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Während Sacred Sin in Spanien und Portugal schon seit längerem eine Institution in Sachen extremen Metal sind, wird die Band hierzulande noch immer recht wenig wahrgenommen. Trotzdem lassen sich die Portugiesen nicht davon abhalten, in regelmäßigen Abständen nach Deutschland zu kommen, um hier einige Gigs zu spielen. Anlässlich eines Konzertes zusammen mit Altar in Giessen, das mit fast 150 Leuten sehr ordentlich besucht war, trafen wir uns mit Bandleader José Costa (Sänger und Bassist) zu einem ausführlichen Gespräch. José erwies sich als sehr sympathischer und auskunftsfreudiger Gesprächspartner, der nicht nur zu seiner Band eine Menge zu berichten hatte.




Hallo José, ihr scheint ja sehr gerne nach Deutschland zu kommen und hier zu spielen...

José: ...stimmt, wir hatten das Glück zuletzt fast jedes Jahr hierher kommen zu können und diesmal sind es sogar 7 Gigs geworden, das ist schon sehr gut für uns.

Euer Booker und Tourmanager Nico hat mir letztes Jahr erzählt, dass ihr in einem alten klapprigen Van unterwegs seid.

José: Ja, aber mittlerweile haben wir uns einen neueren zugelegt. Der alte existiert immer noch, aber er war für so eine lange Reise nicht mehr zu gebrauchen, vor allem da wir ja darauf angewiesen sind, sicher und rechtzeitig zu den Shows und auch wieder zurück nach Hause zu kommen. Da wir ja keinen Jet haben (breites Grinsen), brauchen wir eben einen Van, auf den wir uns verlassen können. Daher haben wir das Geld zusammengekratzt. Den alten Van nutzen wir aber noch für Gigs in Portugal.

Es braucht ja schon eine Menge Idealismus, um den weiten Weg aus Portugal hierhin zurückzulegen, um ein paar Gigs hier zu spielen.

José: Sicherlich, denn es sind ja immer 2.200 Kilometer allein bis nach Deutschland. Es ist natürlich gut, wenn man da noch ein oder zwei Shows auf dem Weg arrangieren kann. Diesmal haben wir die Tour in Belgien begonnen, aber das macht den Weg natürlich auch nicht kürzer. Das ist eben der Preis den wir zahlen müssen, da wir so weit weg von der Mitte Europas leben.

Ihr seid jetzt seit etwa einer Woche unterwegs, wie sind deine Eindrücke bislang?

José: Ich bin zufrieden, bei den Shows unter der Woche waren zwar nicht allzu viele Besucher, aber man trifft immer nette Leute. Mit das wichtigste war aber, dass wir nach jeder Show eingeladen wurden, noch einmal wiederzukommen, und das ist einer der Gründe warum wir immer wieder hierher fahren. (Grinsend) Wenn es andersherum wäre, dann würden wir uns wir wahrscheinlich denken: "Ach, die hassen uns eh, lasst uns Deutschland vergessen...", aber so wie es ist, läuft es schon sehr ordentlich.

Welches Konzert war am besten besucht, das heute in Giessen?

José: Absolut, das war in allen Belangen das beste Konzert, die beste Bühne, das größte Publikum und auch der Sound war der beste. Wir waren mit all unseren Auftritten der letzten Woche zufrieden, da es nur einmal Probleme gab, die dann technischer Natur waren. Aber wir touren jetzt auch schon fast einen Monat am Stück und daher sind wir momentan richtig eingespielt und könnten uns nicht mit mangelnder Erfahrung entschuldigen. Natürlich gibt es immer kleinere Probleme, aber die sind nicht sonderlich ins Gewicht gefallen.


Sacred Sin live in Giessen

Was kannst du uns über euren Status in Portugal und Spanien berichten, spielt ihr dort vor wesentlich größerem Publikum?

José: Allerdings! Wir kommen ja aus dieser Gegend und touren dort immer ein bisschen herum, so dass wir dort auch mehr Feedback bekommen. Lass es mich so sagen, es passiert häufiger, dass wir vor mehr als 100 oder 200 Leuten spielen, als dass es weniger wäre. Wir spielen dort aber auch meistens an den Wochenenden, jedenfalls eher als das wir richtige Touren machen. Es gibt ein oder zwei spanische Städte, die schon richtig weit entfernt sind, nach Barcelona sind es von Lissabon aus immerhin fast 1.000 Kilometer, aber manchmal nehmen wir das auch für einen einzelnen Gig in Kauf.

Dann kommt ihr ja so über das Jahr verteilt schon verdammt weit herum...

José: Letztes Jahr, bevor wir nach Deutschland gekommen sind, haben wir allein in Spanien 3.000 Kilometer zurückgelegt. Wir haben in Saragossa gespielt, das waren schon mal 900 Kilometer von Lissabon, dann quer durchs Land nach Vigo und ganz nach oben nach Bilbao. Zum Schlafen kommt man dann nur auf dem Weg. Es ist halt eine Frage, welche Gigs sich lohnen bzw. ob die Leute daran interessiert sind, dass wir wieder dort auftreten. Wir fahren schon wirklich viel, aber alle Shows waren exzellent und der Aufwand hat sich für uns rentiert. Tja, und dann kamen wir nach Deutschland um eine Show zu spielen, und die zweite, die gebucht war, wurde gecancelt...
Aber was soll's, die eine Show in Donaueschingen, die wir hatten, war großartig.

Ihr hattet ja diesmal auch eine Show dort unten, in Villingen-Schwenningen. Wie war es dort? Es gibt ja fast keine Metalszene da.

José: Ach, es war schon gut, ein sehr kleiner Club, aber dann waren immerhin 80 Leute da und der Laden war so voll, dass man kaum noch durchgekommen ist. Es waren halt nur so etwa 10 Leute, die wirklich abgegangen sind, der Rest hat es mehr so beiläufig wahrgenommen und bei "Blast for Satan" mal verwundert über die Schulter geschaut (allgemeines Gelächter). Aber die Bedingungen dort waren schon in Ordnung.

Abseits von den größeren Bands kenne ich mich in der portugiesischen Metal-Szene nicht sonderlich gut aus, was kannst du uns über die Musik in eurem Land erzählen?

José: Wir haben schon eine große Szene, aber durch die große Entfernung nach Deutschland haben die meisten Bands nicht die Möglichkeiten, sich hier bekannter zu machen. Aber es gibt eine Menge Bands, von denen viele auch gute Arbeit abliefern und mit Herz und Seele dabei sind. Wahrscheinlich ist es nicht anders als in Deutschland, es gibt viele Leute, die sich wirklich der Musik widmen, aber einfach nicht wahrgenommen werden. Von Portugal aus ist es halt wirklich schwierig, sich Labels zu präsentieren. Vielen Bands empfinden das auch so, dass sie einfach zu weit von der Hauptszene in Mitteleuropa entfernt sind. Hier ist nun mal das Zentrum und hier treten auch sämtliche Bands auf. Andererseits haben wir da das Beispiel von Moonspell, aber das ist ein Fall unter Tausenden und was ihnen gelungen ist, wird vielleicht keinem anderen mehr gelingen.

Gibt es portugiesische Bands, die du uns empfehlen möchtest?

José: Sicherlich, neben den Bands mit denen wir schon lange verbunden sind, Nephtys und Neoplasmah, kann ich auch Ramp empfehlen, die in Portugal eine große Band sind, aber die hier wohl kaum jemand kennen wird. Das ist wie bei den Böhsen Onkelz, hier wird man an jeder Ecke auf die aufmerksam, aber wenn man nach Frankreich, Spanien oder Portugal kommt, weiss kein Mensch wer das sein soll...

Das ist auch ganz gut so... Eine portugiesische Band, die ich persönlich sehr mag ist Desire (Death/Doom), kennst du sie?

José: Ja, Desire gefallen mir auch sehr gut. Es gibt sie ja auch schon eine ganze Weile, und sie sind eine dieser Bands - wie ich vorhin schon meinte - die sich mit ganzem Herzen ihrer Musik widmen.

Desire haben dieses Jahr auf dem Dutch Doom Day in Rotterdam gespielt, aber leider war es für mich zu aufwändig dahin zu kommen.

José: Sie haben auf jeden Fall eine erstklassige Liveshow. Denn auch wenn die Musik manchmal eher kalt sein mag, verstehen sie es, auf der Bühne eine Menge Emotionen herüberzubringen.

Dann hätten sie meine Erwartungen sicherlich erfüllt... Aber zurück zu Sacred Sin, wie sind die Reaktionen auf euer aktuelles Album "Hekaton" bislang ausgefallen?

José: Wir haben jetzt die ersten Reviews bekommen, das Album ist ja gerade erst im September erschienen. Diese sind aber deutlich besser ausgefallen, als die über die letzten Alben. Aus Deutschland sind jedenfalls schon einige positive Reaktionen gekommen. Wir sind mit "Hekaton" jedenfalls in musikalischer Hinsicht sehr zufrieden, in Sachen Mastering hätten noch Dinge verbessert werden können, aber das sind eher Detailfragen. Die Promotion scheint gut zu laufen und wir haben eine Menge Auftrittsangebote.

Ihr habt ja mit Rolande Barres nun auch einen großartigen Drummer, wie seid ihr eigentlich mit ihm in Kontakt gekommen?

José: Danke! Das war nach der Tour zu unserem vorletzten Album "Translucid Dream Mirror", wir waren mit einem Drummer aus Brasilien unterwegs, aber er hatte Probleme, die Band mit seiner Arbeit zu vereinbaren. Da bei uns jedoch weitere Auftritte anstanden, haben wir uns darauf geeinigt, mit jemand anderem weiterzumachen. Wir sind auf Rolande gekommen, da es uns wichtig war, einen sehr schnellen Drummer zu haben, anstelle mehr Wert auf die Technik oder den Groove zu legen.
Das hängt auch damit zusammen, dass ich mittlerweile lieber extremere Songs spielen möchte. Wir haben drei Alben lang eher groovigere Sachen gespielt und da war es an der Zeit, schnellere Songs zu machen. Nicht um unbedingt höllisch schnell zu sein, aber um darüber eine gewisse Intensität zu erreichen.


Rolande Barres

Ein Song, der tatsächlich "höllisch schnell" ist, ist "Blast for Satan". Wer ist eigentlich auf diesen unglaublichen Songtitel gekommen?

José: Damit ist Nuno zuerst angekommen, der permanent über "Blast" redete; Blast-dies, Blast-das, irgendwann kamen wir dann spaßhalber auf die Idee für Satan zu blasten und so war der Songtitel geboren. In Deutschland sind wir dann auf "Fleisch for Satan" gekommen, und zwar deshalb, weil es beim Catering in den Clubs meistens kein Fleisch gibt (allgemeines Gelächter).

Und was kannst du uns allgemein über deine Texte erzählen? Gibt es eine Intention oder eine Art Botschaft dahinter?

José: Ich versuche auf jedem Album Texte über ein bestimmtes Thema zu schreiben, so zum Beispiel "Hekaton" über die Legende von Atlantis. (Grinsend) Das trifft sogar auf " Hephaistus - Blast for Satan" zu, irgendwie... Nein wirklich, es befasst sich mit dem Magier Hephaistos, in dem Text von "Hekaton" geht es dagegen um die Katastrophe, den Untergang. Alle Texte folgen also einem gewissen Strang, einer gewissen Inspiration. Sie müssen zusammen Sinn ergeben, also nicht - als simples Beispiel - ein Song über Atombomben und den nächsten über das Pflanzen von Blumen.

Ihr habt ja mittlerweile schon eine Menge Alben herausgebracht, welches davon erachtest du als das beste und warum?

José: Das ist eine schwierige Frage... Unser erstes Album "The Darkside" wurde in einer anderen Weise aufgenommen als die anderen. Wir hatten einige Songs, die wir sehr mochten und sind halt einfach damit ins Studio gegangen und haben sie eingespielt. Das ganze war also etwas zusammengestückelt, sehr spontan und wurde in wenigen Tagen aufgenommen. Aber "The Darkside" ist gut angekommen und daher kann ich mich nicht beschweren. Obwohl es das einzige Album ist bei dem ich der Meinung bin, dass viele Sachen besser sein könnten, da alles in einer großen Eile geschah. Bei den anderen Alben haben wir immer alles das verwirklichen können, was wir wollten, da wir mehr Zeit hatten. Ob man sie nun mag oder nicht, sie spiegeln die Ideen wieder, die wir gerade zu dieser Zeit hatten.
Wahrscheinlich wird jeder Musiker sagen, dass sein letztes Album das beste ist, und das ist auch bei mir nicht anders. "Hekaton" enthält alles, was uns seit den Anfängen ausmacht und überdies die aktuellsten Inspirationen und Ideen.

Ihr wart mittlerweile ja schon mit vielen großen Bands auf Tour bzw. habt mit ihnen zusammen gespielt. Welche Highlights kommen dir spontan in den Kopf und gab es dabei auch negative Erfahrungen?

José: Negative Erfahrungen gibt es da schon, aber da sind eben immer die Vor- und die Nachteile. Zum Beispiel als wir mit Manowar gespielt haben, sie behandeln einen wie Scheiße und die Roadies sind grauenhaft, aber trotzdem ist es großartig, als ihre Support-Band vor 20.000 Leuten aufzutreten. Ich finde das auch nicht gut, aber manchmal muss man sich wohl damit arrangieren. Man kann bei großen Bands nicht unbedingt damit rechnen, dass die Leute einen ordentlich behandeln, obwohl es natürlich auch die andere Seite gibt. Napalm Death zum Beispiel, das sind wirklich großartige Typen, die mit einem zusammensitzen und Bier trinken. Aber dann sind da halt auch die Bands, die eine andere Einstellung haben, selbst Cradle of Filth verhalten sich wie große Rockstars. Man begegnet ihnen kaum einmal, die Roadies lassen einen manchmal nicht in die Backstage-Räume, weil die Band gerade da drin ist, da wird dann alles zur "restricted area".

Gibt es einen bestimmten Traum, den du dir gerne mit Sacred Sin verwirklichen würdest, z.B. auf einem bestimmten Festival spielen?

José: In Portugal haben wir bereits auf den größten Festivals gespielt, aber es wäre auch großartig mal auf einem deutschen spielen zu können. Auf einem Festival wie Wacken zu spielen, wäre schon sehr bedeutend, noch wichtiger wäre es allerdings, dass unsere Musik besser promotet und vertrieben wird. Es macht wenig Sinn, wenn man dann da ankommt, um 10 Uhr morgens spielen muss und kein Mensch einen kennt. In Portugal war es anfangs ähnlich, bei den ersten größeren Support-Shows hat uns auch niemand gekannt, aber mit besserer Promotion ging es dauerhaft aufwärts. Das ganze muss eben auch Sinn machen, und deswegen habe ich es damit nicht allzu eilig. Ich denke, es ist der beste Weg, einen Schritt nach dem anderen zu gehen, dann kann man auch viel besser einschätzen, ob die Leute wirklich etwas damit anfangen können.
Das ist eines meiner Ziele für die Zukunft und auch der Grund warum wir denn Aufwand der Auftritte in Deutschland auf uns nehmen. Wir denken, dass unsere Musik ein gewisses Potential hat und die Leute hier sie durchaus mögen könnten. Wir bekommen ja auch gute Reaktionen und hoffentlich wird es mit jedem Mal ein bisschen besser.

Da wir vorhin schon bei großen Bands waren: Gibt es Gruppen, die du als bedeutenden Einfluss auf Sacred Sin ansiehst?

José: Ja (zeigt auf mein Morbid Angel T-Shirt), die da zum Beispiel, hehe! Am Anfang haben wir Sacred Sin als Mix aus Napalm Death und Black Sabbath gesehen, aber wenn du die beiden Bands mal zusammen nimmst, berufen sich wohl die meisten Metal-Bands der Welt auf sie... Morbid Angel sind sicherlich auch ein Einfluss, vor allem wenn man einen schnellen Drummer hat, ebenso frühe amerikanische Death Metal Sachen. Auch Samael möchte ich dazu zählen, obwohl sie noch etwas atmospährischer als wir zu Werke gehen, denke ich, dass da ähnliche Vibes sind.
Ein weiterer großer persönlicher Einfluß für mich ist My Dying Bride, das ist wohl die einzige Band der Welt, die ich mir zu jedem Zeitpunkt anhören kann.

Wie wir ja schon erwähnt haben, habt ihr einen langen Weg aus Portugal, welche CDs habt ihr diesmal auf dem Weg am meisten gehört?

José: Hehe, diesmal hab ich die Jungs reingelegt und hauptsächlich Compilations mitgenommen, also immer mal was anderes. Sonst beschwert sich sowieso immer jemand, weil er das eine oder das andere hören will. Außerdem "Darkness and Hope" von Moonspell, Alben von Nephtys, Basilisk und "Slaughter of the Soul" von At the Gates, die ich vorhin bei den Einflüssen ganz vergessen habe. Eine gute CD zum Autofahren, hehe.

Verdient ihr in Portugal mit eurer Musik genug, um davon zu leben oder habt ihr noch reguläre Jobs?

José: Ja, wir haben alle reguläre Jobs. Die Bandeinnahmen reichen aus, um die Ausgaben abzudecken, die wir durch die Musik haben und damit sind wir schon recht zufrieden.
Durch die Alben verdienen wir immer genug Geld, um das nächste aufzunehmen und so machen wir das jetzt schon seit Anfang an. Wir haben immer darauf geachtet, unabhängig zu bleiben und möglichst viel selbst in die Hand zu nehmen. Auch wenn wir schon Labels hatten, die sämtliche Aufnahmekosten übernommen haben.

Was für Jobs habt ihr denn im "wirklichen Leben"?

José: Nuno hat eine Bar und Pedro arbeitet zeitweise freiberuflich als Gärtner. Rolande arbeitet die meiste Zeit in seinem eigenen Studio und hat manchmal Aufträge als Bildhauer, seine Eltern haben eine Kunstgalerie. Ich arbeite ebenso freiberuflich im Bereich der Buchhaltung, ziemlich langweilig, aber die Rechnungen müssen eben bezahlt werden. Die Arbeit muss aber mit meinen Hobbys und meinem Privatleben vereinbar sein. Ich habe eben die Band, außerdem auch noch ein Label und da muss man schon schauen, wie sich das alles vereinbaren lässt. Das eigene Privatleben ist da manchmal schwierig unterzubringen. Man kommt von der Arbeit, isst was, geht zur Probe, da muss man schon schauen wo da noch die Familie bleibt. Aber die Leute, die dich mögen haben schon Verständnis dafür, man muss jedoch schon beim allem ziemlich hundertprozentig dabei sein.

Du hast ja gerade schon dein eigenes Label erwähnt, Nebula Records, welche Pläne hast du da?

José: Mein Plan ist, Bands zu supporten, die eine ähnliche Auffassung von der Musik haben wie ich, die daran glauben und mit Herz und Seele dabei sind. Das ist nicht nur mein eigenes Projekt, es sind mehrere Leute dabei, aber ich bin darunter der, der sich am besten in der Szene auskennt. Wir versuchen also solche Bands zu finden, die abseits des großen Interesses stehen, auch hier in Deutschland habe ich schon einige Bands gefunden, die wirklich eine Chance verdient hätten.

Ihr habt mit Crystal Dragon ja auch ein Nebenprojekt, gibt es da Pläne ein Album zu veröffentlichen?

José: Nun ja, Crystal Dragon ein Projekt unseres Gitarristen Pedro Miguel, ich spiele da Bass und habe da jetzt auch ein paar Songs beigesteuert. Die Songs sind aus unserer Sicht recht ausgereift, da sie über eine lange Zeit entstanden sind. Es ist unser Projekt, aber wir gehen das eher gelassen an, und beschäftigen uns damit, wenn wir gerade Lust dazu haben. Als Pedro damit angefangen hat, war Power Metal noch gar nicht wieder in Mode gekommen, nun ist das Interesse daran halt wieder größer. Es ist aber schon in erster Linie sein "Dragon".

Dann zur letzten Frage, stell dir einmal vor, du würdest das Königreich des Metal regieren. Welches wären die ersten drei Gesetze, die du erlassen würdest?

José: Jetzt wird es aber wirklich schwierig... Aber das ist eine wirklich coole Frage!

Sie ist auch nur geklaut.

José: Nun ja, ich lebe halt vorrangig in den gegebenen Verhältnissen, was nicht heißen soll, dass ich mich nicht damit auseinandersetze, was richtig und falsch ist. Aber was den Metal angeht vielleicht folgendes: Jedes Radio und alle Medien überhaupt müssen zu 50 % Metal bringen, mindestens!

Und die anderen 50 % ?

José: Ach, da können sie den ganzen Mist spielen den sie wollen. Hmm, eine weitere Regel wäre: Niemand darf den Namen "Metal" zu Unrecht gebrauchen. Nu Metal ist kein Metal!
Aber trotzdem bleibt zu sagen, dass Metal etwas ist, was sich teilweise abseits vom bis dato Bekannten und sogar in einem gewissen Sinne abseits der vorherrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse entwickelt hat und viel mit persönlicher Freiheit zu tun hat. Natürlich gibt es immer Trends, aber es geht um die Verwirklichung eigener Ideen. Der eine mag Morbid Angel, der andere Saxon, ein weiterer Cradle of Filth, aber wir sind alle hier zusammen. Wenn wir "herrschen" würden, dann wäre die Sache wieder eine ganz andere.

Verrate uns doch bitte auch noch deine Top-Five-Alben aller Zeiten!

José: Noch eine schwierige Frage... da wären dann:

Slayer: Reign in Blood
Morbid Angel: Altars of Madness
My Dying Bride: Turn loose the Swans
Judas Priest: Painkiller

Hmm, und dann noch was von King Diamond oder Mercyful Fate...
Ich entscheide mich für "Don't break the Oath" von Mercyful Fate, denn die war eine Art Wendepunkt für mich, als ich sie zum ersten Mal gehört habe.

Noch ein paar letzte Worte an die Leser von Metalspheres?

José: Ja, meine Grüße an Metalspheres und alle Leser. Vielen Dank auch für das sehr herausfordernde Interview, es ist immer schön, nicht nur die üblichen Fragen gestellt zu bekommen.


Vorbereitung: Volker
Durchführung: Volker und Till
Bearbeitung: Volker



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