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Konzerte Festivals


Darkwell

17.04.2004, Giessen, Jokus



Seltsam, so was. Nach dem großen Erfolg des letzten Jokus Konzertes einen Monat zuvor mit Graveworm als Headliner und über 300 Besuchern verloren sich diesmal gerade einmal 66 Nasen im Giessener Club, um sich das österreichisch-deutsche Gothic Metal Package zu Gemüte zu führen. Dabei sollte man doch eigentlich meinen, das sich Darkwell mittlerweile einen guten Namen verschafft haben. Aber scheinbar ist es so, wie Veranstalter Nico vermutet, die mittelhessischen Metaller sind wohl nur mit Black und Death Metal aus der Reserve zu locken...


Vanitas
Los ging es aber mit den Österreichern Vanitas, die im Schlepptau von Darkwell bei einigen Gigs in Deutschland dabei waren. Und ebendiese boten dann leider eher eine Rechtfertigung für den dünnen Besuch, denn der einfach gestrickte Gothic Metal mit dem schon lange nicht mehr beliebten Engelchen-Teufel-Schema konnte nur beim kleinen mitgebrachten Anhang für Freude sorgen. Vanitas sind auch nicht schlechter als viele der Durchschnittskapellen aus den mittleren und späten 90ern, aber eine wirkliche Existenzberechtigung kann ihnen das wohl nicht verschaffen. Was Sänger und Sängerin boten ging soweit in Ordnung, aber bei Standard-Riffs aus der Metal-Wühlkiste und Keyboards im "besten" Crematory-Stil ist ein kühles Bier doch eine nette Alternative. (Volker)


Opalessence
Opalessence boten im Anschluß ein herbes Kontrastprogramm; statt simplen Uffta-Uffta-Rhythmen boten die Darmstädter ihre sehr verspielte, angeproggte Gothic Metal-Variante dar. Spieltechnisch macht denen so schnell keiner was vor, ganz klar, und es wurde deutlich, daß sich Opalessence mittlerweile sehr weit vom klassischen Gothic Metal aus "Withering blossom"-Zeiten wegbewegt haben und wohl auch noch weiter wegbewegen werden, nimmt man das live vorgestellte neue Songmaterial zum Maßstab. Eine Entwicklung, welche ich als Anhänger der Frühphase der Band eher nachteilig finde; so langsam werden mir Opalessence zu frickelig und verspielt. (Wodurch sie mir nun mittlerweile deutlich besser gefallen. So unterscheiden sich eben die Geschmäcker - Volker). Und da das auch Auswirkungen auf die Setlist hat, kann ich Hymnen wie "Moonlightdance" oder "Farewell my beloved" künftig wohl nur noch vor der heimischen Anlage lauschen, seufz. Schade! (Till)


Darkwell
Nun aber Schluss mit dem Gemecker, denn Darkwell aus dem schönen Austria lassen spätestens seit dem Einstieg von Sängerin Stefanie Meier live gewiss nichts anbrennen.
Die knappe Stunde Spielzeit (mehr war durch die Auflage, um 24 Uhr fertig zu sein nicht möglich) wurde gleich mehrfach dazu genutzt, Songs vom im Herbst erscheinenden Album "Metatron" vorzustellen, auf das man sich jetzt schon freuen kann, was z.B. "The Prisoner" verdeutlichte. Einen leckeren Vorgeschmack bietet schon einmal die Single "Strange", die mit gut 13 Minuten Spielzeit zwar sehr kurz ausgefallen ist, aber dafür zum fairen Preis von 4 Euro angeboten wurde. Überdies gab es natürlich auch Songs vom Debut "Suspiria" (neben dem Titelsong auch zwei der stärksten Darkwell-Songs in Form von "Realm of Darkness" und "Two Souls Creation - The Salvation") sowie "The Crucible" und "Elisabethea" von der EP "Conflict of Interest". Das nicht wirklich gelungene Cover von "Twist in my Sobriety" wurde ja live schon vor einer Weile durch "Don?t you forget about me" ersetzt, was nicht schlecht klingt, aber meiner Meinung nach auch nicht wirklich sein muss. Da machen die heute einmal wieder überzeugend präsentierten eigenen Songs mehr her.
Stephanie Meier gefiel dabei einmal mehr als gute Live-Sängerin, die auch optisch ein wahrer Blickfang ist. Entsprechend souverän agierten auch die anderen Bandmitglieder, wobei DER österreichische Metal Drummer Moritz Neuner fast schon etwas unterfordert wirkte. Die Band schien jedenfalls trotz der dünnen Kulisse ihren Spaß zu haben, aber schliesslich wurden sie von der kleinen Meute vor der Bühne Lärm auch ordentlich bejubelt. Immerhin etwas und es bleibt die Hoffnung, dass Disillusion am 8. Mai an Ort und Stelle von einem größerem Publikum empfangen werden! (Volker)


Last but not least: Vielen Dank an Sylvie für die Kamera-Leihgabe!

   
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