Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4647225
Besucher seit 09/2002


Seit 1990 gibt es Palace, die in dieser Zeit 3 CDs und zwei Demos veröffentlicht haben. Vom zweiten Demo sticht besonders der Titel "Mr. Leatherskin" hervor, wobei dieser Titel in einem sehr professionellen Video besonders gut zur Geltung kam. 1996 erschien dann die erste CD, "Toy of Rage", die seinerzeit für mehr als positive Reaktionen sorgte und dann 1999 mit "Unsoved Mysteries" einen ebenfalls begeistert aufgenommenen Nachfolger an die Seite gestellt bekam. Mehr als 4 Jahre musste auf einen weiteren Nachschlag gewartet werden, der mit "Machine Evolution" die Band auf ein neues als die Hoffnung im Bereich "Hart aber herzlich" zeigt. Zwischen den Veröffentlichungen sind Palace natürlich auch live sehr aktiv, leider aber nur in den südlichen Hemisphären der Republik. Was schade ist, da jede Show von Palace, ob mit oder ohne Lichteffekte oder Feuerwerk, ein Erlebnis ist. Weitere Informationen gibt es jetzt von Bassist und Keyboarder, teilweise auch hinterm Mikrofon tätig, Joachim Jacobitz.


Was hat sich denn seit 1999 so an Neuigkeiten angehäuft? Auch wenn du erst seit 2 Jahren in der Band bist, hoffe ich, dass du einiges berichten kannst?

JJ: 1996 ist Gitarrist Jason Mathias zur Band gestoßen, ist also so lange auch noch nicht dabei, aber immerhin 8 Jahre. Als er eingestiegen war, haben Palace erstmal das übliche gemacht, touren, die CDs verteilen, u.a. an diverse Magazine, was zu der Zeit ohne Internet noch um einiges schwieriger war. Dann gab es Querelen mit dem alten Bassisten, was für eine Band tödlich sein kann. Da leidet nicht nur das Zusammenspiel, sondern auch die Ideenfindung, alles was es braucht, um gute Songs zu schreiben. Das lief dann gegen Null und so wurde mein Vorgänger an die frische Luft gesetzt. Gegen 11 Bewerber für die Nachfolge, einer schöner als der andere, habe ich mich dann durchgesetzt. Die erste Zeit habe ich mir das Repertoire drauf geschafft. Dann haben wir gemerkt, dass Ideen vorhanden sind, die gespielt werden müssen. Dadurch, dass ich Keyboards spielen kann, ist eine zusätzliche Instrumentierung möglich, mehrstimmiger Gesang auch. Das sind musikalische Mittel, die dazu gekommen sind. Wir haben dann in 6 Monaten versucht, neue Ideen zu finden, die sich nach und nach heraus kristalliert haben. Bevor dann mit diesen Ideen auf die Bühne gegangen wurde, haben wir beschlossen, das alles einzuspielen und zu schauen, was daraus wird. Im Dezember 2002 haben wir mit den Aufnahmen begonnen, die CD war fertig im Februar 2003 und erschien dann im März. Die bisherigen Resonanzen sind gut, mit "Maple Leaf" wurde dann auch ein Vertrieb gefunden, die auf einen Schlag 500 CDs abgenommen haben, dazu kamen immer wieder Auftritte, die einfach nur bombastisch waren. Die Leute merken einfach die Spielfreude, da es innerhalb der Band ein blindes Verständnis gibt. Es macht einfach Spaß und wir verstehen uns untereinander bestens. Durch die neuen musikalischen Möglichkeiten ist es auch interessant zusammen zu arbeiten. Wir proben zwei bis drei mal die Woche und haben jetzt schon wieder eine Menge neue Ideen zusammen. Die Halbwertszeit bis zur neuen CD wird wesentlich geringer sein. Jason hat ein kleines Studio, was es uns ermöglicht, ohne an die Finanzen zu denken, viel entspannter zu arbeiten. Diese Menge an Zeit, das habe ich vorher noch nie erlebt und vor allen Dingen ohne diesen Druck zu arbeiten, so kann sich immer wieder was neues entwickeln.

In einem früheren Schreiben von Jason war von einem Plattenvertrag die Rede und kurz darauf ist "Unsolved Mysteries" bei KDC erschienen. Die neue CD hingegen ist wieder eine Eigenproduktion. Kannst du irgendwelche Informationen beisteuern?

JJ: Da bin ich jetzt nicht so informiert. Es existierte ein Vertrag, der aber dann irgendwie im Sande verlaufen ist.


Du bist jetzt seit 2 Jahren bei der Band. Was gab bei Dir den Ausschlag, bei Palace für die tiefen Töne sorgen zu wollen?

JJ: Ich war vorher bei der nicht gerade unbekannten Band Justice, die von einem Toppmusiker aus Mannheim geleitet wurde. Die waren auch überregional bekannt und wir haben viele Konzerte gehabt. Die Band hat sich aus diversen Gründen aufgelöst. Palace hat sich dann einfach ergeben. Justice haben mit Palace einmal zusammen gespielt, daher kannte ich die Band und wusste was die musikalisch machen. Das war auch die Richtung, die mir vorschwebte.

Wie einfach war es für dich, deine eigenen Ideen mit einzubringen?

JJ: Das war sehr schwer. Eine Band, die so lange besteht, die hat bestimmte Vorstellungen und ein bestimmtes Repertoire, das ich erstmal nur nachgespielt habe. Dann habe ich einfach mal meine Ideen vorgespielt, Vorschläge zu bereits vorhandenen Stücken gemacht und das wurde ganz gut aufgenommen, weil auf diese Überlegungen hin an einem Song ganz gut weitergearbeitet werden kann. Es wurde dann überlegt, das alte Material neu zu überarbeiten, was aber keinem so recht zugesagt hat. Aus den neuen Ideen entstand die aktuelle CD.

Immerhin wurde "Mr. Leatherskin" von 1992 neu aufgenommen.

JJ: Zu diesem Titel gibt es ein wahnsinniges Video, weil Palace kurz davor waren, den Durchbruch zu schaffen. Auf diesem Video sind noch 2 weitere Titel, die wir überarbeiten werden und dann evtl. auf der neuen CD veröffentlichen. Die Person des "Mr. Leatherskin" spiegelt auch ein wenig unsere Lebenseinstellung wieder. Die Lederbekleidung ist für viele in unserer Band Pflicht, während ich meine schon vor einigen Jahren ausgemustert habe.

Damit zur neuen CD. Im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen wurde das Grundkonzept in gewissen Zügen beibehalten, allerdings sind die neuen Titel doch um einiges rauer und ungeschliffener.

JJ: Es knallt nicht nur mehr, es ist auch rotziger geworden. Was aber auch an der Stimme von HP liegt, eine Stimme, die unter 30 oder 50 sofort herauszuhören ist. Das ist ungekünstelt, weil HP die gelebte Version von Heavy Metal ist. Da ist nichts aufgesetztes, das ist die Verschmelzung von Person und Musik. Ich finde es bewundernswert, dass es so etwas überhaupt noch gibt. Was mich auch beeindruckt, ist das unverbrauchte, was wir auf der neuen CD verstärkt zur Geltung gebracht haben. Unbewusst ist das ganze noch härter geworden, brutaler, was uns noch mehr repräsentiert. Das was wir vielleicht schon lange im Kopf hatten, uns aber auf Grund von Trends nie getraut hatten. Die neue CD wird noch rudimentärer, noch gewaltiger, ohne irgendwelche Paradigmen zu benutzen, es wird alles noch mal gesteigert. Die im Fragment bestehenden Titel machen sowas von Laune. Nach einer CD wie "Machine Evolution", die im allgemeinen gut aufgenommen wird, freut es einen, wenn es weitergeht. Nach einer gewissen Phase der Erschöpfung, weil sehr viel Zeit im Studio verbracht wurde, geht es dann doch weiter und das ist ein tolles Gefühl.


Was im Info vorsichtig als "Musik der Marke Hard und Heavy" bezeichnet wird, würdest du als reinen, unverfälschten Heavy Metal bezeichnen? Eine mögliche Einstufung in die eine oder andere Schublade ist sowieso fast nicht möglich.

JJ: Ja, das denke ich schon. Die Beurteilung der eigenen Musik ist fast immer schwierig, das fällt uns allen schwer. Es ist Heavy Metal, mit einem Sänger, der einen sehr hohen Wiedererkennungswert hat, der etwas ausdrückt und zwar nicht nur die Musik. Da geht es auch um die Texte. In der Hinsicht harmonisiere ich sehr gut mit unserem Sänger. Das sind keine banalen Texte, da spielt das Weltgeschehen und einiges mehr mit. Warum haben wir diese Regierung, warum gab es einen Krieg im Irak? Sprich, wer zieht die Fäden? Dinge, die uns beschäftigen finden dort ihren Niederschlag. Ich habe allerdings nicht die meiste Ahnung, was andere Bands machen, da bin ich viel zu phlegmatisch, um mich in deren Thematik einzuarbeiten.

Dann gibt es den Titel bzw. den Text, mit meiner Traumvorstellung. "Rock 'n' Roll Emergency". Alle Kiddies hören ab sofort nur noch die allein glückselig machende Musik. Für mich ist hier der textliche Umkehrschluss von Pink Floyds "Another brick in the wall" gegeben.

JJ: Den Text von Pink Floyd kenne ich jetzt nur sehr oberflächlich. Aufgegriffen wurde der Gedanke, dass Jugendliche mit dieser Musik durchaus auch geformt werden können. Musik kann ein Allheilmittel sein, sie kann etwas erwecken oder bewirken, möglicherweise auch in eine Richtung führen, die wir als lebenswert oder gut empfinden. Was uns im Gegensatz zu Pink Floyd fehlt, ist eine Botschaft, eine ähnliche Intention in abgeschwächter Form mit Sicherheit. Die wir auch allen, mit denen wir zu tun haben, versuchen, zu vermitteln. Unser großes Plus ist mit Sicherheit, um das hier mal einzufügen, dass wir immer noch auf dem Teppich geblieben sind und uns die Nähe zu unseren Fans immer noch sehr wichtig ist.

Was mir während des ganzen Interviews auffällt, ist Dein unbändiger Optimismus. Andere eigenproduzierende Bands bzw. meine Gesprächspartner sind da teilweise was die Zukunft der Band und die Verkäufe der CDs betrifft eher pessimistisch eingestellt.

JJ: Die Begeisterung für die Musik hat keinen in der Band jemals verlassen. Das ist eine ganz starke Triebkraft. In den ganzen Jahren, wo wir Musik machen, ist man in einem Kreis gelandet, wo alle an einem Strang ziehen. Eine Probe wird schon zum Ereignis, was sich natürlich euphorisch anhört, aber da sind noch Äußerlichkeiten dazugekommen. Maple Leaf, der Vertrieb also, empfand die CD als nicht von dieser Welt und hat gleich ein großes Kontingent übernommen. Dann kommt dazu, dass Lothar Antoni von Trancemission uns sehr mag und wenn die hier in der Gegend spielen, nehmen die uns immer als Vorband. Als Paket hatten wir 2003 schon 5 Konzerte und jedesmal waren die Resonanzen überragend.


Die berühmten letzten Worte bitte!

JJ: Es mögen die wirklich aufrichtigen, die edlen sein, die unser Universum beherrschen. Ein banaler Lieblingsspruch, den wir manchmal auf der Bühne zum besten geben lautet: "Wir bleiben unserem Motto treu, besoffen, geil und arbeitsscheu."


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Peter



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword