Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4730017
Besucher seit 09/2002


Pünktlich auf die Minute klingelt das Telefon und am anderen Ende der Leitung ist ein leicht verschnupfter Gary Hughes. Eigentlich hatte ich Gary schon einige Fragen per E-Mail zukommen lassen, doch im Endeffekt lief es darauf hinaus, daß ein Standart-Aufsatz über die Entstehung des "Once and Future King"-Doppelalbums an die Magazine verschickt wurde. Daß ich mich mit sowas nicht zufrieden geben kann, dürfte mittlerweile bekannt sein, ein Phoner mußte also her. Eine richtige Entscheidung, denn so gelang es mir im Endeffekt, einige wichtige Informationen mehr aus Gary herauszukitzeln als es anders der Fall gewesen wäre. Solltet ihr Interesse an Garys Aufsatz haben, schaut am besten mal bei einem anderen Magazin vorbei, das eine oder andere wird sich sicherlich daran bedient haben. Im Folgenden lest ihr das, was ich über "Once and Future King" und Gary Hughes herausfinden konnte.


Gary, erstmal Glückwunsch zur Doppel-CD, die ich sehr gelungen finde. Wie waren denn bislang die Reaktionen der anderen Magazine und Fans?

Gary: Ja, die waren sehr gut. Alles in allem wirklich sehr gut. Das ist natürlich für mich sehr zufriedenstellend, zumal es für mich ja auch das erste mal war, daß ich so ein großes Projekt angegangen bin. Aber die Presse und vor allem auch das Feedback der Fans war sehr, sehr gut und sehr ermutigend.

Hat es Dich ein wenig erstaunt, daß auch aus der Heavy Metal Szene so ein gutes Feedback kam, mit der Du ja jetzt als Mitglied von Ten nicht so unbedingt viel zu tun hast?

Gary: Ja, ja, ich weiß was Du meinst. Das ist wirklich eine schöne Sache, zumal die Heavy Metal-Szene ja auch wieder richtig groß wird momentan, während die Melodic Hardrock-Szene langsam aber sicher stirbt. Es ist also schon fast so eine Art Chamaeleon, zu der man werden muß, um da noch Chancen zu haben. Vielleicht ist das auch der Weg, den Heavy Rock-Bands gehen müssen, etwas heavier werden, um da auch für die Metal Fans interessanter zu werden. Aber es war nicht unbedingt meine Absicht, die "Once and Future King"-Alben heavier werden zu lassen als das, was ich sonst mit Ten mache. Es war eher so, daß das Material sich dann als heavy herausstellte. Aber das ist schon eine feine Sache, zumal ich sonst ja auch während dieser Zeit nichts aufnehmen konnte. Jeder der Songs hat da eben auch so ein bißchen seinen eigenen Klang, seinen eigenen Härtegrad. Es ist auf jeden Fall eine feine Sache, auch aus einer anderen Szene so hervorragende Resonanzen zu bekommen, und das macht mich auch für die Zukunft sehr zuversichtlich.

Was hat Dich denn überhaupt zu diesem Konzeptalbum über König Arthur veranlaßt?

Gary: Das ist eine Sache, die bei uns in England schon in der Schule unterrichtet wird, das hat also auf jeden Fall schonmal Gründe, die auf unsere Kultur zurückgehen. Mit diesem Thema wird man hier also ziemlich früh konfrontiert. Es ist auch ein Thema, das mich mein Leben lang verfolgt hat. Es ist eine Legende, von der manche Dinge wohl wirklich geschehen sind. Aber es sind nur ein paar historische Daten, der Rest ist frei für jegliche Interpretation. Ich mochte schon immer die Idee, daß niemand so richtig wusste und auch nie wissen wird, was wirklich geschehen ist. Ich habe versucht, mich von den Hollywood-Versionen fernzuhalten, diesen Filmen, wo alles glorifiziert wird. Ich habe mich mehr nach den Personen selbst gerichtet.


An welche Fassung hast Du Dich denn gehalten, es gibt ja wirklich eine Reihe von Versionen, sowohl bei den Büchern als auch an Filmen. Überall wird was anderes erzählt...

