Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4646880
Besucher seit 09/2002


Edguy wurden vor kurzem in einer vielgelesenen Musikzeitschrift als "die deutsche Metalhoffung" bezeichnet, was nach den letzten tollen Alben und den anwachsenden Erfolgen des Fünfers aus Fulda auch eine passende Bezeichnung ist. Auch international werden die Hessen immer erfolgreicher. Noch viele einleitende Worte über die Band zu verlieren sollte nicht nötig sein, da sie inzwischen fast jedem Metalfan in diesem Land ein Begriff sein dürfte. Vor dem Konzert in Pratteln in der Schweiz nahm sich Lead-Gitarrist Jens Ludwig Zeit, die folgenden Fragen zu beantworten.


Wie läuft die Tour bislang? Sind schon irgendwelche interessanten oder witzigen Geschichten passiert?

Jens: Andauernd! Nein, also bisher ist die ganze Sache eigentlich ziemlich entspannt. So die ersten zwei, drei Shows waren noch alle sehr hektisch, weil sich die Crew auch erst mal einarbeiten musste und man selbst muss sich ja auch erst einmal wieder an das Leben im Bus und so weiter gewöhnen. Aber ungefähr nach der vierten Show hat sich das alles eingespielt, und jetzt läuft es eigentlich wie geschmiert. Man kann sich nicht beschweren! Wir hatten auch bisher einen guten Zuschauerschnitt. Also wir können da sehr entspannt an die Sache rangehen.

Seid ihr vor den Auftritten eigentlich noch aufgeregt, oder hat sich das im Laufe der Jahre gelegt?

Jens: Das hat sich schon ein bisschen gelegt, mit Sicherheit, gerade wenn man, zum Beispiel wie hier in Pratteln, schon zum fünften oder sechsten mal in der gleichen Halle spielt. Da kennt man wirklich schon alles. Man weiß nur nicht, ob die Bühneneffekte alle funktionieren, denn das gibt man halt auch in die Hände anderer Leute. Da denkt man manchmal schon: "Hoffentlich klappt das, wie wir uns das vorstellen". Aber ansonsten trinken wir ein Glas Wein, und dann ist alles gut.

Seid ihr mit den Verkaufszahlen und den Reaktionen auf das neue Album zufrieden?

Jens: Ja, spitzenmäßig! Die CD wurde ja in den Reviews überall gelobt, mit den Verkaufzahlen sind wir zufrieden und die Plattenfirma auch. In Österreich und der Schweiz geht?s bergauf, eigentlich überall. In Japan haben wir zum Beispiel von der neuen Platte in den ersten vier Tagen angeblich schon mehr verkauft, als von allen letzten zusammen. Wir können uns also nicht beschweren, sind auf jeden Fall zufrieden. Wir werden noch unsere weiteren Konzerte spielen und hoffen, dass am Ende alles gut ist.

Sind bei euren Songs meist zuerst die Texte da oder die Musik?

Jens: Das ist ganz unterschiedlich, je nachdem wie es kommt. Manchmal hast du eine Idee für ein Riff, oder Tobi für eine schöne Melodie, dann nimmt er die erst mal auf. Und andersherum, wenn er auf Tour ist, sitzt er in seiner Koje und hat eine Idee für einen Text und schreibt die auf und weiß nur grob in welche musikalische Richtung es gehen könnte, je nachdem worum es in dem Text geht. Also eine Ballade über Tod und Teufel zu schreiben wäre zum Beispiel nicht so passend. Aber das variiert, da haben wir kein festes Arbeitschema, nach dem wir vorgehen.

Wie kam es zu dem Gastauftritt von Mille Petrozza auf der neuen CD?

Jens: Wir haben ihn einfach gefragt, ob er Bock darauf hätte. Wir haben ja letztes Jahr ein paar Festivals mit Kreator gespielt, in der Tschechei, in der Slowakei. Zum 10jährigen Jubliläumskonzert haben wir sie auch eingeladen und seit unser Schlagzeuger nach Essen gezogen ist, hängt der auch privat ziemlich viel mit Mille rum. Insofern verstehen sich die Bands untereinander recht gut und da haben wir ihn einfach gefragt: "Mille, hast du Bock auf so etwas? Das wäre doch mal was, das kein Mensch erwartet." Und er hat gemeint: "Klar", und war sofort dabei. Er ist dann einen Tag nach Fulda ins Studio gekommen und hat das eingebrüllt. Dann sind wir noch schön essen gegangen. So Sachen machen eigentlich immer Spaß.

