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Konzerte Festivals


With Full Force

Flugplatz Roitzschjora, 04.07.-06.07.2003



Das With Full Force ging dieses Jahr bereits in die 10. Runde und zum Jubiläum hatten die Veranstalter wieder mal ein hochkarätiges Billing aufgeboten, das an Highlights noch reicher als die vorherigen Auflagen war. Neben vielen Metal-Hochkarätern (Slayer, Six Feet Under, Overkill, Entombed, Sepultura etc.) und der Speerspitze des NYHC (Madball, Sick of it all) machten vor allem nicht alltägliche Gigs wie der von Ministry, das Abschiedskonzert der Ryker’s und die langersehnte Saint Vitus Reunion das WFF für viele zum bestbesetzten Festival des Jahres.
Leider begann das WFF für uns trotzdem mit einem Tiefschlag, denn wenn der Anfahrtsstau auf das Gelände mehr Zeit kostet als die Fahrt aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Roitzschjora, dann liegt etwas im argen. So dauerte es ganze 4,5 Stunden bis wir es auf den Campingplatz geschafft hatten (genauso erging es auch den bereits am Donnerstag angereisten Fans), besonders ärgerlich wenn dieser Warterei Napalm Death, Prong sowie Roger Miret + The Disasters zum Opfer fallen. Bei Subway to Sally waren wir zumindest in Bühnennähe vorgedrungen, so dass ein kleiner Eindruck blieb. Der war jedoch eher enttäuschend, die vorgestellten Songs vom neuen Album „Engelskrieger“ wirkten auch live wenig überzeugend. Während „Unsterblich“ noch recht wuchtig wirkte, verkam „Knochenschiff“ schon fast zum Rammstein-Plagiat. Auf alte Klassiker wurde verzichtet, aber bei „Mephisto“ und „Kleid aus Rosen“ hätte ich dann doch gerne vor der Bühne gestanden...





Freitag, 4. Juli 2003


Six Feet Under
Aber alles Warten hat ein Ende und so schafften wir es gegen 20 Uhr wenigstens noch rechtzeitig für Chris Barnes? Knüppelkommando auf das Festivalgelände. Wie nicht anders zu erwarten, hatte sich das Gelände schon ordentlich gefüllt und bereits bei "Hacked to pieces" kam Bewegung in die Menge. Kein Vergleich allerdings zu "The day the dead walked" und vor allem dem Groove-Hammer "Feasting on the blood of the insane", bei denen sich der Moshpit fast bis zu den Türmen hinzog. Chris Barnes und seine Sidekicks überzeugen live durch eine tighte und sehr professionelle Show, die allerdings gelegentlich ein wenig zu routiniert und statisch wirkte.
Neben dem beliebten aber eher verunglückten Cover von TNT (es gibt nun wirklich gelungenere Songs auf der Graveyard Classics...) gab es auch noch einen neuen Song zu hören, aber gegen Ende des Gigs war auch schon die Zeit gekommen, zur Tentstage aufzubrechen, wo das letzte Konzert der Ryker?s auf dem Programm stand. (Volker)

Ryker's
Deutschlands einzige Hardcore-Legende sorgte trotz der kurzzeitigen Überschneidung mit SFU für ein brechend volles Zelt und nicht nur die versammelte Hardcore-Szene sondern auch gar nicht mal wenige Metaller waren erschienen. Die Ryker?s spielten einen gewohnt brachialen Gig, der allerdings ungewöhlich bewegungsarm war, da Sänger Hupse sich die Bänder am Fuß gerissen hatte und nur unter Schmerzen überhaupt auf der Bühne stehen konnte. Egal, die Band wusste trotzdem eine Stunde lang zu überzeugen und spielte einen Querschnitt durch über 10 Jahre Bandgeschichte. Besonders gewaltig kamen dabei der Titeltrack der "First Blood" EP sowie "We?re the stranglehold" von eben dieser.
Nachdem die Zugabeforderungen auch bei den ansetzenden Abbauarbeiten auf der Bühne nicht aufhörten, kam die Band mit einem gestützten und schmerzverzerrten Sänger auch tatsächlich noch einmal für einen Song zurück. Ein ungewöhnlicher aber würdiger Abschied! (Volker)

Soulfly
Entsprechend der zahlreich vertretenen Band-Shirts waren Soulfly der würdige Headliner des Abends und ein randvolles Festivalgelände sprach für sich. Nach den gar scheußlichen JBO waren Soulfly für mich eine durchweg positive Überraschung, denn auf Platte konnte ich der Band bisher eher wenig abgewinnen. Max Cavalera live zu sehen verdeutlicht schnell, warum Sepultura die Trennung nie ganz verkraftet haben, denn der Kerl ist einfach der geborene Frontmann, dessen stimmliche Urgewalt seines gleichen sucht. Umrahmt von einer beeindruckenden, vornehmlich in grün und gelb gehaltenen, Lightshow spielten sich Soulfly eine gute Stunde quer durch ihre drei Alben, wobei vor allem "Back to the primitive" gewaltig abräumte. Auch ein Tribal-Song wurde gut ins Programm integriert, welches überraschenderweise mit gleich zwei Sepultura-Tracks aufwartete. Während "Refuse/Resist" (das übrigens am nächsten Tag auch Sepultura selbst spielten) schon sehr geil kam, versetzte ein traumhaft roh heruntergebrettertes "Innerself" wohl jeden alten Sepultura-Fan in Ekstase. Aber auch das eigene Material hat starke Momente, jedenfalls sind Soulfly eine ausgesprochen coole Liveband. (Volker)

Enthroned
Noch während des letzten Soulfly-Songs begann auf der Zeltbühne die sagenumwobene Knüppelnacht, die von den norwegischsten aller Belgier eröffnet wurde. Corpsepaint und Nieten beherrschten die nächsten 40 Minuten, in denen Enthroned ein cooles Old School Black Metal Brett herunterzockten, das beim Publikum gut ankam. Die Belgier sind keine herausragende Band, aber für den straighten Abgang inkl. evil Gepose zum Anfang der Knüppelnacht waren sie allemal eine gute Wahl. (Volker)

Amon Amarth
So ganz verstehen kann ich den Hype um Amon Amarth nicht. Die Schweden spielen zwar grundsoliden Death Metal, aber vom Hocker reißen konnten sie mich damit auf dem WFF ebenso wenig letztes Jahr in Wacken. Präsentiert wurde einiges neues Material von der "Versus the world", während der wirklich starke Gassenhauer "Bleed for ancient gods" erwartungsgemäß am euphorischsten aufgenommen wurde.
Allerdings bleibt diese Meinung unter Vorbehalt, denn fast 5 Stunden Warterei und ausgesprochen leckeres Reudnitzer Pils auf dem Gelände sorgten zu vorgerückter Stunde für ein nicht ganz unbetrübtes Bewusstsein. Oder um es anders auszudrücken: Berichte zum Rest der Knüppelnacht entfallen wegen kollektiven Vollrauschs der Metalspheres-Belegschaft. (Volker)


Samstag, 5. Juli 2003


Debris Inc.
Nachdem Eisregen als Headliner der Knüppelnacht noch bis in die Morgenstunden spielten, hatte sich um 13 Uhr wieder ein kleines Grüppchen Doom-Anhänger vor der Hauptbühne versammelt. Zu früh, wie sich zeigte, denn Dave Chandler und Ron Holzner marschierten zwar schon munter auf der Bühne herum, spielten ein wenig an den Instrumenten herum, tranken das ein oder andere Bierchen, aber nichts deutete darauf hin, dass es losgehen würde. Die Lösung verriet 40 Minuten später der auf die Bühne marschierte Götz Kühnemund, Disharmonic Orchestra, die nach Debris Inc. spielen sollten hatten abgesagt (weil die Frau eines Musikers an dem Tag ein Kind bekam, wie sich später herausstellen sollte) und die amerikanischen Doom-Legenden nahmen deshalb deren Platz ein. Auch wenn ich gerne mal Disharmonic Orchestra gesehen hätte, war doch 45 statt 30 Minuten Debris Inc. die bessere Wahl, auch wenn mir da vielleicht nur wenige zustimmen.
Das was der Saint Vitus Gitarrengott und der Trouble Bassist da auf der Bühne zelebrieren ist ein fast schon psychedelischer Bastard aus zähen Doom-Riffs, manischen Vitus-Soli und punkigen Einschüben. Schwere Kost jedenfalls, die bei der kleinen Schar von Doom-Jüngern für glänzende Augen sorgte, während dem anderen Teil der Anwesenden auf dem Festivalgelände eher ein Fragezeichen auf dem Gesicht stand. Da die Saint Vitus Reunion für nur einige Stunden später angesetzt war, wurde diesmal im Vergleich zum letztjährigen Wacken auf ein Cover verzichtet. Macht nichts, den eigene Songs wie das straighte "I don?t listen to bullshit", "Nightmare" und das genial-wahnsinnige "Pain" brauchen keine Fremdunterstützung. Es wird verdammt noch mal endlich Zeit für ein Debris Inc. Album!! Chandler solierte ein ums andere mal atemberaubend, während Ron Holzner irgendwie etwas mitgenommen wirkte. Ein seltsames Bild lieferten die beiden jedenfalls einmal wieder mit ihrem Drummer Barry Stern, der unermüdlich grinsend poste und zum Abschluss in seinen hautengen Ledershorts quer über die Bühne sprang. Seltsames Kerlchen...
Zum Abschluss spreizte seine Dave Chandler bedeutungsschwer seine Arme zum Vitus-V und erklärte schräg grinsend: "I?ll be back in about three hours!" Ich war sicher nicht der einzige, der es nicht erwarten konnte. Aber dazu später... (Volker)


Entombed
Für Entombed versammelten sich nachmittags immer mehr Menschen vor der Hauptbühne, um sich mal richtig von dem Death n' Roll der Stockholmer die Ohren freipusten zu lassen. Bereits von Anfang an bekam man wie erwartet von den Jungs ein musikalisches Brett in die Visage geballert. Hits wie "Damn Deal Done" und "Out Of Hand" vertonten Lars-Göran & Co. wie im Rausch, wobei besonders Gitarrist Alex mit seiner bis fast über die Augen gezogene Wollmütze und sein Kollege Uffe, der mit Krücken unterwegs war und deshalb während dem ganzen Gig sitzend spielte, auffielen. Auch die Gesangsleistung von Sänger Lars-Göran war mal wieder überzeugend. Im Großen und Ganzen hätten die Jungs ruhig länger spielen dürfen, da sie noch mit ihrer Zugabe "Left Hand Path" (logisch!) den Die-Hard Fans Hunger auf mehr machten. (Alex)


Madball
Auch wenn es sich seltsam anhören mag, war ich neben der immer näher rückenden Vitus Reunion auch auf den Gig der New Yorker Hardcore Recken Madball mächtig gespannt. Ebenso wie bei den Ryker?s sorgte wohl der latente Metal-Touch der Band dafür, dass sich bei weitem nicht nur Hardcorler für den Gig interessierten. Zurecht, denn Madball boten verdammt energiegeladene 50 Minuten, die von einem richtig guten Sound und einem permanent herumspringenden und die Menge anfeuernden Freddy Cricien gekrönt wurden. Na ja, wer Madball kennt, kennt auch die Ansagen, 55 "Motherfucker" pro Minute, ein bisschen was über die Einheit der Szene - nichts neues also an der NYHC-Front. Aber eine Portion Klischees muss auch mal sein und beim "Fuckin? fuck"-Wettbewerb gegen John Bush von Anthrax zog Freddy sogar noch deutlich den kürzeren. Madball brachten mit geilen Songs wie "Down by law" und "Across your face? mühelos die Menge zum Kochen, wobei die Rhythmusfraktion, vor allem der lässige Bassist Julio, mit absoluter Präzision agierten. (Volker)


Saint Vitus
Monate des unerträglichen Wartens hatten ein Ende, die Wiederauferstehung DER Doom Legende (Sorry Black Sabbath, Trouble, Candlemass, Pentagram und wie ihr alle heißt...) wurde Wirklichkeit. Vitus setzen auf kein Image oder irgendwelche Allüren und so marschierten die Herren Chandler, Adams und Acosta schon 10 Minuten vor dem Gig munter auf der Bühne herum, um sich dann endlich an ihre Instrumente zu begeben, um mit der Doom-Offenbarung zu beginnen. Nur Sänger Scott "Wino" Weinrich hielt sich bis zu Beginn des Gigs zurück und stand eher skeptisch blickend im Hintergrund, so ganz scheinen sich die Streitigkeiten zwischen Chandler und Wino, die lange Zeit eine Reunion verhinderten, wohl noch nicht erledigt zu haben. Am Bühnenrand waren ganze Scharen von Musikern zu sehen, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollen (vor allem die Jungs von Entombed schienen schwer begeistert) und Rock Hard-Götz saß gebannt neben dem mittlerweile hackedichten Debris Inc. Drummer Barry Stern.
In viel zu kurzen 45 Minuten boten Vitus hauptsächlich einen Mix aus alten Songs der Scott Reagers Zeit und des Götteralbums "Born too late". Und spätestens nachdem sie mit "Clear Windowpane" und "Dying inside" eröffnet hatten, war klar, dass sich jede Minute des Wartens gelohnt hatte. Wino sang intensiv wie eh und je, Armando Acosta an den Drums war die Lässigkeit in Person und Dave Chandler lieferte mit sichtbarer Spielfreude ein einmaliges Solo nach dem anderen. Es gibt wohl auf dieser Welt nur wenige Gitarristen mit einem derart unverwechselbaren Stil und als Chandler seine Axt sogar mit den Zähnen bearbeitete, gab es Szenenapplaus vom Publikum. Viele wirkten regelrecht in die Songs versunken und als Dave die Fans aufforderte, den letzten Song mit Wino zusammen zu singen, war wohl den meisten klar, dass die Zeit für den Übersong "Born too late" gekommen war. Als Kommentar dazu sollte reichen, dass ich selbst beim Schreiben dieser Zeilen noch eine Gänsehaut bekomme... Ein denkwürdiger Gig, und das nicht nur weil mein Spurt in die erste Reihe nachdem Gig, nachdem Dave Chandler in den Fotograben gestiegen war, davon gekrönt wurde, dass mir der Meister selbst grinsend sein Plektrum in die Hand drückte. Es gibt Tage im Leben eines Metalheads, die für immer unvergesslich bleiben... (Volker)


Poison Idea
Ein Zusammenspiel unterschiedlicher Legenden folgte am frühen Abend als gleichzeitig mit dem Jubiläums-Gig der deutschen Thrasher Destruction die alten Punk Recken Poison Idea aus Portland, Oregon die Zeltbühne betraten. Vielmehr als der Name war mir vorher nicht bekannt, aber es lohnte sich, einmal einen Eindruck von der ebenfalls wiederauferstandenen Band zu bekommen. Punk der alten Schule, der manchmal wie eine deutlich härtere Variante der Ramones klingt, aber auch mit leichten Hardcore Einschüben aufwartet.
Sänger Jerry A. kann zwar durch sein Übergewicht kein großartiges Stageacting liefern, aber dafür überzeugte er durch einen gestenreichen Auftritt und unterhaltsame Ansagen. Scheinbar hat es ihm auch der deutsche Thrash Metal angetan, denn er wunderte sich lautstark, was denn die ganzen Leute vor der Bühne treiben, während gleichzeitig Destruction die Mainstage zerlegten. (Volker)

Sepultura
Erste Müdigkeitserscheinungen, die sich gegen Abend breit machten, waren spätestens nach den ersten 10 Minuten der Thrash-Legende passé. Nachdem mich Sepultura schon auf ihrer Tour mit Cradle of Filth wenige Monate vorher positiv überraschen konnten, waren sie heute ausgezogen, um die Menge absolut zu überzeugen. Und mit Menge meine ich auch Menge, denn aller Unkenrufe und den mittelmäßigen letzten Alben zum Trotze spricht ein randvolles Festivalgelände für sich. Der große Name Sepultura hat zwar Kratzer bekommen, aber die Band elektrisiert offenbar noch immer. Jedenfalls lies diese knappe Stunde keine Fragen offen, und es kam der brasilianisch-amerikanischen Truppe zweifellos zugute, dass sie sich neben einigen Stücken des neuen Albums "Roorback" auf alte Klassiker aus der Max-Cavalera-Ära konzentrierten und die letzten beiden Scheiben weitgehend außen vor ließen. So gab es überraschend gleich 5 Songs der Chaos AD auf die Ohren ("Refuse/Resist", "Slave New World", "Territory", "Propaganda" sowie das in einem Medley mit "Desperate Cry" gespielte Biotech is Godzilla") und auch auf 80er Material wurde zurückgegriffen. Sehr cool kamen dabei vor allem "Dead embryonic cells" und "Arise", das dem an diesem Tag verstorbenen Musiker Barry White gewidmet wurde. Zu erwähnen bleibt noch das gelungene U2-Cover "Bullet the blue sky", während den Abschluss erwartungsgemäß die Bandhymne "Roots bloody roots" machte.
Spielerisch gab sich die Band keine Blöße und auch der hünenhafte Sänger Derrick Greene agierte überzeugend, auch wenn das Charisma eines Max Cavalera für ihn unerreichbar bleiben wird. Trotzdem, in dieser Form sind Sepultura immer wieder sehenswert. (Volker)

Type O Negative
Für mich gab es an diesem Abend die erste Möglichkeit Type O' live zu sehen, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Songs wie "Wolf Moon", "Everyone I Love Is Dead", "'World Coming Down" oder der neue Track "I Don't Wanna Be Me" kamen mit der überwiegend in grün gehaltenen Light-Show gut rüber. Musikalisch gab es nichts zu bemängeln zumal auch die Stimme Pete Steele's live ziemlich beeindruckend ist. Als Finale gab es "Black No. 1" zu hören, was die Menge zum Ausrasten bewegte. Ich war jedenfalls nach dem Konzert sehr zufrieden. (Alex)

Samael
Nach Type O? gab es auf der Zeltbühne ein WFF-Geburtstagsspecial, bei das dem rosa Schwachsinns-Orchester Metal-Klassiker coverte. Zum Glück wurde dies allerdings durch das gleichzeitig gestartete Feuerwerk zumindest auf dem Campingplatz weitgehend übertönt. Außerdem bildet ein solches Lichtspiel am Himmel die passende Einstimmung auf die nun beginnenden Samael, deren Gig von einer gelungenen Lightshow inklusive Projektionen unterstützt wurde. Leider wurde die erste Viertelstunde von einem miserablem Sound (dem unter anderem "Rain" zum Opfer fiel) versauert, der erst bei "Ways" auf einmal deutlich besser wurde. Ansonsten überzeugten Samael zumindest die Fans ihrer neuen Alben, die Setlist bestand ausschließlich aus Songs von "Passage" und "Eternal". Trotz des bald anstehenden nächsten Albums wurde auf Neuvorstellungen verzichtet und Stücke aus alten Tagen wären eben nur schwerlich mit dem heutigen elektronisch orientierten Sound der Band vereinbar. Schade um Songs wie "Into the pentagram", aber in diesem Fall auch irgendwie nachvollziehbar. Das was sie spielten, kam jedenfalls hervorragend an und auch wenn es schwer fällt, einzelne Songs herauszuheben, so möchte ich doch meine "Passage"-Faves "Jupiterian Vibe" und "The ones who came before" erwähnen, die auch diesmal wieder mächtig unter die Haut gingen. Samael gaben jedenfalls alles und hatten wenig Mühe, die begeisterte Menge in den Bann ihres Charmes zu ziehen. (Volker)


Sonntag, 6. Juli 2003


Mambo Kurt & Bossa Babes
Mambo Time! Ein Mann, eine Heimorgel und eine (eigentlich nicht wirklich notwendige) Begleitband waren angetreten, um zur Mittagszeit den letzten Tag des 10. WFF mit etwas Unterhaltungsmusik zu beginnen. Für alle, die dieses Vergnügen noch nicht hatten, Mambo Kurt ist tatsächlich genau so, wie man ihn sich vorstellt: beiger Anzug, grottenhässliche Sonnenbrille, schnoddrige Ansagen und Klassiker der Rock- und Metal-Geschichte im Heimorgelgewand. Oder "Oldschool Heimorgel Sound", wie der Meister selbst verkündete...
So gab es 30 Minuten absurde Unterhaltung, die selbst den Verkatertsten noch ein Lachen abringen konnte. Slayer wurden ebenso wie AC/DC und Europe verwurstet und neben der Bossa Nova Version von Rammsteins "Engel" kam vor allem Manowars "Blood of my Enemies" als Swing-Variante ziemlich cool. Fragt sich nur, was das völlig nichtssagende Drum-Solo eines der Bossa Babes sollte.
Egal, das Highlight der Show lieferte Kurt selbst, als er feststellte, das bei seinem Gig doch das Stavediving fehlte und alsdann in den Fotograben sprang, um einmal quer über die Menge zu surfen. (Volker)


Ein Alleinunterhalter auf Abwegen...


Die Apokalyptischen Reiter
Ein wenig überraschte es schon, dass die Reiter angesichts ihrer mittlerweile stark gewachsenen Bekanntheit gerade im Osten Deutschlands bereits um halb 2 mittags auf die Bühne mussten. Das machte ihnen aber offensichtlich gar nichts aus, Sänger Volkman bot beste Unterhaltung und sprang wie ein Gummiball über die Bühne während Keyboarder Dr. Pest durch seine fiese SM-Maske grinste. Mit Songs wie "Unter der Asche", "Terra Nola" und "Der kleine Wicht" lag musikalisch alles im grünen Bereich, die Reiter beziehen ihre Stärke nicht zuletzt daraus, dass sie sich auf keine Stilrichtung festnageln lassen. Ein mutiges Konzept, welches zurecht belohnt wird. Ein bisschen Müdigkeit war vor der Bühne trotzdem wahrzunehmen, aber spätestens beim abschließenden "Metal will never die" ging auch das Publikum richtig mit und so gab es doch noch ein bisschen Reitermania in Roitzschjora. (Volker)

Rawside
Auf der Zeltbühne war währenddessen die Zeit für deutschen Politpunk angebrochen, den Rawside nun mittlerweile auch schon seit gut 10 Jahren vertreten. Sowohl auf als auch vor Bühne waren reichlich Iros zu sichten und Rawside sparten nicht mit deutlichen Ansagen zu ihren teils deutsch teils englischen Texten. Der energiegeladene Harcdore Punk kam bestens an, denn schließlich können auch drei Akkorde eine Menge Spaß machen. "Right or wrong" wurde der eigenen Bandgeschichte und den Fans, die sie begleitet haben gewidmet, während "Staatsgewalt" von vielen lautstark mitgegrölt wurde. Auf die Dauer wurde es mir musikalisch ein wenig zu eintönig, aber eine agile Liveband sind Rawside allemal. (Volker)

Overkill
Auf Overkill war ich schon die ganze Zeit gespannt und muss sagen, dass sie mich voll und ganz überzeugen konnten. Besonders die bei diesem Gig stark vertretenen älteren Songs wie "E. N. D.", "Elimination" und "In Union" kamen hervorragend rüber und die Fans wussten dies mit Begeisterung zu würdigen. Die Ansage von Sänger Blitz über das Gerücht seines Todes bewies mit einem "Evil Never Dies, hahahahahaha" gesunden schwarzen Humor. Als Zugabe boten die New Yorker wenig überraschend "Fuck You", welches von der Menge lauthals mitgesungen wurde. Viele mögen von den vielen Veröffentlichungen der Band mittlerweile gelangweilt sein, doch an der Live-Qualität Overkill's ist nichts weg zu diskutieren. Overkill wussten an diesem Nachmittag was sie zu tun hatten und zeigten unmissverständlich, dass Metal nie sterben wird. (Alex)

Anthrax
Anthrax hatte ich erst kurz zuvor in der Frankfurter Batschkapp gesehen und war bei weitem mehr als begeistert. Daher habe ich beim With Full Force schon vor dem Anthrax Gig wie auf heißen Kohlen gesessen. Eins muß man den Mannen um Scott Ian lassen - die Fans anheizen können sie verdammt gut. Mit Klassikern wie "Be All, End All" oder "Antisocial" wurden einige Zweifler kompromißlos weggeblasen. (es muss auch Ausnahmen geben... - Volker) Auch der Neuling "Safe Home" bot vielen eine Gelegenheit lauthals mitzusingen und die live sehr überzeugende Stimme John Bush's zu genießen. Am Stage-Acting gab es nichts zu monieren. John Bush nutzte ebenso wie Bassist Frank Bello die ganze Breite der Bühne und Scott Ian sprang wie von einer Wespe gestochen durch die Luft und trampelte herum. Mit "Bring The Noise" gab es zum Abschluss noch einen Zeitsprung in die Vergangenheit. Das zeigt eben, daß Anthrax immer noch nicht nur auf Metal eingeengt sind. Fazit: Als Club-Gig ziehe ich die Band vor, doch war ihr Auftritt auf dem Festival auf alle Fälle sehenswert. (Alex)

Sick of it all
Nachdem Madball am Vortag bereits überzeugen konnten, ließen sich auch S.o.i.a nichts anbrennen und boten einen ebenso agilen wie brachialen Gig. Die Koller-Brüder Lou und Pete rannten permanent wie Wahnsinnige über die Bühne und die Rhythmusfraktion legte dazu das tighte Fundament. Zur Freude vieler gab es auch einige ganz alte Songs wie "Maladjustment" und "Injustice System" zu hören, die ebenso wie "No cure" und "Scratch the surface" für mächtig Bewegung sorgten. Lou Koller organisierte sogar höchstpersönlich seinen eigenen Moshpit und verwies nicht ohne Stolz darauf, dass S.o.i.a quasi ein WFF-Urgestein sind, da sie schon bei der ersten Auflage des Festivals dabei waren. Man mag von New York Hardcore halten was man will, für eine überzeugende Liveshow sind jedenfalls die meisten Bands, die diese Richtung vertreten, immer wieder gut. Und spätestens als zum Abschluss der Singalong "In the Underground", quasi die Bandhymne, gespielt wurde, war vor der Bühne kein halten mehr. (Volker)

Ministry
Schon seltsam, Ministry traten als Co-Headliner des Sonntages an, und der Platz vor der Hauptbühne hatte sich im Vergleich zu Anthrax und Sick of it all deutlich geleert. Scheinbar war das tendenziell junge Publikum wenig mit den Industrial Metal Gottvätern vertraut, denn der Altersdurchschnitt vor der Bühne war neben den Auftritten von Debris Inc. und Saint Vitus deutlich am höchsten. Aber was soll?s, so war es immerhin einfach, einen Platz in den ersten Reihen zu ergattern. Nachdem die Band den Gig mit "Animosity" eröffnet hatte, gaben Ministry zu meiner großen Freude im folgenden gleich 4 Songs vom genialen "Psalm 69" Album zu besten, neben dem Titelsong gab es das passenderweise mit einer deutlichen Anti-Bush-Ansage versehene "N.W.O.", "Just one fix" und "Hero" zu hören. Sehr cool kam überdies auch das Black Sabbath Cover "Supernaut". Ministry sind sich absolut treu geblieben, auch in Zeiten einer hyperpatriotischen USA bleibt die Band eine der wenigen kritischen Instanzen im Metalbereich.
Unterstützt von zeitweise drei Gitarristen (für einen Song kam auch Scott Ian von Anthrax auf die Bühne) lehnte Frontmann Al Jourgensen im Rocker-Outfit lässig auf seinem abgefahrenen Mikroständer, den er teilweise zu einer imaginären Harley umwandelte. Der zweite Kopf der Band, Basisst Paul Barker, agierte eher zurückhaltend, während die zwei Drummer umrahmt von einer geilen Lightshow nicht nur für einen mörderischen Groove sondern auch für eine beeindruckende Kulisse sorgten. (Volker)


Slayer
Überflüssig zu erwähnen, dass bereits seit 2 Tagen die "Slayer?-Rufe über das Campinggelände schallten und gegen 22:30 Uhr war es soweit, die Könige des Thrash Metal traten einmal mehr zu einem Triumphzug an. Ebenso selbstverständlich, dass sich der Platz vor der Bühne bis fast zum Eingang dicht gefüllt hatte. Neuere Songs wie "Stained in blood", die Slayer vor allem in der Mitte ihres Gigs spielten, wurden eher verhalten aufgenommen, während die alten Klassiker von Tausenden Luftgitarristen euphorisch mitgespielt und mitgebrüllt wurden. "Angel of Death" und "South of Heaven" waren wie immer eine Bank, auch wenn mich an diesem Tag vor allem "Antichrist" und mein persönlicher Slayer-Fave "Mandatory Suicide" umrissen. Mit "War Ensemble" und "Dead Skin Mask" war auch die "Seasons in the Abyss" würdig vertreten und das abschließende "Reign in Blood" verwandelte Roitzschjora endgültig in den Vorhof der Hölle. (Volker)

