Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


5033747
Besucher seit 09/2002
Konzerte Festivals


China Runs Blood

Fusion Bar, Shanghai (China), 11.12.2004



"China Runs Blood" hieß es am zweiten Dezemberwochenende 2004 im fernen Shanghai, das für mich für mehrere Monate zum Mittelpunkt meines Lebens geworden war. In etwa vergleichbar mit den X-Mas-Festivals oder auch den No Mercy's hier in Europa, war das Konzert in der Fusion Bar Haltestelle für einen brutalen Tross der chinesischen Metal-Elite, der in diesen Tagen zum Support der gleichnamigen Sampler-Veröffentlichung über Mort Productions durch China zog. Die Fusion Bar liegt in einer kleinen Seitenstraße nahe des Stadtzentrums, und bei meinem Eintreffen hatten sich bei spätsommerlichen Temperaturen bereits eine Reihe der wohl optisch interessantesten Menschen aus der 17-Millionen-Einwohner Metropole vor dem Laden versammelt: Grüne oder pinke Strumpfhosen, kitschige Herzchen auf den Oberteilen oder aufgestickte Teddybären auf der Handtasche - äußerliche Merkmale, für die jeder 16jährige bei uns in der Schule ordentlich Prügel einstecken würde, sind in China selbst in der Metalszene kein Tabu, sondern erfreuen sich weitaus größerer Beliebtheit wie die nur gelegentlich gesichteten Metallica- oder Deicide-T-Shirts. Auffallen ist die Devise in einem Land, in dem jeder Mensch mit schwarzen Haaren und braunen Augen geboren wird und in aller Regel in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Und wenn man sich vor Augen hält, daß ein Landwirt in vielen Regionen Chinas gerade einmal 5 bis 10 Euro im Monat verdient, dann versteht man auch, weshalb es in China bis auf wenige Ausnahmen keine melodischen Metal Bands gibt.




Qiying
Eine dieser Ausnahmen nennt sich Qiying, spielt melodischen, progressiven Metal und gab heute abend, aufgrund seiner stilistischen Ausrichtung zu meiner Überraschung, ein Heimspiel als Opener. Qiying boten über weite Strecken ihrer knapp 30minütigen Spielzeit überzeugendes, nicht zu komplexes Songmaterial, das ein wenig in die Dream Theater-Ecke tendiert und auch die Schwaben Ivanhoe nachhaltig ins Gedächtnis ruft. Versetzt wird dieses mit Pretty Maids-artigen Keyboardeinlagen, die sich immer wieder in den Vordergrund schieben, aber die Songs erfreulicherweise niemals an sich reißen. Auf der Negativseite muß man der Band den Gesang anrechnen, der zwar mit klarem Gesang und Growls bzw. Kreischeinlagen einiges an Abwechslung bietet, jedoch reichlich unsicher wirkt. Macht nichts, eine CD haben Qiying wie fast alle chinesischen Metalbands eh nicht am Start und an diesem Abend machte die Band definitiv Spaß, auch wenn der Großteil der vielleicht 300 anwesenden Fans lediglich an seinem Wasser nippte und ungeduldig darauf wartete, daß endlich die Krach-Fraktion zum Zuge kommen würde. (Dennis)


Lingchi
Schließlich war es soweit, und Lingchi setzten an, um mit ihrem brutalen Death Metal die Köpfe der Anwesenden erstmals richtig durchzupusten. Für nachhaltigen Eindruck konnte die Formation jedoch nicht sorgen. Hierfür war das Gebotene eindeutig zu wenig, denn der sich in dieser Musikrichtung so oft einschleichenden Monotonie können sich auch Lingchi nicht entziehen. Vehemence fallen mir spontan als der Vergleich ein, welcher der Band vielleicht am nächsten kommt, mit vornehmlich hohem Fieps-"Gesang", bei dem man sich unweigerlich fragt, weshalb sich Fans von Bands wie dieser nicht eben selten über die oft hohe Stimmlage von Power Metal Bands ereifern. Ist aber auch nicht so wichtig, ich fand's langweilig, und die Chinesen im Publikum nippten weiter an ihrem Wasser. (Dennis)


Deadly Sins
Als dritte und letzte Band aus Shanghai enterten dann Deadly Sins die Bühne und zeigten gleich, daß man das ganze auch viel besser hinbekommen kann. Drummer sind in China dummerweise Mangelware, aber die ansehnliche Bühnenperformance ließ zumindest heute schnell vergessen, daß die Drumtracks die da aus den Lautsprechern ertönen eigentlich aus der Konserve stammen. Vergleichbar sind Lingchi und Deadly Sins allerdings nur bedingt, denn das tiefe Gegrunze hebt letztere schon deutlich von ihren Vorgängern ab. Aber auch musikalisch-technisch merkt man Deadly Sins mit den gelegentlich herausstechenden, starken Riffs an, daß sie wesentlich mehr auf dem Kasten haben, was vom Publikum umgehend mit einem ansehnlichen Moshpit honoriert wurde. Die tödlichen Sünden (Deadly Sins) haben nicht ganz zu Unrecht einen guten Ruf in Chinas Metalszene und deshalb auch am heutigen Abend leichtes Spiel. Während die Songs immer melodischer wurden und das Set nach einer knappen halben Stunde in ein abschließendes Death Cover mündete, hatten die härtesten der Fans längst ihre T-Shirts abgelegt und feierten wie besessen ihre Helden. (Dennis)


Regicide
Da konnten Regicide aus Peking nicht mithalten. Diese Formation war wohl die brutalste an diesem Abend, was sie jedoch nicht automatisch zur besten werden läßt. Regicide sind vielleicht schon ein wenig mit Lingchi vergleichbar, allerdings weniger gleichförmig und dafür mit mehr Grindcore-Einlagen sowie etwas abwechslungsreicherem Gesang. Das alleine reicht jedoch noch nicht, um den unbarmherzigen, westlichen Kritiker zu überzeugen; daß das Songmaterial selbst zum Großteil lediglich Mittelmaß war, störte im Eifer des Gefechts an diesem Abend jedoch keinen. Nach einer weiteren halben Stunde war auch für Regicide Schluß und bis auf den Drummer wurde die Belegschaft auf der Bühne ein letztes mal gewechselt. (Dennis)


Hades
Denn jetzt war die Zeit für Hades gekommen, die heute Headliner waren und gleichzeitig die wohl älteste Death Metal Band Chinas sind. Da Hades und Regicide aus der gleichen Stadt Chinas kommen teilen sich beide Bands aufgrund des erwähnten Defizits an Felldreschern den Drummer, der sich nun ein wenig umstellen mußte. Hades spielen nämlich groovigen Death Metal, der gelegentlich ein wenig in den Thrash-Bereich abdriftet und zudem auch mit der Leadgitarre ein kleines bißchen Melodie in die Musik mit einbringt. Dieser Sound schien genau das zu sein, was die hungrige Meute vor der Bühne jetzt noch brauchte. Wie ein rohes Stück Fleisch wurde ihnen dieser entgegengeschleudert, und die Zuschauer nahmen ihn dankend auf. Am Ende gab's dann noch ein Cover, irgendwas von Cannibal Corpse, aber nach vier brutalen Bands war meine Kondition sichtlich erschöpft, so daß ich mich nur noch nach einem warmen, völlig überteuerten Bier sehnte (kostete 2 Euro und damit die Hälfte vom Eintrittspreis) und den Weg zur Theke suchte. Da jede Band - in den ersten drei Fällen vermutlich aufgrund des Mangels an Songmaterial - nur eine halbe Stunde spielte, war der ganze Spuk auch nach drei Stunden um 22 Uhr schon wieder vorbei. Spaß gemacht hat es an diesem Abend allen. (Dennis)


Für diejenigen unter Euch, die zufällig mal nach China kommen und Interesse an chinesischem Heavy Metal haben sollten, noch ein kurzes Fazit: Musikalisch würde nicht eine mir bekannte, chinesische Band im Westen aus der Masse der Veröffentlichungen herausragen. Spaß kann man auf den Konzerten dort aber natürlich trotzdem eine Menge haben, so daß ich Euch jederzeit ans Herz legen kann, mal eine chinesische Metalveranstaltung zu besuchen. Es dürfte ein interessantes Erlebnis werden.

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword