik überein. Orion ist einfach ein großartiger Künstler und ich würde sehr gerne auch in Zukunft mit ihm arbeiten. Und ja, ich glaube es ist die Spiegelung eines Fensters, aber ich weiß es selbst nicht genau, haha.


Bei Intellect Made Us Blind (2002), Discomfort (2004) und Zeroland (2005) war der letzte Track immer etwas Experimentelles. Diesmal steht mit Barbapapex ein kleines, lustiges Jazz-Medley in der Mitte des Albums. Ist das ein kleiner Seitenhieb auf die „seriösen“ Jazzparts bei Psyopus, The James Dean Trio, Virulence, Oktober Skyline und ähnlichen, oder kümmert ihr euch bei eurem Schaffen gar nicht um andere Bands eurer Ecke?

Wir kümmern uns eigentlich nicht um andere Bands. „Barbabapex” ist nur ein Witz der hauptsächlich von unserem Drummer im Studio zusammengebastelt worden ist. Er ist ein völlig durchgeknallter Typ – und genau das kann man bei diesem Song hören. Wir machen jedes Mal einen Haufen verrückter Sachen wenn wir im Studio sind. More to come soon!

Um beim Thema zu bleiben: Seid ihr selbst Pigsty und Cephalic Carnage Fans? Denn der Sound beider Bands weist manche Parallelen zu Antigama auf. Oder fühlt ihr euch mehr dem polnischen Untergrund verbunden?

Ich bin eher mit Goblin und Buckethead verbunden. Ich habe Pigsty sogar noch nie gehört. I mag aber Cephalic Carnage. Das ist eine großartige und originelle Band. Ich kann dir versichern, dass die anderen Jungs von Antigama sie aber kaum kennen, was wohl einige verblüffend finden werden. Natürlich kann es viele Ähnlichkeiten mit unseren Songs geben, vielleicht liegt das an ähnlichen Inspirationsquellen [viel Gras rauchen? Gut möglich. Anm. d. Redaktion], aber wir machen lieber unseren eigenen Sound, als andere zu kopieren.

Da sogar Behemoth mit ihrer neuen Scheibe The Apostasy (2007) recht technisch geworden sind, scheint sich Polen langsam zum Megaexporteur von technischem Death und Grind zu entwickeln. Würdest du dieser Einschätzung zustimmen, oder sieht die polnische Metal Szene von innen doch etwas anders aus als es von außen scheint?

Ich bin froh über den Erfolg von Vader, Behemoth, Decapitated und anderer Bands. Das heißt, dass es um die polnische Szene im Moment sehr gut steht. Um ehrlich zu sein, muss ich aber sagen, dass ich kaum etwas von der polnischen Szene weiß, da ich mich viel mit anderen Arten von Musik beschäftige. I meine, ich kenne hier einige coole Bands und Menschen, aber ich bevorzuge es mich mit anderem Scheiß in meinem Leben zu beschäftigen. Ich glaube die Szene sieht so aus wie auch überall sonst – es gibt gute und schlechte Bands, coole und beschissene Labels, großartige, sich aufopfernde Menschen und einige bescheuerte, gierige Wichser.

Ihr hattet in eurer 7 jährigen Bandgeschichte nur einen einzigen Lineupwechsel: nach zwei Jahren wurde der Bassist ausgetauscht. Woran liegt es, dass eure Besetzung so stabil ist?

Wir sind miteinander zufrieden. Wir machen gerne zusammen Musik und wir machen gerne durchgeknallten Quatsch zusammen. Wir sind vier verschiedene Individuen und das ist eine gute Sache für die Band. Natürlich führen wir manchmal psychologische Kriege gegeneinander, aber all diese Kämpfe sind doch hilfreich für die Entwicklung der Band. Andererseits kann man aber nie wissen was in Zukunft noch alles passieren wird...


Wie kam eigentlich der Deal mit Relapse zustande? Bzw. warum wurde Relapse erst jetzt auf euch aufmerksam? Als Geheimtipp geltet ihr schließlich schon seid über 4 Jahren.

Sie haben uns schon vor einer Weile bemerkt. Sie kennen uns auch schon seit einigen Jahren, weil wir dort einige Freunde haben, die Fans von Antigama sind. Sie haben uns für die Kollaboration der „Slimewave Series” 7’’ Split mit Rot eingeladen, als dafür die richtige Zeit gekommen war. Dann, im April 2007, bekamen wir ein Vertragsangebot für ein neues Album, welches wir später „Resonance” nannten. Das ist die ganze Geschichte über unser Signing. Wir sind äußerst glücklich damit, weil Relapse das perfekte Label für Antigama ist.

