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Konzerte Festivals


Headbangers Open Air

Brande-Hörnerkirchen, 12.07.2007 - 14.07.2007



Kult, Kult und noch mehr Kult. Was ist nicht schon alles über das HOA geschrieben worden - nicht zuletzt in diesem Magazin -, doch es ist immer wieder eine wahre Freude, ein paar Tage mit netten Menschen und guter Musik im Norden zu leben. Urlaub auf dem Bauernhof, here we go.



Donnerstag, 12.07.2007


Silver Fist
Sixth Alloy eröffneten das Festival, doch die erste Band, die wir sahen, waren Silver Fist. Was für eine geile Show hatten Silver und seine Gang doch letztes Jahr auf
dem Keep It True geliefert! Die Spanier alleine waren für uns schon Grund
genug, bereits am Donnerstag anzureisen, was ein gutes Dutzend iberischer
Metalfans ähnlich sah, die samt geilem 80er-Outfit in den hohen Norden
gereist waren, um ihre Helden anzufeuern. Silver Fist spielten auch einen
guten und energiegeladenen Gig, konnten ihre erste Performance jedoch nicht
erreichen. Grund war in erster Linie, daß das neuere Material zwar nicht
viel Platz zum meckern läßt, an die alten Muro-Göttergaben kommt es aber
nicht heran, und davon gab es heute gerade mal eine. Zudem kommunizierte
Silver ein wenig ausgiebig auf spanisch mit seinen Landsleuten, da hatte der
Großteil des Publikums nicht soviel von. Im Grunde war der Gig durchaus
ansprechend, aber Silver Fist werden wahrscheinlich immer den Stempel
"Ex-Muro-Sänger" tragen. Wäre schön wenn es einmal zu einer echten Reunion
käme, zumindest ein wenig können wir uns derweil mit dieser Band trösten. (Till)


Intense
Irgendwie ist dieser Tage eine britische Power Metal-Band (trotz DragonForce und Shadow Keep) ein Exot. Vor allem wenn sie noch so amerikanisch (hier speziell Iced Earth) klingt wie Intense. Intensiv war der Gig der Engländer, wo das aktuelle Album klar im Mittelpunkt stand. Wenn es Intense schaffen, noch mehr eigene Identität herauszuarbeiten, dann könnten sie zu den führenden britischen Bands aufschließen. (Fabi)


Grim Reaper
Der alte Herr Grimmett...er kann's immer noch. Singen natürlich, was denn
sonst? Schade eigentlich, daß Grim Reaper immer nur auf "Rock you to hell"
und "See you in hell" reduziert werden, denn sie haben noch eine ganze Ecke
weiterer guter Songs im Gepäck, die heute auch mit einem Eifer, den man
solch alten Säcken nicht unbedingt zutraut, dargeboten wurden.
„Dead on arrival“, „Run for your life“ und manche andere Songs. standen den beiden Hits jedenfalls in nichts nach. Aber natürlich gab's wie gewohnt "Rock you to hell" als Opener und "See you
in hell" zum Abschluß. Spinal Tap-mäßig wurde es erst, als die Band von der
Bühne ging, zur Zugabe wiederkehrte und Grimmett die Fans abstimmen ließ,
welchen Song sie denn noch einmal hören wollten, worauf lautstark das soeben
erst gespielte "See you in hell" gefordert wurde. Kann man nichts machen,
also wurde der Song gleich noch einmal gebracht. War in jedem Fall ein
kurzweiliger Auftritt, wir begrüßen Grim Reaper gerne weiterhin auf
deutschen Bühnen. (Till)


Wolf
Der Rahmen für diesen Gig war ein eher trauriger, markierte er doch den Abschied des langjährigen Bassisten. Selbiger schien den Trennungsschmerz auch mit einigem Hochprozentigem lindern zu wollen. Dies tat aber dem Fakt, dass Wolf eine superprofessionelle Heavy Metal Show ablieferten, keinen Abbruch. Alle vier Alben der Schweden wurden bedacht, auch wenn natürlich das Hauptaugenmerk auf den etwas aktuelleren Sachen lag. Aber da es bekanntlich keine schwachen Wolf-Songs gibt, ist das auch ziemlich Wurst. So dürfte der einzige unglückliche Mensch an diesem Abend der nunmehr sich im Ruhestand befindliche Bassist gewesen sein. (Fabi)



Freitag, 13.07.2007


Eternal Legacy
Die ebenso ehren- wie mühevolle Aufgabe, das eigentliche Festival nach dem Aufwärmabend zu eröffnen, fiel den
Amis von Eternal Legacy zu. Das teilweise arg moderne Outfit ließ zwar große
Befürchtungen aufkommen, aber glücklicherweise wirkt sich das nicht auf die
Akustik aus. In musikalischer Hinsicht war der Auftritt nämlich wirklich
beachtenswert - Eternal Legacy spielen sauberen US Metal der traditionellen
Schule und paßten somit sehr gut auf diese Bühne. Die beiden Vanek-Brüder an
den Äxten, die diese derzeit auch bei Wretch schwingen, bewiesen so manche
absolvierte Übungsstunde und konnten das Publikum gut für die Band
einnehmen. Belustigend hingegen war der gerade mal 14jährige (!) Keyboarder,
der sehr schüchtern auf der Bühne stand, sich kaum traute aufzuschauen und
von seiner Mutter, die als merchandiserin mitgereist war, kräftig aus der
ersten Reihe angefeuert wurde. Metal ist eben doch etwas für die ganze
Familie. (Till)


Kaos
Deutlich der härteren Fraktion zuzurechnen waren Kaos, die wie von der Kette
gelassen loslegten. Das hemmungslose Stageacting beeindruckte mich vom Fleck
weg, musikalisch hingegen war es eine zwiespältige Sache. Der Thrash Metal
der Band hat seine positiven Momente, überwiegend jedoch verharrten Kaos
heute zu oft im Midtempo und neigten sich etwas weit zu moderneren
Groove-Rhythmen hin. Durch die schiere Brachialität hatten sie die
Knüppelfreaks sicherlich auf ihrer Seite, doch mir gefiel's nicht besonders.
Auch wenn die Band objektiv ihre Sache gut machte und eine absolut
überzeugende Präsenz auf der Bühne zeigte, zog ich daher nach wenigen Songs
von dannen. (Till)


Raven Black Night
Diese Truppe hatte den weitesten Anreiseweg, denn aus Australien ist man
schon eine Weile unterwegs. Mit ihrem stark 70er-beeinflußtren Hardrock
paßten sie zwar nicht optimal aufs HOA, aber es gab eine ganze Reihe Fans,
die den etwas angestaubten Klängen etwas abgewinnen konnten. Raven Black
Night legten sich ins Zeug, der Sänger holte viel Herzblut aus seiner
Stimme, aber für mich waren sie einfach ein wenig zu 70er-lastig, sorry.
Zuviel des Kultes kann halt manchmal auch sein. Objektiv war's auf jeden
Fall ein guter Gig, der beim Publikum seine Liebhaber fand. (Till)


Kaledon
Mehr Italo-Metal geht nicht. Ein hoher Sänger, dominante Keyboards und ein Drummer, der ständig auf der linken Spur fährt. Das war schon konsequent, was die Italiener da boten. Es gab nur ein paar Haken: Erstens war das Stageacting recht hölzern, allen voran der muskelbepackte Fronthüne, zweitens blieb kein Song länger als zwei Minuten in meinen Gehirnwindungen hängen, drittens schienen die Herren das Wort Abwechslung nicht zu kennen oder zumindest dessen tiefere Bedeutung nicht erfasst zu haben, und viertens boten Kaledon nichts, was Labyrinth oder Skylark plus 90 % des Undergound Symphony-Labelprogramms nicht schon vor zehn Jahren gemacht hätten. (Fabi)


Beyond Fallen
Beyond Fallen lieferten nach der italienischen Melodieattacke dann wieder US Metal vom allerfeinsten. Riffs, Gesang, Atmosphäre, alles top. Leider viel zu unkommerziell, als daß der Band irgendwann der verdiente Erfolg zuteil werden könnte, aber das soll hier nicht erneut lamentiert werden...auf jeden Fall ein hammergeiler Gig! (Till)


Paragon
Die alten Stammgäste des HOAs lieferten auch mit neuem Bassisten mal wieder eine gute Show. Gute Songwriter sind Paragon ja ohnehin, was heute mal wieder mit "Armies of the tyrant", "Impaler", "Across the wasteland" und einigen weiteren Hits unter Beweis gestellt wurde. Der Heimvorteil wirkte sich auch auf die Zuschauerresonanz aus, denn die war durchaus beachtlich. Immer wieder gerne gesehen, diese Hanseaten. (Till)


Warning SF
Nun kam H:O:A:-Dauerabonnent Jon Torres. War er vor zwei Jahren mit Heathen und letztes Jahr mit Ulysses Siren vor Ort, so war es nun an der Zeit für Warning SF.
Geboten wurde gutklassischer Bay Area Metal, der zwischen modernem Power und altem Thrash hin und her schwankte. Das Einzige, was mir den Genuss etwas trübte, war die arg hardcorelastige Performance des Sängers. Nennt mich einen Betonkopf, aber so hampelt kein Metal-Fronter über die Bühne. Sonst gab es nix zu meckern und Warning SF dürften einige neue Fans dazugewonnen haben. Erst recht mit ihrer Version des Savatage-Klassikers „City Beneath the Surface“. (Fabi)


Vengeance
Das ist doch mal gute Unterhaltung. Es geht nichts über eine gute oldschoolige Hard Rock Show mit all' den leckeren Zutaten, die in den 90er von diversen Alternativ-Terroristen als giftig verteufelt wurden. Gute Songs mit Hooks und einem gescheiten Groove, klischeebeladene Rockstarposen, Pudelfrisuren, enge Hosen. Man fühlte sich wirklich in die glorreichen 80er zurückversetzt. Auch die Holländer hatten sichtlich Spaß auf der Bühne. So kippte sich Sänger Leon Goewie nach dem abschließenden „Arabia“ erst Wasser und dann Bier über die Frisur!!!
ROCK'N'ROLL!!! (Fabi)


Sinner
Da ich Sinner schon lange nicht mehr gesehen hatte, hatte ich mich einerseits richtig auf diesen Gig gefreut, andererseits hatte ich natürlich auch Zweifel, ob eine Band wie Sinner überhaupt aufs H:OA: passt. Sie passten. Zumindest wenn man die Reaktionen des Publikums als Maßstab nimmt. Auch musikalisch gab es da nix zu meckern. Songs wie „Danger Zone“, „Germany Rocks“ oder „When Silence Falls“ sind melodischer Metal in Reinkultur. Ob die persönliche Einstellung diverser Bandmitglieder zum H:O:A: passt, steht auf einem ganz andern Blatt. Aber das störte die Menge vor der Bühne natürlich nicht die Bohne, und so feierte sie bis zum obligatorisch abschließenden Billy Idol-Cover „Rebell Yell“ kräftig mit. (Fabi)


Halloween
Die Metalmaschine aus Detroit beehrte den alten Kontinent in den zwanzig Jahren ihres Bestehens nun erst zum zweiten Mal. Vorweg sei gesagt, dass die nicht mehr ganz so jungen Herren den auch schon sehr guten Auftritt vom KIT dieses Mal locker zu toppen wussten.
Erst machte ich mir Sorgen, ob die Kultband die von Sinner in Laune geschunkelten Mainstreammetaller wird mitreissen können. Wie sich herausstellen sollte vollkommen unbegründet, denn die alten Horrorrecken punkteten mit Ausstrahlung, Spielfreude und mit Songs, die wie Monumente in der Geschichte des Heavy Metal stehen. „Trick or Treat“, „Welcome“, „Busted“, „Crawl to the Altar“ oder das vor drei Jahren schmerzlichst vermisste „Don't Metal with Evil“. Halloween sorgten mit ihrer energiegeladenen Show für offene Münder und glückliche Gesichter, so dass laute Zugaberufe und Halloween-Chöre die Folge waren.
In dieser Verfassung sind sie immer wieder willkommen. (Fabi)



Samstag, 14.07.2007


Deceptive Silence
Das Aufweckprogramm am Samstag bestand heuer nicht aus einer flotten
Arschtrittband, stattdessen ging es mit Deceptive Silence erstmal etwas
gedrosselter zur Sache - zumindest im Tempo, nicht jedoch in der Intensität.
Die Klänge der Hamburger krochen so bedrohlich und verzweifelt über das
langsam erwachende Festivalgelände, daß der Begriff "Doom" mehr als
angebracht war. Eine emotionale Berg- und Talfahrt zwischen tiefer
Verlassenheit, leerer Hoffnungslosigkeit und wütenden Ausbrüchen mit aus dem
Sänger herausplatzenden Urschreien. Die Intensität von Versus The
Stillborn-Minded erreichen sie nicht, aber Arsch treten und ein Publikum
wecken kann man problemlos auch mit langsamen Klängen, das war nun jedem
klar. Ich hoffe, Deceptive Silence finden beizeiten mal ihren Weg in die
Chapel of Doom, verdient hätten sie's. (Till)


Knight Errant
Als zweite Band des Tages hatte sich die wohl exotischste Truppe des
Festivals angekündigt: Knight Errant aus der Türkei. Zwar sahen die Musiker
allesamt nicht nach Metal aus, eher nach Bankangestellten oder
Dönerverkäufern, aber die Musik war alles andere als von schlechten Eltern.
Kraftvoll-lebendiger Metal mit ständigem Geigeneinsatz, was mich stark an
Skyclad erinnerte. Die Qualität der Engländer erreichen Knight Errant zwar
nicht, aber interessant ist ihr Stil allemal. Noch besser wäre es jedoch,
wenn die Band ihre orientalische Herkunft stärker einfließen ließe, so daß
sich beim Hören auch wirklich die Minarette Istanbuls in die Höhe schrauben.
Die Musik kam beim Publikum gut an, das Stimmungslevel stieg ein ganzes
Stück nach oben. Es wäre schön, wenn öfters Bands aus dem Nahen Osten hier
spielen könnten, aber das ist natürlich auch eine finanzielle Frage. Daumen
hoch aber für Knight Errant, Dönermetal rules! (Till)


Hollow Ground
Noch eine altes Britenkommando, das sich wieder reformiert hat. Man sah den
Herren die Jahre deutlich an, aber das soll ja kein Kriterium sein - die
Musik zählt, und da sind Hollow Ground klar auf der sicheren Seite. Die
Truppe hat eine Reihe guter Songs in der Hinterhand und konnte bei ihrem
Auftritt sicherlich nicht nur die eingefleischten NWOBHM-Fans überzeugen.
Zugegeben, die Klasse einer Truppe vom Schlage Jaguar, Soldier, Tank oder
Persian Risk erreichen sie nicht, aber Hollow Ground müssen sich mit ihrem
Material nicht schämen. Eine gute Show mit technischer Kompetenz und viel
guter laune war es allemal, also Daumen hoch für Hollow Ground. (Till)


The Black
Für den absoluten Tiefpunkt des Festivals sorgten anschließend The Black.
Zugegeben, Stoner Rock ist alles andere als mein Fall, aber selbst in diesem
Genre zählen die Italiener wahrscheinlich noch zur untersten Kategorie.
Völlig unstrukturierte, nicht nachvollziehbare "Songs" mit wahllos
aneinandergereihten Parts...sollte das progressiv sein? Und warum muß die
halbe Spielzeit für Gitarrenstimmorgien draufgehen? Avantgardistisch, ich
weiß...jede Schülerband hätte The Black klar in Grund und Boden gespielt,
auf Nimmerwiedersehen bitte. (Till)


Taunted
Auch bei Taunted wurde in der Schnittmenge zwischen Power und Thrash gewütet. Und das durchaus mit Stil. So erinnerte man ein ums andere Mal an sowohl alte Bay Area Helden à la Forbidden als auch an komplexeren Stoff wie z.B. Helstar. Die Show gefiel durch viel Bewegung und offensichtlichen Spaß an der eigenen Musik. Bin mal sehr gespannt, was das zweite Album der Herren bringt (Fabi)


Avenger
allerdings weit davon entfernt, zum alten Eisen zu gehören. Während viele alte britische Flaggschiffe sich leider genauso alt anhören, wie sie wirklich sind, gelingt Avenger das Kunststück, jung und frisch zu bleiben, ohne ihren Sound auf modern trimmen zu müssen. Denn sowohl die alten Classix als auch die vorgestellten neuen Songs dürften jeden Traditionsmetaller in ekstatische Freuden versetzen. (Fabi)


Bullet
Jaaa, sie sind wieder da! Nachdem Bullet mich zuerst im Vorprogramm von
Sabaton angefixt, dann auf dem KIT zum bedingungslosen Anbieter gemacht und
beim Rock Hard-Festival auch Fabi überzeugt hatten, konnten wir uns der
Killershow der Schweden hingeben. Selten soviel Rock'n'Roll auf einer Bühne
gesehen. Der Kultstatus Bullets ist schon beeindruckend, denn innerhalb
eines Jahres haben sie sich einen solchen Bekanntheitsgrad aufgebaut, daß
sie lautstark erwartet und noch lauter gefeiert wurden. Und das wo doch
Lenny Blade nicht mehr dabei ist?! Sein Nachfolger (ehemaliger Roadie der
Band) sieht dafür aus wie Count August zu Defender-Zeiten und hat das Gepose
auch schon gut drauf. Die Setlist war dieselbe wie immer: "Live wire",
"Highway to hell", "High voltage", "Let there be rock" und so weiter. Klang
zumindest alles ziemlich danach. Bullet schreiben einfach geile Songs und
spielen regelmäßig Shows der unterhaltsamen Kategorie, was wollt ihr mehr?
Anspruch? Originalität? Danke, kein Interesse. Bullet boten übrigens auch
abseits der Bühne das volle Programm, indem ihr kultiger Tourbus das
komplette Wochenende über als Magnet für alle Partywütigen fungierte. Geile
Band, geiler Gig. (Till)


Wretch
Der nächste Kultalarm. Wretch debütierten vor 17 Jahren auf dem legendären Metalsampler „Heavy Artillery“ mit dem grandiosen Stück „Life“, um im Anschluß in der Versenkung zu verschwinden. Letztes Jahr waren sie plötzlich mit ihrem „leicht“ verspäteten Debutalbum zur Stelle, welches von Obersympath Bill Peters auf dessen rührigem Auburn-Label veröffentlicht wurde.
Und nun war es Zeit für das europäische Livedebut dieser Band. Als erstes fiel Frontgimli Colin Richardson ins Auge. Dieser Mann ist ein lebender Würfel. Muss man gesehen haben. Seinen Sangeskünsten tat dies keinen Abbruch und auch seine Mitmucker warfen sich engagiert ins Rennen. So wurde 45 Minuten US Metal in Reinkultur zelebriert. Der Auftritt fand dann seinen erwartungsgemäßen Höhepunkt im eigens für das H:O:A geschriebenen „Make this Garden Burn“!!
Nächstes Jahr brennt er wieder...Versprochen. (Fabi)


Moonsorrow
Mindestens eine stilistisch wirklich exotische Band muß natürlich her.
Nachdem letztes Jahr allerdings Korpiklaani bewiesen, daß Polka nun beileibe
nicht aufs HOA paßt, erstickten diesmal ihre Landsleute alle Zweifel im
Keim. Die Kombination aus blauen Jeans uns Kunstblut ist natürlich nicht
unbedingt geschmackssicher, doch bereits mit den ersten Riffs hatten
Moonsorrow das Publikum in ihrer Gewalt. Die epischen Hymnen der Band machen
es trotz aller Härte auch dem eher traditionell orientierten Metaller
möglich, ordentlich abzufeiern und sich den finnischen Schlachtenliedern
hinzugeben. So war so mancher betagtere Kuttenträger ähnlich begeistert bei
der Sache wie eine Handvoll jüngerer Nachwuchsmetaller, die fast das ganze
Wochenende vor dem Zelt verbrachten und wohl nur bei den Finnen aufs Gelände
kamen. Naja, besser als gar nicht - es gibt wirklich schlechtere Gründe,
sich vor eine Bühne zu begeben.
Moonsorrow spielten, soweit ich das überblicken konnte, das gleiche Set wie
einige Monate zuvor beim Ragnarök und boten einen guten Querschnitt ihrer
Karriere vom alten Demosong bis zu einem der beiden Stücke des letzten
Albums. Ein großartiger Auftritt einer großartigen Band - die Veranstalter
dürfen mit ihrer finnischen Pagan Metal-Reihe gerne weitermachen und
nächstes Jahr Ensiferum einladen. (Till)


Candlemass
Die Schweden waren mit Sicherheit eine der mit der meisten Spannung
erwarteten Bands des Festivals, immerhin war die Band mit ihrem angestammten
messianischen Frontkoloß eines DER Aushängeschilder des Doom Metals
schlechthin. Nach dem ewigen Hin und Her warten Candlemass nun mit einem
anderen wahrlich großen Sänger auf, der aber doch so ganz anders klingt.
Somit machte sich während des bekannten Chopin-Intros eine Mischung aus
Vorfreude und Spannung breit. Die vier Musiker betraten unter lautem Jubel
die Bühne...und als Robert Lowe die ersten Worte von "The well of souls"
intonierte, wurde dieser noch größer. So anders und doch so passend, eine
bessere Wahl hätten Candlemass wohl kaum treffen können. Natürlich ist ein
Sänger wie Messiah Marcolin nicht durch einen Klon zu ersetzen - er war eben
einmalig, doch Lowes Theatralik der ganz eigenen Art passt ebenfalls gut zur
Band. Neben zahlreichen Klassikern (u.a. "Solitude", "At the gallows end",
"Mirror mirror", "A sorcerer's pledge") gab es natürlich auch Material vom
neuen Album, und auch der Vorgänger wurde mit "The black dwarf"
berücksichtigt. Bis ich mich allerdings daran gewöhnt habe, bei Candlemass
nicht mehr den hemmungslos herumtobenden Messiah sondern den verträumt
umherschleichenden Robert zu sehen, wird noch etwas Zeit vergehen. Und daß
statt der kultigen Schuldeutsch-Ansagen nunmehr unverständliches
Texas-Genuschel erklingt, ist eigentlich unverzeihlich. Nichtsdestotrotz
stellten Candlemass eindrucksvoll unter Beweis, daß mit ihnen auch in der
neuen Besetzung zu rechnen ist und lieferten mit ihrem Gig eines der
Festivalhighlights ab. (Till)


Rage
Die Verpflichtung von Rage als Headliner sorgte im Vorfeld für reichlich
Stirnrunzeln. HOA goes Massenpublikum? Verglichen mit den Truppen, die sonst
hier auftreten, sind Rage natürlich eine kommerziell ganz andere Klasse,
weshalb eine längere Umbaupause vonnöten war, um das Equipment der Profis
herzurichten. Dann ging's aber ordentlich los, Rage powerten mit der
Erfahrung zahlloser Konzerte über die Bühne und legten sich gut ins Zeug.
Die Setlist bestand überwiegend aus Klassikern der 90er und 00er. Ich hatte
gehofft, daß Rage dem Festival entsprechend einige kultige alte Klamotten
auspacken würden, was auch passierte, aber mehr als einige wenige
Überraschungen wie "Who dares" waren nicht drin, und das unvermeidliche
"Don't fear the winter" blieb der einzige Song aus den 80ern. Zudem wurden
die meisten Stücke der Prä-Smolski/Terrana-Ära nach dem zweiten Refrain
abgebrochen, was verdeutlichte, daß die Band auf dieses Material eigentlich
keinen Bock hatte und es wohl eher aus Pflichtgefühl im Set führte.
Ansonsten gab's die bekannten Standards wie "Straight to hell", "Paint the
devil on the wall", "Down" etc. Auch wenn ich Rage mag: für das HOA sind sie
zu groß, zu professionell und zu abgebrüht. Wahrscheinlich wußte Peavey gar
nicht, wie recht er hatte, als er das Angebot eines Fans, mit ihm zu
trinken, mit den Worten "später, ich muß erst noch arbeiten" ablehnte.
Immerhin kam man in den Genuß, Rage endlich mal ohne das sattsam bekannte
Terrana-Drumsolo zu sehen, stattdessen stellte Victor Smolski mit einem
längeren Solo seine Spitzenklasse unter Beweis. Insgesamt war's ein netter
Auftritt, aber ich habe Rage schon wesentlich besser gesehen, und nach dem
Candlemass-Triumphzug waren sie statt des umjubelten Headliners eher ein
sanfter Ausklang des Festivals. (Till)


Insgesamt war das HOA auch 2007 wieder ein wunderbares Festival, und auch die 2008er-Ausgabe wird uns sicherlich wieder in den hohen Norden locken.

Fotos: Angela Stamm, Till

   
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