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Als eine der fleißigsten deutschen Undergroundbands (wahrscheinlich nicht nur im Metal Sektor), haben Fallen Yggdrasil sich bereits einen guten Namen erspielt, und die Zahl der Leute, die sie mit ihrem brutalen aber niemals eindimensionalen Death Metal überzeugen können, steigt stetig. Zeit also für ein ausführliches und ergiebiges Gespräch mit Bandkopf Simon Kratzer, der nicht nur zur Musik seiner Band interessantes zu berichten hat.




Angesichts eurer zahlreichen Live-Auftritte und den guten bis euphorischen Kritiken in nahezu allen Metal-Gazetten kennen euch sicherlich schon zahlreiche Leute, aber stell doch bitte mal für unsere Leser, die euch noch nicht mit euch vertraut sind, kurz die Entstehung der Band und das aktuelle Line-Up vor.

Simon: Hallo alle miteinander! FALLEN YGGDRASIL gibt?s seit 1997. Eigentlich schon seit 1996, aber das, was wir das erste Jahr getrieben haben, kann man wirklich nicht ernst nehmen. Wir hatten kein ordentliches Line-Up, keinen festen Proberaum - und auch sonst keinen Plan. Das Ganze hat sich dann eher auf der Krach - und Partyebene abgespielt... Spätestens seit unserem ersten Demo "Odyssey in Sorrow" 1998 sind wir aber so "richtig" dabei im Underground und bahnen uns seit dem Stück für Stück unseren Weg. Unsere aktuelle MCD "In no sense Innocence" ist die vorläufig letzte Wegmarke dabei. Leider hatten wir immer wieder - eigentlich regelmäßig - Besetzungswechsel, die uns jedes Mal wieder zurückgeworfen haben. Zwischenzeitlich könnte man aus den Ex-FALLEN YGGDRASILern locker eine komplette neue Band machen - sogar mit zwei Schlagzeugern.

Haben die zahlreichen Besetzungswechsel nun erst mal ein Ende genommen?

Simon: Na, das hoffe ich. Aber nach den Erfahrungen der Vergangenheit werde ich mich darauf nicht mehr verlassen. Es war bisher fast immer so, dass die Leute irgendwann ausgewhimpt sind. Ich sag?s mal ganz ehrlich: Ich habe bei dem einen oder anderen den Eindruck gehabt, dass er zwar das positive am Bandleben mitnehmen, aber nichts dafür tun wollte. Beim Autogrammeschreiben, da war man groß und hatte leuchtende Äuglein, aber wenn?s drum ging, etwas für die Band zu opfern, da war man plötzlich schneller weg als man schauen konnte. Und das darf natürlich nicht sein, man kann sich nicht die Rosinen rauspicken, sondern muss dafür auch was leisten. Eine Band ist ein Kollektiv von Musikern, die alle erst im Zusammenspiel mit den anderen, also als Band, etwas sind. Und das bedeutet: Jeder hat Verantwortung für das Wohl der Band und gegenüber den Kollegen und hat sich dementsprechend zu verhalten. Und das heißt eben auch, dass man mal Dinge zu tun hat, auf die man in dem Moment keinen Bock hat. Das hat ja auch etwas mit Solidarität gegenüber den anderen Bandmitgliedern zu tun, denn es ist ja absolut unfair, wenn ein einzelner das ganze Kollektiv torpediert, nur weil er auf irgendwas "keine Lust" hat. Zum Beispiel: Wenn man für den Termin XX ein Konzertangebot hat, und die Mehrheit der Band das Konzert spielen kann und will, dann kann es nicht sein, dass ein einzelner sagt "Ich hätte zwar Zeit an dem Termin, aber ich habe keine Lust", sondern dann hat er sich verdammt noch mal der Mehrheit zu beugen und das Konzert zu spielen. Das mag etwas extrem klingen, aber anders geht das schlicht und einfach nicht. Und im Übrigen: Wenn Du in einem Fußballverein spielst, dann kannst Du auch nicht einfach ein Spiel absagen, weil Du Samstag lieber mit der Freundin ein Picknick machen willst. In der Vergangenheit sind echt schon unschöne Sachen in der Richtung vorgefallen, z.B. dass ein Bandmitglied kurzfristig ein Konzert wegen "Krankheit" abgesagt hat - und ich ihn dann noch am selben Abend beim Saufen "ertappt" habe. Ich muss wohl nicht sagen, dass der nicht mehr in der Band ist... Hm, bin wohl etwas abgeschweift, aber das ist eine Sache, die mich echt ärgert, weil ich mir sehr wohl bewusst bin, dass diese ganze Besetzungswechselscheiße der Band sehr geschadet, und sie auch immer wieder weit zurückgeworfen hat. Und das nur, weil Leute zu lulu sind...

Nach dem das Material des späteren Albums "In no sense Innocence" bereits als Eigenveröffentlichung gut ankam, habt ihr es ja Anfang des Jahres noch mal über Supreme Chaos Records unter eben genanntem Namen veröffentlicht. Habt ihr das Gefühl, dass euch das seit dem einen Schub nach vorne gegeben hat? Und wie seid ihr mit der Zusammenarbeit mit dem Label zufrieden?

Simon: Ich denke schon, dass uns das etwas weitergebracht hat. Okay, Supreme Chaos sind ein recht kleines Label und ihre Möglichkeiten sind noch ganz klar begrenzt. Wir sind aber schon lange genug im Geschäft, um das zu wissen, deswegen haben wir von Anfang an keine Wunderdinge von SCR erwartet. Trotzdem konnten sie uns in einiger Hinsicht ein paar Türen öffnen, die wir alleine wohl nicht geöffnet bekommen hätten. Insofern sind wir schon zufrieden, zumal sich SCR gut reinhängen, und mehr erwarten wir nicht. Ärgerlich wäre, wenn man das Gefühl hätte, das Label interessiert sich nicht für die Band und versucht erst gar nicht, sie weiterzubringen. Das wäre frustrierend, ist bei SCR aber mit Sicherheit nicht der Fall. Also kann ich schon sagen, dass wir zufrieden sind.

Ich habe euer Album in meinem Review als Mischung aus schwedischem und amerikanischem Death Metal bezeichnet und ihr seid für mich eine der wenigen Bands, die im Bereich des extremen Death Metals etwas recht eigenständiges auf die Beine stellen und nicht mit irgendeiner anderen Band direkt vergleichbar sind. Welche Gruppen würdet ihr denn als eure Haupteinflüsse bezeichnen?

Simon: Das ist eine Frage, die wir oft gestellt bekommen, die ich aber nicht eindeutig beantworten kann. Wir alle hören alle Spielarten des Metals, der eine hat seinen Schwerpunkt in der einen Sparte, der andere in einer anderen. Vermutlich fließt das alles etwas mit ein, zumal wir uns nie einen konkreten Stil vorgenommen haben. Trotzdem kann man vermutlich sagen, dass wir stark vom schwedischen Death Metal der frühen 90er beeinflusst sind, denn das ist so das große Ding von den meisten von uns. Also dann Bands wie Dismember, alte Entombed und so weiter.

Und wie würdest jemandem, der mit eurem Material nicht vertraut ist, den Sound von Fallen Yggdrasil mit wenigen Worten beschreiben?

Simon: Hm, vermutlich ähnlich wie Du, Deine Beschreibung trifft es schon ganz gut denke ich. Auf Konzertplakaten oder ähnlichem schreiben wir aber immer nur einfach "Death Metal", da wir keine Freunde des gegenwärtigen Trends sind, dass sich jeder irgendwelche abgefahrenen Stilbeschreibungen gibt, die dann letzten Endes eh nichts aussagen. Ich mein, da schreiben sie großkotzig auf Plakate "Mega-Super-Giga-Toll-Schreddel-Mäddel-Porn-Gore-Hyper-Grindjazz" - und letzten Endes ist?s doch nur ein meinetwegen Six Feet Under Abklatsch. Wir spielen einfach Death Metal. Nicht mehr - aber ganz sicher auch nicht weniger.

Mit euren mitreißenden Live-Auftritten solltet ihr jedenfalls noch für zunehmend Furore sorgen können. Soviel pure Energie bringen nur wenige Bands rüber und vor allem du als Frontmann gehst ja immer bis zum letzten.

Simon: (grinsend) Ich nehme das mal als Kompliment und bedanke mich artig dafür. Ich glaube, wir waren schon immer eine Band, die Live recht gut abging, zumindest wurde uns das früher schon bescheinigt. Wobei wir aber nichts einstudieren oder so, die Power ergibt sich ganz von allein, wenn wir spielen.

Als ich euch in Hanau gesehen habe, hast du einen Diver auf den blanken Betonboden hingelegt, ist so was eher eine Seltenheit oder passiert das im Eifer des Gefechts schon öfter mal?

Simon: Das kommt schon mal vor, ist allerdings kein "fester Bestandteil" der Show oder so. Das ist schon eher so eine Kurzschlussreaktion.

Als ich dich an dem Abend vorher schon mal getroffen habe, hätte ich eigentlich nicht erwartet, dass du nur kurz später zum absoluten Bühnen-Maniac mutierst, aber das hörst du bestimmt nicht zum ersten Mal, oder?

Simon: Das höre ich oft. Ich wirke außerhalb der Bühne wohl nicht sehr "brutal", haha. Na ja, das hat natürlich auch was damit zu tun, dass ich rein körperlich gesehen nun nicht gerade eine "massive Erscheinung" bin, bin ja doch eher normal bis schmalbrüstig, haha. Letztlich hat irgendwer in einer Livekritik sogar vom "etwas kleingewachsenen Sänger Simon" oder so ähnlich geschrieben... Dabei bin ich ja doch mindestens 1,75 m. Also das hat mich dann doch schwer getroffen, haha.


Simon bei einem Gig in Karslruhe

Ihr habt ja auch diesen Sommer einige Gigs absolviert bzw. noch auf dem Programm. Was war denn für euch das bisherige Highlight und gibt?s vielleicht noch eine nette Tour-Story zu vermelden?

Simon: Hm, generell ist das nicht so leicht zu sagen, da wir einige sehr fette Konzerte hatten in letzter Zeit. Beeindruckend fand ich das Mountains of Death - Festival in der Schweiz. Das Festival war nicht nur von der Organisation und allem her sehr gut, sondern besonders auch die Landschaft war für Nicht-Schweizer recht beeindruckend, denn das Festivalgelände liegt mitten in der Berglandschaft. Unmittelbar hinter der Bühne tut sich zum Beispiel eine riesige steile Felswand auf, die dann auch noch effektvoll angestrahlt wurde. Das hatte schon was...
Zur Story...hm, viele Dinge sind eher Situationskomik und lassen sich schwer nacherzählen, bzw. sind dann plötzlich gar nicht mehr witzig, wenn man die Situation nicht miterlebt hat. Recht bizarr war unsere Aftershowparty nach einem Konzert vor wenigen Wochen. Da waren wir in einer etwas seltsamen Bar, der Wirt war ganz offensichtlich sein eigener bester Kunde und sternhagelvoll. Dann saß da einer am Tresen mit einem Spielzeugroboterhund, mit dem er sich dauernd unterhalten hat. Dann wurde ich von einer Frau angegraben, die meine Mutter hätte sein können, dem armen Christoph ist ein Schwuler auf die Pelle gerückt... Erstere hat mich mit Schnaps abgefüllt, zweiterer hat uns eine Runde Bier nach der anderen ausgegeben. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, dass ich irgendwann echt am Ende war... Naja, und das Ende vom Lied war, dass ich noch auf der Fahrt ins Hotel meinen Bruder angekotzt habe...

Angesichts eurer ausgedehnten Szene-Aktivitäten nimmt Fallen Yggdrasil sicherlich gerade für dich viel Zeit in Anspruch. Geht das manchmal an die Reserven oder spielt das für einen Enthusiasten keine Rolle?

Simon: Das geht definitiv manchmal an die Reserven, das kannst Du mir glauben. Ich verbringe wirklich eine Menge Zeit allein schon mit dem ganzen Management-"Kram", dazu kommt dann noch Proben, Konzerte etc. pp. Und es ist ja nun wirklich nicht so, dass ich sonst nichts zu tun hätte mit Studium und Nebenjob. Gerade in Prüfungszeiten hab ich manchmal weder die Zeit noch die Nerven für das alles, aber irgendwie geht es dann doch immer. Es macht ja auch riesigen Spaß, das darf man nicht vergessen. Und wenn es mal keinen Spaß macht, dann gilt ersteres.

Ist es für eine Band wie euch nicht manchmal deprimierend zu sehen, dass (durchaus auch im Metalbereich) häufig talentarme und imagegestützte Combos mit mäßigen Kopien erfolgreicher Stilistiken gute Plattenverträge einfahren und ordentlich Erfolg haben, während ihr trotz großem Engagement und begeistertem Underground-Feedback dagegen eher ein Schattendasein fristet?

Simon: Na ja, "deprimierend" ist vermutlich ein zu starkes Wort, es ist manchmal etwas unbefriedigend vielleicht, aber auch das stimmt eigentlich nicht, denn im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden, wie es bei uns läuft. Wir machen uns darüber eigentlich auch keine Gedanken und was andere Bands tun ist für uns nicht so wichtig. Für uns ist wichtiger, unser Ding durchzuziehen und dabei ein gutes Gefühl uns Spaß zu haben. Letzten Endes muss ich auch ganz ehrlich sagen: Ich kenne persönlich eine ganze Menge Metal Bands, die "den Deal" eingefahren haben, bei denen es aber deswegen nicht besser läuft als bei uns. Manche davon verkaufen sogar weniger CDs als wir! Also ich kann jeder Band nur davon abraten, sich zu sehr auf das "große Ziel Plattendeal" zu versteifen. Man sollte einfach sein Ding durchziehen und schauen was kommt. Wenn sich was ergibt, dann "gut", wenn nicht, dann "scheißegal und weitermachen". Man sollte sich deswegen nicht verändern und auch keine Ärsche küssen...

Man darf jedenfalls auf neues Material gespannt sein. Wie viele neue Songs habt ihr denn nach den Tracks, die sich auf "In no sense Innocence" finden, schon geschrieben? Und steht eine neue Veröffentlichung in Aussicht?

Simon: Also geschrieben sind einige, nur einstudiert sind bisher nur eine handvoll. Bis Ende des Jahres, wenn wir ins Studio gehen, werden aber 9-10 Songs feststehen, die dann auch auf die neue Platte kommen werden. Die sollte dann wenn alles glatt geht so gegen Anfang 2004 veröffentlicht werden.

In welche Richtung gehen denn bei den neuen Songs die Texte? Und bleibst du deinem Wechselspiel zwischen deutsch und englischsprachigen Texten treu?

Simon: Bei einigen Songs hab ich das Wechselspiel wieder drin, einige sind ausschließlich in Englisch. Ob es auch wieder einen rein deutschen Text gibt, kann ich noch nicht sagen, bisher noch nicht. Es bleibt also alles wie bisher: Es gibt da kein durchgehendes Konzept, sondern ich mach das, wie es mir grade reinläuft. Ansonsten bleiben die Texte inhaltlich im großen und ganzen im altbewährten Stil.

Den Text von "New Age Mephisto" finde ich übrigens sehr gelungen. Sind solche gesellschaftskritischen oder je nach Blickwinkel auch politischen Texte etwas, was du weiterhin oder sogar verstärkt in die Band einbringen wirst? Ich fände es klasse, denn es gibt meiner Meinung nach viel zu wenige Bands, die in der Lage sind, gute Texte in dieser Richtung zu schreiben und den 358. Gore-Schrott braucht nun echt kein Mensch...

Simon: Ja, das wird?s definitiv auch weiter geben, obwohl ich auch schon von einigen Leuten dafür kritisiert wurde. Wobei mir das vollständig am Arsch vorbei geht. Wir machen was wir gut finden und wenn es anderen nicht passt, ist das letzen Endes nicht unser Problem. Es ist traurig genug, dass sehr viele Bands permanent auf den "Publikumsgeschmack" schielen. Und dann wundert man sich, warum da letzen Endes nicht mehr als ein lauer Abklatsch einer populären Band bei rauskommt... Ich bin auch voll und ganz Deiner Meinung was dieses Gore- oder Pornzeug angeht. Das ödet mich nicht nur an, sondern teilweise finde ich es auch richtig scheiße. Ich mein, klar, jeder wie er will, aber für mich hat das doch den Anschein, dass die eine oder andere Band ihr musikalisches Unvermögen durch möglichst "krasse" Texte oder Cover vertuschen will. Außerdem ist es nicht unbedingt meine Art von Humor, wenn Vergewaltigungen und sonstige Gewalttaten geschildert oder auf Covern dargestellt werden... Aber vielleicht bin ich ja auch nur ein Weichei - womit ich aber gut leben kann.

Überdies wirken deine Texte sehr stark literarisch beeinflusst, z.B. "NewAgeMephisto" durch Goethes Faust und "Crown of all creatures" durch Anlehnungen an die Ikarus-Sage. Da scheint jedenfalls ein starkes persönliches Interesse dahinter zu stecken, oder?

Simon: Ja, das zum einen, zum anderen gibt es noch einen ganz "handfesten" Grund dafür: In den meisten Texten gibt es zwei Ebenen, eine allgemeine und eine persönliche. Die allgemeine ist für die Hörer gedacht, die persönliche eigentlich nur für mich, die kann von Fall zu Fall sogar zu intim sein, als dass ich wollte, dass jeder es kapiert. Ich habe also gewissermaßen ein Problem, wenn ich die Texte schreibe: Sie müssen diesen beiden Ansprüchen gerecht werden. Und das geht am besten, wenn man mit Metaphern und versteckten Anspielungen arbeitet...

Interessant ist auch der ungewöhnliche Titel "You suicide me", worin es darum geht, dass Menschen in den Tod getrieben werden, weil ihnen ein Leben nach ihren Wünschen und Vorstellungen verunmöglicht wird (ich hoffe mal, ich habe das einigermaßen treffend interpretiert). Spielst du mit dem Text direkt auf konkrete Personenkreise oder Zustände an?

Simon: Deine Interpretation kommt meiner Intention sehr nahe. Ein konkreter Personenkreis ist in dem Text aber nicht angesprochen, es ist eher eine allgemeine Reflexion über das Thema "Selbstmord". Das ist ja ein etwas heikles Thema, weil man meist nicht so recht weiß, wer bei der ganzen Angelegenheit denn nun "Opfer" und wer "Täter" ist. Das meine ich jetzt nicht in theologischer Hinsicht, wo ja der Selbstmörder als Sünder gilt, weil er sich gegen das Leben als höchstes Gut versündigt, sondern eher allgemein moralisch. Wenn sich zum Beispiel jemand umbringt, weil er irgendwelche Probleme hat, ist er dann ein Opfer seiner Umwelt oder ein Täter, der den Hinterbliebenen große Gewissensprobleme aufbürdet? Ich finde das immer schwierig, vermutlich kann man es aber nur in den wenigsten Fällen wirklich deutlich sagen. Aber ich bin wieder abgeschweift...

Zumindest "You suicide me" und "Crown of all creatures? enthalten auch einige religiöse Anspielungen, die nicht leicht zu deuten sind. Ist es dir wichtig diesen Aspekt mit einzubringen und würdest du dich selbst als gläubigen Menschen bezeichnen?

Simon: "Gläubig" wohl nicht, denn ich glaube nun nicht wirklich an "den" Gott und die Bibel. Besonders des Alten Testament, bedeutet mir kaum mehr als irgendwelche anderen Sagen und Mythen. Aber ich bin mir bewusst, dass ich von der christlichen Ethik geprägt bin - das sind übrigens die meisten von uns, schon allein deswegen, weil wir in einer christlichen Kultur aufwachsen. Damit kann ich aber echt gut leben, denn die Ethik hinter dem Christentum ist mit Sicherheit nicht die schlechteste, ganz unabhängig von der Religion an sich oder dem, was die Menschen daraus im Einzelfall gemacht haben.

Wer hat sich denn eigentlich den Namen "Fallen Yggdrasil" einfallen lassen? Mit nordischer Mythologie scheint ihr ja ansonsten weniger am Hut zu haben, oder?

Simon: Der Name ist auf meinem Mist gewachsen, und das amüsanterweise schon zu einer Zeit, als es die Band noch längst nicht gab. Ich habe mich damals mit allen möglichen Mythologien beschäftigt, also auch den ägyptischen, griechisch-römischen etc. Sagenkreisen. Die nordische Mythologie war da nur eines unter anderen und hat für uns auch heute keinen besonderen Stellenwert. Insofern ist unser Bandname eventuell etwas irreführend, weil er impliziert, dass wir irgendwie "pagan-mäßig" angehaucht wären, was nun aber weder musikalisch noch sonst wie der Fall ist. Im Übrigen habe ich auch schon erfahren, dass es Leute aus der Pagan-Metal-Szene gibt, die uns das vorwerfen...

Gibt es einen persönlichen Traum, den du dir mit Fallen Yggdrasil gerne erfüllen würdest? Z.B. auf einem bestimmten Festival spielen, mit einer bestimmten Band auftreten, weltweit die Charts stürmen (*g*)...

Simon: Ne, so was habe ich nicht, zumindest nicht so konkret. Höchstens insofern, dass wir irgendwann mal einen guten Namen in der Metalszene haben wollen. Das wäre eigentlich schon alles und darauf arbeiten wir hin.

Ist ja auch nicht zu verachten... Dann hätte ich zum Abschluss noch gerne deine Alltime Top 5 Alben.

Simon: Au backe, jetzt wird?s schwer. Gehen auch meine "momentanen Faves"??? Alltime ist echt zu schwierig... Das wären dann ohne besondere Reihenfolge folgende:
- Dismember "Massive Killing Capacity"
- Sinister "Hate?
- Angra "Holy Land?
- Crown of Thorns (heute The Crown) "The Burning?
- Anthrax "State of Euphoria?

Noch etwas, was du der Welt schon immer einmal sagen wolltest?

Simon: Die Menschen sollten sich wenigstens hin und wieder etwas Mühe geben, nachzudenken anstatt entweder ihren egoistischen Instinkten oder den Medien nachzulaufen. Aber vermutlich überfordert man damit 95 % der Weltbevölkerung. Schade eigentlich...

...in der Tat. Dir jedenfalls besten Dank für das Interview, macht weiter so und alles Gute für die nächste Zeit!

Simon: Dir auch vielen Dank für das Interview!! Hat großen Spaß gemacht! Ich hoffe man sieht sich!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Volker



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