Ihr habt in der Vergangenheit schon unzählige Splits veröffentlicht und scheinbar stehen auch schon wieder neue Veröffentlichungen an. Kannst du eine wenig über die aktuelle „Split-Lage“ und andere zukünftige Projekte von Antigama berichten?

Im Augenblick gibt es die „Slimewave Series 7” Split mit Rot und die spezial Mailorder 7” Split mit Pig Destroyer und Coldworker. Beide sind jetzt auf Relapse erschienen. Es ist herrlich mit all denen zusammen auf einem Stück Wachs zu sein! Außerdem ist Resonance jetzt in Japan mit einem Bonustrack erschienen. Ansonsten weiß ich nicht wirklich was uns die Zukunft bringen wird. Wir haben sechs neue Tracks, die wir vielleicht bald aufnehmen werden. Dann werden wir sehen was passiert. Die Zukunftspläne von Antigama beinhalten viele Liveshows, da wir unser neues Album so viel wir nur können promoten wollen. Es gibt einige Pläne für eine Tour, aber zur Zeit noch nichts Konkretes.

Eure Texte haben sich bisher (die aktuellen Lyrics liegen mir leider nicht vor) immer mit den Themen Angst, Individuum, psychologische Störungen, Tod, Schmutz und Wut auseinandergesetzt, um nur einige Bereiche zu nennen. Wie wichtig sind euch die Texte und welches Verhältnis nehmen sie zur Musik ein?

Die Lyrics schreibt Lucas und sie sind sehr persönlich. Ich finde sie passen ausgezeichnet zu unserer kranken Musik. Es sind schräge Geschichten – die meisten davon sind wahr – aber in einer gestörten Weise geschrieben, wenn du verstehst was ich damit meine. Es ist so etwas wie eine „fucked-up Dichtung” die auf Drogen und ähnlichem Scheiß verfasst wird. Du musst Lucas nach näheren Details befragen!


Der polnische Staatschef Lech Kaczynski fühlte sich beleidigt, weil er in einer deutschen Zeitung als Kartoffel bezeichnet wurde (http://www.taz.de/pt/2006/06/26/a0248.1/text). Fliessen solche politischen „Ereignisse“ in eure Musik ein, oder würdet ihr euch als unpolitische Band bezeichnen?

Ha ha ha. Weißt du, es ist gut, dass ein Schlauerer ihn als Kartoffel bezeichnet hat – er handelt und sieht sogar wirklich so aus wie eine Kartoffel. Wen ich mir die polnische Politik und die polnischen Politiker so anschaue, dann fühle ich mich von all dem ziemlich angekotzt. Antigama ist völlig unpolitisch, aber die politischen Belange hinterlassen natürlich auch auf uns ihre Spuren. Ich versuche mich von dem Scheiß fernzuhalten, aber du kannst vor den Tagesnachrichten nicht entfliehen. Ich warte ungeduldig auf das Ende der Kartoffelherrschaft in unserem Land.

Zum Abschluss wäre es noch gut zu wissen, wann man euch den Live erleben kann. Sind größere Touren geplant und Festivalauftritte, oder gönnt ihr euch nach der Produktion eures Albums ein wenig Verschnaufzeit?

Wie schon zuvor gesagt: wir wollen soviel wie nur möglich Live spielen und Resonance wird Live auch großartig klingen. Ich hoffe wir gehen bald auf Tour, damit du die Chance hast uns zu sehen. Es hängt von den Promotern und dem allgemeinen Interesse an der Band ab. Ich hoffe wirklich inständig, dass wir so bald wie möglich eine Europatour machen können.

Dann möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich für dieses Interview bedanken und euch noch viel Erfolg wünschen. Möchtest du noch ein paar letzte Worte an die Leser richten?

Hey, vielen Dank für das tolle Interview – es war mir ein Vergnügen deine Fragen zu beantworten. „Resonance” ist veröffentlicht worden und jeder, der an unserer Scheiße interessiert ist, kann uns jetzt mal antesten. Für alle News rund um Antigama: einfach auf www.antigama.net vorbeischauen.
Cheers!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Johannes



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