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Die meisten derjenigen, die dieses Interview hier lesen werden, haben den Namen Abandoned vermutlich noch nie gehört. Das liegt allerdings nicht darin begründet, daß Abandoned eine schlechte Band wären. Nein, dies hier ist schlicht und einfach das erste Interview, das mit der Band geführt wurde. Die Anfragen auf weitere Interviews dürften sich jedoch bald häufen, denn die Jungs haben wirklich großes Potential. Was ich über diese aufregende Thrash-Band erfahren konnte lest ihr im folgenden...




Fangen wir doch mal so an, wie es sich bei Underground-Bands für gewöhnlich gehört. Stellt die Band am besten erstmal vor. Was seid Ihr für Kerle, wie habt ihr Euch kennengelernt?

Holger: Also angefangen hat das mit Kalli und mir nach Gamma Ray mit "Ride the Sky"...
Kalli: Jaaaa! (hebt die Faust in die Höhe)
Holger: Bei seiner anderen Band war das dann auch so, daß die immer langsamer wurden und nicht mehr schneller wollten und wir haben uns da halt drüber unterhalten und gesagt, daß wir mal was zusammen machen müssten beizeiten. Ein halbes Jahr später hat er dann angerufen und gemeint, er hätte jetzt Zeit. (allgemeines Gelächter)
Konrad: "Ich wär dann jetzt so weit!" (lacht)
Holger: Also er wollte dann wissen, ob ich denn jetzt was hätte und dann haben wir eben angefangen so ein bißchen rumzuschrammeln. Wieder etwa ein halbes Jahr später bin ich dann zufällig über den Todd, der auch hier bei Cumicom singt, an den Konrad gekommen, den kannte ich noch von Mindless Drone, einer anderen Thrash-Band aus Darmstadt von früher, wo er '92 gespielt hat. Von daher kannte ich den halt eher nur flüchtig...
Konrad: Und dann ist er mir unheimlich auf den Keks gegangen. Und hat immer wieder angerufen und angerufen... und irgendwann hat's dann mal geklappt. Geklappert.
Holger: Und damit haben wir dann diese erste Promo-CD aufgenommen, damit wollten wir uns dann eigentlich 'nen Bassisten und 'nen Sänger suchen. Das mit dem Sänger ist irgendwie nix geworden...
Kalli: Und mit dem Bassisten das ist auch nix geworden (grinst in Richtung Günni).
Holger: Ja, und den Günter haben wir halt über eine Zeitungsannonce kennengelernt. Das war dann auch der erste und einzige, der da in Frage kam. Das haben wir jetzt davon.
Kalli: Das hat dann auch gleich harmoniert. Nachdem wir ein paar saudoofe E-Mails ausgetauscht hatten, hat er dann gemeint: "Zum Glück seid ihr genauso wie ich". Da haben wir dann gewußt: Es paßt.
Holger: Allerdings haben wir dann einen Suchtrupp gebraucht, um ihn zu finden, er hatte sich prompt in Darmstadt verfahren.
Günter: Genau, ich bin nämlich außerhessisch gewesen, aber jetzt bin ich hierhergezogen.

Extra wegen Abandoned?

Günter: Natürlich!
Konrad: 10 Kilometer weiter über die hessische Grenze. Ursprünglich Heidelberg. (allgemeines Lachen)

Ein paar vorherige Bandnamen sind ja jetzt schon gefallen. Bei Dir, Holger, weiß ich, daß Du schon eine Menge anderer Bands am Start hattest. Was hat es mit "Obstsalat" und wie sie alle heißen auf sich und wie siehts bei Euch anderen aus?

Holger: (lacht) Also wer das ausgeplaudert hat gehört auch irgendwo...
Kalli: Vielleicht erstmal vorweg, ich war Holgers Nachfolger bei Kalögena. Also als der damals bei Kalögena den Abgang gemacht hat, bin ich dort eingestiegen. So haben wir uns auch praktisch dann kennengelernt. Nach Kalögena war meine Hauptbeschäftigung dann bei Revenant.
Konrad: Ich habe ganz früher bei einer Band mitgespielt, die hieß Slam. Die gab's aber nicht lange. Das war auch Thrash-Metal, aber ganz schönes Geholper. Wann war denn das? '92? Danach kam auf jeden Fall Mindless Drone. Das mochte damals keiner und heute kennen sie's auf einmal alle. Ich weiß auch nicht wieso. Nach Mindless Drone kam dann Shito, das war dann schon was besseres, aber kein Thrash, mehr so Alternative mit Metaleinschlag. Ganz cool eigentlich, da hätten wir auch fast mal so einen Wettbewerb gewonnen... und wir haben in Polen gespielt.

Und Du hast auch vorher schon woanders gespielt, Günter?

Günter: Ja, bei Out of Order, das ist auch so eine 80er-Thrash-Band aus dem Schwabenland. Die habe ich erfolgreich ruiniert. Und dann habe ich bei Grace gespielt, so eine Hardcore-Band aus dem Raum Heidelberg / Weinheim. Und inzwischen bin ich dann auch noch bei Revenant gelandet, weil wo ein Kalli ist, da ist auch ein Günt.
Holger: Ich habe ungefähr 1989 angefangen bei Sinus, das war normaler Metal, dann bei Lunatic Dictator mal kurz, Kalögena, dann bei einer Prog-Band namens Elysian Fields...
Günter: Courageous!
Holger: Ja, zweimal ausgeholfen bei Courageous, das zähle ich aber nicht dazu, ist ja auch schon 10 Jahre her. Und dann hatte ich noch eine Vorgängerband zu Abandoned (Reckoning - der Verfasser), das war auch so die gleiche Mucke...

Wie war das jetzt mit Obstsalat?

Holger: (lacht) Das war ja noch in den 80ern...
Günter: Ja, aber schlecht war's trotzdem.
Holger: Na ja, okay, das war ja auch so ein Spaßprojekt...

Und parallel spielst Du jetzt noch bei einer Punkband?

Holger: Good Vibrations sind das. Da spiele ich Schlagzeug mit ein paar ehemaligen Schulkollegen, schon seit 13 Jahren in der Besetzung.

Das ist dann mehr so ein Spaßprojekt?

Holger: Für die nicht! (allgemeines Gelächter) Ja, ich meine, es macht halt Spaß... ich spiele eben gerne Schlagzeug, für eine gescheite Band reicht's nicht, da mache ich halt das.


Holger

Meint ihr, das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben, daß ihr in weitere Projekte und Bands involviert seid, oder werdet ihr Euch da mit den wahrscheinlich nun stark steigenden Ambitionen irgendwie einschränken müssen?

Holger: Also ich habe damit wie gesagt kein Problem, das andere läuft aus Spaß so nebenbei, und wenn Zeit ist kann man immer noch eins, zwei Mal zusammen proben... das ist auch nicht wirklich zeitaufwendig, zumal wir in den letzten Jahren mit Good Vibrations nur einen Auftritt gehabt haben.
Kalli: Ja, ich denke, im Moment ist es auf jeden Fall noch nicht so, daß man sagen müßte, wir müssen jetzt die Priorität auf die oder die Band setzen. Was nicht ist kann natürlich noch werden, das ist klar. Aber solange das so in dem Rahmen weiterläuft wie bisher, sehe ich da überhaupt keine Probleme und auch keinen Grund dafür, jetzt irgendwo Einschränkungen zu machen.
Günter: Manchmal ist es etwas stressig, aber es geht.
Holger. Abandoned sind auch eigentlich gar nicht so probeintensiv, wir proben nur einmal die Woche, manchmal auch zweimal. Wir machen das meistens so, daß wir die Sachen hier im Studio aufnehmen, dann als MP3 ins Netz stellen und jeder kann es sich runtersaugen und selbst proben. Dann brauchst Du da auch nicht groß mit Tapes hantieren, das geht dann ganz gut.

Eure erste Promo inklusive "Forcefed" gibts kostenlos im Netz zum Download. Ich habe schon von anderen Bands gehört, die Angst hatten, sie würden wegen sowas keinen Plattenvertrag mehr bekommen...

Kalli: Was ein Quatsch.
Konrad: War noch nie ein Thema.
Günter: Der Holger schreibt sowieso so schnell neue Lieder und kommt mit zehn, zwölf neuen an, da ist das kein Thema...
Holger: Na ja, also das neue Demo würde ich jetzt auch nicht komplett ins Netz stellen, weil wir natürlich erstmal versuchen möchten, da ein paar unters Volk zu bringen. Die alte Promo haben wir eh hauptsächlich verschenkt...

Aber "Forcefed" ist ja jetzt auch auf dem neuen Demo drauf...

Holger: Richtig, das ist auch jetzt durch die Gema geschützt. Ich denke, diese Bands haben einfach irgendwie Schiß...
Konrad: ...und abgesehen davon haben wir uns dadrüber auch noch nie Gedanken gemacht. (grinst breit) Ey, Homepage, MP3, geil, drauf (lacht)
Holger: Und die Aufnahmen sind ja auch hier gemacht worden und haben nichts gekostet, da gab's also nichts zu verlieren.

"Misanthrope" sehe ich als absoluten Schritt nach vorne an. Das Ding ist wirklich hammergeil geworden. Wie sieht's mit den bisherigen Resonanzen aus?

(alle durcheinander:) Geil!
Konrad: Ne, also ohne Scheiß, jeder der es bis jetzt gehört hat und auch nur ein bißchen was mit der Musik anfangen kann findet es gut.
Günter: Bei mir im Krankenhaus, wo ich arbeite, hört eigentlich außer mir kein normaler Mensch so Musik, aber ich habe da echt schon 25 CDs verkauft. Und sogar Leute, die mit der Art von Musik sonst nicht viel zu tun haben finden das Demo echt klasse.

Erzählt mal ein paar Fakten zu dem Silberling.

Holger: Ja, das Demo ist natürlich auch zum Teil hier im Studio entstanden. Zum Teil auch beim Kalli im Studio. Hier haben wir Gesang, Schlagzeug und Baß reingehauen und die Gitarren haben wir beim Kalli gemacht. Pressen lassen haben wir dann 500 Stück.

Eurer Musik nach zu urteilen seid Ihr alle Fans von Bands wie Slayer, Exodus und Destruction?

Holger: Slayer ja, aber die anderen hört außer mir glaube ich keiner.
Günter: Doch, klar, Destruction.
Konrad: Ja, wenn Du beim Holger im Auto mitfährst (allgemeines Gelächter).
Günter: Es gibt schon zwei, drei Bands, die wir alle gerne hören, aber jeder hat auch irgendwie seine eigenen Einflüsse.
Holger: Es trifft sich schon beim Thrash, klar. Günter mag es lieber etwas abgefahrener, Konrad und ich haben dann noch ein Faible für Poserkram wie Mötley Crüe oder Twisted Sister. Kalli hört Metallica von vorne bis hinten...

Bis hinten?

Kalli: Ja!

Bis ganz hinten?

Kalli: Nee. (allgemeines Gelächter) Also die ersten fünf...
Holger: Er hat sich die neue aber gekauft, Konrad konsequenter Weise nicht.
Kalli: Man muß doch das Elend live miterleben, die DVD hat mich halt auch irgendwie gereizt.
Holger: Hören wir lieber mal auf, über Metallica zu reden.
Kalli: Nene, das muß jetzt raus. Die ganze Enttäuschung. (erneutes Gelächter)
Konrad: Der Grund, weshalb wir uns getroffen haben war, daß wir sowas machen wollten wie "The Haunted", vor allem die erste Platte von denen.
Holger: Ja, und Testament.
Konrad: Das waren die Platten die uns am Anfang verbunden haben...


Kalli

Welche Chancen rechnet Ihr Euch mit Eurer Musik aus? Ich könnte mir vorstellen, daß es im Thrash-Bereich besonders schwierig ist, sich zu etablieren, da es einfach eine Unmenge an Bands gibt, die die härtere Gangart eingeschlagen haben...

Kalli: Unsere Chance liegt eindeutig auf dem Live-Sektor. Wir sind kürzlich auch mit einem Song auf HR3 XXL gelaufen, die Moderatorin hatte uns letztes Jahr auf dem Knabenchor gesehen. Und die Reaktion war der absolute Hammer, daß jemand so positiv im Radio über eine Thrash-Band erzählt, das ist einfach geil. Und genauso positiv sind eigentlich sämtliche Reaktionen des Publikums bei Konzerten.

Nur was die Labels angeht nützt das natürlich nicht viel...

Kalli: Natürlich, es geht ja auch ums Geschäft. Da ist es auf jeden Fall so, daß wir eine Band sind, die nicht aufs Geld schielt und auch nicht auf Teufel komm raus irgendwelche Verträge unterzeichnen will. Wir möchten unsere Musik machen, das steht ganz oben. Und danach kommen erst Verträge oder sowas in der Art. Das gucken wir uns dann aber auch wirklich genau an. Bei uns geht's also in erster Linie um die Musik und um das, was wir damit vermitteln wollen.
Holger: Mit dem Thrash das ist ja momentan sowieso so eine Sache. Die einzige große Band, die momentan noch Thrash-Metal macht, wie man ihn eigentlich kennt, sind Testament. Vielleicht noch Destruction, aber das wars. Die anderen Thrash-Bands die rauskommen sind eigentlich alle eine wesentlich extremere Kante. Wesentlich brutaler. Was natürlich auch geil ist, keine Frage.
Konrad: Eben. Ich würd's ja auch spielen, wenn ich könnte (grinst)
Holger: Ja, aber wir sind dann eher doch die gediegenere, klassischere Variante, ohne jetzt halt diese richtige Retro-Schiene zu fahren und in Richtung ganz alte Kreator oder ganz alte Sodom zu gehen. Also wirklich nur rumgerappel. Halt schon mit dem Auge eher Richtung Bay Area. Das dürfte dann letztlich also auch den ein oder anderen Powermetaller ansprechen...

Glaubt ihr daran oder hofft ihr darauf, daß der Thrash ein ähnliches "Revival" hinlegen kann wie der traditionelle Metal bzw. Powermetal?

Günter: Das Revival machen wir doch gerade...
Kalli: Ach ja, da haben wir vor 10 Jahren schon drüber gesprochen... mit Kalögena.
Konrad: Über's Thrash-Revival? Hm, also momentan ist es ja doch schon so, es kommt immer mehr Zeug raus in der Richtung, bißchen extremer, wie Holger gesagt hat. Aber gerade die neueren Haunted oder so, die Carnal Forge-Sachen, das ist ja alles Thrash.

Keine Frage, daß zum Beispiel die neue Haunted ein geiles Teil ist. Aber was die Verkaufszahlen und die Fanscharen angeht, ist da ja schon noch Platz nach oben...

Konrad: Ach so meinst Du das... ja, das stimmt wohl, aber offensichtlich versprechen sich die Plattenfirmen was davon.
Holger: Hammerfall waren da ja jetzt auch mal eine Ausnahme, daß die mit einer einzigen Platte so eine riesige Welle ausgelöst haben. Sowas erlebt man ja eh höchstens zwei Mal im Leben. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, und es sieht ja doch um einiges besser aus als zum Beispiel vor 10 Jahren.

Wie entstehen denn Eure Stücke? Wer ist für was verantwortlich?

Kalli: Also der Holger kommt hierher und schranzt uns den ganzen Abend mit irgendwelchen Riffs voll. Und wir sagen dann: "Okay, alles klar". Das war's.
Konrad: Den Gesang gibt's dann immer erst beim Aufnehmen...
Kalli: Das ist dann der ausschlaggebende Punkt, einen Text schreiben zu müssen.
Holger: Wir haben schon wieder 3 neue Lieder ohne Text. Ungefähr 80% der Stücke sind von mir...

Habt ihr denn schonmal dran gedacht, ein Lied ohne Text aufzunehmen?

Holger: Haben wir sogar schon. Das sollte dann aber doch einen Text haben, ohne war es irgendwie albern.
Günter: Dafür sind dem Holger seine Lieder einfach nicht interessant genug... (Gelächter)
Holger: Die Idee zu "Forcefed" kam allerdings vom Konrad. Das Stück haben wir dann innerhalb von einer viertel Stunde hier im Proberaum fertig gemacht. Da war von jedem noch ein Riff dabei, Günter war zu dem Zeitpunkt ja noch nicht dabei, also von jedem noch ein Riff und dann war das Lied fertig. Bei "Meat" war die Grundidee vom Günter, das Bass-Riff am Anfang.
Konrad: Wie gesagt, der Holger kommt mit dem Grundgerüst...
Holger: ...und das, was es interessant macht kommt von den anderen.

Das eben schon erwähnte "Forcefed" halte ich übrigens für Euer bislang stärkstes Lied. Wovon handelt der Song?

Konrad: Also ich habe da einen Kumpel, der ständig mit irgendwelchen Ausreden ankommt... der Typ ist wirklich grauenhaft. Du redest mit dem Kerl und machst irgendwas aus, und dann kann er auf einmal nicht, und kommt mit irgendwas an. Irgendeine Entschuldigung, irgendeine Scheiße... Immer. Und, ja, die stopft er einem dann eben in den Hals. Damit mästet er einen. Ja, das war so die Idee von der Sache.
Holger: Außerdem hat "Forcefed" cool geklungen.
Konrad: (lacht) Genau, da habe ich dann versucht, einen Text drumherum zu basteln...

Auf dem neuen Demo heißt "Forcefed" jetzt "Forcefed 240"...

Kalli: BPM!
Konrad: Eigentlich sollte es gar nicht mit auf die CD. Wir haben hier aufgenommen, der Kalli hat am Mischpult gesessen und meinte dann plötzlich: "Spiel nochmal Forcefed". Ich hatte da das Metronom auf dem Kopfhörer, und er sagte dann: "Ich mach's mal bißchen schneller!" Tja, er hat das Metronom fast bis zum Anschlag hochgedreht, das ist ja ein Digital-Metronom. Er hat es laufen lassen, das ging dann "Tack, tack, tack, tack, tack", ich habe ihn angeguckt, er hat nur gelacht. Dann habe ich angefangen zu trümmern und wir haben es tatsächlich ganz durchgeschafft. Das war geil, und wir haben uns dann halt entschieden, das Ding zu nehmen. Das waren dann eben die 240...


Konrad

Seid Ihr vier das eigentlich auf dem Cover von Eurer CD?

Kalli: Ja, das sind wir in ungefähr 60 Jahren.
Konrad: Komplett nackig!
Kalli: Komplett nackig. Der eine hat noch ein Pipi... (der Rest geht in einem lauten Gelächter unter)
Konrad: Das war nicht der Gedanke dahinter, um Deine Frage zu beantworten.
Holger: Es paßt aber auch, der eine ist ein ganzes Stück kleiner, das bin ich... Das war das erste, was dem Layouter eingefallen ist. Der hat uns gesehen und gefragt, ob wir Bock hätten, daß er uns das Layout macht. Er wollte uns dann mal was schicken und zwei Tage später hatte ich dann das Bild. Das war also das erste, was er zusammengeschustert hat. Er hatte auch noch was anderes, das war auch geil. Das hat Konrad und mir sehr gut gefallen. Ein grüner Piranha. Mit offenem Maul. Man hat sogar noch den Geruch gesehen...
Konrad: Wir haben uns halt auch überlegt, daß sich das hier auf T-Shirts und Longsleeves gut macht.

Ihr kommt alle hier aus der Gegend um Darmstadt, also direkt um die Ecke von unserer Redaktion. Wie erlebt ihr selbst die Metalszene hier?

Kalli: Ja, Holger und ich machen natürlich schon seit über 10 Jahren Musik, da kennt man halt einiges an Bands hier in der Gegend.
Konrad: Ich war eigentlich nie so richtig in der Metalszene hier drin, ich lerne die jetzt erst nach und nach kennen durch die beiden.
Holger: Es ist eigentlich ganz geil. Es gibt zwar auch einen Haufen Chaoten hier in der Szene, aber Du hast halt hier echt Leute, die auf jedes Konzert gehen und zusammenhalten, und das ist echt geil.
Kalli: Man kennt sich halt untereinander, auch als Band, man versteht sich, mit manchen nicht so, aber es geht. Aber den Zusammenhalt gibt's hier auf jeden Fall.
Günter: Ja, und das war halt auch so ein Grund, was mich so hierher getrieben hat, weil in Heidelberg gab's definitiv gar nichts so an Metalbands. Nur so ein bißchen Red Hot Chilli Peppers-Gemache, und das war's schon... und von der Szene hier war ich echt positiv überrascht, hier gibt's noch Metalläden und alles, das gibt's in Heidelberg überhaupt nicht.

Ihr spielt auch ziemlich regelmäßig alle eins, zwei Monate einen Gig. In Dänemark habt ihr auch schon Live-Erfahrung sammeln dürfen. Erzählt mal, wie es dazu kam.

Konrad: Günt! Deine Geschichte, mach's kurz und schmerzlos!
Günter: Okay, dann mache ich's kurz und lasse die ganzen lustigen Sachen weg. (grinst) Also ich stand Sonntags nach dem Bang your Head vor 3 Jahren oder so am Bahnhof in Stuttgart, meine Kumpels hatte ich alle durch diverse Erlebnisse verloren. Und ich hatte noch ein paar Promos von der "Forcefed" dabeigehabt. Am Bahnhof hingen dann so vier, fünf Gestalten rum, die so aussahen, als wenn sie in Balingen gewesen wären. Da bin ich halt hin und habe ihnen die CD in die Hand gedrückt. Die haben natürlich erstmal gar nichts verstanden, weil sie alle aus Dänemark waren. Ich habe ihnen meine Adresse gegeben und gemeint, sie sollten sich mal melden und sagen, wie's ihnen gefällt, weil wir halt noch eine neue Band waren und wissen wollten, wie das so ankommt. Statt einer Kritik kam dann direkt eine Einladung nach Dänemark... das war's.
Konrad: Das war ganz cool, normalerweise ist es so, jedem, dem Du eine CD in die Hand drückst, der sagt Dir: "Jaja, klar melde ich mich!" Da hörst Du dann aber nie wieder was von... Und die Vögel haben uns dann gleich die Einladung geschickt und gesagt: "Freitags spielen wir da, Samstags da, die Fahrtkosten kriegt ihr mindestens raus... wohnen könnt ihr bei uns." Das war schon echt verdammtes Glück, da am Bahnhof.
Holger: Absolut, zumal wir uns auch super verstehen.

Seid ihr ansonsten mit den Auftrittsmöglichkeiten hier zufrieden?

Kalli: Na ja, nicht wirklich. Wenn wir nach Dänemark fahren kommen wir uns immer so vor wie Gott in Frankreich. Da kommt man da hin, wo man spielen soll, bekommt eine Menge Kohle in den Rachen gesteckt. Die Bedingungen stimmen, Du hast eine Riesen-Bühne, super PA, Essen, Trinken, Koks, alles (lacht). Unser Austausch mit unseren dänischen Freunden von Lipid funktioniert halt so, daß jeder bei sich was organisiert und die anderen dann halt hinfahren und mitspielen. Aber es ist schon irgendwie ein Problem für uns dort super Bedingungen zu haben und wenn wir hier was organisieren, haben wir keine Chance, was adäquates für die Jungs zu finden.
Holger: Du hast drüben in jedem Laden eine komplette PA stehen, mußt also nichts machen und Dich um nichts kümmern. Das hast Du hier nicht.
Konrad: Ja, ich meine, es gibt halt wie gesagt schon Sachen, wo man spielen kann, aber man muß halt alles selbst organisieren. Du mußt die PA stellen, Du mußt gucken, daß Leute Getränke verkaufen, Du mußt die Getränke einkaufen, Du mußt also das komplette Ding machen. Das macht man dann hin und wieder mal, aber eben nicht oft. Ansonsten mußt Du echt arschkriechen, wenn Du irgendwo spielen willst...
Holger: Wobei wir auch sicherlich nicht so die Organisations-Könige sind... es gibt ja Bands, die da besser hinterher sind oder mehr nerven können. Die Lunatics spielen ja echt immer und überall, haben also vielleicht auch organisatorisch einfach 'nen besseren Draht.

Soweit ich weiß, hast Du, Holger, früher auch schonmal für ein Fanzine geschrieben...

Holger: Oh ja, "Otherwise" hieß das... sehr albern. Da haben wir 'ne ganze Menge Unsinn gebaut und gemacht und gefragt, also wenig sinnvolles, und versucht, die Leute aus der Reserve zu locken...

Richtig provoziert, oder wie muß man sich das vorstellen?

Holger: Ne, nicht richtig provoziert. Halt dumme Fragen gestellt. Wie bei dem Quorthon von Bathory, den wir gefragt haben, weshalb er in Schweden geboren ist, wo seine Mutter herkommt und so ein Scheiß halt. Der hat sich kaputt gelacht und ich habe gedacht der legt gleich auf... Ne, war sehr geil und kam gut an. Leider haben wir dann aufgehört, weil das Mädel, was das gemacht hat, dann nach München gezogen ist und das nicht weiterführen wollte. Wie gesagt, das war schön, zu der Zeit gab es ja auch noch keine Online-Magazine und so...

Gut, dann danke ich vielmals für das Interview. Um es mit den Worten eines Kollegen zu sagen: Die berühmten letzten Worte bitte!

Konrad: Hut ab, Schuhe aus, Socken in den Mund!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis


Nachtrag: Nach dem Interview durfte ich mich noch live davon überzeugen, daß Abandoned auch schon für die Post-Misanthrope-Zeit einige heiße Eisen im Feuer haben. Aus dieser Band wird was! Wartet's ab, oder besser: Überzeugt Euch selbst davon!


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