My Dying Bride
Nachdem Doro das ungewöhnliche "Last Supper" Package auf der Zeltbühne eröffnet hatte und Moonspell die passende Einstimmung geliefert hatten, war um kurz vor 2 dann die Zeit für My Dying Bride gekommen. Im Gegensatz zu den letztjährigen Festivalauftritten war die Optik der Band wieder etwas reduzierter, auf Experimente mit Corpsepaint wurde diesmal verzichtet. Dies war dann aber auch schon der einzige Unterschied zu den letztjährigen Gigs und führt mich zu meinem einzigen Kritikpunkt. So einzigartig, packend und unbeschreiblich ein MDG-Gig auch ist, so berechenbar ist er mittlerweile leider geworden. Nicht die geringste Veränderung in der Setlist, und ich würde einiges darauf wetten, dass "Dreadful Hours" der Song war, der aufgrund der durch technische Probleme verkürzten Spielzeit gestrichen werden musste.
MDB zelebrierten so wieder einmal Lieder wie "Turn loose the swans", "Cry of mankind" (leider in einer zu kurzen Version), "A kiss to remember" und "She?s the dark" auf ihre unnachahmliche Weise und Sänger Aaron flüsterte, brüllte und sank schmerzerfüllt mit der ihm eigenen Inbrust zu Boden. Auch wenn die Band nie sehr publikumsnah wirkt, kreierten sie auch diesmal eine packende Atmosphäre, die von der Lightshow und reichlich eingesetztem Nebel untermalt wurde. Ach verdammt, ich kann dieser Band einfach nicht böse sein, dazu waren sie auch diesmal einfach wieder viel zu genial...
Zum Ende gab es wieder einmal das heftige "Fever Sea" von "The light at the end of the world" und es bleibt die Hoffnung, Songs wie "I am the bloody earth", "Crown of Sympathy" und "For you" endlich einmal live zu hören. (Volker)


Opeth
Sorry, liebe Force-Leute, aber Opeth sind nun wirklich keine Band, die man am frühen Morgen spielen lässt, denn die komplexe und anspruchsvolle Musik der 4 Schweden verlangt deutlich mehr Aufmerksamkeit, als man am Ende eines langen und anstrengenden Festivalwochenendes noch aufbringen kann...
Nach einer nicht enden wollenden Umbaupause von fast 40 Minuten war es bereits 3:20 Uhr als Opeth endlich die Bühne betraten, um von wenigen hundert ausharrenden Fans wärmstens begrüßt zu werden. Zu einer besseren Zeit wären es sicherlich einige Tausend gewesen... Man startete mit "The leper affinity" und das folgende wunderschöne "The drapery falls" wurde so mitreißend dargeboten, dass sogar kurzzeitig noch mal so was wie Euphorie aufkommen konnte. Nach "Deliverance", dem Titeltrack des härteren der beiden neuen Alben, traten wir dann auch den vorzeitigen Rückzug antraten, denn was bringt das beste Konzert, wenn einem permanent nur noch die Augen zufallen? Opeth sind immer wieder genial, aber hier und heute wurden sie einfach nur verheizt. (Volker)

Trotzdem bleibt zu sagen, dass das 10. WFF eine rundum gelungene Sache und bis auf besagte Anfahrtsschlange sehr gut organisiert war. Faire Essens- und Getränkepreise, eine meistens exakt eingehaltene Running Order, kaum auffallende Security-Leute und natürlich eine Menge sehr guter bis genialer Bands - was will der Festivalgänger mehr? Außerdem war es erfreulich zu sehen, wie gut sich Metal, Punk und Hardcore auf einem Festival ergänzen können, ich hatte jedenfalls nie den Eindruck zweier aneinander vorbeilaufender Veranstaltungen.

   
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