Welches ist dein persönliches Lieblingslied von euren neuen Songs?

Jens: Mein persönliches Lieblingslied war eine ganze Zeit lang "Holy Water", jetzt steh ich aber mehr auf "The Piper Never Dies". Das variiert immer, je nachdem, welches Lied man in der letzten Zeit gerade zu oft gehört hat!

Dreht ihr nach "King of Fools" noch ein zweites Video zu einem Song von Hellfire Club, oder habt ihr sogar schon ein zweites gedreht?

Jens: Wir haben schon ein zweites Video gedreht und zwar zu "Lavatory Love Machine". Das wurde noch am Wochenende vor dem Tourstart in einer Nacht und Nebel-Aktion gedreht. Innerhalb von 10 Tagen wurde das auf die Beine gestellt. Und ich bin mal gespannt: Anfang der Woche bekommen wir dann die ersten geschnittenen Versionen zu sehen. Das ist natürlich immer spannend, wenn du am Internet sitzt und dir die Datei runterlädst und denkst "Oh mein Gott, wie sieht das aus!"

Habt ihr eigentlich Einfluss auf die Inhalte der Videos, oder bestimmen da eher andere, wie das Video auszusehen hat?

Jens: Wir haben auf jeden Fall Einfluss auf die Inhalte. Aber natürlich holen wir uns auch Rat. Beim King of Fools-Video hatten wir auch einen Regisseur am Start, weil keiner von uns Fernseherfahrung hat, oder davon, was in Bildern gut rüberkommt und was nicht. Insofern muss man sich natürlich schon Rat holen, von Leuten die einfach Ahnung davon haben, was sie machen, und das tun wir dann auch. Aber generell haben wir vollstes Vetorecht.

Bist du lieber im Studio oder auf Tour?

Jens: Eigentlich lieber auf Tour. Aber das ist unterschiedlich. Wahrscheinlich denk ich mir am Ende von der Tour: "Ach, jetzt wäre ich aber lieber zu Hause gemütlich im Studio und hätte die Rumreiserei und so weiter nicht." Aber grundsätzlich bin ich schon lieber auf Tour, das macht einfach mehr Spaß.

Wie seht ihr eure Entwicklung von euren Anfängen bis heute? Findet ihr, ihr seid erwachsener geworden?

Jens: Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja angefangen mit 14 und unsere ersten Songs haben wir mit 15 geschrieben, und das wäre schon traurig, wenn die heute noch genauso klingen würden. Aber wir haben das nicht erzwungen oder uns gesagt "Wir müssen uns jetzt weiterentwickeln!" Ich denke, das kam ganz natürlich, weil erst mal jeder an dem Instrument, das er spielt besser werden will, und weil man als Band bessere Songs schreiben möchte und im Songwritingprozess mit den Songs wachsen möchte. Wir sind nach jeder Platte eigentlich immer sehr kritisch an die Sache rangegangen und haben uns überlegt, was man beim nächsten mal besser machen kann. Und wenn es wieder Zeit ist, neue Songs für eine Platte zu schreiben, ist ja auch immer eine Tour dazwischen. Das heißt, man ist wieder besser aufeinander eingespielt und dann fließt das eigentlich. Das ist ein natürlicher Prozess.


Udo Dirkschneider hat kürzlich über euch gesagt: "Das ist eine Band, wo ich mir vorstellen könnte, dass, wenn sie nicht den falschen Leuten in die Hände fällt, eine gute und internationale Karriere machen könnte." Inwiefern glaubst du, dass das möglich ist, wenn man einmal Helloween oder Accept in den 80ern als Maßstab nimmt?

Jens: Ich hoffe es natürlich, und wir arbeiten daran. Aber letztendlich liegt das nicht in unserer Hand. Was wir dazu beitragen können, ist, unser Bestes zu geben, im Studio oder auf der Bühne und dann können wir nur hoffen, dass es den Leuten gefällt. Wobei die 80er noch eine andere Zeit waren. Da gab es noch nicht so eine Flut von Veröffentlichungen. Heute ist das alles um einiges vielseitiger. Es gibt ungefähr tausendmal mehr Bands, aber nicht unbedingt mehr Fans. Deswegen verteilt sich das alles so ein bisschen.
Natürlich wäre es schon schön, mal ein Monsters of Rock oder so zu spielen. Wir spielen dieses Jahr zumindest schon Rock am Ring, das ist ja auch nicht schlecht. Wie werden dran arbeiten, aber letzten Endes entscheiden die Fans, ob sie es gut finden oder nicht.

In wie weit helfen euch Auftritte wie zum Beispiel bei der "McDonalds Chartshow" da weiter? Meinst du, dass euch solche Auftritte werbe- und verkaufstechnisch viel bringen?

Jens: Ob das wirklich viel bringt, das weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall eine geniale Plattform. Bands wie wir passieren auf dieser Medienebene überhaupt nicht, wo diese ganzen Popsternchen rumrennen, und insofern haben wir das auch als Chance gesehen mal zu sagen: Hey, es gibt auch noch was anderes, als Superstar und "Haste-nicht-gesehen". Und solange man sich da nicht irgendwie verkleiden oder verstellen muss war das für uns völlig Ok.
Es ist auf jeden Fall ein Erfolg. Wenn da eine Million Zuschauer sind und vielleicht 1000 Kiddies kommen dann irgendwie durch uns in diese Art von Musik rein und interessieren sich dann auch für weitere Metal-Bands, dann ist das natürlich ein Erfolg. Und wie gesagt, so eine Plattform bekommt man selten geboten, dass man die Chance hat, sich im Fernsehen vor einer Million Leute zu präsentieren. Da sagt man natürlich auch nicht nein.

Macht ihr Euch eigentlich Gedanken um Euer Image als Teenie-Band?

Jens: Nein. Das ist doch irgendwie geil, wenn vielleicht 3000 Frauen im Publikum stehen. Wie ich vorher schon gesagt habe: es ist halt wichtig, dass wir uns nicht verbiegen müssen. Wir würden jetzt nicht, um bei den kleinen Mädels besser anzukommen, andere Klamotten anziehen und anfangen, nur noch Balladen zu spielen, das ist nun mal nicht unser Ding. Aber wenn wir unseren Stiefel durchziehen, wie wir ihn die letzten 12 Jahre durchgezogen haben, und es gibt plötzlich jüngere Leute oder jüngere Mädchen, Teenies, wen auch immer, die sich für diese Musik interessieren, dann find ich das doch toll! Da hab ich kein Problem damit. Ich bin doch kein Rassist, dass nur gewisse Leute auf unser Konzert gehen dürfen und andere nicht. Es sollen alle unsere Musik gut finden, und wer sie nicht gut findet, kann zu Hause bleiben.

Welche Vorteile habt ihr bei Nuclear Blast, die ihr bei AFM nicht hattet?

Jens: Nach unserer Liveplatte war der Vertrag mit AFM erfüllt und eigentlich alle Labels, die Metalbands veröffentlichen standen bei uns auf der Matte, haben angeklopft, haben angefragt und haben Angebote gemacht. Wir haben uns insgesamt ein ganzes Jahr Zeit genommen, wo wir wirklich rumgereist sind, zu den Labels, uns die Firmen angeguckt haben, uns mit den Leuten unterhalten haben und diese berühmten Geschäftsmeetings gehabt haben und all den ganzen Kram, um letztendlich wirklich die richtige Entscheidung zu treffen. Und so hatten wir letzten Endes bei Nuclear Blast einfach auch das beste Bauchgefühl. Gegenüber AFM hat Nuclear Blast in manchen Territorien ganz klar bessere Vertriebswege. Zum Beispiel haben sie Büros in Südamerika und Nordamerika und insofern können sie bei so Märkten auch schneller reagieren, das ist ganz logisch. Das ist jetzt nicht abwertend für AFM gemeint, denn wir waren mit dem Label auch sehr zufrieden. Aber es war einfach an der Zeit einmal einen Wechsel zu versuchen und ins kalte Wasser zu springen. Und im Nachhinein sind wir bis jetzt damit auch sehr zufrieden. Es funktioniert alles, es gibt keinen Ärger, wir haben auch alle Mitspracherecht. Wir können uns nicht beschweren, alles läuft gut!

Was hättest du gemacht, wenn du kein Musiker geworden wärst, welchen Beruf könntest du dir noch vorstellen?

