|

 |
|

 |
|





 |
|
  |
|


 |
|
 |
3440808
Besucher seit 09/2002
|
|
 |
|
 |
| Konzerte |
Festivals |
Edguy / Brainstorm
25.April 2004, Lichtenfels, Stadthalle
|
|
Manchmal erfüllt der Weihnachtsmann auch großen Kindern noch Wünsche. Alle, die sich unseren Jahresrückblick des vergangenen Jahres und meine Wünsche für 2004 angesehen haben, wissen vielleicht, wovon ich spreche. Mein Wunsch ging jedenfalls in Erfüllung, Edguy kamen auf Deutschland-Tour und endlich auch einmal in die Nähe von Nürnberg.
Mit Nocturnal Rites und Brainstrom, deren Tour mit Primal Fear ja auf unschönste Art geplatzt war, hatte man zudem auch noch zwei hervorragende Vorbands mit ins Boot geholt. Doch zunächst einmal durfte heute eine Band ran, die lediglich für diesen einen Gig in Lichtenfels mit auf dem Billing stand - Justice.
|
Justice
 |
Als ich vor einigen Monaten auf der Justice Homepage gelesen hatte, dass die Jungs als Vorband von Edguy auftreten würden, bin ich vor Lachen fast von meinem Schreibtischstuhl gefallen. Justice Vorband von Edguy, haha, guter Witz dachte ich mir. Doch das war kein Witz sondern ernst. Und so wurden auf den Justice-Gigs im Vorfeld auch fleißig Flyer für die anstehende Edguy Tour verteilt, während die Band selbst mehr und mehr Edguy Songs coverte.
Für alle die, die mit dem Namen Justice jetzt nichts anfangen können, hier eine kurze Biografie: Gegründet wurde die Band 1989 in der Gegend um Hirschaid, Bamberg. Zur damaligen Zeit sang dort noch Hannes Holzmann, den die meisten jetzt eigentlich nur noch mit J.B.O. in Verbindung bringen. Bei Justice handelte es sich zu der Zeit noch um eine reine Coverband wie wir sie in Franken zu Hunderten haben. Keine davon vermag jedoch Justice in Sachen Größe, Mangament und spielerischem Können das Wasser zu reichen. Auch aus der aktuellen Besetzung haben zumindest zwei der Mitglieder schon in anderer Form von sich Hören gemacht; Sänger Mitsch war als Gastmusiker auf den letzten Fredom Call-Alben zu hören und Drummer Rami trommelt nebenbei noch für Evidence One.
2002 brachten Justice dann mit "The Hammer of Justice" ihre erste CD mit ausschließlich eigenen Songs heraus und durften damit im selben Jahr auf dem Wacken Open Air sowie im vergangenen Jahr auf dem Summer Breeze auftreten. Nebenbei veranstalteten Justice letztes Jahr anlässlich ihres 15jährigen Band-Bestehens auch noch ein eigenes Festival namens Earthshaker, bei dem unter anderem Doro und Testament zu sehen waren. Doch nun genug der einleitenden Worte und zum heutigen Gig...
Bereits eine Stunde vor Einlass standen vor dem Eingang mehrere 100 Leute mit Justice T-Shirts und als jene dann gegen 18:45 Uhr die Bühne stürmten, wurden ihnen bereits von mindestens 200 euphorischen Fans die Hände entgegen gestreckt. Neben altbekannten Stücken wie "Highschool deaf" oder "Life undead" gab es auch Lieder vom demnächst erscheinenden neuen Album zu hören, wie z.B. die Single-Auskopplung "Rotten to the Core" oder das von den Fans eifrig mitgeklatschte "Let it Sented". Außerdem gab es neben dem wilden Gepoge und Mitgegröle von Seiten des Publikums auch wieder die nervigen Rufe nach Sodoms "Ausgebombt" zu vernehmen, welche glücklicherweise an diesem Abend nicht erfüllt wurden.
Die knappe Spielzeit von gerade einmal 30 Minuten hätte man meiner Meinung nach besser nutzen können als mit sinnlosen Ansagen wie "Wenn ihr euch wundert dass wir hier heute viele persönlich kennen, dann liegt das daran, dass wir hier ganz aus der Nähe kommen" oder "jetzt muss ich einfach mal fragen, wer von euch Justice zumindest schon einmal Live gesehen hat" - Hallo!? Wir sind hier in Franken, hier vergeht kein Monat, an dem diese Band nicht irgendwo in der Nähe spielt.
Auch wenn das ganze an diesem Abend musikalisch absolut nicht zum Restprogramm passen sollte und ich persönlich Justice als Coverband den eigenen Songs vorziehe, konnten die Jungs heute abgesehen von den bereits erwähnten Ansagen einen durchaus gelungenen Gig hinlegen. Ein Konzert oder gar eine Tour mit einer namhaften Death oder Thrash Metal Band wäre aber sicherlich für alle sinnvoller gewesen, denn so mancher Edguy-Fan zog angesichts der stilistischen Differenzen zu ihren Helden den Bierausschank dem Platz vor der Bühne dann doch vor... (Tobi)
|
Nocturnal Rites
 |
Dass die Schweden Nocturnal Rites im Gegensatz zu Justice voll und ganz ins heutige Konzept passen würden, war schon vor der Show klar gewesen, denn bereits die Alben der Band tendieren deutlich mehr in die Edguy-Richtung als das Songmaterial der Franken.
Was mir auf CD schon immer ganz gut einläuft, kam live sogar noch besser rüber, sei es nun "Shadow Land", "Ironforce" oder der Titeltrack zum gleichnamigen Album "After Life". So wurde es vor der Bühne jetzt auch langsam noch voller, hier und da flogen einige Haare zu den melodischen Power-Krachern und lediglich der Sound ließ nicht eben wenige Wünsche übrig. Dafür wurde man mit einigen herrlichen Gitarren-Soli und jeder Menge Songs des neuen Albums entschädigt. Auch wenn der Band nach mittlerweile sechs Studioalben noch immer der Vorwurf des Hammerfall-Clons anlastet konnten Nocturnal Rites heute eindrucksvoll beweisen, dass die Jungs durchaus selbst was drauf haben und in den 30 Minuten einen gelungenen Gig abliefern, dem nicht einmal das kindische Rumgehopse des Bassisten wirklich etwas abverlangen konnte. (Tobi)
|
Brainstorm
 |
Mit der nächsten Band standen nicht nur ein paar alte Bekannte, sondern auch eine der wohl besten momentanen Powermetal Bands des Landes auf der Bühne. Sänger Andy B. Franck, der jedes mal gut gelaunt über beide Backen grinst wenn er mich sieht (nicht jeder hat einen mit Autogrammen der Band versehenen 10 DM-Schein - der Verfasser) wusste auch heute wieder vollstens mit einem energiegeladenen Auftritt zu überzeugen. Noch einmal kamen zu den bereits mehr als 1000 Leuten vor der Bühne etliche hinzu und die Fans feierten auch heute den Fünfer wieder zu Recht begeistert ab. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich die Jungs jetzt schon live gesehen habe, aber einen schlechten Brainstorm-Gig habe ich noch nie erlebt. So ging auch der Auftritt am heutigen Abend dank eines perfekten Sounds, einer super aufeinander eingespielten Band und einem alles überragenden Andy B. Franck als phänomenal durch. "Metus Mortis", "Soul Temptation", "Heights without lows", "Blind Suffering" sowie "Holy War" vom "Unholy"-Album waren hierbei nur ein paar der musikalischen Highlights des gut einstündigen Sets.
Brainstrom kann ich mir auch noch hundert mal anschauen, die Jungs werden einfach nie langweilig! (Tobi)
|
Edguy
 |
Nach einer ca. halbstündigen Umbaupause war es endlich so weit, der Headliner Edguy betrat die Bühne. Was war uns nicht alles im Vorfeld versprochen worden? Mit "einer genialen, noch nie da gewesenen Show" hatte uns Sänger Tobias Sammet heiß gemacht, und Tobias Exxel hatte uns im Rock Hard gar "einen riesigen Tempel, in dem der Hellfire Club seine Orgien abhält" versprochen. Das hatte auf jeden Fall sehr vielversprechend geklungen, und endsprechend erwartungsfroh stand ich dann auch mit gezückter Kamera im Fotograben bereit. Die Lichter gingen aus, ein kurzes Volksmusik-Intro wurde angespielt (ich glaube der Song heißt "Wo is'n der Holzbua" oder so... lief neulich mal im Fernsehen ? der Verfasser) bevor schließlich das eigentliche Intro Mysteria vom "Hellfire Club"-Album anlief.
Dann ging der Vorhang auf und als erstes bekam man einen überdimensional großen Gargoyle zu Gesicht. Links und rechts davon standen drei Skelette und direkt vor dem riesigen Ungetüm saß Felix Bohnke hinter seinem Schlagzeug. Das Intro ging ohne Pause gleich in den Song "Under the Moon" über, Tobias trug dabei anfangs noch einen antiken Mantel, den ich der Rokoko- oder Barock-Epoche zuordnen würde. Ein beneidenswertes Stück! Aber heute gab?s natürlich nicht nur was für die Augen sondern auch die Ohren wurden auf?s Feinste verwöhnt, sei es nun mit "The Headless Game" oder meinem persönlichen und natürlich aus Leibeskräften mitgesungenen Lieblingssong "Land of Miracle". Dazu gab es immer wieder die gewohnt witzigen Ansagen von Tobias Sammet, der es heute irgendwie auf die Münchner abgesehen hatte, welche im Laufe des Abends ordentlich ihr Fett weg bekamen.
Daneben gab es aber natürlich auch viel neues zu hören wie z.B. "The Piper never dies", und das in voller Länge. Dabei bewies Herr Sammet, dass er mit anderen deutschen Sängern großer Bands wie Andy B. Franck oder auch Hansi Kürsch locker mithalten kann.
Dann gab es zumindest für einen Teil der Band eine kurze Verschnaufpause und Felix Bohnke bot ein meiner Meinung nach völlig überflüssiges Drumsolo dar. Zwar war das, was er da zur Filmmusik von Star Wars trommelte, nicht wirklich schlecht, aber eben auch nicht so sonderlich überragend. Meiner Ansicht nach sollte sowas auf Konzerten generell die Ausnahme bleiben, es sei denn vielleicht, man heißt Mike Terrana. Ein Song von den beiden Avantasia-Scheiben wie z.B. "Reach Out for the Light" wäre mir in der gleichen Spielzeit um einiges lieber gewesen, denn von Tobis Solo-Projekt wurde auch bei uns heute Abend kein einziger Song gespielt - schade.
Dafür ging es dann mit "Fallen Angel" weiter, bevor Tobias die Ansage machte, dass man jetzt einen Song von einem Album mit grünem Cover spielen würde. Allen war natürlich klar was jetzt kommen würde - die Hymne "Vain Glory Opera" vom meiner Meinung nach immer noch besten Album der Hessen. Danach wurde von Tobias "King of Fools" wie folgt angesagt: "Ihr wisst ja sicherlich, wir haben eine Single gemacht, und sind damit im Fernsehen aufgetreten. Ja, ich weiss, wir haben den Heavy Metal verkauft! Wir haben sehr viel Geld dafür bekommen und uns alle einen Ferrari vor die Haustür gestellt." Den Humor konnten nicht alle Fans teilen; während auf der einen Seite lautstark gejubelt wurde, gab es von der anderen Seite ein ordentliches Pfeifkonzert. Am Schluss hatten sich aber doch wieder alle lieb, und so endete schließlich auch dieses fantastische Konzert der Jungs aus Fulda und damit auch ein äußerst unterhaltsamer Abend. (Tobi)
|
|
|
|
|
|
|