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Die Frankfurter Power Metal Band "Elvenpath" konnte regional durch ihr Demo "2002" und erste Liveauftritte bereits einige Aufmerksamkeit erregen, und kann ohne Zweifel zu den hoffnungsvollsten Newcomern der Szene in Rhein-Main gezählt werden. Wir trafen die beiden Gitarristen Michael Petrick und Till Oberboßel zu einer ausgedehnten Fragerunde über ihre Band sowie Metal in Rhein-Main und überhaupt.




Zum Anfang, auch wenn ihr diese Frage gewiss nicht zum ersten Mal hört, würden wir gerne von euch wissen, wie es zur Gründung von Elvenpath gekommen ist.

Till: Gegründet haben wir die Band letztes Jahr, 2001, aus purer Liebe zum traditionellen Heavy Metal, so steht es jedenfalls in unserer Bandinfo.
Michael (lacht): Da war ich aber noch nicht dabei!
Till: Ich hatte einfach großen Bock Power Metal zu machen, das hatte ich eigentlich schon seit Jahren vor, aber ich hatte immer ziemliche Schwierigkeiten, Leute zu finden und letztes Jahr hat es dann geklappt. Ich hab mit zwei anderen Leuten, einem Schlagzeuger und einem Gitarristen Elvenpath aus der Taufe gehoben, die allerdings beide nicht mehr dabei sind. Seit Anfang dieses Jahres etwa ist die momentan aktuelle Besetzung zusammen, also der Michael und ich an der Gitarre, Martin am Schlagzeug, Peter am Keyboard und der Chris am Bass. Einen Sänger haben wir noch nicht gefunden, aber wir sind fleißig auf der Suche (Anmerkung der Red.: Auf dem Demo "2002" hat Michael die Vocals eingesungen, live werden einige Parts bislang auch von Till übernommen).

Wir haben gesehen, dass ihr im Rock Hard eine Anzeige aufgegeben habt....

Till: .....nicht nur da, auch im Metal Heart, im Hammer, im Heavy oder was?!? und im Legacy.

Haben sich da schon Leute gemeldet?

Till: Ja, diese Woche wird bei uns jemand vorsingen, den kenne ich allerdings schon länger, ist ein Kumpel von uns, der auch schon bei unseren Gigs war. Mal schauen, er ist halt mehr so der Rock ?n? Roll ?Sänger, aber wir werden das einfach mal anchecken.

Ihr hättet ja auch gerne eine Sängerin, habt ihr da Hoffnung fündig zu werden?

Till: Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Bei uns hat sich auch mal die Sängerin von "Seven Sins" gemeldet, allerdings wohnt sie in Aachen und zweimal wöchentlich zum Proben hierher zu kommen war ihr dann doch zu weit....
Aber ansonsten hab ich da keine Präferenzen, ob wir jetzt einen Sänger oder eine Sängerin haben, Hauptsache ist, er oder sie kann gut singen, passt menschlich in die Band und ist bereit auch Einsatz zu zeigen. Es gibt ja verschiedene Gesangsstilistiken die auch mit unserer Musik kompatibel wären. Ja, also seit Anfang des Jahres haben wir die jetzige Besetzung zusammen und zuerst mal das Demo "2002" gemacht, das wir im März aufgenommen haben.

Ihr habt ja aber auch schon weitere Songs geschrieben, die Texte finden sich bereits auf eurer Homepage, was habt ihr mit diesen Stücken vor?

Till: Veröffentlicht sind bislang nur die drei Tracks auf dem Demo, aber wir haben die anderen Lyrics auch schon mal online gestellt, damit die dann auch alle bei den Konzerten mitgröhlen können. Wir haben vor, nächstes Jahr im Frühling eine EP mit wahrscheinlich 5 Songs aufzunehmen. Aber wir haben uns bisher noch nicht bei Labels beworben, weil es dafür auch einfach noch zu früh ist, wir haben ja gerade erst angefangen.
Wir wollen uns dann aber schon mit der EP bei Plattenfirmen vorstellen und versuchen, die total überfüllte Metalszene noch ein bisschen mehr zu überfüllen (lacht). Die Songs werden also auf jedem Fall veröffentlicht, ein komplettes Album haben wir allerdings noch nicht in Planung.

Dann lasst uns mal auf das Demo "2002" zu sprechen kommen, das hat uns recht gut gefallen, auch wenn es gerade bei der Produktion qualitätsmäßig noch viel Platz nach oben gibt. Ich habe mal gehört, das Demo sei im Wohnzimmer von einem von euch aufgenommen worden, stimmt das?

Till: Partiell ja, das Schlagzeug und den Bass haben wir im Proberaum aufgenommen und den Rest bei unserem Keyboarder und Produzenten Peter im Wohnzimmer. Geld für ein Studio hatten wir schlichtweg nicht, und in Anbetracht der Umstände, also dafür das wir alles homerecordet haben, bin ich mit dem Ergebnis eigentlich auch ganz zufrieden, obwohl es sicherlich noch steigerungsfähig ist. Ich denke, was den Sound angeht lässt sich da wirklich noch einiges herausholen, vielleicht werden wir nächstes Jahr die EP auch komplett im Studio aufnehmen, wenn wir das Geld haben.
Michael: Man muss dazu ja auch sagen, dass es beim digitalen Homerecording eigentlich egal ist, wo man die Gitarren aufnimmt. Das kann man dann auch auf dem Klo aufnehmen, es geht ja sowieso direkt in den PC. Beim Gesang muss man da halt schon ein paar Abstriche machen.
Till: Das gibt aber sicher auch ein besonderes Feeling, wenn man die Gitarre auf dem Klo aufnimmt. (Lacht) Also ich möchte mich nächstes Jahr mit der Gitarre aufs Klo setzen, zumindest für die Soli.


Till, du hast ja für das Demo die Musik und den Großteil der Texte alleine geschrieben, wollt ihr das zukünftig so beibehalten oder werden sich die anderen Bandmitglieder mehr einbringen.

Till: Also bei unseren neuen Songs sind schon welche dabei, die ich nicht alleine geschrieben habe, z.B. "Metal War" hab ich mit Michael zusammen geschrieben, daneben haben auch Michael und Chris jeweils einen Song alleine geschrieben. Ich denke das wird sich weiterhin in der Band ein bisschen aufsplitten und wir werden auch versuchen, zusammen Songs zu komponieren. Die "2002" enthält Songs, die teilweise einige Jahre alt sind und jetzt haben wir mehrere Songwriter in der Band, die auch stilistisch gut zusammenpassen. Von daher werde ich sicher nicht der alleinige Songwriter für die Band bleiben und das ist auch ganz gut so, dann hab ich etwas weniger Arbeit.

Okay, kommen wir zu den einzelnen Songs. "Eternal Quest" klingt für mich ziemlich nach Hammerfall und Gamma Ray.

Michael: Hey, der erste, der das wirklich direkt erkannt hat.
Till: Na ja, fast, der Schöwe vom Hammer hat es auch schon mit Hammerfall verglichen. Gut, ich denke da haben mich Hammerfall tatsächlich beeinflusst. Ich stehe sehr auf diese Band, wie auch auf Gamma Ray, aber ich denke gerade bei dem Song war es schon die Einwirkung von Hammerfall.

Wovon handelt der Song?

Till: "Eternal Quest" hat einen persönlichen Text, der allerdings in einen gewissen Fantasykontext eingebunden ist. Es ist ein relativ melancholischer Text, aus dem auch etwas Verzweiflung spricht.

Bei "Kingdom of the Weird" geht?s ja auch eher düster und recht melancholisch zu.