Gary: Nun, ich habe aus so einigen Geschichten etwas übernommen. Niemand weiß, was wirklich mit Arthur oder Excalibur passiert ist. Es ist auf jeden Fall viel Fantasie nötig, sich da eine Geschichte zusammenzuschustern. Es hat etwas magisches, mystisches. Die Lady des Sees, Excalibur, das bleibt alles der Fantasie überlassen, weil es einfach keine historischen Fakten gibt. Ich meine, niemand weiß zum Beispiel, woher Arthur kam. Daß es ihn wirklich gegeben hat ist wohl ein Fakt, aber mehr weiß man nicht. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb ich anfing, meine Geschichte darüber zu schreiben, wie Arthur König wurde. Das kann man im Booklet der CD nachlesen, bevor man das erste Lied hört. Es ist eine Art Vorgeschichte zu den beiden Alben. Also das war mein Ansatz und ich habe die Fakten, die ich finden konnte, zugrunde gelegt und den Rest so verfaßt, wie ich glaube, daß es gewesen sein könnte. Ein hohes Augenmerk liegt bei mir auch auf dem Konflikt zwischen Christentum und dem keltischem Glauben. Es ist ja eine Art Kampf zwischen Arthur und seine Schwester, die möchte, daß Mordred König wird und Arthur stirbt. Und daneben stehen dann Nimue und Merlin, die versuchen, den alten, keltischen Glauben zurück nach Britain zu holen. Zur gleichen Zeit haben die Römer ja Britannien verlassen, vielleicht 100 Jahre vorher, und die hatten das Christentum ja erst mitgebracht und schließlich auch hinterlassen. Guinivere war dann eine der wirklich christlichen Charaktere... Du siehst also, diese Glaubenssache spielte sicherlich eine große Rolle, was die Geschichte um Arthur angeht, und ich bin der Meinung, daß das bislang viel zu sehr ignoriert wurde. Vor allem natürlich von den Hollywood-Versionen. Was den Glauben angeht, war die Zeit um König Arthur wohl wirklich der Wendepunkt in der Britischen Geschichte.

Wenn ich das richtig sehe, gibt es ja keinen Erzähler. Die Charaktere erzählen die, oder besser ihre, Geschichte. Ist das richtig?

Gary: Ja, das ist richtig. Ich mußte das ganze natürlich irgendwie strukturieren, um die Sache nicht zu sehr ausufern zu lassen. Die Geschichte hätte man genauso gut ja auch über acht oder noch mehr Alben erzählen können. Aber schau Dir die Geschichte mal an, die wichtigen Dinge, die geschahen. Und schau Dir die Charaktere an, die für diese Wendepunkte der Geschichte gesorgt haben. Das sind dann die Zeitpunkte, an denen die Personen ihre Geschichte erzählen. Das war für mich der einfachste Weg, die Geschichte so klar wie möglich zu halten und das ganze auch auf zwei Alben zu begrenzen. Also es stimmt auf jeden Fall was Du sagst, jeder der Charaktere singt sein eigenes Lied über die Veränderungen am jeweiligen Punkt der Geschichte. Das war nicht nur der einfachste, sondern für mich auch der interessanteste Weg, die Geschichte zu verfassen.

Dementsprechend kommt dabei sicherlich auch mal eine andere Sicht zum tragen als in den Büchern. Mordred zum Beispiel sieht sich selbst sicherlich anders als die meisten Erzähler...

Richtig. Mordred sieht sich selbst als eine Art Befreier. Er hält Arthur für einen Unterdrücker und seine Mutter hat ihm auch von Kindesalter an eingebläut, daß er der richtige König gewesen wäre, Arthur ihm den Thron gestohlen hätte und er ihn sich zurückholen sollte, wenn er eines Tages stark genug wäre, dies zu tun. Er glaubt wirklich feste daran, und das macht ihn irgendwie zu einem Unschuldigen, da letztlich alles nur durch den Haß seiner Mutter auf Arthur entstanden ist.

Wer von den mittelalterlichen Charakteren hat Dich denn am meisten fasziniert?

Gary: Auf der Seite der Aufständigen, also auf Merlins Seite, würde ich sagen Nimue, die, obwohl sie Merlins Gemahlin war, auch gleichzeitig so eine Art Lehrling von ihm darstellte. Sie war fanatischer, was den keltischen Glauben angeht und deswegen manipuliert sie Merlin ja auch und tötet ihn sogar am Ende. Sie hätte wohl alles getan, um ihr Ziel zu verwirklichen. Dieser Haß, den sie gegen das Christentum schürte war sehr interessant für mich.
Auf der anderen Seite war dann der menschliche Teil der Beziehung zwischen Arthur und Guinivere etwas sehr interessantes. Das war auch etwas, was man sich sehr leicht als wahr vorstellen konnte, daß Guinivere Arthur dann betrogen hat und auch, daß das Feuer zwischen den beiden dann beim zweiten Teil nochmal aufloderte. Aus meiner Sicht bestehen da auch eine Menge Parallelen zur heutigen Gesellschaft, das hat mich auf jeden Fall auch eine Weile beschäftigt.


Gary Hughes

Sind Fantasythemen etwas, was Dich besonders reizt? Ich kenne mich jetzt ehrlich gesagt nicht sonderlich mit "Ten" aus, aber ich glaube, zumindest "Spellbound" war auch ein Album mit einem Fantasy-Konzept, oder?

Gary: Ja, ich bin auf jeden Fall ein riesiger Fantasy-Fan, von diesen ganzen Künstlern, die was in die Richtung gemacht haben und den Autoren... ich war immer fasziniert von Fantasy, mystischen Sagen, Swords & Sorcery und so weiter. Das ist für mich eine Art zweite Dimension, ein Fluchtort aus der Realität. Es ist toll, etwas in dieser Richtung zu machen, man hat einfach keine Grenzen, wenn man eine Geschichte oder auch einen Liedtext schreibt. Es bleibt Dir überlassen, was Du erzählst und in welchen Farben Du malst. Ja, das macht mir auf jeden Fall Spaß und begeistert mich seit vielen Jahren.

Wie bist Du an diese ganzen, bekannten Gastmusiker gekommen? Läuft das so auf Freundschaftsbasis oder eher über das Management von den Bands?

Gary: Einige von ihnen, nun, sagen wir mal etwa 2/3, waren Leute, denen ich im Laufe der Jahre begegnet bin. Ich bin jemand, der versucht, mit Menschen in Kontakt zu bleiben, wenn ich sie mal getroffen habe. DC Cooper habe ich in Japan kennengelernt, als wir mit Ten zur selben Zeit da drüben getourt haben wie Royal Hunt. Das war so, daß wir uns in den Städten dann immer abgewechselt haben und von daher kenne ich ihn noch ganz gut. Lana habe ich auch in Japan kennengelernt. Die habe ich dann auf einer Promotion-Tour in Deutschland wiedergetroffen. Doogie White kenne ich auch sehr gut und Bob Catley. Also wie gesagt, die meisten von denen kannte ich schon, und es war auch nicht so das Problem, diese Leute für das Projekt an Bord zu holen. Das Hauptproblem war eher, die ganze Sache mit zehn verschiedenen Sängern zu organisieren. Sowas ist echt ein Alptraum, wenn man nur eine bestimmte Zeit hat, um ein Projekt zu Ende zu stellen. Irgendjemand kann nicht singen, weil er gerade auf Tour ist, der nächste ist gerade im Studio. Im Endeffekt haben wir es dann bei zwei oder drei Leuten so gemacht, daß wir Tapes verschickt haben, weil einfach nicht genug Zeit da war, die Leute einzufliegen. Also der ein oder andere hat das in seinem eigenen Studio aufgenommen, Erik Norlander hat zum Beispiel Lana Lane für mich aufgenommen. DC hat auch seinen Teil in seinem eigenen Studio aufgenommen genauso wie Sabine Edelsbacher. Aber die restlichen Sänger waren alle hier in meinem Studio in Nordengland. Und mit denen habe ich dann den größten Teil hier aufgenommen.

War das für Dich auch der Hauptunterschied im Vergleich zu den Sachen, die Du für Ten machst? Oder waren da noch andere Dinge?

Gary: Also der eigentliche Aufnahmeprozeß war schon irgendwie ähnlich zu dem, den wir haben, wenn wir ein Ten-Album aufnehmen. Die "Once and Future King"-Alben sind allerdings in einem anderen Studio gemixt worden. Aber im Prinzip war das schon recht ähnlich, da meine Jungs von Ten ja auch die Instrumente auf den beiden Alben hier gespielt haben. Das Hauptproblem war halt nur, alles so schnell wie möglich einzuspielen. Zuzusehen, daß jeder Zeit hat um die Sachen aufzunehmen. Auf der anderen Seite war es aber auch eine schöne Arbeit, weil einfach nicht so der Druck auf mir gelastet hat, den ich habe, wenn ich ein Ten-Album schreibe. Es war auch schön, Chris Francis bei etwas anderem als bei Ten zu hören. Wir sind zwar momentan dabei, ein neues Ten-Album aufzunehmen, aber das hier ist ja trotzdem das erste, wo Chris drauf zu hören ist. Es war einfach toll, mal was anderes als Ten zu machen, da möchte ich jetzt eigentlich gar nicht so viel vergleichen. Wir sind froh, daß beide Teile des Albums fertig sind und wir jetzt ganz relaxt das nächste Ten-Album angehen können.

Liege ich richtig, wenn ich behaupte, daß Du auch privat Bands wie Diamond Head, Edenbridge, Rainbow, Threshold, Magnum oder Harem Scarem hörst?

Gary: Ja, schon. Mit Edenbridge hatte ich jetzt allerdings noch nicht viel zu tun, die sind ja auch noch relativ neu. Sie sind ja auch sehr progressiv, normalerweise würde ich mir sowas nicht anhören. Aber das, was ich mit den Sängern hauptsächlich erreichen wollte war, daß ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Vocals zu hören ist. Ich bin der Meinung, daß viele Konzeptalben daran scheitern, daß die Stimmen zu ähnlich sind. In solch einem Fall hört man halt nicht heraus, welcher der Charaktere gerade singt. Das wollte ich vermeiden und so habe ich nach Sängern Ausschau gehalten, die sich unterschiedlich anhörten. Bei den weiblichen Sängern hat Lana eine sehr warme Stimme. Irene Jansen hat eher eine rauhe Stimme. Sabine hat hingegen eine Opern-Stimme und klingt damit ganz anders als die beiden anderen. Deshalb habe ich sie dann ausgewählt. Sie ist auch eine sehr nette Person, wir haben ein paar mal gemailt und sie hat immer direkt geantwortet. Eine Person, mit der man sehr leicht auskommen kann. Sie versteckt sich nicht hinter irgendwelchen Managements, sondern man kann direkt mit ihr sprechen. Und sie hat auch einen tollen Job abgeliefert. Sie war die erste, die mir die fertigen Vocals zugeschickt hat.


Sabine Edelsbacher

Gut, dann kommen wir jetzt mal zur Kritik. In meinen Augen ist Dir die erste der beiden Scheiben sehr gut gelungen. Die zweite finde ich stellenweise zu oberflächlich. Da klingen einzelne Lieder wie "There by the Grace of the Gods" oder "The Hard Way" wie Pop Musik ohne Tiefgang. Ich nehme mal an, daß Du mir da nicht zustimmst...

Gary: Das ist offensichtlich nicht leicht zu beantworten. Da ich sie geschrieben habe, mag ich sie natürlich beide, aber es ist so, daß viele Leute natürlich viele Dinge sagen. Es stimmt aber schon, daß die meisten von ihnen das gleiche sagen wie Du gerade gesagt hast. Andere Leute sind der Ansicht, die zweite CD sei experimenteller und beinhalte einen größere Reichweite an Klängen. Und ein paar Leute mögen auch diese "Kommerzialität" von Ocean of Tears und den Balladen... also ich denke grundsätzlich ist es schon schön, daß es für jeden Song Leute gibt, die ihn mögen. Es ist also was für jeden dabei, wenn Du so willst. Etwas anderes interessantes in diesem Zusammenhang sind auch die Reviews, die lokal ganz anders ausfallen. In Europa bekam die erste CD super Kritiken, die zweite bekam auch gute Reviews, die allerdings nicht so gut waren wie die Reviews zum ersten Album. In Japan wird die zweite CD haargenauso bewertet wie die erste. Ich weiß aber schon, was Du mit Deiner Frage meinst. Letztlich ist es wohl auch eine Geschmacksfrage und solange beide Alben überall auf der Welt gut aufgenommen werden kann ich auf jeden Fall zufrieden sein.

Bist Du denn mit beiden Alben komplett zufrieden oder gibt es einzelne Songs, Parts oder Dinge, die Du gerne anders gehabt hättest?

Gary: Ja, doch, da gäbe es tatsächlich was, was ich ganz gerne anders gehabt hätte. Zumindest war es ursprünglich so geplant, daß es eine Art Erzählung um die Geschichte herum geben sollte. Einige Intros und Zwischenspiele, die die einzelnen Stücke verbinden. Das, was jetzt im Booklet gelandet ist, einiges davon sollte ursprünglich zu der Erzählung gehören. Aber letztlich hielt ich es dann doch für das beste, die Sache rauszulassen, das Album nur für die Lieder zu verwenden und die Erzählung im Booklet stattfinden zu lassen. So können die Leute die Sache lesen, während sie die Musik hören. Es hätte die Alben auch zu lang gemacht. Sie sind ja so schon paarundfünfzig Minuten lang, und hätten wir die Erzählungen noch mit eingebaut, hätten die beiden Alben die Normallänge überschritten. Das wollten wir nicht, eine 80-minütige CD, die nur auf manchen CD-Playern läuft, ist ja auch Unsinn. So wie es jetzt ist, macht es das ganze auch einfacher, einzelne Stücke fürs Radio oder Livekonzerte herauszunehmen...

Wer hat die Cover angefertigt, und weshalb habt Ihr Euch für solche schlichten Artworks entschieden?

Gary: Ja, was ich wirklich haben wollte war, zwei Alben zu haben, wie wie Bruder und Schwester aussehen. In dieser Hinsicht sind sie auf jeden Fall überzeugend. Sie sind vielleicht nicht die farbigsten Cover der Welt, aber sie sind auf jeden Fall sehr detailliert. Auf dem Schlachtfeld, das auf der zweiten Scheibe zu sehen ist, hat jeder der Charaktere ein eigenes Gesicht. Das ist eine der großen Stärken von Chris Achilleos. Ich kenne ihn jetzt schon seit ein paar Jahren, vielleicht zehn Jahre oder so. Er ist ein großartiger Kerl und ein super Künstler und vielleicht sogar der beste Fantasy-Künstler, den es auf der Welt momentan gibt. Es ist auch so, daß nicht viele Leute Chris' Artworks kennen. Okay, natürlich vom Cover der CDs, aber die Originale sind 8 Fuß breit und 5 Fuß hoch, das ist fast die Größe einer gesamten Wand. Ich habe die Bilder natürlich gesehen, bevor sie abfotografiert und verkleinert wurden, das sind echt fantastische Kunst-Schätze. Das ist seine Art zu arbeiten. Er macht das auf einem großen Untergrund und kann so sehr detailliert zeichnen, bevor es dann verkleinert wird.
Also ich bin schon sehr zufrieden mit den Artworks. Als ich mit meiner Arbeit angefangen habe, wollte ich irgendwas haben, was zum Album paßt, aber ich wußte nicht so ganz, wie ich das bewerkstelligen sollte, wegen den riesigen Kosten, die sowas machen kann. Dann bekam ich den Anruf von Chris, der meinte, er habe gelesen, daß ich diese Arthur-Sache machen wolle. Als ich bejahte fragte er mich, weshalb ich ihn nicht wegen der Cover angesprochen hätte. Und ich meinte dann, daß ich ihn ganz einfach nicht bezahlen könne. (lacht) "Nein, nein, nein", rief er, ich liebe solche historische Sachen, ich mache Dir zwei Artworks fertig und die kannst Du benutzen". Und das hat auch dann echt gut geklappt und wie gesagt, ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.
In Hollywood wird übrigens gerade wieder ein Streifen über Arthur gedreht, ein Blockbuster, der dann im Endeffekt so ähnlich wie Herr der Ringe werden soll. Chris ist da in Sachen Kostüm-Design beteiligt und macht die Kleidung für den König, die Ritter und so weiter. Das ist natürlich eine tolle Sache für ihn und dürfte ihm einen enormen Schub nach vorne geben, was sein Künstler-Dasein betrifft.

Wird es eine Tour zur Rockoper geben? Mit Gastsängern?

Gary: Das ist natürlich was, was ich ins Auge gefaßt habe, und es wäre auf jeden Fall eine tolle Sache. Das Problem sind halt nur die Kosten und es stellt sich die Frage, ob man bei sowas die Kosten wieder rauskriegt. Es wäre unter Umständen machbar, wenn das ganze gefilmt werden würde und auf DVD erscheinen könnte, dann hätte man die Möglichkeit, das Geld über das Label hereinzubekommen. Das wäre ein denkbares Szenario. Ich meine, aus meiner Sicht, also aus der Sicht des Künstlers, wäre das einfach fantastisch. Aber es dreht sich halt hauptsächlich um die Kosten...

Hast Du vor, in Zukunft vielleicht nochmal sowas ähnliches, also eine weitere Rock-Oper zu machen?

Gary: Also Ten hatte über die Jahre hinweg ja eigentlich immer Priorität. Ich habe das hier immer in einzelnen Zeitabschnitten schreiben und dann wieder niederlegen müssen bis ich erneut Zeit hatte nach dem nächsten Ten-Album. Es hat so im Endeffekt ungefähr 2 1/2 Jahre gedauert bis ich alles fertig hatte. Anders hätte es wohl höchstens 12 Monate gebraucht, wenn ich das konzentriert hätte machen können. Und natürlich gab es immer wieder Zeiten, wo ich überhaupt keinen Bock mehr hatte, wo ich am liebsten alles weggeschmissen hätte und aufgehört hätte. Aber die Sache ist jetzt wirklich so gut angekommen, daß ich das schon gerne wieder machen würde. Nur hat Ten jetzt erstmal wieder Priorität, und solange wir die neue Platte nicht fertiggestellt haben, was so bis gegen Ende des Jahres angepeilt ist, solange hat das auf jeden Fall noch Zeit.

Wie lenkst Du Dich von der ganzen Arbeit ab? Was machst Du, wenn Du mal keine Musik schreibst, aufnimmst oder performst?

Gary: Ja, ich probiere auf jeden Fall mich von der Arbeit abzulenken. Ich gehe gerne ins Kino und ins Old Trafford und schaue mir dort die Spiele von Manchester United an. Ich bin großer Fußball-Fan, dann höre ich auch 'ne Menge Klassik, gehe gerne mit dem Hund spazieren. Also im Prinzip nutze ich jede Gelegenheit, zu relaxen.

Stell Dir vor, Du wärest Arthur und hättest gerade das sagenumwobene Excalibur aus dem Stein gezogen. Jetzt bist der König, was machst Du?

Gary: Hehe, was würde ich machen? Erstmal dem ganzen Land Urlaub geben. Hmm, eine wirklich schwierige Frage. (überlegt) Oh je, jetzt bringst Du mich aber wirklich in Verlegenheit. (überlegt weiter) Ah ja, doch, ich würde wahrscheinlich erstmal die Regierung in England auswechseln. Die Leute hier haben sich viel davon versprochen als Tony Blair an die Macht kam, aber es ist nicht wirklich so umgesetzt worden, wie die Leute sich das vorgestellt haben. Und nach den letzten Irak-Entscheidungen sind seine Tage wohl auch langsam gezählt. Das wäre möglicherweise etwas, was ich machen würde...
Etwas anderes, was ich möglicherweise machen würde, wäre, Boygroups zu verbieten. Dann wäre es illegal, eine Boygroup zu gründen (lacht).

Dann solltest Du Dich schleunigst in Richtung Schwert begeben und Dein Glück versuchen. Vielen Dank für das Interview, Gary!

Gary: Es war mir eine Freude. Schön, mit Dir zu reden und vielen Dank für die außergewöhnlichen Fragen. Weißt Du, ich mache eine Menge Interviews und mit der Zeit läuft es dann eben sehr oft auf das gleiche hinaus. Deshalb hat es mir wirklich Spaß gemacht. Vielen Dank, Gruß an die Fans in Deutschland und bis bald!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword