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Jon Nödtveidt


Jon Nödtveidt Merkwürdige Todesarten gibt es im verrückten Musikzirkus einige, darunter auch immer wieder mal einen Freitod. Sei es Drogensucht, Depression oder Krankheit, Gründe gibt es verschiedene. Doch wer nimmt sich schon das Leben, weil er glaubt, es woanders sinnvoller fortführen zu können? Dead von Mayhem war so einer. Ähnliche Intentionen lagen offenbar zugrunde, als sich vor kurzem Jon Nödtveidt, Kopf der Black Metaller Dissection, erschoß.

Der bekennende Satanist polarisierte die Szene zu Lebzeiten gehörig. Auf der einen Seite stand seine Musik, mit welcher er sich innerhalb kurzer Zeit höchstes Ansehen erworben hatte. Auf der anderen Seite war er ein Mensch, der elitäres Denken, Menschenhaß und die Verehrung der Dunkelheit predigte und 1997 selbst in einen Mord verstrickt war. Die acht Jahre, welche er wegen Beihilfe zum Mord absitzen mußte, setzten Dissection seinerzeit ein frühes vorläufiges Ende. Dabei hatte alles hervorragend begonnen. Das erste Album "The Somberlain" war wie ein Blitz in der Szene eingeschlagen und hatte die Band aus Göteborg mit der Mischung aus ausgefeilten Melodien und unbarmherzigem, in Musik gegossenem Haß in Nullkommanichts bekannt gemacht. Das Zweitalbum "Storm of the Light's bane" schließlich ließ keinen Zweifel daran, welche musikalischen Genies hier zugange waren. Eine eingehendere Lobpreisung des Werkes spare ich mir an dieser Stelle, sie steht woanders auf diesen Seiten und in den Herzen der Metalfans dieser Welt. Wer weiß, was aus Dissection geworden wäre, hätten Nödtveidt nicht seine haßerfüllten Ambitionen im Weg gestanden und ihn zur Teilnahme an einem brutalen Mord verführt.

Eine Gefängnisstrafe soll den Inhaftierten läutern und verhindern, daß er noch einmal straffällig wird. Ob dieses Ziel bei Nödtveidt erreicht wurde, sei dahingestellt. Worte des Bedauerns wurden nach der Entlassung jedenfalls nicht vernommen, dafür schwärmte er von der neuen Dissection-Besetzung, welcher er um sich geschart hatte, als "satanische Waffe". Eine erfolgreiche Tour brachte die Band wieder ins Gespräch zurück, und ein neues Album folgte. "Reinkaos" wurde jedoch zwiespältig aufgenommen. Während die einen begeistert vom Comeback der Black Metal-Götter sprachen, attestierten andere Nödtveidt Ideenmangel und einen mißglückten Versuch, aus alten Kamellen Kapital zu schlagen. Es blieb das letzte Kapitel in der Geschichte Dissections. Kurz nach der Veröffentlichung kündigte Nödtveidt an, die Band aufzulösen, da er mit Dissection alles erreicht habe, was in dieser Hinsicht möglich sei. Wenige Monate später verabschiedete er sich völlig von diesem Planeten. Inmitten brennender Kerzen und okkulter Bücher schoß er sich in den Kopf, nachdem er Abschiedsbriefe an Freunde und Verwandte abgesandt hatte.

Was Nödtveidt zu seinem Suizid veranlaßte, wird wohl ewig Spekulation bleiben. War es tatsächlich die rituelle Selbsttötung eines Okkultisten, der ein sinnvolles Leben auf einer anderen Ebene führen wollte? War es der konsequente Akt der Selbstvernichtung eines Elitisten, der den Tod der Schande vorzog, die die negativen Reaktionen auf "Reinkaos" über ihn gebracht hatten? Oder war es die verzweifelte Tat eines Depressiven, der erkannt hatte, daß er nach der Gefängnisentlassung nicht mehr in dieser Welt zurechtkam, keine gute Musik mehr schreiben konnte und keinen Lebenssinn mehr fand?

Wir werden es nicht erfahren. Wer Jon Nödtveidt wirklich war, werden auch nur seine engeren Vertrauten wissen. Fest steht, daß er trotz seiner unverzeihlichen Bluttat und seiner kontroversen Ansichten ein begnadeter Musiker war, der der Welt mit die beste Musik, die sie je erlebt hat, bescherte. So möge seine schwarze Seele woanders den Frieden finden, welcher ihr auf der Erde verwehrt ward. (Till)


Seine Werke:

Dissection - The Somberlain (1993)

Dissection - Storm Of The Light's Bane (1995)

Dissection - (EP) Where Dead Angels Lie (1996)

Dissection - The Past Is Alive (Early Mischief) (1997)

Dissection - Live Legacy (2003)

Dissection - Reinkaos (2006)



   
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