Till: Ja, der Text ist wohl für andere Leute nicht so leicht nachzuvollziehen. Er handelt von einem Traum, den ich mal hatte. Ein sehr stranger Traum, den ich jetzt auch nicht näher beschreiben möchte, denn das würde dem Text auch sicher einiges seiner Faszination nehmen. Ich bin jedenfalls aufgestanden und hab sofort den Text geschrieben und die Musik direkt hinterher, also muss ich wohl sehr inspiriert gewesen sein.
"Thunderode" ist, um Eurer nächsten Frage vorzugreifen, der einzige Text auf der CD, der nicht von mir ist, sondern von einem alten Kumpel, mit dem ich auch mal in einer Band gespielt habe. Der Text ist eigentlich eine ziemlich philosophische Betrachtung in der das Leben als Strasse dargestellt wird, die jeder bereisen muss, vom Anfang bis zum Ende.
Michael: Auch wenn es musikalisch eher ein erdiger Rocker ist.

Schwebt euch auch vor, künftig häufiger solch rockige Songs zu schreiben?

Till: Definitiv nein, rückblickend finde ich, dass "Thunderode" bereits aus dem Power Metal Rahmen herausfällt. Die Nummer ist zu wenig Metal und zu viel Rock, würde ich mittlerweile sagen. Der Song kommt zwar live gut an und es wird auch in vielen Reviews behauptet, es sei der beste Song des Demos. Ich mag ihn auch immer noch, aber er passt nicht wirklich zu Elvenpath. Wenn wir genügend sonstiges Material haben, werden wir den Song wohl auch nicht mehr live spielen. (Lacht) Dann können irgendwann alle Leute verzweifelt nach "Thunderode" gröhlen.

Okay, wir waren eben schon bei Hammerfall und Gamma Ray als Einflüsse angelangt. Welche Bands haben euch denn sonst noch beeinflusst, vor allem auch im Gitarrenbereich?

Michael: Das ist bei jedem Bandmitglied völlig unterschiedlich, wir haben einen gemeinsamen Nenner und das ist traditioneller Power Metal, das hören wir alle, aber darüber hinaus sind die Einflüsse verschieden. Ich höre z.B. viele progressiven Sachen, 80er Jahre und auch modernere Sachen wir Dream Theater, unser Drummer Martin hört eigentlich hauptsächlich Geknüppel und Maiden, Chris bevorzugt Power Metal sowie Punk und Peter hört eigentlich so ziemlich alles.
Till: Ich hör neben Power Metal noch viel Black Metal. Als Lieblingsbands im Power Metal-Bereich würde ich auf jeden Fall Manowar nennen, Blind Guardian, Iron Maiden, Gamma Ray, auch Fates Warning. Meine absolute Lieblingsband ist Nightwish, aber das würde ich jetzt nicht als Power Metal bezeichnen. Auch wenn wir von denen unseren Namen geklaut haben.

Ist der denn wirklich nur ganz einfach geklaut, oder steckt da doch noch mehr dahinter?

Till: Es steckt durchaus was dahinter. Der Pfad der Elben, jeder der sich mit Tolkien etwas auskennt kennt ja die Elben, vor allem die Hochelben, als, ganz platt gesagt, die Kämpfer für das Gute und das Licht und wir wollten halt einen positiven hoffnungsvollen Namen für die Band haben. Wir haben also den Pfad der Elben gewählt und hoffen, dass uns möglichst viele auf ihm folgen.

Dass Ihr Fantasy mögt merkt man ja auch an den Texten. Befasst ihr euch auch anderweitig mit Fantasy? Literatur zum Beispiel oder vielleicht sogar mit Rollenspielen?

Till: Rollenspieler bin ich nicht, aber ich lese gerne und viel Fantasyliteratur und verehre ganz besonders natürlich Tolkien, von dem ich alles sammle und lese, was ich bekommen kann. Ansonsten steh ich sehr auf Terry Pratchet.
Michael: Ich lese weniger, den "Herr der Ringe" hab ich natürlich schon gelesen, aber Rollenspiele sind seit vielen Jahren mein Ding. Angefangen hab ich mit DSA, das ist trotz seinem Ruf mein System und einfach geil. Aber in den letzten Jahren kamen wir nicht mehr so dazu, jetzt spielen wir hauptsächlich D&D oder mal Shadowrun.

Noch eine Frage direkt zur Musik, und zwar die Bitte an euch, eure Musik einfach mal mit möglichst wenigen Worten zu beschreiben, vor allem auch für die Leute, die euch noch nicht kennen.

Till: Mit drei Worten: Melodic Power Metal. Ich denke wir sind rifflastiger als viele der Melodic Metal Bands aber auch melodiöser als viele von den ganz traditionellen. Da merkt man auch die verschiedenen Songwritereinflüsse, der Michael ist ein sehr riffbetonter Mensch während ich immer eher von der Melodie ausgehe. Wir kombinieren eben die Melodie von Bands wie Blind Guardian oder Hammerfall mit den Riffen von Jag Panzer oder ähnlichem.
Michael: Ich würde sagen, straight, erdig, traditionell und melodisch. Das wird auch in Zukunft so sein, die Songs die ich schreibe werden wohl etwas mehr in Richtung US Power Metal gehen.
Till: (grinst) Wir sind nicht originell aber geil!
Michael: Das ist auch unser Bandmotto! Live ist unser Ziel, das ganze mit viel Spaß und unverkrampft herüberzubringen.

Womit wir beim nächsten Thema wären. Ihr habt ja vor etwa 2 Monaten euer Livedebut im Frankfurter Spritzehaus gegeben, gerade zum zweiten Mal dort gespielt und es werden auch noch einige dort folgen. Wie waren eure Eindrücke?

Till: Es hat tierisch Spaß gemacht, vor allem beim Debutgig war das Spritzehaus ja richtig gut gefüllt, es waren ca. 100 Leute da. Wir hatten zwar ein paar Anfangsschwierigkeiten im Zusammenspiel, das will ich gar nicht leugnen, aber es hat jedenfalls Riesenspaß gemacht und das Publikum ist mit abgegangen. Bei unserem zweiten Gig waren es leider nicht ganz so viele Besucher, aber ich erhoffe mir noch einiges für die kommenden Konzerte. Wir haben ja teilweise vorher auch schon mit unseren anderen Bands live gespielt, aber mit Elvenpath Power Metal zu spielen ist schon etwas besonderes.
Michael: Unsere Musik gehört auch einfach auf die Bühne.
Till: Eine besondere Bühnenshow haben wir noch nicht ausgefeilt, wir haben eigentlich eine relativ normale Performance mit Bangen und ein bisschen Posen, aber es macht jedenfalls tierisch Spaß.

Hättet ihr Lust, wenn ihr irgendwann mal größer werden würdet, das so ähnlich wie DIO damals aufzuziehen, also mit Schwertern, Drachen, Burgen etc.?

Till: Lust hätte ich schon....
Michael:......(lacht) aber ich nicht, ich steh mehr auf straighte Liveshows.
Till: Ich glaub, das wäre aber auch ein finanzielles Debakel für uns. Um in dem Bereich etwas gutes und sehenswertes auf die Bühne zu bringen, muss man schon verdammt viel Kohle investieren und eine durchschnittliche Metalband macht damit wahrscheinlich riesigen Verlust. Von daher wird es bei uns eher bei der straighten Headbangershow bleiben, aber ich denke, das kann auch sehr unterhaltsam sein. Wobei ich es durchaus mag, wenn eine Band auch etwas fürs Auge bietet.
Michael: Blind Guardian haben das in Wacken dieses Jahr sehr gut gemacht.

Till, du warst ja vor Elvenpath schon in anderen Bands aktiv, unter anderem bei der Frankfurter Black Metal Band Satanic Wizard, mit der du im November ja auch einen Doppelauftritt im Spritzehaus hast. Wie kommt es, dass Satanic Wizard wieder da sind, die Band lag ja meines Wissens nach doch eine Weile auf Eis.

Till: Also so richtig inaktiv waren wir nie. Wir haben der Band nie eine richtige Pause verordnet, sondern hatten nur manchmal ein etwas gemäßigteres Arbeitstempo..... Wir haben ja im Januar das letzte Mal live gespielt, (grinst) im Spritzehaus übrigens, aber mehrere Leute waren halt mit ihrem Studium ziemlich beschäftigt und deswegen haben wir auch ein paar Monate kaum geprobt, geschweige denn live gespielt. Aber momentan sind wir wieder etwas aktiver, das heißt, wir werden diesen Gig spielen und wir stecken auch momentan mitten in den Aufnahmen zur neuen CD. Wobei ich aber nur noch diese Aufnahmen und diesen Gig machen werde, weil mir das einfach mit zwei Bands zeitlich zuviel wird. Aber die Band wird?s auf jeden Fall weiterhin geben und anscheinend haben sie sich auch schon einen neuen Gitarristen ausgesucht. Ich wünsche ihnen dafür auf jeden Fall viel Erfolg.

Michael, du hast auch noch eine zweite Band.....

Michael: .....das sind Synchronic, wir wollen etwas in Richtung futuristischem Thrash Metal machen. Das geht dann in etwa in Richtung Cynic - auch wenn die sicherlich unerreichbar sind-, VoiVod oder von der Atmosphäre her auch Meshuggah und Strapping Young Lad. Vielleicht gibt?s nächstes Jahr ein Demo von uns, wir versuchen auf jeden Fall ziemlich progressiv zu sein und die Sache ist sehr experimentell. Wir sind allerdings noch auf der Suche nach Musikern, gerade einen Bassisten zu finden ist schwer, da man dafür halt auch ziemlich viel üben muss. Synchronic deswegen, weil wir alles in stakkato und ziemlich synchron spielen.

Ihr seid jetzt etwa ein Jahr mit Elvenpath aktiv, meint ihr dass ihr bei der Band euer musikalisches Zuhause gefunden habt, soll heißen, strebt ihr eine längere Karriere mit Elvenpath an?

Michael: So weit wie es geht.
Till: Also Elvenpath ist die Band von der ich jahrelang geträumt habe. Ich hab ja schon gesagt, ich wollte eigentlich immer Power Metal machen, aber habe nie Leute gefunden. Mittlerweile haben wir aber die meisten Hürden genommen, wir haben nach langer Sucherei endlich einen Proberaum gefunden und eine fast komplette Bandbesetzung beisammen. Ich fühl mich in der Band pudelwohl und kann jetzt endlich meine Power Metal Songs aufnehmen und live spielen und denke, der Band ist eine längere und schöne Zukunft beschieden.

Sehen das denn alle in der Band so? Ich habe gehört, Keyboarder Peter spielt schon mit dem Gedanken auszusteigen.

Till: Ja, der Peter macht musikalisch auch noch andere Sachen nebenher, auch noch eine Comedyband namens "Shout Hair" und will auch noch andere Projekte machen und deswegen reicht es auch zeitlich für Elvenpath nicht mehr. Keyboards sind uns für die Atmosphäre aber schon wichtig und daher wird sich nächste Woche auch ein Keyboarder bei uns vorstellen. Es ist also alles im Gange.

Also wird es Elvenpath auch in 10 Jahren noch geben?

Michael: Das Bandklima ist jedenfalls exzellent, die Voraussetzungen sind gegeben und wir haben mit dem Spritzehaus schon mal eine gute Plattform für Livekonzerte.
Till: Ich denke schon, dass es Elvenpath in 10 Jahren noch geben wird, in was für einem Rahmen und auf was für einem Level kann ich jetzt noch nicht sagen. Aber in dem einen Jahr seit der Gründung ist es kontinuierlich nach oben gegangen und alles was wir für diese Zeit vorhatten hat geklappt, außer das wir immer noch keinen Sänger haben.

Bereit für eine paar Stichworte?

Frankfurt

Till: (ironisch) Die Metalhochburg Deutschlands! Naja, hier lässt es sich schon ganz o.k. leben und es gibt auch eine ganz gute Szene hier, auch wenn wir neben Lightmare die einzige Power Metal Band sind. Die Szene in meinem Heimatkaff im Schwarzwald war auf jeden Fall noch wesentlich kleiner.

Speak Easy (Frankfurter Metalkneipe ? Anm. der Red.)

Till: Ab und zu ok....nicht gerade das, wo wir dauernd hingehen. Zu viele Glatzen...
Michael: ....genau, also das Easy hat sich eigentlich für mich erledigt.

Hafenbahn

Michael: Schade!
Till: R.I.P Ich hoffe, der Verein macht bald was Neues auf, es gibt schon wesentlich weniger Konzerte seit es die Hafenbahn nicht mehr gibt. Ich bin sehr, sehr gerne hingegangen.
Michael: Auf jeden Fall. Die Hafenbahn war echt ein Tempel, war sehr schön da.

Tankard

Michael: Nicht mein Ding.
Till: Ich mag sie sehr gerne, eine Thrash Legende, die letzten Sachen die sie gemacht haben, fand ich auch wieder besser, zwischendurch waren sie mir ein bißchen zu punkig. Der Sänger arbeitet übrigens genau wie ich in einem Druckraum.
Michael: Das ist sowieso ein Kuriosum, Elvenpath bestehen zu 60% aus Sozialarbeitern.

Rob Halford

Till: Sollen wir jetzt diplomatisch sein oder nicht?!?
Michael: Na ja, er wird es wohl kaum mitbekommen.... Auf dem BYH hab ich ihn gehört und es war erbärmlich.
Till: Also wer zuerst den Metal für tot erklärt, sich von seiner Priest-Zeit distanziert und 1 ½ Jahre später wieder die Lederjacke anzieht und meint, dass der Metal ja eigentlich doch nicht so tot ist, der ist für mich gestorben.
Michael: Also meiner Meinung nach bringt er es auch einfach technisch nicht mehr.
Till: Für mich ist er ein Verräter am Metal, schreibt das ruhig!
Michael: (lacht) Das klingt ja schon fast nach Bandbruderschaft mit Sacred Steel....

Bang your Head!!!

Till: Das mittlerweile beste Metalfestival Deutschlands. Michael: Nur eine Bühne ist ein großer Vorteil, der meiner Meinung nach unterschätzt wird. Man hat mehr Zeit und es ist einfach relaxter.
Till: Außer beim ersten und beim vierten war ich jedes Mal da und es war jedes mal geiles Wetter, coole friedliche Atmosphäre, nette Leute, tolle Musik, das Paradies auf Erden!

Wacken 2002

Michael: Voll!!!
Till: Sehr voll, zu voll, also Wacken ist immer wieder geil, jedes Mal coole Atmosphäre, geile Musik, oft auch schönes Wetter und der obligatorischen Regenguss. Es macht jedes Mal viel Spaß, egal wie viele Bands man verpasst. Aber es ist wirklich zu voll geworden, man bekommt jedes Mal Platzangst, sowohl vor der Bühne als auch vor den Getränkeständen. Ich hab auch keinen Patentvorschlag, wie man das verändern könnte, außer dass ich nächstes Jahr wohl nicht hinfahren werde. Ich hab mir da schon ein paar andere Festivals rausgesucht, auf die ich wahrscheinlich fahren werden, u.a. das BYH und das Blind Guardian Open Air.

Dann würden wir gerne noch wissen, was ihr von moderneren Metal-Spielarten haltet. Wir denken da jetzt sowohl an Bands wie Pantera oder Sepultura wie auch an Nu Metal, wenn man den denn als Metal bezeichnen möchte.

Till: Es gibt auch in moderneren Spielarten durchaus gute Bands, ich mag z.B. auch manches was Pantera oder Sepultura gemacht haben, gerade die "Chaos A.D." ist ein klasse Album. Fear Factory gefallen mir ebenfalls, auch wenn ich schon hauptsächlich Old School Sachen höre.
Michael: Pantera find ich total geil, die sind vom Stil her echt einzigartig, Fear Factory sind aber auch gut. Der ganze Nu Metal Kram hat auch irgendwo seine Daseinsberechtigung, obwohl ich es auch nicht so mag. Aber was sollen diese Feindseligkeiten, die da von der Metalszene rübergekommen, Nu Metal ist doch eh nicht so in der Szene drin, da bräuchte man sich auch nicht so drüber aufzuregen.
Till: Es braucht ja keiner zu hören, wenn er nicht will....
Michael: ........genau, das hat für mich auch nicht viel miteinander zu tun.

Spielt doch bitte mal die "Propheten" für uns. In den letzten Jahren gab es ja eigentlich immer so eine Art Trend im Metal, sei es nun Black Metal, True Metal oder im Moment, ob man es nun dazurechnet oder nicht, Nu Metal. Was erwartet ihr, wohin es mit dem Metal in der nächsten Zeit bzw. in den nächsten Jahren geht?

Till: (lacht) In Bezug auf Elvenpath hoffentlich in die 10.000er Hallen...... Na ja, ich denke das ist schwer zu sagen, früher oder später kommt alles irgendwie mal hoch. Das spielt sich aber natürlich in der Metalszene in einem gewissen Rahmen ab. Ein richtig großer kommerzieller Erfolg ist ja da nicht wirklich drin, auch Bands wie Hammerfall, die letztendlich ja diese True Metal Welle ausgelöst haben und einen großen Erfolg in der Szene gefeiert haben, fahren ja jetzt keine dicken Limousinen. Das ist nicht so wie bei Bands wie Korn, die richtig Kohle absahnen.
Michael: Das ist ja mit den Trends auch so eine Sache, die Frage ist ja, was jetzt überhaupt Trend ist, es gibt Leute die sagen, Nu Metal sei jetzt der große Trend, andere sagen Italo Metal, wiederum andere meinen normalen Power Metal, den es ja in der Form auch schon vorher gegeben hat. Das sind ja schon mehrere Trends nebenher, von denen behauptet wird, dass da der Markt überflutet ist. Ich denke, dass sich die Sache zunehmend aufsplittet und dass es nicht mehr einen großen Trend, wie z.B. zu Anfang der 90er Death Metal, geben wird.
Till: Also ich fände es schön, wenn Doom Metal mal Trend wäre.
Michael: Da wäre aber auch ein Teil des Zaubers der Musikrichtung weg.
Till: Na ja, aber das könnte ja so 1 ½ Jahre andauern, danach würde sich das alles wieder normalisieren und einige Bands hätten endlich mal ihren langverdienten Erfolg gehabt.

Okay, dann nennt uns doch zum Abschluß bitte noch eure 5 Alltime Faves.

Michael: Schwierig.....

Ayreon ? Into the electric castle
Control denied ? The fragile art of existence
Savatage ? The Wake of Magellan
Blind Guardian ? Imaginations from the other side
Nevermore ? Dreaming neon black

Till:

Dissection ? Storm of the light?s bane
Nightwish ? Wishmaster
Manowar ? Kings of metal
Blind Guardian ? Imaginations from the other side
Judas Priest ? Painkiller

Noch etwas, was ihr der Menschheit schon immer mal sagen wolltet?

Till: Vielen Dank an euch für das Interview und viel Erfolg mit Metalspheres! Danke auch an unsere Fans, vor allem an Michelle und Kai, unseren Wormser "Fanclub". Schaut mal auf http://www.elvenpath.com vorbei und nicht zuletzt: Keep the spirit of metal alive!


Vorbereitung: Volker & Dennis
Durchführung: Volker & Dennis
Bearbeitung: Volker


Über http://www.elvenpath.com könnt ihr übrigens auch das aktuelle Demo "2002" beziehen und zwar für mehr als faire 3 Euro.


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