Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4678999
Besucher seit 09/2002


Im Underground haben sich Disillusion schon seit geraumer Zeit einen Namen gemacht, für den großen Wurf hat es bislang jedoch noch nicht gereicht. Dies könnte sich nun aber ändern, denn mit dem rundum überzeugenden Debut-Album "Back to Times of Splendor" und einem Label wie Metal Blade im Rücken sollte es auch mit dem eher unkommerziellen Stile Disillusions, der nicht eben wenige Parallelen zu Opeth offen legt, möglich sein, zu den bekannteren Größen des Genres aufzusteigen. Wer hinter der Band steckt, was es mit dem Album auf sich hat, und die Tricks, wie man es schafft, einen Veröffentlichungstermin bei seinem Label um ein halbes Jahr zu verschieben ohne fallen gelassen zu werden, erzählte uns Sänger und Gitarrist Vurtox.


Am besten, wir fangen vorne an, auch wenn Du's bestimmt bald nicht mehr hören kannst... erzähl mal, was ihr so für Typen seid, wie ihr Euch kennengelernt habt und wie es zu Disillusion gekommen ist.

Vurtox: Angefangen haben wir 1994, allerdings war das damals noch eine ganz andere Band. Ich war zu dem Zeitpunkt zwar schon dabei, aber die anderen beiden noch nicht. Man kann sich das damals so ungefähr wie eine Schülerkapelle vorstellen. Irgendwann wurde das ganze schließlich ein bißchen ernster, das war dann aber auch schon der Zeitpunkt, als die beiden anderen gesagt haben, daß ihnen das ganze zu viel würde.
Mir war das aber nicht zu viel, und dann hab ich erstmal zu Hause gesessen und ein paar Songs geschrieben, bißchen rumgebaut, bißchen Homerecording betrieben und so... Als ich dann wieder bereit war, habe ich geschaut, mit wem man etwas machen könnte, und bin dann zum Glück relativ schnell auf den Rajk gestoßen, das war '99. Ein paar Monate später haben wir den Jens dazu geholt und dann so um 2000 rum irgendwann mit dem ersten Demo angefangen, "Three Neuron Kings".


Euren Musikstil habt ihr zu jener Zeit ein wenig geändert wenn ich mich nicht irre. Was habt ihr denn mit dem alten Line-Up für Musik gemacht?

Vurtox: Ja, das war so rockig, pop-rockig. Ein bißchen Machine-Head, groovelastiger. Später haben wir das dann noch mit Grind Core-Attacken im Stile von Napalm Death angereichert, aber prinzipiell war das eher straight und groovig.

Und welche Drogen habt ihr dann geschluckt, daß Eure Musik sich in diese abgefahrene Progressive Death/Thrash-Ecke entwickelt hat?

Vurtox: (lacht) Na ja, da lagen vier Jahre dazwischen...

Hat sich denn Dein Musikgeschmack zu dem Zeitpunkt irgendwie geändert?

Vurtox: Nicht unbedingt, aber das war schon auch ein Grund, warum das alte Line-Up im Endeffekt zerfallen ist. Das ganze wurde einfach ein bißchen anspruchsvoller und die anderen wollten weiterhin nur so rumjammen...

Ihr werdet oft mit Opeth verglichen, insgesamt orientiert ihr Euch aber schon eher an den komplexeren Sachen von denen und seid einen Zacken melodischer wie ich finde...

Vurtox: Ja, schon. Obwohl ich mich jetzt nicht wirklich allzusehr damit auseinander setze, ob wir nach Opeth klingen oder nicht. Opeth sind ein massiver Einfluß auf die letzten sechs Jahre gewesen, auf jeden Fall. Wir versuchen aber sicherlich nichts zu machen, was wie Opeth klingt. Letztendlich ist das einfach das Resultat, was ähnlich klingt. Wenn wir unsere Melodiebögen anlegen, dann mag das im Endeffekt wie eine melodiöse Variante von Opeth klingen, das stimmt sicherlich.

Ich gehe mal davon aus, daß ihr den Opeth-Vergleich eher positiv empfindet als störend...

Vurtox: Jaja, klar. Es kommt natürlich auch drauf an, wie es gemeint ist. Ob es jetzt heißt, es klingt "wie Opeth" oder "nach Opeth" oder ob es heißt "hat die Qualität wie Opeth" oder wie auch immer. Prinzipiell empfinden wir das aber schon positiv, klar. Wir lieben Opeth!

Eure Musik beinhaltet auf jeden Fall auch eine Menge Emotionen. Ich bin der Auffassung, daß das Ganze im Endeffekt ziemlich aufregend wirkt, also eher nichts für schwache Gemüter ist, die nach einem langen Arbeitstag entspannen möchten...

Vurtox: Ja, also eine Entspannungsplatte ist es sicherlich nicht. Vielleicht vergleicht man sie am besten mit einem Film, auf den man sich mit der entsprechenden Verabredung für nächste Woche Donnerstag freut. Bei dem man wenn's soweit ist den ganzen Tag schon mit Blick auf den Abend gestaltet. Ich glaube, das ist auch die Art, wie man unsere Platte am besten erleben kann. Für so nebenbei und nach einem harten Arbeitstag ist sie wohl schon überfordernd, zumindest wenn man sich wirklich damit beschäftigen möchte.

Ich würde sagen, daß da auch eine Menge Wut zu Tage tritt. Woher kommt das? Hat sich das während dem Songwriting-Prozess irgendwie aufgestaut?

Vurtox: Auch, das ganze wurde zum Ende hin auch immer extremer. Wir hatten zwar zu Beginn schon die Prügelparts vorbereitet und im Proberaum gespielt, aber daß sie am Ende so aggressiv und dicht wurden, das hing dann schon damit zusammen, daß wir monatelang im Studio verbracht haben. Am Ende war das aber auch gut so, die Parts mußten so aggressiv rüberkommen, um einfach den Fluß reinzukriegen, wie er jetzt da ist. Wenn das ganze nicht so extrem geworden wäre, würde es wohl um einiges belangloser klingen und hätte uns nicht genügt.
Auf der anderen Seite kommt das aber auch durch die Situation, klar. Die Prügelparts sind also nicht nur Stilmittel, sondern auch die haben sich genauso wie die melancholischen Parts und alles andere aus dem Gesamtbild und der Gesamtsituation ergeben. Das eine bedingt das andere, und wie gesagt, damit das ganze Album funktioniert, mußten die Teile so extrem werden.

Das hört sich teilweise aber schon so an, als hätte es da auch zwischenmenschliche Probleme gegeben...

Vurtox: Ja, wir haben jetzt im Nachhinein ziemlich viel darüber geredet, so daß wir jetzt auch relativ offen damit umgehen können. Die Probleme gingen eigentlich schon viel früher los. Wir hätten nach dem letzten Demo wohl einfach mal eine Pause machen sollen um mal richtig den Kopf freizukriegen und in den Urlaub zu fahren. So haben wir halt immer weitergearbeitet, uns immer weiter festgebissen, und es entstand dann irgendwann so eine Lücke zwischen mir und den anderen im Hinblick aufs Songwriting.

Ihr hattet andere Vorstellungen von der Musik?

Vurtox: Nein, gar nicht, eher so die Beschäftigung mit dem ganzen. Ich war den anderen immer einen Schritt voraus, was dann letztlich bei den Aufnahmen kulmuliert und im Endeffekt auch explodiert ist. Der eine hat sich nicht verstanden gefühlt, dem anderen ging's zu langsam. Und das waren dann eben die Probleme, die sich am Ende zwischenmenschlich niedergeschlagen haben, weil auch keiner von uns so richtig gewußt hat, was los war. Mittlerweile sind wir wieder voll und ganz beieinander, seit dem Mix eigentlich, aber gerade die letzten Wochen bei den Aufnahmen waren doch eher dadurch gekennzeichnet, daß wir uns aus dem Weg gegangen sind.

Wie läßt sich sowas denn erklären? Habt ihr Euch durch Euren neuen Vertrag bei Metal Blade so unter Druck gesetzt?

Vurtox: Nein, es gab da eigentlich keinen Druck. Ganz am Anfang, also Mitte 2002, als wir die ersten Riffs geschrieben haben und so, da gab's natürlich schon ein bißchen Druck, es war ja auch schließlich unser Debutalbum. Wir haben immerhin auch die ganzen Jahre kein Album gemacht gehabt, weil ich immer gedacht hatte, daß man sich für ein Album irgendwie reif fühlen sollte. Ein Album muß meiner Meinung nach einfach mehr sein als eine Sammlung von Songs. Ein Album ist eine abgeschlossene Einheit, die auch in sich funktionieren muß. Dafür muß man sich bereit fühlen, von daher gab es damals schon ein wenig Druck. Auch von außen, weil die beiden Demos ja ziemlich gut angekommen waren. Als wir aber dann angefangen hatten und die ersten Songs kamen war der aber ziemlich schnell weg, da wußten wir dann, daß wir auf dem richtigen Weg waren. Und das hat sich im Endeffekt dann ja auch bewahrheitet.

Glaubst Du denn, daß das in Zukunft nochmal so weit kommen könnte, und das dann im schlimmsten Fall sogar das Ende der Band bedeuten würde?

Vurtox: Keine Ahnung! Es war auf jeden Fall finster genug, daß keiner von uns sich eine Wiederholung davon wünscht.
Es gab ja auch noch einen Punkt, woran es letztlich gelegen hat, und der maßgeblich dazu beigetragen hat, daß wir überhaupt nicht mehr miteinander geredet haben. Das war die Idee, das ganze Album mit Filmmusik zu verbinden, also schon während des Aufnahmeprozesses. Während der Zeit habe ich nachts auch immer wahnsinnig viele Filme geschaut und auf Dramaturgie und Schnitt geachtet, auf die Dialogführung und so weiter. Und da waren wir dann letztendlich wirklich überfordert, weil die Songs dazu ja auch noch neu waren und so...
Wir haben auf jeden Fall mittlerweile verschiedene Ansätze, wie wir das umgehen. Wir ziehen uns weiter zurück und konzentrieren uns von Anfang an aufs gemeinschaftliche Musikmachen, so daß wir einerseits nicht mehr so viel drumherum miteinander machen und andererseits nicht mehr aneinander vorbeireden.

Stimmt es, daß ihr insgesamt vier Veröffentlichungstermine habt verstreichen lassen?

Vurtox: Das stimmt, ja, und Metal Blade waren sicherlich nicht erfreut darüber. Die ersten beiden Male haben wir nur um zwei Wochen verschoben, das war überhaupt kein Problem, da es zu der Zeit ja auch noch kein offizielles Veröffentlichungsdatum gab. Beim dritten Mal Verschieben wurde die Sache schon ernster, da ging es auch um einen Monat und die haben uns dann eben schon im Auge behalten. Aber als klar wurde, daß wir nochmal verschieben mußten, und dann auch gleich um zwei Monate, da ist der Rajk vorsichtshalber ohne anzurufen gleich runtergefahren und hat einen Rough-Mix mitgenommen. Den hat er denen vorgespielt, und dann war das auch okay als die gemerkt haben, wir arbeiten daran und nehmen die Sache ernst.

Dann kommen wir mal zum Album selbst. Was hat es mit dem Titel "Back to Times of Splendor" auf sich?

Vurtox: Es gibt soetwas wie eine Rahmengeschichte. Die Platte ist aber kein richtiges Konzeptalbum, bei dem das Konzept von Anfang an maßgeblich die Songs beeinflußt hätte. Das Konzept gab's vorher nicht, das ist erst beim Schreiben entstanden.
Die Geschichte spielt so 1820 rum in einem Bergdorf, in dem ein junger Mann mit seinem Vater lebt. Dieser setzt den Jungen ziemlich stark unter Druck auf dem Hof zu bleiben, während dessen Geliebte zwangsweise mit ihrer Familie aus ihrem Haus im selben Ort wegziehen muß. Und er steht jetzt vor der Entscheidung, mit ihr zu gehen oder bei seinem Vater zu bleiben. Das ist im Prinzip die Rahmengeschichte, und was die Texte dann erzählen, ist das Martyrium bis er sich entscheidet und aufbricht. Das sind dann sozusagen einige der Passagen seines Weges, seiner Gefühle...
"Back to Times of Splendor" heißt so viel wie "Zurück zu prächtigen Zeiten" und ist so eine Art Synonym für das Gefühl, das der Charakter haben müßte, wenn er sich zurückerinnert an die alte Zeit, die er als prächtig und schillernd wahrgenommen hat als er mit seiner Geliebten im Frühling am See gesessen hat und so. Die ganze Romantik, durch die er im Endeffekt dann diese naive Sehnsucht nach diesen Zeiten empfindet. Und am Ende der Platte schafft er es dann, aus den jugendlichen und überromantischen Gefühlen herauszuwachsen und kommt einen Schritt weiter bzw. findet sich selbst.

Gibt es einen Trick, so lange Stücke zu schreiben wie ihr das macht, ohne daß der Hörer sich langweilt?

Vurtox: Einen Trick? Nein, nicht wirklich. Im Prinzip schreiben wir einfach drauf los und die Stücke werden dann manchmal eben etwas länger. Es gibt oder gab keinen Plan, daß bestimmte Stücke besonders lang werden müßten. Natürlich ist es nicht einfach, so lange Stücke zu schreiben, und es gab immer den Versuch, in jedem Moment auch ein Stück weit Objektivität walten zu lassen. Aber es ist auch schwierig sich zum Beispiel nach zehn Minuten daran zu erinnern, ob der Fluß jetzt genau gestimmt hat. Wir haben natürlich versucht uns die Sachen so oft wie möglich anzuhören, auch schon während der Voraufnahmen. Aber die Songs sind letztendlich alle natürlich aus sich selbst gewachsen, einen wirklichen Trick gibt es also nicht. Manchmal haben auch Kleinigkeiten dafür den Ausschlag gegeben, einzelne Passagen noch etwas auszudehnen, eine Reduktion hingegen konnte nicht stattfinden ohne den Songs zu schaden.

Die langen Stücke sprechen wie die musikalische Umsetzung dafür, daß das Album eher so eine Art Gesamtkunstwerk darstellt...

Vurtox: Absolut! Wir stellen keine Songs raus, es ist eher schade, daß wir am Anfang der Platte drei relativ kompakte Songs haben. Es wäre vielleicht besser gewesen, da vorne noch einen langen anzusetzen. Es gab auf jeden Fall den Versuch, diese Platte als gesamtheitliches Ding zu präsentieren, eine Reise, eine Erfahrung, nenne es wie Du willst.

Ich würde sie vielleicht am ehesten als eine Art "Illusion" bezeichnen, in die man eintauchen kann. Kannst Du mir Eure Vorstellung von Illusion und Desillusion irgendwie näherbringen?

Vurtox: Der Blickwinkel der Desillusion ist vielleicht einfacher...

Den hast Du bestimmt auch schon öfters erklärt...

Vurtox: (lacht) Ja, da kann ich jetzt noch ein wenig rumeiern. Eine Desillusion ist ja erstmal eine Aufhebung einer Illusion, von etwas, das Du als wahr oder richtig erachtet hast. Im ersten Augenblick ist das meistens wahnsinnig schmerzhaft oder irritierend, aber im nächsten Moment kannst Du es als Erfahrung sehen, als etwas, das Du gelernt hast. Das Dir auch zu Deiner Persönlichkeit hilft. Für uns ist Desillusion nichts negatives, sondern einfach ein Mittel, durch das man als Persönlichkeit wachsen kann. Nichts schillert ewig.

Und das läßt sich dann auch auf Eure neue Platte übertragen...

Vurtox: Ja, genau, das fällt auf jeden Fall zusammen, klar.

Habt ihr ein Lieblingsstück, eins was Euch am meisten bedeutet?

Vurtox: "The Sleep of restless Hours", aber das schwankt auch von Tag zu Tag. Gerade heute morgen bei der Kurzprobe war es zum Beispiel "Alone I stand in Fires", also es ist mal so und mal so. Aber meistens ist es doch "The Sleep of restless Hours", nicht nur, weil der Song 17 Minuten lang ist, sondern weil ich denke, daß er es am meisten schafft, einen in diese Welt hineinzuziehen. Egal was wir für persönliche Differenzen hatten, wir hören die Platte sehr oft zusammen und sind dann auch immer alle wie weggetragen. Also ein sehr schönes Gefühl...

Zieht ihr Eure Inspirationen ausschließlich aus anderer Musik? Bei so vielen Gefühlen die ihr verbratet erscheint mir das irgendwie unglaubwürdig...

Vurtox: Filme sind ein ganz massiver Einfluß auf unsere Musik, hatte ich ja vorhin schon angedeutet. Vor allem die "Herr der Ringe"-Trilogie mit ihrer Opulenz und Tiefe. Da ist alles, jedes kleinste Detail ausarrangiert, die Szenen, der Sound, alles. In jeder Hinsicht phänomenal, das hat auf jeden Fall einen ganz massiven Einfluß gehabt, wenn auch eher in qualitativer Form. Der Film hat uns gezeigt, wie sensibel man heute auch noch im Big Business umgehen kann und sogar muß. Das war wohl die Hauptinspirationsquelle der letzten Jahre.

Was schaust Du Dir denn sonst noch an?

Vurtox: Französische Filme. Deren Titel kenne ich meist gar nicht oder vergesse sie direkt wieder. Ich komme da über Freunde dran, da sind schonmal witzige Sachen dabei...


Nochmal zurück zur opulenten Umsetzung. Ihr habt im Studio ja auch Computer eingesetzt. War das nicht etwas gefährlich? Nicht immer hört sich das Ergebnis so authentisch an wie bei euch...

Vurtox: Danke. Also wenn, dann wäre es wohl nur im Nachhinein gefährlich gewesen. Als wir aufgenommen haben, habe ich das gar nicht so empfunden.

Echt nicht? Wenn ich mir zum Beispiel die letzten Running-Wild-Scheiben anhöre, dann finde ich das einfach nur grausam...

Vurtox: Wir verwenden ja auch keinen Drum-Computer (lacht). Ein Drum-Computer wäre sicherlich das letzte was wir benutzen würden. Es hat auf jeden Fall lange gedauert, bis die Computer-Instrumente funktionert haben, es gab aber zum Glück auch genug Hilfe. Sonst hätten wir es auch nicht gemacht, dann wäre das vermutlich in den Hintergrund getreten. Aber wir hätten dann im Gegenzug wohl einiges von der Atmosphäre verloren die die Stücke jetzt haben. Es sind ja letztendlich auch zum Großteil diese Extras, die die Gefühlsopulenz begründen. Nein, nein, wir haben da schon immer drauf geachtet, und natürlich auch einiges rausgeschmissen, was nicht so toll geklungen hat...

Und wie bringt ihr das live rüber? Steht da ein Computer daneben, der die entsprechenden Soundeffekte einstreut?

Vurtox: Wir bringen live natürlich nicht alles. Vom Kleinkram fällt da schon einiges weg, aber die Streicherarrangements kommen da vom Band.

Und ihr spielt auch die Stücke mit 14 oder 17 Minuten Länge?

Vurtox: Natürlich. Allerdings kommt ansonsten nichts vom Band. Nur die Streicher letztendlich.

Hat man da Nachteile, wenn man nur zu dritt ist?

Vurtox: Es ist sicherlich nicht einfach. Wir haben jetzt quasi die letzten Monate nur damit verbracht, uns das Live-Set aufzudrücken. Mittlerweile haben wir's geschafft und gerade vorgestern hatten wir auch so eine kleine Probe vor ein paar Freunden, die uns attestiert haben, daß das ganze mindestens so gut klingt wie auf Platte. Darüber waren wir dann schon froh, weil der Live-Faktor ja doch immer mit da rein spielt.

In wie weit haben Euch die Auszeichnungen wie "Newcomer des Monats" im Metalheart usw. in der Vergangenheit weitergeholfen? Habt ihr da großen Profit draus gezogen oder wird das im allgemeinen eher überschätzt?

Vurtox: Ja, ich glaube schon, daß das überschätzt wird. "Newcomer des Monats" im Metalheart war auf Seite 82 (lacht). Es sieht halt schon schön aus, wir haben es auch gerne angenommen und uns gefreut, aber im Endeffekt haben wir dann einfach weitergemacht mit dem, wo wir gerade dran waren. Das beste war wohl der Samplerplatz, den wir beim Bandwettbewerb vom Legacy gewonnen hatten. Das hat dann durchaus auch seine greifbare Wirkung gehabt.

Und beim Label, bringt einen das da weiter?

Vurtox: Ich denke schon, ja. Wir wissen jetzt allerdings auch gar nicht genau, wie die überhaupt auf uns gekommen sind. Der Andreas Reissnauer von Metalblade war mal in Göppingen bei einem Konzert von uns gewesen, aber was davor war, ob die uns zu dem Zeitpunkt schon registriert hatten oder nicht, das wissen wir nicht. Es hat aber sicherlich schon dazu beigetragen, daß wir letztendlich den Deal gelandet haben.
Was die Leute angeht, da wird das ganze aber sicher schon überschätzt. Riesige Fanscharen haben wir dadurch jedenfalls nicht gewonnen.

Was würdest Du an der Metalszene ändern, wenn Du die Möglichkeiten dazu hättest?

Vurtox: Ich würde versuchen, bei Veröffentlichungen mehr auf Qualität zu achten. Das klingt jetzt vielleicht extrem arrogant (Weshalb? Sehen wir genauso - der Verfasser). Der Metal läuft wie viele Musikrichtungen oder andere Kultursparten auch, man läuft einfach Gefahr, sich im Zuge des Trends selbst zu unterlaufen, indem die Standards nach vorne gestellt werden. Das ist nicht der Geist des Metals, das war er nicht, und in meinen Augen ist das einfach falsch.

Was steht bei Euch als nächstes so an?

Vurtox: Als nächstes erstmal die Releaseshow, sprich: Die Premiere der Platte. Das ist am 17. April in Leipzig. Anschließend werden wir versuchen, so viele Konzerte wie möglich zu spielen. Gegen Mitte oder Ende des Jahres werden wir dann wohl auch anfangen, neue Sachen zu schreiben.

Eine richtige Tour ist noch nicht in Aussicht?

Vurtox: Nein, leider nicht. Momentan sind wir auch einfach blank und haben keinen Cent mehr... was wohl auch irgendwie ein wenig an den 8 Monaten im Studio liegt... (lacht). Handlungsfreiheit haben wir deshalb auf jeden Fall keine irgendwas zu unternehmen, da geht nichts. Wir müssen auch erstmal abwarten und sind davon abhängig, wie die Platte funktioniert, sie ist ja noch nichtmal draußen. Hoffentlich kommt was rum, das wäre natürlich schon wünschenswert.

Von der Organisation her wäre das für Euch kein Problem, mal eben zwei Wochen auf Tour zu gehen?

Vurtox: Warum nicht? Wir machen ja im Prinzip auch nichts anderes...

Alles klar. Noch irgendeine witzige Geschichte aus der Disillusion-Vergangenheit auf Lager?

Vurtox: Da gibt's nichts. Gar nichts. Da haben wir schonmal überlegt... nur so Popelkram. (Ja, gibt's sowas wirklich? - der Verfasser) Lassen wir die Frage besser raus... (ja klar - der Verfasser)

Deine fünf Alltime-Faves?

Vurtox: Ach Du Schreck! Jaaa, dann fangen wir an mit Soundgarden - "Superunknown", Emperor - "Prometheus", Opeth - "Black Water Park", ähhh, Pantera - "Far beyond driven" auf jeden Fall... und jetzt muß ich überlegen. Die Scheibe, die mich am meisten mitgenommen hat in den letzten Jahren, war die Primordial - "Journey's End".

Hast Du noch ein paar letzte Worte für unsere Leser?

Vurtox: Ja, das geht jetzt vielleicht einfach ein bißchen zurück auf den Anfang des Interviews. Die Geschichte, daß es tatsächlich im Alltagsleben relativ schwierig ist, bei jemandem anzukommen. Wir hoffen einfach, daß ein paar Leute sich und der Musik den Raum geben, den sie benötigen, um sich auch wegtragen zu lassen von dem Album. Es bietet einiges!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword