Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4815422
Besucher seit 09/2002

Aina


Der Briefträger klingelt immer zweimal und auch Amanda Somerville benötigte zwei Anläufe, bis eine halbwegs vernünftige Verbindung zustande kam. Trotz aller telekommunikativen Schwierigkeiten ist es uns doch irgendwie gelungen, das wichtigste zum wohl derzeit größten Mammutprojekt im Sektor "Hart aber Herzlich", in einem netten und unterhaltsamen Gespräch kompakt zusammenzufassen.


Tausendmal gefragt und immer noch wichtig, wie kam es zu der Idee, "Aina" is Leben zu rufen?

AS: Das war eine verrückte Idee von jemandem aus Holland, mit Namen Hans van Vuuren und der ist der Chef von Transmission Records. Sein jahrelanger Traum war der, eine Metal Oper zu machen. Ohne Rücksicht auf Kosten, Kompromisse oder sonst was, einfach nur drauf los. Alles in allem sollte es ein richtig fettes Ding werden. Hans hat dann in alle Richtungen recherchiert und zuletzt Sascha Paeth gefunden und das war der Mann, der ihm am fähigsten zur Realisierung seines Traums erschien. Sascha hatte schon einige Male zuvor mit Hans zusammengearbeitet und jetzt ging es nur noch um die Frage, wie das ganze am besten bewerkstelligt werden kann. Für Sascha war das ganze erst einmal ein Zeitproblem, da er als Produzent sehr gefragt ist. Texte schreiben und Konzepte erarbeiten ist sowieso nicht sein Ding und so wurde ich dann gefragt, ob ich das machen könnte. Auf meine Frage, um was es denn gehen sollte, bekam ich zur Antwort, dass es mein Job wäre, das selbst genau zu definieren, da bis dato nur die Idee bestünde, eine Rock oder Metal Oper auf den Weg zu bringen. Keine Idee, kein Titel, kein Konzept, nichts war vorhanden. Dann wurde Robert (Huneke-Rizzo - der Verfasser) gefragt, ob er die Musik dafür komponieren könnte, natürlich auch Miro. Dann haben wir alle losgelegt. Es wurde entschieden, dass zuerst die Texte entstehen sollten und damit lag das ganze in meinen Händen, und ich hatte den Anfang zu machen.


Das hört sich bisher nach leichter Arbeit an. Amanda schreibt ein paar Texte, ein anderer die Musik und so weiter. Ich fange mal mit deinem "Job" an. Gab es ein fertiges Konzept auf das du zurückgreifen konntest, irgendeine Idee oder musstest Du das komplett von Grund auf, Stück für Stück entwickeln?

AS: Da war nichts vorhanden, das entstand alles erst nachdem ich den Job bekommen hatte. Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte. Sascha hat mich im Februar 2002 angerufen und im April hatte ich immer noch nichts konkretes. Den Zeitdruck habe ich ganz schön deutlich gespürt, da waren wohl lose Ideen, aber nichts festes. Eines Abends war mein Mann nicht zu Hause, da habe ich mich hingesetzt, ein paar Kerzen angezündet, ein wenig meditiert und nach etwa 30 Minuten kam das ganze Konzept. Das wurde dann innerhalb von zwei Stunden aufgeschrieben und ist zu fast 100% auch so geblieben. Auf der CD ist eine Übersicht, über das, was ich geschrieben habe. Da gibt es noch viel mehr, im Booklet ist eine Zusammenfassung dazu. Wichtig war, dass zu erkennen war, wo der Fokus im Hinblick auf das musikalische Projekt liegen sollte. Das Booklet ist sicherlich schon sehr üppig, aber eben nur eine Übersicht, da ich kein 500-seitiges Buch dazu schreiben konnte. Die Texte entstanden dann recht schnell und bis Juli 2002 war alles fertig. Anschließend fing es mit der Musik an.

Warum hast du dich für dieses Thema entschieden? Etwas, das sich meinem Eindruck nach an Tolkien genauso wie Marion Zimmer-Bradley orientiert? Warum Fantasy?

AS: Ich liebe solche Geschichten. Das ist einfach zeitlos, Mittelalter, etwas mit Pferden, sowas bevorzuge ich halt. Ich bin eben hoffnungslos romantisch und deswegen musste es auch eine Liebesgeschichte sein. Das ist wohl der Grund dafür, weshalb es so geworden ist, wie es geworden ist.

Dein Teil war bis hier hin erledigt und jetzt ging es an die musikalische Umsetzung. Was wäre passiert, wenn beides nicht zusammen gepasst hätte?

AS: Eigentlich hätte das nicht passieren können. Wir haben die ganze Zeit zusammengearbeitet und Robert wie auch Miro und Sascha hatten überhaupt keine Ideen. Wichtig war erstmal mein Part, bevor überhaupt über die Musik nachgedacht wurde. Als ich das textliche Konzept entworfen hatte, gab es schon Vorstellungen in meinem Kopf. Ich war während der meisten Zeit, als die Titel entstanden, in den U.S.A.. Robert und ich hatten diese Zeit Kontakt per E-Mail. Für jeden Text oder jede Passage habe ich ihm dann meine Gedanken geschrieben. Hier ist z.B. die Stimmung etwas grausam und gewalttätig, da könnte ich mir richtig harte Gitarren vorstellen, entsprechend das Schlagzeug, alles richtig schnell. Die ruhigen Passagen könnte ich mir ganz gut mit Orchester vorstellen. Für mich war das schon sehr wichtig, dass Text und Musik miteinander harmonisieren, dass die Geschichte praktisch zweimal erzählt wird. Einmal durch den Text und das andere Mal durch die Musik. Dass so auch die Stimmungen besser zum Vorschein kommen. Alles in allem war es für jeden wichtig, dass das ganze zusammenpasst.

Auch wenn das nicht deine Aufgabe war, kannst du mir evtl. sagen, nach welchen Überlegungen die Musiker bzw. Sänger und Sängerinnen für "Aina" ausgesucht wurden?

AS: Größtenteils, weil wir mit denen schon zusammengearbeitet haben und es zum Teil gute Freunde sind. Andre Mathos, Olaf Hayer, Simone Simons, ein kaum auszusprechender isländischer Name, dann Tobias Sammet, weil Sascha in der Zwischenzeit sehr viel mit ihm gemacht hat. Persönliche Freunde eben oder aus früherer Zusammenarbeit bekannt. Wir wussten auch, was die machen können und was ihrer Persönlichkeit entspricht. Dann gab es ein paar Vorschläge von Transmission Records, die hatten ein paar Musiker und Sänger, die sie unbedingt dabei haben wollten. Ein paar sind Zufallstreffer, weil wir während des ganzen Prozesses auf ihre Stimmen aufmerksam wurden, Sass Jordan wäre so ein Beispiel. Genauer kann ich in der Hinsicht allerdings nicht werden, da das wie schon gesagt nicht mein Teil war.

Da du beruflich auch viel mit Gesang zu tun hast, würde mich interessieren, in wie weit du möglicherweise in der einen oder anderen Form z.B. Michael Kiske oder Tobias Sammet unterstützt bzw. auch kritisiert hast.

AS: Das war mehr Roberts Teil. Für ihn war es wichtig, alle in in eine Reihe zu bekommen und dass seine Vorstellungen der Melodien eingehalten wurden. Für mich war es wichtig, dass die an diesem Projekt beteiligten das ganze genauso als Musiker wie auch als Schauspieler rüberbringen. Also entweder mit Leidenschaft oder richtig kämpferisch. Kontrolle als solche hat nie stattgefunden. Natürlich hatten wir Vorstellungen und auch eine Art Führer, der als Orientierung diente, aber nie als Kontrollorgan zu verstehen war.

Passend zu dem Konzept wurde noch eine neue Sprache entwickelt, "Ainae". Warum?

AS: Das war sehr viel Aufwand, der nicht unbedingt nötig war. Ich wollte etwas für mich haben, was andere nicht auf ihrer CD haben. Mir ist kein Projekt bekannt, für das eine eigene Sprache entwickelt wurde. Viele in diesem Genre nehmen immer Latein, um eine mystische Stimmung oder Gefühl zu erzeugen. Das ist natürlich auch okay. Für "Aina" erschien mir das allerdings nicht ganz passend und ich überlegte, wie ich es hinbekommen kann, etwas eigenes zu haben und so entstand meine eigene Sprache. Das wiederum brachte eine besondere Stimmung in das Projekt.

Das ganze präsentiert sich in einem CD-Format, das kaum noch zu tragen ist. Der Hörer wird von einer Bombastik erschlagen, die so extrem auf die Spitze getrieben wurde, dass mir immer noch die Worte fehlen. Ist es dir so ähnlich ergangen oder war es eher so, dass das ganze Ergebnis für dich eher was natürliches war?

AS: Für mich war das ein sehr ökologischer Prozess, da ich alles von Anfang an mitbekommen habe. Natürlich ist jeder durch die unterschiedlichsten Phasen gewandert. Die anfänglichen Demos von Robert unterschieden sich teilweise sehr deutlich im Hinblick aufs fertige Produkt. Als alles fertig war, wurde natürlich erst einmal tief durchgeatmet. Sascha, Robert und Miro haben einen unglaublichen Job erledigt. Für mich war das alles nicht so überraschend, das ist genauso wie die Haare wachsen oder Gewichtszunahme, das passiert jeden Tag und fällt nicht so auf. Es gab keinen wirklichen Punkt, wo ich weggegangen und wieder zurück gekommen bin. Natürlich war es schon etwas surreal, als ich das fertige Produkt in der Hand hatte, das konnte ich mir vorher gar nicht richtig vorstellen.

Neben allen überragenden Titeln der CD gibt es einen, der alles andere übertrumpft. "The Story of Aina", das Instrumentalstück. Auch hier bin ich nur sprachlos.

AS: Das ist Miro, auch bekannt als Miro the Hero. Auch wenn es mir für das ganze Gate-Team leid täte, aber er gehört nach Hollywood. Miro ist so begnadet. Die ganze Story, die Stimmung, alles kann gefühlt werden. Absolut emotional und auch einer meiner Lieblingstitel.

Im Booklet ist zu lesen: "Fortsetzung folgt". Das nächste Wahnsinnsprojekt ist also schon geplant?

AS: Das war eine Überraschung für mich. Reingeschrieben hat das Hans.
Das ganze hat mich aber so inspiriert und tatsächlich existiert sogar schon ein zweiter Teil. Wenn die Plattenfirma sagt, dass es eine Fortsetzung geben wird, kann man ziemlich sicher sein, dass es auch so sein wird.

Die berühmten letzten Worte bitte!

AS: The doom is nigh.


Vorbereitung, Bearbeitung und Durchführung: Peter



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword