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Konzerte Festivals


Party.San Open Air 2004

Bad Berka, 12. - 14.08.2004



Neben den teils gutklassig aber auch mit vielen schon häufig gesehenen Bands besetzten großen Festivals der Sommersaison war das Party.San Open dieses Jahr ein gute Alternative, da gerade in Sachen Death Metal ein ausgesprochen interessantes Programm zusammengestellt wurde. Am Donnerstag Nachmittag am Weimarer Bahnhof angekommen verzichteten wir auf den komplizierten Bustransfer ins benachbarte Bad Berka und schnappten uns ein Taxi, um rechtzeitig zum Festivalstart mit von der Partie zu sein. Die richtige Entscheidung für einen spaßigen Auftakt, denn unser ca. 50jähriger Chaffeur mit seinem exakt gezwirbelten Schnurrbart interessiert sich brennend dafür, was auf den Wiesen über Bad Berka an diesem Wochenende so abgeht und stiess erst mal ein hallendes "Das ist ja geil hier!" aus, als wir dann am Gelände angekommen waren und er uns per Handschlag verabschiedete. Recht hat er, denn der Schauplatz des Party.San ist landschaftlich wirklich sehr schön gelegen, umgeben von riesigen Kornfeldern und mit einem Weitblick in alle Richtungen ausgestattet. Was sehr praktisch sein kann, um schon einige Minuten zuvor von dem nahenden Regen gewarnt zu werden, wie wir noch feststellen sollten... Aber nun ab zur Zeltbühne auf der am heutigen Abend die ersten 4 Bands das Festival einleiten sollten.
(Volker)

Jo jo, viel war los auf dem diesjährigen Party.San und ganz konnte sich das familiäre Feeling der letzten Jahre nicht auf dieses Mal herüberretten. Aber das ändert trotzden kein bisschen daran, dass das Party.San an Fan-Nähe und Aufrichtigkeit über jeden Zweifel erhaben ist. Auch das Billing dieses Jahr liess das Herz eines jeden Hartwurst-Gourmets ein paar Takte schneller holpern und Skandinavien-Fetischisten dürften in Bad Berka ihr jährlich wiederkehrendes Woodstock gefunden haben.
(Alf)




Hell is here? Sheep is here!



Donnerstag, 12.08.2004


Suffering Souls
Die Thüringer Band Suffering Souls hatte die Ehre das diesjährige Party.San am Donnerstag Abend auf der Tentstage zu eröffnen. Zum Glück aller fand der gesamte Abend in dem Zelt statt, denn der Himmel öffnete ohne Erbarmen seine Pforten und versenkte einigen Fans ihre tragbare Unterkunft aus Stoff. Die seit 1998 agierende Band hatte so zu sagen ein Heimspiel und bot allen bereits Anwesenden eine Portion Death Metal mit skandinavischem Einfluss, der zwischen Highspeed und Midtempo variierte. Suffering Souls hatten es als Opener des Festivals nicht wirklich einfach, doch die Fans dankten es durch regen Zuspruch und ordentliches Headbangen. Nach 45 Minuten war dann Schluss. (Alex)


Golem
Im Anschluss boten dann die Berliner von Golem ihr Bestes. Seit der Veröffentlichung ihres Zweitwerks "The 2nd Moon" im Jahr 1999 war ich sehr neugierig darauf, wie die Band ihren technischen Death Metal live umsetzen kann. Und wie sich das Warten gelohnt hat! Die Musik, die Golem dem Publikum um die Ohren blies, benötigt schon eine gewisse Soundqualität und die war auch zur Freude aller gegeben. Die Anwesenden, übrigens von der ersten Minute an überwiegend begeistert, bekamen Songs von allen drei Veröffentlichungen der Band zu hören, wobei sich das Hauptaugenmerk auf die letzten beiden Alben "The 2nd Moon" und "Dreamweaver" konzentrierte. Bereits der Opener des Sets "Al-Ghanor" mit den recht beeindruckenden Drum Parts, die Schlagzeuger Eric Krebs gut umsetzte, war absolut hörenswert. Im Anschluss gab es mit "Throne Of Confinements" vom ersten Album eine Zeitreise in die Geschichte Golems. Nachdem noch "Starchild", "Tomb" und drei weitere Songs durch das Zelt geblasen wurden, rundete das mir vom neuen Album am besten hängen gebliebene "Diaspora" einen klasse Set ab. Respekt! Hoffentlich bietet sich mir mal wieder die Gelegenheit Golem live zu sehen. Ob die nachfolgende Band auf diese Leistung noch einen draufsetzen kann? (Alex)


Disfear
Das Leben ist voller seltsamer Zufälle... Noch vor Golem meinte ich zu Alex, dass Wolfpack als Pausenbeschallung zur Vorbereitung für Disfear geil wären und prompt schallten die Crust-Schweden durch die Boxen, sobald Golem ihren Gig beendet hatten. Die Zeit des hohen Anspruchs war als vorbei, nun gab es ordentlichen einen auf die Glocke. Und wie, denn sobald Disfear die Bühne geentert hatten, brach das heftigste Crustcore-Gewitter los, dass ich jemals live erleben durfte. Tomppa Lindberg röhrte irrsinniger denn je ins Mikro und seine Sidekicks im geflegten Schweinerock-Look bretterten fast schon provozierend lässig einen Hammer nach dem anderen herunter. Das endlos geile "An arrogant Breed" war so nur einer von gut 20 Volltreffern mit derber Motörhead-Schlagseite, das Energielevel wurde konstant im Unermesslichen gehalten und die knisternde Atmosphäre dieses Gigs war regelrecht in der Luft zu spüren.
"Ladies and Gentlemen, enjoy!": Diese Ansage gehört wohl schon zwanghaft zum Standartrepertoire bei Herrn Lindberg und so war sie an diesem Abend wahrscheinlich schlappe fünfzehn Mal zu hören. Macht aber nix, denn das ist bei den vielen anderen Lindberg-Bands genauso und sobald der nächste Song losging war sowieso klar, wo seine Bühnenqualitäten liegen. Disfear brachten das Publikum jedenfalls 45 Minuten lang zum Ausrasten und alles andere wäre auch eine Beleidigung für die Band an diesem Abend gewesen.
Gentlemen, we've really enjoyed it! (Volker)


Purgatory
Nach diesem Inferno konnte eigentlich nicht mehr viel kommen, aber mit den deutschen Death Metallern Purgatory stand für heute noch eine finale Band auf dem Billing. Nach kurzer Umbaupause entert die Band umhüllt von bedrohlich rotem Licht die Bühne, Frontmann Sick kreischt "Lasst uns den Teufel ficken!" und ab geht's... Souverän gespielter Brutalo Death im Stile von Deicide, vorzugsweise geblastet, gewiss nichts Neues, aber der richtige Sound um das Party.San Publikum nach Mitternacht noch einmal zum Bangen zu bringen. Und allemal eine leidenschaftliche Show. Gerade die Songs des neuen Albums "Luciferianism" kamen gut herüber und rechtfertigten die weitgehend positiven Kritiken, die die Band dafür einfahren konnte.
Nach dem uns jedoch zu Ohren gekommen war, dass bei der weiterhin tobenden Sintflut bereits einige Zelte abgesoffen waren, machten wir uns gegen Mitte des Gigs auf den Weg zum Campinggelände, um das sehr realistisch an unserem Exemplar nachvollziehen zu können. Nun ja, nachts ein Zelt trockenzulegen ist auch mal ne Erfahrung und dank der sonnigen Phasen am nächsten Tag waren trieften irgendwann auch die Klamotten nicht mehr. (Volker)


Freitag, 13.08.2004





Threatening Skies...


Sinners Bleed
Der zweiten Tag nach einer recht nassen Nacht begann pünktlich um 14:45 Uhr mit der Berliner Band Sinners Bleed, die die Aufgabe hatte, dem Publikum mit ihrem Death Metal den letzten Schlaf aus den Augen zu pusten. Die Musik lässt sich wohl am ehesten mit Cryptopsy meets Death vergleichen und hätte als Opener an diesem Freitag nicht geeigneter sein können (Na ja, ein wenig stumpf kamen sie schon herüber ? Volker). Schade, dass sich nicht all zu viele Personen vor der Bühne versammelten. Diejeningen, die es taten, wurden jedenfalls mit ordentlichem Death Metal belohnt. (Alex)


Negator
Nach der Portion heftigen Death Metals war nun die Zeit für die erste Black Metal Band des Festivals angebrochen. Und zumindest meiner Meinung nach waren Negator auch die besten Vertreter ihres Genres auf dem Party.San, denn was die Hamburger bei ungewohnt prallem Sonnenschein in die Menge böllerten war schon aller Ehren wert. Das Grundfundament bildet klirrende Raserei aus der Anfangszeit der zweiten Black Metal Welle, doch Negator begnügen sich nicht damit, alles in Grund und Boden zu trümmern, sondern schaffen es bei aller Liebe zur alten Schule immer mal wieder etwas Abwechslung in die Sache zu bringen. Keine Ahnung, wie der Song hiess, der mit seinem akustischen Zwischenpart an "Blashyrk" von Immortal erinnerte, aber fest steht, dass er einer der Höhepunkte des Sets darstellte. Den Schwerpunkt der Show bildeten natürlich Songs vom Debut-Album "Old Black" und Vollbedienungen wie "Der Infanterist" boten alles, was man sich als Fan des gepflegten Extrem Metals am frühen Nachmittag so wünschen kann. Weiter so! (Volker)


Fleshcrawl
Mal wieder Fleshcrawl ist man schon verleitet zu sagen, denn die süddeutschen Death Metaller beackern bekanntlich unaufhörlich die Bühnen des Landes und waren in den letzten Jahren so einige Male als Support von bekannteren Acts in Europa unterwegs. Der Schritt heraus aus der zweiten Reihe ist der Band allerdings auch ihrem mittlerweile siebten Album "Made of Flesh" nicht wirklich näher gekommen. Dabei ist an dem heftigen Schweden-Death von Fleshcrawl ebenso wenig etwas aufzusetzen wie an den agilen Liveshows, aber die Band scheint zu ihrer Existenz im oberen Mittelmaß geradezu verdammt. Denn um das zu verlassen, müssten Fleshcrawl etwas haben, dass den Eindruck verdrängen kann, jeden einzelnen Song und jedes einzelne Riff schon gut genug zu kennen. Hunderprozentiges aus Schweden gab es also auch auf dem Party.San zu hören und der Platz vor der Bühne hatte sich schon ganz ordentlich gefüllt. So wurde also dies- und jenseits des Fotograbens kräftig gebangt, auch wenn sich hünenhafte Gitarrist Mike Hanus doch eher ein wenig zurückhielt, um dafür sein schönstes Zahnpasta-Grinsen zu präsentieren. (Volker)

Haemorrhage
Da mir bisher nur der Ruf von Haemorrhage bekannt war und ich Spaniern immer nur gute Erfahrungen gemacht habe, war ich doch ziemlich auf diese Splattercore Band mit ihrem schön makaberen Humor gespannt. Am auffallendsten ist wohl unangefochten Sänger Lugubrious (zu deutsch: bedrückt, traurig, gerührt), der neben seinem gut trainiertem Gesangsorgan auch eine unterhaltsame Bühnenshow darbot. Mit seinem mit Kunstblut verschmiertem Kopf und Oberkörper sowie Utensilien wie z.B. einem Messer, mit dem er tat als ob er sich die Adern aufschlitzen wollte, einem blutigen Plastikarm, eine Maske und einem Gehirn im Einmachglas, in welches er biss und dann Kopfschmerzen andeutete und überhaupt den ganzen Set lang wie ein Bekloppter über die Bühne stampfte zeigte er seine schauspielerischen Leistungen. Dazu kamen noch die kultigen englischen Ansagen mit starkem spanischem Akzent ("Germany, good people!") vor jedem Song (Der Kerl war echt der pure Wahnsinn, allein der abgedrehte Tanz mit seinem über alles geliebten Plastikhirn hinter dem Drummer hatte höchsten Unterhaltungswert ? Volker). Die Setlist bot ein breites Spektrum der Bandgeschichte und enthielt überdies auch eine Coverversion von Carcass. Der gesamte Gig war ein angenehmes (sofern man Blut für angenehm hält) und unterhaltsames (sofern man Morbidität für unterhaltsam hält) 45minütiges Vergnügen. Ohne Lugrubrious wäre es jedoch nicht zwingend sehenswert gewesen. Hochachtung jedenfalls an die Band aus Madrid für ihren Idealismus und ihren für viele provozierenden Humor. (Alex)


Pungent Stench
Von einem beschissenen Terminplan dazu verdammt erst Freitag Abend aufzukreuzen, ist österreichischer Schmuddel-Tod das erste Kracherlebnis, das mir die metallischen Götter vergönnen. Ich jedenfalls gönne mir ein Entspannungsbier und lasse die Luftgitarre eingepackt, zu oft hab ich Pungent Stench in letzter Zeit live gesehen. Sie machen Ihre Sache gewohnt souverän und verwöhnen die lechzende Old-School Gemeinde mit einem All-Time-Favourite Billing, das von "For god your soul / for me your flesh" über "Shrunken and mummified bitch" zu "True life" reicht und mit dem "Deadly Medley" einen ausgewogenen Rundflug über das Polter-Grind-Repertoire alter Tage veranstaltet. Von "Masters of Moral" gibt?s nur das obligatorische "Viva il Vaticano" und mit dem kommenden Album "Ampeauty" wird man schon gar nicht behelligt. Aber der grundsolide Auf-die-Fresse-Gig scheint der Mattenschüttlerfraktion auch wesentlich mehr Spaß zu machen als ein andächtiges Lauschen bisher unveröffentlichter Stench-Künste. Und mir geht?s genau so. Wozu gibt?s denn Kopfhörer? Fazit: Eine recht abgenutzte Playlist aber ein toller Sound und sichtbare Spielfreude. Solide. (Alf)

Zyklon
Den Auftritt der Norweger hatte ich mit großer Spannung erwartet, denn so einige Fragen waren zu beantworten. Können die früheren Emperor-Musiker Samoth, Trym und ihre Kollegen ihr komplexes Songmaterial umsetzen? Kommt etwas halbwegs differenziertes dabei heraus oder versinken die Stücke in dem häufig bestenfalls mittelmäßigen Sound der Festivalbühne.
Drei Songs lang waren noch Zweifel angebracht, denn solange dauerte es, bis der Sound richtig eingepegelt war, aber von da übertrafen Zyklon alle Erwartungen. In einer eingespielten Truppe bot Secthdamon (auch als Drummer von Myrkskog aktiv) eine sehr gute Vorstellung als Sänger, der in der glücklichen Lage war, dem Publikum einen Hammer nach dem anderen anzukündigen. "Hammer Revelation" z.B., der Opener des Debuts "World ov Worms" funktionierte live prächtig und auch "Worm World" und "Battle between Gods" sorgten für Begeisterung. Zyklon haben mittlerweile eine hervorragende Besetzung zusammen, von deren erstem Studio-Zusammenspiel "Aeon" neben "Two Thousand Years" vor allem "Subtle Manipulation" und "Psyklon Aeon" restlos überzeugen konnten. Auf Konserve mögen Zyklon noch nicht zu den Allergrößten gehören, aber das hier war wirklich erstklassig! So waren Zyklon auch für einige, die die Band bisher kaum kannten, ein Highlight des Festivals, und ein größeres Kompliment kann man der Band wohl kaum machen. (Volker)


Dismember
Nach einem Rückzug meinerseits zwecks nahrungstechnischer Batterieauffrischung geht?s dann vor zur Bühne. Sie kommen... Vooooooorfreude! Schmuddel-Tod die zweite: Dismember. Tja, aber wie das mit der Vorfreude eben so ist, sie ist das schönste an der ganzen Sache. Es schmerzt mich bis in die letzte Faser meines Selbst das hier zu schreiben: aber Dismember haben wahrlich bessere Tage gesehen... und dementsprechend will der Funke auf mich nicht so recht überspringen. Gut, der matschige Gitarrensound von Dismember ist ja fast schon ein Wahrzeichen, aber irgendwie machen die Jungs an dem Abend den Eindruck nicht so recht bei der Sache zu sein. Das mag wohl auch an Sänger Matti liegen, dem die weitschweifige Weisheit eines Mannes aus den Augen sprudelt, der sich ausgiebigst in die mythischen Tiefen eines Bierfasses versenkt hat (Oder anders ausgedrückt: Der gute Herr hatte schwerste Mühe sich mit seinen gelallten Ansagen verständlich zu machen und fiel beim abschliessenden "Dreaming in Red" mit einem lauten Schlag zu Boden, um von da aus weiterzugrunzen ? Volker). Da is ja auch nix dran auszusetzen (und man kennt ja das Sprichwort: "wer im Glashaus sitzt...."), aber "Skin her alive" hört sich im Vergleich zur LP-Version an wie ein Kinderlied, das man durch fünf Verzerrer gejagt hat. Where is the aggression my friends? Trotzdem und ungeachtet des Regens bleiben wir pflichtschuldig stehen und klatschen uns gegenseitig die nasse Haarpracht in die Fresse... Drei Minus, meine Freunde! Das nächste mal bitte wieder mehr Feuer unterm Arsch! Sonst gibt?s so lange GZSZ-Dauerberieselungsfolter bis der Kessel wieder ordentlich dampft! (Alf)


Unleashed
Deutlich in meiner Begeisterung gebremst erwarte ich das nächste Schweden-Flagschiff, aber auch diesmal täusche ich mich. DAS hätte ich Unleashed dann doch wieder nicht zugetraut! Sind wir mal ehrlich, das letzte Album stolpert der Qualität seiner Vorgänger derartig bemittleidenswert hinterher wie ein Einbeiniger einem Olympia-Sprinter. Klar spielt der rentnermäßige "Früher war alles besser!"-Faktor bei dieser Einschätzung keine unbedeutende Rolle, aber Songs wie "Mrs. Minister" kann man doch einfach nicht ernst nehmen!
Aber zur Sache. Wie ne Bande ausgebrannter Alt-Todes-Schweden sehen die Jungs nämlich gar nicht aus! Holla. Auf die Fresse-Repertoire die Zweite! Unleashed grasen sämtliche Alben ab und kitzeln mit einem phänomenalen Feingespür fette Sound-Beute hervor, die mir eine nostalgische Gänsehauteruption nach der anderen verursacht. Klirrende "Where no life dwells" Kälte wird von glühendem "Never ending Hate" aufgemischt und hinterlässt ein begeistert stöhnendes Schlachtfeld voller "Victims of War", das sich (auf dem Weg nach Asgard) keine Sorgen macht, denn wir alle wissen, dass wir "Immortals" sind. Und zum wiederholten Male haut mich die Begeisterung aus den Latschen, wie brutal und vor allem originell derartig einfach gestrickter Death-Metal sein kann, wie ihn Unleashed zusammenbrauen. Johnny hat das Publikum in der Hand und bringt uns auch zum x-ten Male wieder dazu lauthals den Death Metal Victory zu verkünden ? und dabei sieht er aus wie ein kleiner Junge vorm vollgepackten Weihnachtsbaum. Fast fühlt man sich wieder wie der 18jährige Bursche, der zum ersten mal in "die Fremde" gefahren ist, um im kultigen Ratskeller eines der denkwürdigsten Konzerte in die Biographie gestanzt zu bekommen....
Und gerade als sich die Ausdauer der ausflippenden Death-Metal Gemeinde dem Ende neigt, ruft uns das schwergewichtige Sangesunikat zum Gedenken an die verstorbenen Dunkelkunst-Pioniere Chuck Schuldiner und Quorthon auf. Ein überwältigtes, emotionales Feeling legt sich über Bad Berka. Doch weil es nicht der Natur von uns Death Metallern liegt, schweigend Respekt zu zollen, geben uns Unleashed mit dem Death Cover "Evil Dead" dann doch die Möglichkeit Evil Chucks Erbe in würdig wilder Art abzufeiern...
Viel zu bald stolzieren Unleashed wieder von der Bühne... Enttäuschung macht sich breit, aber diese ist nur von kurzer Dauer, denn noch zweimal lassen sich Asgards Donnergötter von uns auf die Bühne brüllen, ehe dann endgültig der Vorhang fällt. Jedenfalls haben Unleashed mit diesem Gig den zynischen Metalfan in mir begraben, der hinter ihrer Reunion (wenn man es denn überhaupt so nennen kann), nur kommerzielle Motive vermutet hat. Und so ist der 18-jährige Jungspund in mir den restlichen Abend über den Zeltplatz geflippt um "Death Metal Victory!" brüllend und bierkelchschwenkend einer der großartigsten Death Metal Bands aller Zeiten zu huldigen... (Alf)



Samstag, 14.08.2004


Gorerotted
Als besonderer Freund britischer Musik war ich auf Gorerotted gespannt. Bis zu diesem Samstag, an dem die Band den letzten Festivaltag eröffnete, kannte ich nur ihren Namen. Die Londoner Band, die seit 1997 die Welt belästigt, und sich als obszönste und extremste Band des Vereinigten Königreichs bezeichnet, spielt eine derbe Variante aus Grind- und Crustcore. Bereits ihr öffentliches Benehmen am Vortag ließ einiges erwarten. Gorerotted kotzten sich zur frühen Stunde aus und hatten wohl die Absicht Thüringen in Grund und Boden zu trümmern. Ich gebe zu, keinen blassen Schimmer zu haben welche Lieder die Band an diesem Tag spielte, doch Songs in der Mottenkiste wie "Zombie Graveyard Rape Bonanza", "Hacked In The Back And Dumped In A Sack", "Stab Me Till I Cum", usw. zeigen einen derben britischen und makaberen Humor mit Cannibal Corpse Einschlag. Wie bereits am Vortag eine Band, die den Besuchern mächtig Guten Morgen sagte. Der Auftritt war unterhaltsam, jedoch nicht unbedingt sehenswert. (Alex)


Incapacity
Zum Glück hatten die Londoner Grind-Hooligans die Bühne nicht komplett in Schutt und Asche gelegt, so dass nach der wie immer pünktlich beendeten Umbaupause mal wieder Zeit für klassischen Elchtod war. Nun ja, ein gewisser Thrash-Einschlag kommt bei Incapacity schon hinzu, aber das ändert nichts daran, dass die Schweden weitgehend traditionelle und wohlbekannte Kost servieren. Uptempo regierte, ein schöner Stampfryhtmus war auch mal drin und Frontmann Axelsson brüllte sich routiniert durch den Gig. Zum gepflegten Mähneschütteln (was bei Gorerotted sicherlich zu einem mittelschweren Schädeltrauma geführt hätte...) eignete sich der Sound allemal, aber allzu viel blieb ehrlich gesagt auch nicht hängen. Und so war es, wie Kollege Dennis schon im Review zum aktuellen Album "9th Order Extinct" geschrieben hat: Nicht essentiell, aber ordentlich. (Volker)

The Duskfall
Voooooooorfreude die Zweite! Was bin ich gespannt auf die Live-Qualitäten des Gates of Ishtar Ablegers! Tja. Aber zum zweiten mal bleibt mir nichts anderes übrig als den "Mittelmaß" Stempel auszupacken. Unbeweglich wie Kerzen stehen The Duskfall auf der Bühne und versprühen den Elan einer verunsicherten Jung-Metal-Band, die man frisch aus dem Proberaum gelassen hat. Sicher können sie ihr Zeug spielen, aber das wars auch schon. Von Energie keine Spur und der Sänger taut nur ab und zu mal auf, wenn er uns nicht gerade klar macht wo es ihre CD und ihr T-Shirt zu kaufen gibt. Zu allem Ärger ist auch noch der Sound nicht so dolle, sondern sägt mir fast das rechte Ohr ab. Na gut, so beschissen war es nun auch wieder nicht, The Duskfall haben gute Songs im Gepäck und wissen auch wie man sie spielt. Ich hab mir nur viiiieeeel mehr erwartet und muß mich wohl damit abfinden. So einen orgasmischen "bin-ich-gespannt-wie-die-live-sind!" Gig wie ihn Hypnosia (R.I.P) auf dem 6. Party-San hingelegt haben, werde ich wohl nie wieder erleben. (Alf)


Heaven Shall Burn
Eigentlich sollten nun Hatesphere auf der Bühne stehen, aber da Graveworm kurzfristig absagen mussten, wurde mit den Thüringer Metalcore-Helden ein mehr als gleichwertiger Ersatz gefunden. Frontmann Marcus Bischoff klärte die teilweise etwas verwirrten Fans darüber auf und verwies darauf, dass man mit Hatesphere den Platz im Billing getauscht hatte.
Schon nach einigen Songs musste ich mich ärgern, dass ich HSB auf dem letzten Summerbreeze wegen eines letztendlich geplatzten Interviews verpasst hatte, denn die Jenaer klingen nicht nur auf Konserve gut sondern sind vor allem live eine absolute Macht. Obwohl die Band stilistisch nicht wirklich in das sonstige Festival-Programm passte, fuhr sie deutlich mehr als nur Anstandsapplaus ein und sogar der ein oder andere Fan im Graveworm-Shirt schüttelte anerkennend die Mähne. Eine deutliche Ansage an alle Faschisten, sich aus der Metal- und Hardcore-Szene fernzuhalten wurde vom Publikum ebenso mit Jubel aufgenommen, wie das grandios heruntergebretterte "Voice of the Voiceless". HSB stehen für eine mustergültige Kombination aus Hardcore und Metal-Elementen, die von schwedischem Melodic Death bis hin zu aggressivem Thrash reichen und kommen damit offenbar auch in der Metal-Szene bestens an. Das brachiale "Harvest the Storm" und "Bleeding to Death" vom neuen Album "Antigone" beendeten einen Gig, der immer mehr einem Triumphzug glich. Solche "Ersatzbands" sollte es jedenfalls öfter geben, denn HSB machten mehr als eindrucksvoll deutlich, warum sie mittlerweile wohl die führende Metalcore-Formation in Europa sind. Aus dem nichts zu einer der mitreissendsten Bands des Festivals, Respekt! (Volker)


Hatesphere
Hatesphere fahren da schon ein anderes Kaliber als The Duskfall, aber trotz aller Spielfreude können sie an die energiegeladenen Show von Heaven Shall Burn nicht ganz ran reichen. Macht nix, auch so pumpen die Dänen ein ordentliches Pfund in die Hörerschaft, wenn der Set auch ein wenig einseitig ist. Es gibt viel Material von ihrem aktuellsten Album "Ballet of the Brute", wenig vom Vorgänger "Bloodred hatred" und wenn mich nicht alles täuscht fällt ihr Debut völlig unter den Tisch. Ob das geschickt ist, dürfte Geschmackssache sein, aber meiner Meinung nach ist "Ballet of the Brute" deutlich ideen- und identitätsloser als seine beiden Vorgänger und hätte ruhig etwas weniger vertreten sein dürfen. Wenigstens wird von "Bloodred Hatred" die cremigste Song-Sahne abgeschöpft, auch wenn ich mir das eine oder andere Stück noch gewünscht hätte. Aber zum Kater aus der Birne schütteln taugt der Gig allemal, der Sound ist geil, die Songs sind schnell und so bleibt unter dem Strich ein kurzweiliges Vergnügen mit ordentlichem Abreaktions-Faktor. (Alf)

Vomitory
Vomitory kommen aus Schweden und haben sich dem traditionellem skandinavischen Death Metal verschrieben. Allerdings wie ich finde auch mit einigen an Bolt Thrower erinnernden Einflüssen. Ihren Death Metal spielen sie, wie an diesem Abend bewiesen, mit energischer Kraft, Professionalität und Routine und haben bestimmt nicht zu Unrecht einen guten Ruf. Beinahe seltsam, dass sie nach fünf regulären Alben nicht auf den gleichen Zug wie Entombed, Dismember, Unleashed und Konsorten aufspringen konnten. Bei einer Spielzeit von 45 Minuten und überwiegend gutem Sound konnten sie mich aber nicht besonders begeistern, denn ihre Art von Musik kenne ich schon von anderen Bands zu gut. Dass der Funke auf eine Menge anderer Zuschauer übersprang ist allerdings nicht zu leugnen. Vomitory waren jedenfalls sehenswert. (Alex)


Misery Index
Mit Misery Index enterte nun die Band die Bühne, auf die ich mich im Vorfeld am meisten gefreut hatte. Endlich einmal die Band live sehen, deren Album mich 2003 im härtesten Bereich am meisten überzeugt hatte. Frontmann Jason Netherton machte schon mit der Begrüßung "Wir sind Misery Index aus den Scheiß USA" deutlich, dass die Band keinesfalls zur großen Riege der US-Patrioten zu zählen ist, in recht gutem Deutsch übrigens, das er auch bei anderen Songs präsentierte. Von den gelungenen politischen Lyrics war natürlich kein Wort zu verstehen, aber dafür sind auch eher Textblätter als Death Metal Konzerte verantwortlich. Das wirklich beeindruckende war daher wie erhofft die Musik, denn nach dem kurzen Midtempo-Einstieg, ging es 40 Minuten lang in Schallgeschwindigkeit weiter. Und das mit einer auch live beachtlichen Präzision, punktgenauen Breaks und einem entfesselt shoutenden Netherton. Misery Index leben eine exzellente Mischung aus Death, Grind und Crustcore, deren Energie sich bei Songs wie "Retaliate", "The Lies that Bind" und "Demand the Impossible" auch auf die Zuschauer übertrug. Nach Zyklon waren die US-Amerikaner das zweite technische Highlight des Festivals, denn es war schon beeindruckend, mit welcher Selbstverständlichkeit die Musiker auch die frickeligen Highspeed-Parts meisterten. Hoffentlich bald wieder! (Volker)


Ensiferum
Schon der Soundcheck ist erstes Indiz für die glasklare Soundgüte der finnischen Junggnome und die Schlange vor dem Festival Gelände macht deutlich, wie beliebt diese sind! Dann geht?s auch schon mit dem Opener des neuen Albums los und ich kann nur Staunen angesichts der fast-schon-CD-Qualität, die da aus der PA schwebt. Aber die Musikanten selbst hinken dem keinesfalls hinterher und trotz aller Bewegung, mit der sie über die Bretter bohnern, sitzt jedes Solo auf den Punkt. Selbst zu keiner Bewegung mehr fähig, stehe ich wehmütig im hinteren Drittel des Publikums und bin dazu verdammt die Party zu betrachten die da vorne abgeht. Aber, seufz, zugucken ist ja auch ganz nett...
Die Songauswahl jedenfalls pendelt ausgeglichen zwischen dem Erstling und "Iron" hin und her, nur "Old Man" und "Little Dreamer" haben die Finnen untätig auf der Ersatzbank versauern lassen! Schämt Euch! Aber das ist auch schon der einzige Punkt den ich zu bemängeln hätte und der ist ja immerhin äußerst subjektiver Natur. Unter dem Strich bleibt ein charaktervoller Auftritt voller Elan und man kann Ensiferum den sprühenden Ehrgeiz ansehen, sich trotz der einschüchternden, heimatlichen Konkurrenz in der oberen Riege zu platzieren. Tja, wenn die Jungs und das Mädel so weitermachen, können sich die Bodoms-Kinder schonmal warm anziehen, denn es rüttelt jemand an ihrem Thron! Bleibt nur noch abzuwarten mit welchen Leistungen der Ensiferum-Ableger Wintersun die finnische Melodie-Tod-Szene bereichert... Bin gespannt! (Alf)


Grave
Grave zählten wohl niemals zu den herausragendsten Vertretern des schwedischen Death Metals, aber da die Band nun doch bedeutsame Alben wie "Into the Grave" und "Soulless" geschrieben habt, durfte man doch gespannt sein, wie sich die schon vor einiger Zeit wiederauferstandenen Veteranen als Co-Headliner verkaufen. Und da gab es dann auch nichts zu meckern, dann alte Schoten wie "You'll never see" und "Turning Black" klangen frisch und genauso hasserfüllt wie man sich sie eben von Grave wünscht.
Gitarrist Jonas Torndal, der sich am Abend davor in offenbar nicht mehr ganz taufrischem Zustand noch allein damit hervorgetan hatte, den halben Backstage-Bereich mit Nudeln und Besteck zu bewerfen schrubbte in stoischer Ruhe schwedische Edelstahl-Riffs herunter und Ola Lindgren röhrte sich souverän durch die 45 Minuten. Etwas überrepräsentiert war allerdings das aktuelle und nicht mehr ganz so neue Album "Back from the Grave". Songs wie "Receiver" fielen zwar nicht großartig ab, aber gegen einen stärkeren Schwerpunkt auf die alten Klassiker hätte wohl der Großteil des Publikums nichts gehabt. Trotzdem war es ein erwartet gelungener Gig der Schweden. (Volker)

Dark Funeral
Die schwedischen Black Metal-Urviecher sorgten zuerst einmal für den größten optischen Schock des Festivals, denn die Nordmänner sahen aus wie eine übergewichtige Manowar-Coverband, die kollektiv in den Schminktopf gefallen ist. Aber auch davon erholt man sich und Dark Funeral legten erwartet heftig los, um der Meute die Müdigkeit aus den Knochen zu treiben. "Teach your Children to worship Satan" wurde quasi zum Motto der Geisterstunde und sowohl auf als auch vor der Bühne wurde kräftig geworshipt. Nun ja, nachher war jedenfalls von so einigen nur Positives über den Auftritt zu hören, aber Dark Funeral sind nicht meine Welt und daher bleibt der Bericht kurz und schmerzlos. (Volker)


Ein vom Regen geprägtes, aber trotzdem gelungenes Festival war damit beendet (zur Begutachtung von Manos auf der Zeltbühne war nach drei Tagen Krach, Schlamm und Köstritzer leider keiner von uns mehr in der Lage, sie klangen aber vom Camping-Gelände aus wie immer sehr unterhaltsam). Das Party.San bietet jedenfalls trotz seiner heftigen Ausrichtung genug Abwechslung für ein spaßiges Festivalwochenende und organisatorisch können sich hier einige Veranstalter eine Scheibe abschneiden. Faire Preise bei Essen und Getränken, freundliche und keineswegs von Aggressions-Störungen geplagte Security-Leute und ein exakt eingehaltener Zeitplan bieten jedenfalls die besten Voraussetzungen für ein gepflegtes Metal-Treffen. Und nicht zu vergessen, die trotz den weiterhin ansteigenden Zuschauerzahlen wirklich angenehme Atmosphäre. Fürs nächste Jahr sind übrigens bereits Suffocation, Necrophobic und Cirith Gorgor bestätigt.
Ein kleiner Wermutstropfen war aber noch, dass unseren ausgesprochen sympathischen Zeltnachbaren (schöne Grüße nach Nürnberg und Fürth an dieser Stelle!) in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Ghettoblaster inklusive einiger CDs aus dem Zelt geklaut wurde. Jammerschade, dass auch auf solch einem Festival so eine Scheiße passieren muss...
(Volker)

   
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