Jens: Ich weiß es nicht... Ich wäre wahrscheinlich Sportler geworden. Ich habe früher, bevor ich angefangen habe, Musik zu machen, viel Leistungssport gemacht, Fußball, Tischtennis und Leichtathletik. Ich hatte ungefähr sechs Tage in der Woche Training. Das hat dann einfach nachgelassen, als ich angefangen habe, Musik zu machen, denn das Sportlersein bedeutete für mich zuviel Disziplin. Als dann ein Trainer im Trainingslager ankam und meinte, "Wen ich beim Colatrinken erwische, der kann gehen, denn das ist ungesund!", da hab ich dann irgendwann gedacht: "Da ist doch Rock ?n? Roll viel cooler!"
Ansonsten habe ich keine Ahnung, vielleicht wäre ich Altenpfleger geworden, ich weiß es nicht. Oder Langzeitstudent, irgend so etwas.

Wie lange hattest du eigentlich Unterricht auf der Gitarre?

Jens: Angefangen habe ich ungefähr mit sieben, auf der Akustikgitarre. Das habe ich dann ein halbes Jahr gemacht. Danach stand meine Akustikgitarre für vier Jahre erst mal in der Ecke, weil ich das stinklangweilig fand, so Noten und Skalen, das war überhaupt nicht mein Ding. Wirklich wieder angefangen habe ich dann so mit ungefähr 13 Jahren, als ich mir dann eine E-Gitarre kaufen durfte. Da hat man sich dann auch dafür interessiert. Ein Jahr später hab ich Tobi kennengelernt und noch ein paar Monate später hatten wir eine Band. Da hatte man eine Perspektive gehabt, wofür man sich hinsetzt und übt. Zu der Zeit hatte ich so drei bis vier Jahre Unterricht, bis mein Lehrer gesagt hat, dass ich von der Theorie her für meine Musikrichtung wüsste, wie es geht, und ob ich es dann übe und umsetzen kann, das würde alleine bei mir liegen. Ich war nie der Freund vom wirklichen Üben, das heißt Skalen brettern und ähnliches, das fand ich immer zu langweilig. Ich hab lieber eine CD reingeschmissen und versucht, die Lieder mitzuspielen. Das hat viel mehr Spaß gemacht!


Was war der größte und was der schrecklichste Moment deiner bisherigen Karriere?

Jens: Was sicher schön war, war zum Beispiel Wacken 2002, als wir Samstagabend vor Blind Guardian gespielt haben, das war schon ein heißes Gefühl: 30.000 Leute vor dir, und alle strecken die Arme in die Luft, da bekommt man eine Gänsehaut.
Und der schrecklichste Moment: Wir hatten auf der letzten Tour einen Unfall mit dem Bus, also nicht direkt mit dem Bus selbst, aber der Anhänger ist abgerissen. Kein Seitenstreifen, ein dunkler Anhänger ohne Beleuchtung, auf einer zweispurigen Autobahn und hinter uns haben die Reifen gequietscht. Wir standen da mit Taschenlampen um den Autos Signale zu geben. Da hätte es ein paar mal echt fast gekracht. Da ging mir schon die Muffe, das war schon heftig.

Der letzte Tourtermin ist ja im Moment der im September in den USA. Wisst ihr schon, was ihr nach der Tour macht? Habt ihr schon Pläne?

Jens: Nein erst einmal nicht. Erst einmal muss man die Tour durchstehen und sich auf das konzentrieren, was man im Moment macht. Danach werden wir weitersehen, ob dann im Jahr darauf noch Festivals kommen. Dann werden wir uns sicher mal wieder im Proberaum treffen und anfangen, wieder Ideen zu sammeln. Aber so genaue Gedanken machen wir uns da noch gar nicht. Man weiß nie, was in einem halben Jahr passiert.

Macht einer von euch zur Zeit noch Nebenprojekte?

Jens: Im Moment macht Eggi ja noch Taraxacum nebenher. Das ist das einzige. Ansonsten haben wir eigentlich momentan auch alle genug mit Edguy zu tun. Insofern bleibt da gar nicht so viel Zeit. Oberste Priorität hat die Band, sonst würde das auch gar nicht funktionieren, wenn nicht alle an einem Strang ziehen würden.

Was ist deine persönliche Lieblingsband zur Zeit und überhaupt?

Jens: Nach wie vor finde ich, dass die "Operation Mindcrime" von Queensrÿche ein Meisterwerk ist. Ansonsten ist meine Lieblingsband generell Iron Maiden.

Hast du zum Schluss noch einen Tipp für junge Metal-Bands?

Jens: Das machen worauf man Bock hat und sich nicht zuviel reinreden lassen! Und am Ball bleiben, mehr kann man nicht sagen. Letztendlich entscheidet das Glück!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Jonas



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword