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Doomsword


Doomsword hätte zu Beginn ihrer Karriere wohl niemand so recht zugetraut, dass ausgerechnet ein paar Jungs aus Italien das epische Feeling von legendären US-Bands wie Cirith Ungol, Manilla Road oder Omen wiederbeleben würden. Doch nach ihrem Debüt-Album und spätestens seit dem Zweitwerk "Resound the Horn" waren die Kritiker verstummt. Die Italiener mischten typisch-amerikanische Trademarks mit einer nordischen Melancholie der Marke Candlemass und Deathmaster - der Anführer der Band - entpuppte sich als Songschreiber mit enormem Potential. Nachdem viele, nach der zurückliegenden längeren Pause, schon gar nicht mehr mit Doomsword gerechnet hatten, haben sie heimlich, still und leise ein neues Album veröffentlicht, welches wiederum begeistern kann. Das Interesse der Band für historische Themen macht aus jedem Song ein kleines Epos. Der musikalische Facettenreichtum macht Doomsword nun auch für Metal-Fans interessant, die mit den Vorgänger-Alben vielleicht noch nicht so viel anfangen konnten. Deathmaster ist ein netter, redseliger Zeitgenosse, mit dem man insbesondere über historische Themen wohl stundenlang erzählen könnte. Der Mann wäre sicherlich bei jedem Lagerfeuer ein hervorragender Geschichtenerzähler. Über die Texte des neuen Albums und seine Sicht über die aktuelle Metalszene sprach ich unter anderem mit ihm und die Ergebnisse könnt ihr im folgenden Interview erfahren.




"My Name Will Live On" ist sicher euer vielseitigstes Album geworden, allerdings hat sich auch das Feeling gegenüber den vorherigen beiden Alben geändert. Wie würdest du denn euer neues Werk beschreiben?

Deathmaster: Nun, die Beschreibung ist sicher richtig. Es sollte sehr vielseitig werden und das ist es auch geworden. Die anderen Alben waren bekannt für ihre zusammenhängende Geschichte und ihren eher monolithischen Charakter. Das neue Album war für uns eine beabsichtigte Rückkehr zu unseren Heavy Metal-Wurzeln, dem richtig puren Metal, weißt du? Wir haben uns nicht eingeschränkt und das Biest entfesselt, wenn du so willst. Wir haben einfach das getan, was unser Herz uns sagte, Hauptsache es klingt nach Heavy Metal. Um uns als Band weiter zu entwickeln, war es aber auch klar, dass wir uns am Vorgängeralbum orientierten. Wir wollen immer den ganz bestimmten Doomsword-Sound haben, den man aus tausenden heraushören kann. Wir waren aber sehr spontan bei den ersten Entwürfen der Songs, haben uns dann jedoch viel Zeit für die Arrangements gelassen, denn die sind für mich das Herzstück eines guten Songs.

"Steel Of My Axe" klingt z.B. tatsächlich sehr spontan, entstand der Song auch so?

Deathmaster: Nicht ganz. Genau genommen war sogar genau dieser Titel eher eine Herausforderung für uns. Die Story hinter dem Song ist eigentlich, dass ich eines Tages zu mir sagte: Weißt du? Doomsword können auch richtig schnell zocken. Und wenn sie es tun, blasen sie so einige Bands weg, die hauptsächlich schnell spielen.

Das wird sicher ein Favorit auf euren Live-Shows werden.

Deathmaster: Haha, ja also ich habe mir ein paar richtig schnelle Scheiben meiner Sammlung geschnappt und mich inspirieren lassen und schrieb dann drauf los. Viele haben mir schon gesagt, dass der Song nach der Mid-Ära von Manowar, so zur "Kings Of Metal"-Phase klingt. Lustig ist daran, dass ich mir ausgerechnet Manowar nicht für die Inspiration angehört habe, es ist also totaler Zufall. Viele sagten mir auch schon, dass es der beste Track des Albums ist, wobei ich auch immer schmunzeln muss, weil er so untypisch für Doomsword ist. Also ist der beste Song der CD genau der, der am wenigsten nach Doomsword klingt, haha. Obwohl es schon so war, dass wir etwas ungewöhnliches wagen wollten, es aber dann so bearbeiteten, dass man uns trotzdem noch erkennt und ich denke, das ist uns auch gelungen.

Irgendwie sieht es so aus, als enthielte die erste Hälfte des Albums ausschließlich Songs von dir, während dann in der zweiten Hälfte alle Mitglieder in den Credits stehen. Hat das einen bestimmten "mystischen" Hintergrund?

Deathmaster: Hehe, also wenn wir in dem Booklet angeben, wer an dem Song gearbeitet hat, dann ist das schon wichtig für uns. Insbesondere das Arrangement ist ein wichtiger Teil und da ist es mir einfach wichtig, dass der entsprechende Hauptverantwortliche dafür gewürdigt wird. Bei diesem Album war das Songwriting allerdings auch etwas außergewöhnlich, denn wie du weißt, habe ich 2004 Italien verlassen und bin nach Irland gezogen. Zu Beginn hatte ich mein Equipment nicht dabei und hatte auch nicht mehr die Möglichkeit mit den anderen zusammen zu sitzen und Songs zu schreiben. Du wirst es nicht glauben, aber ich musste mir sogar eine Akustikgitarre leihen, um mit dem Songwriting anfangen zu können. Es nahm mehr als ein Jahr in Anspruch, bis meine ganze Ausrüstung in Irland war und ich überhaupt alles aufnehmen konnte. Als es dann endlich losgehen konnte, hatte ich aber schon so viel geschrieben, dass ich die anderen fast schon überrannt habe mit neuen Ideen. Wir haben dann schließlich jeder für sich Parts geschrieben und hinzugefügt und uns gegenseitig zugeschickt, und so entstanden letztendlich alle Songs, die du jetzt auf dem Album hören kannst. Aber es ist interessant, dass du das mit der Zweiteilung des Albums erwähnst, denn da bist du nicht der erste. Offensichtlich ist da also tatsächlich etwas, was aber total unbeabsichtigt war. Weder ich noch die Jungs wollten das bewusst so machen. Ich weiß nicht, ob das nun eine gute oder schlechte Sache ist, haha. Es ist immer seltsam, wenn du Reviews liest oder in Interviews gefragt wirst, dann entdeckst du immer neue Details, die den Leuten aufgefallen sind, die du wahrscheinlich sonst nie bemerkt hättest. Da steht dann: Die erste Hälfte ist die Deathmaster-Hälfte und die klingt so spontan und dann ist da die zweite "intellektuelle" Hälfte, epic und doomy. Und wir sitzen da und kratzen uns am Kopf, wie ihr darauf kommt, denn das war gar nicht so gedacht, haha. Das witzige ist, dass wenn ich es mir jetzt anhöre, es tatsächlich so klingt.

Bei Doomsword sind die Texte sehr wichtig. Lass uns doch mal über ein paar sprechen, die vielleicht nicht so offensichtlich "rauszugooglen" sind. Bei "Steel Of My Axe" singst du über das Jahr 1282, "when flames reached the sky" und einen König, der mit seiner Axt alle Widersacher einen Kopf kürzer macht. Worum geht es denn da?

Deathmaster: Der Song bezieht sich auf die Gegend aus der Doomsword stammen. 1282 gab es einen Bischof in Mailand, der befahl, dass eine Stadt niedergebrannt werden sollte. So kam es dann, dass der Bischof Soldaten in diese Stadt sandte, die sich als Händler ausgaben, die ihre Ware verkaufen wollen. In der Nacht setzten sie alles in Brand und schafften es fast die Stadt nieder zu brennen. 1287 wurde diese Stadt dann tatsächlich völlig zerstört. Daher zumindest die von dir angesprochene Textzeile. Dieser Song ist nicht vollständig historisch. Wir haben hier einige Zitate verwendet, der Song ist aber mehr biografisch gemeint. Die Message ist, dass Doomsword trotz aller Gerüchte und aller, die uns schon für tot erklärt hatten, mit aller Macht zurückgekehrt sind. Es waren für uns schwierige vier Jahre, wegen der unkontrollierten Gerüchte, die es über uns gab. Die haben uns ziemlich angepisst, da wir ja wirklich am arbeiten waren. Aber keiner glaubt dir, bevor nicht das Album auf dem Tisch liegt. Also haben wir den Text geschrieben, als wir ein wenig frustriert waren und haben da alles raus gelassen.

In diesem Kontext ist das wirklich eine coole Idee. Der nächste Song, der einen interessanten Text hat, ist "Thundercult". Was ist denn unter diesem Kult zu verstehen. Basiert dieser denn auf historischen Begebenheiten?

Deathmaster: Diesen Text hat Geilt, mein Bruder, geschrieben. Ich kann dir also nur erzählen, wie ich den Text interpretiere. Er handelt darüber, wie ein Mensch selbst zur Legende werden kann, entweder durch die Kraft seiner Taten, oder die Kraft seines Glaubens. Thundercult beschreibt, wie ein Mensch so viel Überzeugung haben und so sehr an sich selbst glauben kann, dass er seinen Willen in sein eigenes Schicksal verwandeln und sich so selbst zu einem Gott machen kann. Es geht um die Harmonie zwischen sich selbst und dem Universum, weswegen wir den Donner als kraftvolle Metapher für diese Verbindung gewählt haben. Wenn du auf einer spirituellen Ebene nicht stark genug bist, dann wirst du es auch sonst nicht schaffen, deine Ziele umzusetzen. Ansonsten kannst du zur Legende werden, das ist die Aussage des Songs.

Handelt der Song "Once Glorious" über eine Gegend, die du selbst mal besucht hast?

Deathmaster: Ja, ich bin dort geboren, haha. Der Song ist eine Huldigung an die Gegend aus der Doomsword stammen. Es ist eine stark bewaldete und hügelige Gegend am Fuß der Alpen. Daher die Textzeile "At the Feet of the Mountains". Sie liegt im Norden Italiens und wird auch die Gegend der sieben Seen bezeichnet (Ich denke er spricht von der Lombardei, Hauptstadt Mailand - Sascha). Doomsword kommen aus Varese, dem nördlichsten Teil der Region. Diese Region war die älteste keltische Siedlung in Italien. Hier kämpften rebellische, keltische Stämme verbissen gegen die Römer. Wirdomar war der Name des letzten Anführers des Stammes der gegen die Römer kämpfte und eine schwere Schlacht gegen sie schlug, aber verlor. Von diesem Zeitpunkt an waren die Kelten nicht mehr das Volk mit dem größten Einfluss in dieser Region, sondern die römische Kultur dominierte. Die Kelten änderten ihren Glauben und ihre Kultur und der ursprüngliche Kampfgeist der Menschen war verschwunden. Danach kamen noch die Langobarden, die Germanen usw., die Gegend war immer unter der Herrschaft anderer Völker. In diesem Song singen wir also über die Zeit, in der die ursprünglichen Siedler, die von dort stammten, dort lebten und einen souveränen König hatten. Was ich herausstellen wollte war, dass die Menschen heutzutage dort sehr stolz auf ihre Kultur sind, diese aber gar nichts mehr mit ihrer eigentlichen Herkunft zu tun hat, also ist gewissermaßen auch die Erinnerung an diese keltische Vergangenheit in den Köpfen der Menschen gelöscht worden. Es ist also nichts mehr von dem da, was wir vor 1000 Jahren waren. Ein bisschen beinhaltet der Text auch Spott gegenüber den Römern. Im dritten Jahrhundert vor Christus ging ein Keltischer Anführer namens Brennos nach Rom, attackierte und belagerte die Stadt und hätte sie beinahe erfolgreich eingenommen. Seine Truppen kamen über den höchsten römischen Hügel bei Nacht und da geschah ein Vorfall, der recht bekannt ist. Ein Schwarm wilder Gänse wurde von den Truppen aufgescheucht, die die Römer warnten, die dadurch ihre Verteidigung in der letzten Minute noch aufbauen konnten, wodurch die Kelten zurückgehalten wurden. Rom bezahlte die Kelten mit eintausend Pfund Gold, damit sie die Stadt nicht stürmten. Die Kelten nutzten zu schwere Gewichte um die Goldmenge abzuwiegen. Als die Römer sich darüber beschwerten, warf Brennos noch sein Schwert auf die Gewichte (wodurch noch mehr Gold fällig wurde) und sagte "Vae Victis" (es gibt einen Wotan-Song darüber), was soviel heißt wie "Wehe den Besiegten", eine elegante Art zu sagen: "Pech gehabt!" Diese Geschichte wird aufgegriffen in der Zeile "das Volk, dass von schreienden Gänsen gerettet wurde". Diese sind es dann aber letztendlich, die daraufhin unser Land dominierten, hehe. Diese ganzen Geschichten sind vielleicht Italienern geläufig, aber ich glaube für andere sind sie recht unbekannt.

Das ist ja ein Thema, welches bei euch oft auftaucht. Völker oder Stämme, die sich tapfer gegenüber mächtigeren Invasoren zur Wehr setzten, dabei dann mehr oder weniger erfolgreich waren. Also da wird das tragische Element auch herausgestellt, z.B. dass durch die Kriegsführung immer wieder Kulturen zerstört wurden.

Deathmaster: Ja, richtig. Wir wollten besonders mit "Let Battle Commence" klar machen, dass wir keine Band sind, die den Krieg glorifiziert. Wir wollen einfach eine andere Sicht der Geschichte liefern und bestimmte Schlachten auch aus dem Blickwinkel der Unterlegenen betrachten. Aber sinnloses Besingen von Gewalt und Krieg war nie unsere Absicht. Wir sind episch, aber episch bedeutet für mich auch immer tragisch.

Das ist im Metal ja wirklich oft zu beobachten, dass Gewalt glorifiziert wird. Ihr habt aber viele schöne Zeilen in den Texten, die euch zu etwas besonderem machen. Z.b. "Of this land of glory battle and death, all I recall is the look in the eyes of the dead" oder "My spear pierces your heart and strikes mine twice as hard". Das sind wirklich Gänsehaut-Texte, die ja auch schön das Tragische herausarbeiten.

Deathmaster: Du hast dir wirklich die symbolischsten Stellen heraus gesucht und es freut mich, dass dir das aufgefallen ist. Unsere Sicht über den Krieg und Schlachten ist wirklich am besten in "Deathbringer" dargestellt, ein Song den du ja erwähnt hast. Der Protagonist erzählt über seinen Kampf und berichtet, dass er Menschen töten musste. Und nun ist er von Zweifeln geplagt, denn er weiß, dass er jemanden getötet hat, der eine Frau hatte, die auf ihn wartete und nun fühlt er sich schuldig. Weißt du, es ist nie so einfach, dass man nur eine Seite sehen kann. Alles hat immer zwei Sichtweisen. Es gibt einfach keine Schönheit und Feierlichkeit im Krieg, es gibt immer Konsequenzen deines Handelns. Es gibt die Kriegslust, in der Art dass es eine Kampfextase gibt, weil du überwältigt wirst von der Wut. Aber nach dem Kampf ist es dann anders. Es gibt Überlieferungen, dass auch die Berserker bei den Wikingern nach der Schlacht in tiefe Depression verfallen sind. Die Berserker versetzten sich in einen Trance-artigen Zustand der Extase und nutzten dabei Hypnose und auch Drogen, die sie die Angst vor dem Tod überwinden ließen und wenn sie verwundet wurden, spürten sie davon nichts und kämpften immer weiter bis zur Niederlage. Aber wenn das Adrenalin dann weg war und die Wirkung der Substanzen nachließ, verfielen sie in Depressionen und begannen zu weinen, da sie die schrecklichen Erinnerungen nicht ertragen konnten.

Bisher habt ihr ja nie direkt die römische Geschichte und Kultur behandelt, obwohl ihr Italiener seid. Ist das denn ein Thema, welches euch einfach nicht so reizt?

Deathmaster: Nun, das war bisher immer ein schwieriges Thema. Ich muss sagen, ich selbst mag römische Kultur und italienische Dichtkunst sehr. Auf der anderen Seite ist es sehr schwer, Italiener zu sein, über römische Geschichte zu singen und nicht für einen Faschisten gehalten zu werden. Als Deutscher weißt du sicher wie das ist, es gibt da gewisse Themen, mit denen du leicht als Nazi missverstanden wirst. Also haben wir dieses Thema meist lieber vermieden und uns der Wikinger-Kultur gewidmet.

Habt ihr die Germanen im Visier? Armenius gegen Varus?

Deathmaster: Oh ja, aus dieser Sache könnte wirklich ein Song werden. Alles über diese Schlacht ist sehr interessant. Die römischen Legionen kommen bei der Sache auch wieder recht schlecht weg, haha. Es ist schon eine Kult-Geschichte, die ich gern verarbeiten würde. Ich habe auch neulich ein schönes Gemälde über die Varus-Schlacht gefunden. Leider passte es nicht ganz zum Doomsword-Style.

Also wird das vielleicht ein Thema für's nächste Album?

Deathmaster: Ja vielleicht, man wird sehen, hehe.

Ihr habt schon über Wikinger gesungen, bevor dieser ganze Wikinger-Trend anfing. Heute rennt ja jeder mit Trinkhörnern aus Plastik und Thors-Hammer rum. Was haltet ihr von diesem Trend? Man kann kaum noch die guten von den schlechten Bands unterscheiden. Wollt ihr dieses Thema weiter erforschen, oder jetzt lieber mehr anderes ausprobieren?

Deathmaster: Nun ich möchte lieber, dass Doomsword sich von der Masse abheben. Mir ist es lieber, einen Trend zu beginnen, als einem zu folgen. Wir haben sehr früh über Wikinger gesungen und als wir erstmal davon genug hatten, haben wir mit den Kelten und Langobarden begonnen. Vielleicht werden, demnächst alle Bands darüber singen, während wir uns weiterentwickeln, ich weiß es noch nicht. Wir sind einfach fasziniert von nordischer Geschichte, aber wir wissen auch, dass wir mit "Let Battle Commence" die Wikinger-Ära zur Genüge behandelt haben, also wollten wir diesmal auch was anderes machen.


Ihr habt meist einen Song auf jedem Album, der wie ein Hörspiel gemacht ist. Auf dem neuen Album z.B. "Gergovia". Ist das eine Art Tradition bei euch?

Deathmaster: Ich mag es, wenn die Leute sich einen Song wie einen Film vorstellen können. Ich schreibe die Songs eigentlich schon mit diesem Ziel im Hinterkopf, aber manchmal machen es die Geräusche einfach noch realistischer. Wir haben uns meiner Meinung nach auf dem neuen Album sogar etwas zurück gehalten, da wir auf "Let Battle Commence" sehr viel in dieser Richtung eingebaut hatten. Viele Fans haben mir erzählt, dass sie die Songs lieben, in denen die Geräusche die Stimmung verstärken.

Dein Gesang hat sich stark verbessert. Du hast einige sehr emotionale und recht schwierige Passagen eingesungen. Hast du Gesangsstunden genommen, oder dir einfach nur mehr zugetraut diesmal?

Deathmaster: Zunächst einmal: danke. Ich habe keine Gesangsstunden genommen, aber ich hatte einen Menschen der mich sehr unterstützt hat an meiner Seite, der mich motiviert hat über meine Limits zu gehen. Jedes Mal, wenn ich einen Part eingesungen hatte und ich fand ihn perfekt, hat er mir gesagt ich könne das auch noch viel besser. Also habe ich mir neue Grenzen gesteckt und mehr zugetraut. Im nachhinein hätte ich das auf den Vorgängeralben schon so machen können. Vielleicht nicht auf "Resound the Horn", das Album hat mittlerweile schon einige Jahre hinter sich. Aber auf "Let Battle Commence" hätte ich schon ähnlich singen können, aber ich bereue nichts, es war eigentlich immer so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Auf dem nächsten Album werde ich mich anstrengen, noch weiter zu gehen als bisher, hehe.

In einigen Reviews wird deine Stimme immer noch stark kritisiert. Ist das der Preis den man für Individualität zahlen muss? Ich meine ihr oder Manilla Road könntet ja auch eine perfekte Sirene engagieren, macht es aber lieber auf eure individuelle Art.

Deathmaster: Also bezüglich "My Name Will Live On" habe ich wesentlich weniger schlechtes über meinen Gesang gelesen als in der Vergangenheit. Der Gesang ist natürlich immer besonderes angreifbar, da er stark im Vordergrund steht. Dieses Mal ist es aber scheinbar mehr so, dass die Leute das Album wenn sie es tun, in seiner Gesamtheit kritisieren und nicht nur den Gesang. Also sage ich einfach mal, dass die Vorbereitung und das Training für die Albumaufnahmen und auch der lange Prozess sich diesmal scheinbar ausgezahlt hat. Ich bin mir aber im klaren, dass ich kein perfekter Sänger bin und keinen technischen Ansatz verfolge.

Viele Sänger im Metal-Bereich sind alles andere als perfekt...

Deathmaster: Klar, das musst du auch nicht unbedingt sein. Für Kritiker ist es bei den vielen Alben die heutzutage raus kommen aber auch nicht leicht die Scheiße von den guten Alben zu trennen. Also fokussieren sie sich vielleicht auch oft auf bestimmte Merkmale, und kommen zu voreiligen Schlüssen. Ich denke aber, wir sind auf dem richtigen Weg, so wie wir es machen.

Ihr habt jetzt vier sehr gute Alben herausgebracht und euer 10-jähriges Bestehen steht vor der Tür. Ihr habt eine sehr treue und fanatische Fangemeinde. Hast du eine Erklärung für diese Treue, die eure Fans euch entgegen bringen?

Deathmaster: Ich denke, es liegt daran, dass wir nie unseren Spirit verraten haben. Es gibt aber auch einige die sagen, nur das erste Album taugt etwas und der Rest ist nicht mehr so toll. Aber es hat sich nichts geändert. Die Art wie ich Songs schreibe, wie ich mein Herz und die Emotionen einbringe, das ist alles noch so wie beim ersten Album. Es gibt schon Unterschiede zwischen den einzelnen Alben, aber sicher nicht so wie zwischen "Into Glory Ride" und "Gods Of War" beispielsweise. Wir reden über eine Underground-Band die immer epischen Metal machen wollte und es immer noch tut und hart daran arbeitet besser zu werden.

Wo du jetzt Manowar ansprichst. Hörst du dir die Band noch an. Magst du "Gods Of War"?

Deathmaster: Nun ich würde jetzt nicht sagen, dass es ein schlechtes Album ist. Dafür hatte ich auch zu wenig Zeit reinzuhören. Ich kann nur sagen, dass es lange nicht so spontan klingt, wie die ersten Alben, was auch das Problem des Albums ist. Ich persönlich empfinde weniger Emotionen, wenn ich mir die Songs anhöre. Ich würde aber nicht sagen, dass es schlechte Musik ist.

Ich bin zwar auch großer Manowar-Fan. Aber das neue Album finde ich einfach nur total mies.

Deathmaster: Es klingt eben einfach nur auf eine Art und Weise flach. Es klingt, als ob sie versucht haben, den alten Manowar-Sound zu erzeugen, aber es fehlt die richtige Stimmung und vieles ist einfach überproduziert.

Meinst du es ist überhaupt möglich, als Metal-Band die Integrität zu bewahren, während man versucht finanziell von der Musik leben zu können. Ich finde, dort liegt das Manowar-Problem begraben.

Deathmaster: Das ist sicher ein Problem. Ich kann da nicht richtig mitreden, denn Doomsword sind einige Galaxien davon entfernt, von der Musik leben zu können, haha. Ich habe eigentlich noch nie darüber nachgedacht. Wenn jemand aber sagen würde, dass Manowar mehr Geld machen mit der Musik von "Gods Of War" als mit der Musik von "Into Glory Ride", dann denke ich liegt er falsch. Ich glaube Manowar wären mit einem neuen "Into Glory Ride" wesentlich berühmter und könnten mehr erreichen, schließlich wäre es genau das, was die Fans wollen.

Nun, da muss ich dich leider enttäuschen, denn die letzten beiden Alben waren ihre bestverkauften in Deutschland. Platz 2 in den Mainstream-Charts. Das scheinen also einige so hören zu wollen.

Deathmaster: Oh Scheiße, dann liege ich wohl total falsch, haha.

Kommerziell gesehen ist Metal zur Zeit so groß wie nie. Festivals, Konzerte, massenweise Labels. Würdest du sagen, das ist eine gute Sache?

Deathmaster: Metal ist groß, wenn du darüber sprichst, wie viele Menschen Fans dieser Musik sind und sie leben. Metal ist aber nicht groß, wenn wir über Geld reden, dass erzeugt wird. Die Verkaufszahlen für Alben sind in den letzten Jahren im Schnitt um 40% gesunken, das bedeutet, dass die Bands wesentlich mehr Geld über Konzerte und Festivals einspielen müssen, da sie nicht auf die Einnahmen von den CDs hoffen können. Die Labels fühlen sich genötigt die Preise für Alben weiter nach oben zu treiben, das ist so ein Teufelskreis, denn dann werden die Fans noch mehr gezwungen, sich die Alben runterzuladen. Auf jeden Fall ist das der Grund für die vielen Festivals.

Deutschland wird fast schon überflutet mit Festivals.

Deathmaster: Ja, aber das ist doch gut für alle deutschen Fans und alle die es sich leisten können nach Deutschland zu fahren.

Aber zerstört das nicht ein wenig die Magie?

Deathmaster: Auf jeden Fall, daher wird das auch niemals Doomswords Ding sein. Wir fokussieren uns lieber auf Underground-Shows, die eine magische Atmosphäre haben, denn das ist die Art und Weise wie es unserer Meinung nach sein sollte.

Ihr spielt nächstes Jahr auf dem zehnten Keep It True Festival und werdet auch den Sänger eurer ersten LP mitbringen. Kannst du schon etwas mehr über die Show erzählen und was die Fans davon erwarten können?

Deathmaster: Haha, na ja das soll wirklich eine Überraschung werden, ich will nichts darüber verraten, aber ihr könnt euch auf eine denkwürdige Show vorbereiten, wir wollen die Gesamtatmosphäre des ersten Albums erzeugen, also wird vielleicht der Sänger der ersten LP nicht die einzige Überraschung sein.

Wenn es um epischen Metal geht, hat jeder wohl eine andere Vorstellung vom Begriff "episch". Wie definierst du diesen Begriff für dich persönlich?

Deathmaster: Das ist eine rein emotionale Sache. Ich finde etwas episch, wenn mir ein Song ein glorreiches Feeling gibt und einen Sinn für Ewigkeit. Wenn der Tod eine Rolle spielt, ist es meist zehnmal so episch, haha. Das liegt im tragischen Ende der Geschichte begründet. Ich kann mir einen epischen Song einfach nicht fröhlich vorstellen, also sollte er eher düster sein. Es ist aber immer unterschiedlich. Ich höre oft Musik, die nicht episch gemeint ist, aber für mich einen epischen Sound hat. Was mich angeht, würde ich aber sagen, dass "My Name Will Live On" epischer ist als "Let Battle Commence". Es hatte einen militärischen Charakter, es war unser "Battlefield"-Album, die Emotionen waren eher zweitrangig, klar gab es ein paar sehr emotionale Songs, aber im gesamten war es eher ein kriegerisches Album. "My Name Will Live On" behandelt eher die Gefühle bestimmter Personen und hat mehr tragische Momente.

Auf dem neuen Album hört man einige Elemente von Gjallarhorn - deiner zweiten Band - finde ich. Willst du diese Elemente jetzt mehr bei Doomsword einbauen und Gjallarhorn auf Eis legen?

Deathmaster: Nein, bei Gjallarhorn dreht es sich im Unterschied zu Doomsword ausschließlich um die Wikinger und deren Mythen. Bei Doomsword ist das nur eine Episode, Gjallarhorn wird immer Viking sein und eine nordische Atmosphäre haben. Wir planen auch ein neues Album mit Gjallarhorn, aber darüber kann ich noch nicht viel erzählen.

Ich habe dir erzählt, dass Doomsword eine magische Band für mich ist. Als ich euch entdeckte war das so, als wärt ihr die Band, nach der ich so lange gesucht hatte und die ich nun gefunden hatte. Gibt es für dich eine ähnliche Band?

Deathmaster: Bathory ist so eine Band die mich umgehauen hat. Ansonsten... Manilla Road und Cirith Ungol haben schon eine Menge Magie für mich. Mit Cirith Ungol war es ganz komisch, denn ich mochte ihre Musik zuerst überhaupt nicht. Aber ich liebte ihr Albumcover und es hat mich nicht mehr losgelassen. Also musste ich das Album unbedingt kaufen. Und dann irgendwann liebte ich diese Band mehr als alles andere. Man kann so etwas manchmal nicht beschreiben.

Hast du nach den 10 Jahren einen Song, der dein Doomsword-Favorit ist?

Deathmaster: "Death Of Ferdia". Ich würde sagen, es ist der harmonischste und ausgereifteste Song von uns mit einer hervorragenden Struktur. Er hat alle Elemente eines epischen Metal-Songs. Akustische, emotionale und aggressive Parts, das ist mein Favorit.

Die Fans mussten ja lange darauf warten, ich habe gelesen, dass ihr Merchandise machen wollt. Was wird uns denn erwarten?

Deathmaster: Wir werden wohl T-Shirts machen. Vollfarbig und eines von jedem unserer Alben. Ihr werdet auch nicht so lange warten müssen, bis ihr sie kaufen könnt. Denn wir brauchen sie für die Show mit Wotan im Oktober, hehe.

Ok, Deathmaster. Danke für das Interview. Ich hoffe wir sehen uns auf einem eurer nächsten Konzerte.

Auf jeden Fall! Dir auch vielen Dank für das Interview, bis dann.


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Sascha



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