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Konzerte Festivals


Mayhem, Sear, Sightless

Hellä, Tampere (Finnland), 10.November 2007



Hellä in Tampere. Jetzt habe ich es Fünf mal im Wörterbuch nachgeschlagen und „Hellä“ ist immer noch Finnisch für „zärtlich, liebevoll, empfindlich“. Die Innenausstattung weist jedoch mit Fegefeuer, und Teufelswandbemalung eher auf die „helvete“ also „Hölle“ hin. Nun ja, dieses Wirrwarr zwischen Darstellung und Dargestelltem schien exemplarisch für den ganzen Abend zu sein.
Der Einlass verzögerte sich um über eine Stunde und so bestand die Ouvertüre dieses Abends in kaltem Nieselregen und Schlangestehen. Der gemeine Finnische Metaller ist dem kontinentalen Metaller übrigens sehr ähnlich, wobei neben saufen, grölen und herzlichen derben Sprüchen jedoch das ständige auf den Boden spucken hier als besonderes Zeichen (erwachender?) Männlichkeit zu gelten scheint. Gegen halb zehn wurde die Pforte des Hellä dann endlich aufgetan. Drinnen regnete es zwar nicht, aber wärmer schien es nicht zu sein und so konnte man auch einige Metaller mit Wollmützen headbangen sehen, als Sightless den Abend eröffneten.


Sightless
Sightless betraten die Bühne und stellten sich breitbeinig mit dem Rücken zum Publikum auf und warteten so, bis ihre Erkennungsmelodie vorbei war. Dann wandten sie alle zugleich ihre schwarz-weiß bepainteten Fratzen zu den Fans und knüppelten los. Up-tempo Black-Thrash, der wohl Black Metal zu Immortals Blizzard Beast Zeiten sein will, aber nur aus Thrash Riffen besteht. Kurios, simpel, mitgrölbar und stinklangweilig. Da im hinteren Teil der Bühne schon Mayhems riesen Schlagzeugkasten aufgebaut war, musste der Sightlessschlagzeuger seitlich links am Bühnenrand sitzen. Da das Hellä in Tampere auch mehr Metal-Club als Konzerthalle ist, so saßen die meisten Metaller irgendwo mit ihrem Bier herum, oder drängten sich im Raucherglaskasten am Eingang. Vor der Bühne war recht wenig Platz und eine echte Crowd hätte dort sowieso nicht hingepasst. Sightless versuchten aber bewundernswürdig eisern für Stimmung zu sorgen, aber da die Leadgitarre nirgends zu hören war, der Sound so leise war, dass man kaum die Stimme heben musste um sich zu unterhalten und scheinbar alle Hochtöner ausgefallen waren, so war dies nur ein schwaches Heimspiel und nach einer dreiviertel Stunde auch vorbei. (Johannes)

Sear
Die Überraschung des Abends war der schlechte Sound, der immer schlecht blieb. Scheinbar waren wirklich die Hochtöner hinüber und so gab es nur Growls und wummernden Bass zu hören, während klirrende Gitarren und eisiges Fauchen höchstens durch Lippenlesen und angestrengte Blicke auf die Soundeffektgeräte erahnt werden konnte. Sear spielten aber scheinbar recht grimmigen Black Metal mit Death Einschüben. Etwas weniger stupide und einfallslos als Sightless, aber nach über zwanzig Jahren Black Metal Geschichte auch ohne irgendein besonderes Merkmal. Die ersten Mayhem Fans hatten sich derweil schon abgeschossen und feierten mit Sprechchören und Headbangen das sie da waren, das sie betrunken waren und das Mayhem irgendwo in der Nähe sein mussten. (Johannes)

Mayhem
Die Herren ließen sich Zeit bis um halb eins, bevor sie Bühne beschlichen. Hellhammer hatte noch stilsicher irgendein Corpse-, War- oder verunglücktes Pantomimengeschminke im Gesicht und verzog sich direkt in seinen Schlagzeugkäfig – Necrobutcher und Blasphemer zeigten ihre Gesichter nackt. Attila kam jedoch mit einem weinroten Seidenbademantel auf die Bühne, der einen übergroßen Goldkragenrand hatte, wie man ihn von Dieter Thomas Kuhn oder alten Abba Kostümen kennt. Dazu einen 3€ Cowboyhut mit Flammenmuster aus den Faschingsangeboten von Lidl und eine daumendicke Goldkette um den Hals. Des weiteren einen Pornobalken vorne über der Schnauze und einen Zuhälter-Minizopf hinten. An der Goldkette hing ein Kruzifix, welches jedoch zwei Querbalken hatte und auf das etwas genagelt war, das wie der vierarmige Endgegner aus Mortal Kombat aussah. Das war das einzige, dem man vielleicht ein Lächeln abgewinnen konnte.
Attila hampelte in seiner bekloppten Aufmachung auf der Bühne herum und zelebrierte den Opener „Deathcrush“ als wäre es „Mir lasse den Dom in Kölle“. Verdammt, Mayhem! Die alten Kirchenanzünder haben sich gegenseitig und manchmal auch selbst umgebracht! Das ist doch nicht lustig!
Den Fans war alles egal. Die Hardcorefans standen schon nach Ende der zweiten Vorband Sear vor der Bühne und bejubelten die Rowdies von Mayhem als wären es die lang ersehnten Reiter der Apokalypse. Nach dem sie wussten, dass Mayhem im Haus waren, hätte man ihnen auch einen ausgestopften Hamster auf 'ner Drehscheibe mit Rumbarasseluntermalung präsentieren können. Das Attila sich die totale Verarsche erlaubte, sich über sein Publikum nicht nur mit ironischem Augenzwinkern lustig machte, sondern die ganze Band versuchte in die Fußstapfen von J.B.O., Manos und Knorrkator zu treten, dass sie sozusagen das Gegenteil ihrer Texte auf der Bühne präsentierten – dies schien keinen dieser Fans berührt zu haben.
Wenigstens neue Songs für eine „lustige“ Bühnenshow, oder einen neuen Namen könnten sich Mayhem zulegen, wenn man eben keinen Black Metal mehr machen will und auf dieses Erbe sogar einen dicken Haufen setzt, wie es Mayhem hier getan haben. So lustlos, selbstsicher und gelangweilt kennt man sonst nur Metallica. Und die versuchen wenigstens noch was Sinnvolles zu machen – während Mayhem scheinbar die Flinte ins Korn geworfen haben.
Die ersten beiden Songs dachte ich wirklich noch, es könnte vielleicht eine blöde Coverband und das ganze ein Witz sein – aber es war keine Coverband und es war ein Witz – auf Kosten des Publikums. Ich wollte und will es nicht wahrhaben und deswegen habe ich auch das Konzert nach einer halben Stunde verlassen: Mayhem machen Pop. Lieber nichts sehen, als dass sehen.
Während der ersten halben Stunde wurde eine sehr gute Auswahl an Klassikern, so wie neuen Stücken gespielt und da ich die Playlist auf dem Mischpult liegen sah, so kann ich auch sagen, dass die wenigstens gut durchdacht war. Allerdings schienen Mayhem sehr darauf bedacht gewesen zu sein jegliche Stimmung zu vernichten und ihre Musik möglichst sinnfrei darzubieten. Der Sound war wie erwähnt auch erbärmlich und einfach Augenzuhalten und blindes Musikgenießen war daher auch nicht drin. Da ich Mayhem auf der Grand Declaration of War Tour schon einmal live gesehen habe und sie damals ein einfaches, ausgezeichnetes Konzert abgeliefert haben, so kann dieses heutige grauenhafte Konzertereignis nicht meinen falschen Erwartungen an Mayhem zugeschrieben werden. (Johannes)

Von der peinlichen Bühnenshow abgesehen lässt sich insgesamt aufzählen: drei Stunden Langeweile bei schlechtem, leisen, höhenlosem Sound und fehlender Leadgitarre in einem scheinbar ungeheizten Keller. Zwei Schlägereien und mehrmalige „Entsorgungen“ bewusstlos gesoffener Finnen durch die Securitys. Und dann sehen die neuen Shirts von Mayhem aus, als wären sie von Bob dem Baumann designed worden.

Ein trauriger Abend durch und durch. Das Bier war angenehm kühl und nicht zu teuer und ich hatte ein wenig Vorfreude vor diesem Abend, was also insgesamt zwei positive Punkte ergibt. Und wer auf Boxkämpfe steht kann noch einen Punkt für die Schlägerei dazugeben. Aber insgesamt kann ich doch guten Gewissens und im Vollsinne des Wortes sagen: dieser Abend war scheiße.

   
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