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Unleashed


Kurz vor dem Gig von Unleashed in der Live Arena Münster hatte ich die Gelegenheit, mich mit Drummer Anders zu unterhalten. Zunächst musste ich zwar warten, da für Anders an diesem Abend noch mehr Termine anstanden, anschließend aber entwickelte sich ein interessantes Gespräch. Ermüdungserscheinungen waren bei ihm nicht zu bemerken, mein freundlicher Gesprächspartner beantwortete mir meine zahllosen Fragen.




Nach so vielen Jahren im Geschäft, freut ihr euch immer noch, auf Tour zu gehen? Gefällt es euch hier in der Live Arena?

Anders: Ja, schon. Wir haben eine gute Zeit. Es ist die erste Clubtour die wir nach einer langen Zeit spielen, nach sieben Jahren glaube ich. Also ja, wir genießen es, haben unsere Freundinnen mitgebracht und alle einfach eine gute Zeit.
In der Live Arena haben wir vorher noch nie gespielt.

Es ist ein relativer neuer Club...

Anders: Ach so? Ja, cool, es gefällt mir hier.

Könnt ihr von der Musik leben?

Anders: Oh, nein, am Anfang, als wir mit Unleashed gestartet haben, gab es nicht viel außer der Band, das uns wichtig war, aber heute haben wir alle Familien. Dementsprechend ist es unglücklicherweise nicht möglich, von der Musik allein zu leben.

Macht ihr sonst noch was neben der Musik?

Anders: Äh, wie was denn?

Was ihr so beruflich macht, arbeitet ihr, studiert ihr?

Anders: Ach so, ähm, ja also ich bin ein Müllmann, die anderen arbeiten auch. Eigentlich lebt nur Frederik von der Musik, er produziert alles und kümmert sich auch um den ganzen Rest.
Ähm, ja so ist das...

Eurer neues Album "Sworn Allegiance" ist sehr verspielt im Gegensatz zu euren ersten Alben, es sind Soli zu hören, kompliziertere Riffs und und und? Seht ihr das als natürlichen Prozess oder steckt Absicht dahinter?

Anders: Also für mich ist es eigentlich nicht viel komplizierter als unsere anderen Alben. Ich finde wir haben es geschafft, den selben Stil beizubehalten. Als Frederik in die Band kam, hat er eine Menge Ideen mit eingebracht, neue Songideen. Aber ich denke wir haben trotzdem versucht, den selben Stil zu bewahren
Und es war sicher ein natürlicher Prozess. Als er in die Band kam, war das kurz bevor wir das "Warrior"-Album gemacht haben, da war nicht so viel Zeit für ihn, sich einzubringen. Dann haben wir eine Pause gemacht und er hat eine Menge neuer Lieder geschrieben. Er hat schon einen neuen Geist in die Band eingebracht, somit kann man schon sagen, es war ein sehr natürlicher Prozess.


Viele Bands sagen, dass ihr letztes Album auch ihr bestes ist. Seht ihr das genauso?

Anders: Ja, aber na ja, wenn du ein Album machst und es nicht magst, ist das auch etwas komisch. Wir haben jedes mal das Album aufgenommen, das zu der Zeit das bestmögliche war, was wir konnten. Man kann immer mehr oder weniger glücklich sein mit manchen Sachen, so kann man mit den Songs des Albums sehr zufrieden sein, dafür aber nicht mit dem Studio, oder man hat nicht die Zeit gehabt, die man wollte.
Aber diesmal haben wir alles genau so gemacht wie wir es wollten, also kann ich tatsächlich sagen, dass ich zu 100% mit dem Album zufrieden bin.

Viele Fans sind der Auffassung, dass "Across the open Sea" euer genialstes Werk wäre. Was bedeutet euch dieses Album?

Anders: Das lustige ist, dass jeder den man fragt, ein anderes Lieblingsalbum hat. In meinem Fall sind es wohl die ersten drei Alben, allerdings war "Across the open Sea" eines dieser Beispiele, bei denen man nicht so zufrieden mit den Umständen, unter denen man ins Studio ging, war.
Ich mag die Lieder auf dem Album, ich glaube, einige der besten Lieder, die wir jemals gemacht haben sind auf diesem Album. Allerdings finde ich den Sound nicht so toll. Es hätte halt einfach besser sein können.

Braucht ihr lange um ein Album zu schreiben und aufzunehmen?

Anders: Songwriting passiert bei uns einfach. Wir haben ja lange Zeit nichts gemacht, aber jeder hat weiter an Liedern gearbeitet, und als wir dann beschlossen: "Okay, es ist Zeit wieder loszulegen", war alles schon fertig. Nach dem letzten Album hatten wir nicht viel Zeit zu touren, ergo beschäftigten wir uns eben mehr mit neuem Material. "Sworn Allegiance" war also schon geschrieben, bevor wir überhaupt beschlossen haben, etwas neues aufzunehmen.
Wir haben nicht hart daran gearbeitet, jeder kam an, "Hey, ich hab einen Song", "Oh ja, ich auch", okay cool?
Durch Frederik haben wir es eben recht einfach, er kümmert sich sowohl um die Musik als auch um?s Studio, sehr praktisch. Wir haben auch schon Lieder für?s nächste Album.

War das schon immer so, oder gab es auch Zeiten, wo ihr einfach zusammen im Proberaum gesessen und drauflos gejammt habt?

Anders: Ja, früher haben wir alles im Proberaum zusammen gejammt. Heute ist es schwierig die Zeit dafür zu finden. Jeder arbeitet zu verschiedenen Uhrzeiten, es ist wirklich kompliziert in der Woche Zeit zum Proben zu finden. Somit findet das meiste Songwriting daheim statt.
Manchmal hat jemand schon einen ganzen Song, oder nur einen halben, dann schicken wir uns die Ideen per Mail, so dass vielleicht ein anderer ein Idee beisteuern kann. Die modernen Technologien machen?s möglich.

Die Lyrics halten sich wie gewohnt thematisch bei den Wikingern auf. Woher kommt diese Faszination für dieses Thema? Schreibst du auch Texte?

Anders: Oh ja, einen. Auf diesem Album. Alles andere macht normalerweise Jonny. Wir beide waren schon immer an dem Thema Wikinger interessiert, schon bevor wir die Band gründeten. Es ist ein wichtiger Teil der Geschichte, also unserer Geschichte. In der Schule hörten wir nicht viel darüber, also haben wir uns selbst damit beschäftigt und wollten das auch den Leuten Nahe bringen. Die Wikinger gab es eben wirklich, das macht das ganze so interessant. Außerdem passt es sehr gut zur Musik.

Bei "The longships are coming" habe ich gelesen, geht es um ein historisches Ereignis. Ist es dir wichtig, alles sorgfältig zu recherchieren, oder überlässt du das deiner Fantasie?

Anders: Die meisten unserer Texte handeln eher von den Wikingern im allgemeinen. Das Ereignis in der Geschichte was Du ansprichst ist sehr berühmt, deswegen mussten wir nicht lange danach suchen. Es ist interessant etwas detaillierter zuwerden, ich denke, wir werden noch mehr Sachen in diese Richtung machen.

Und was hat es mit "Only the Dead" auf sich? Es geht um Nekrophilie schätze ich mal?

Anders: Ja, genau das ist es! Der Text ist eine Art Experiment, es geht dabei eigentlich mehr um schwarzen Humor. Wir wollten mal was anderes ausprobieren, neben den Wikingerliedern auch mal was über komische Menschen schreiben.

Stehen schon neue Songs an, oder ruht ihr euch jetzt erst mal aus?

Anders: Wie gesagt, wir haben schon einige neue Lieder, es kommt von selbst. Frederik hat sich schon wieder einiges ausgedacht. Es sind zwar schon komplette Lieder da, aber sie könnten sich nächstes Jahr vielleicht anders anhören als jetzt. Das ist sowieso nur die Grundidee vieler Lieder, die wir bisher gemacht haben.

Wann gibt?s ein Best of Album? Ihr habt jetzt schon so viele Alben gemacht...

Anders: Ich sehe eigentlich keinen Sinn darin, ein Best of Album zu machen, es ist besser sich auf ein neues reguläres Studioalbum zu konzentrieren. Ein Best of Album würde sich anfühlen, als hätten wir nichts mehr zu sagen, alles wäre vorüber. Es wäre wie aufgeben, aber wir haben noch so viel Neues zu bieten.

Werdet ihr immer mit Unleashed weitermachen, so wie z. B. Iron Maiden?

Anders: Ich weiß es nicht, man freut sich immer noch, auf Tour gehen zu können. Wir haben damals auch nicht darüber nachgedacht, ob wir in 15 Jahren noch zusammen spielen, und tun es trotzdem noch. Wir haben keine Pläne für die Zukunft, wir werden weitermachen, bis uns irgendwas stoppt.


Immer wenn ich mit Menschen aus Skandinavien spreche, frage ich sie, warum es in diesen Ländern so verdammt viele Musiker gibt, vor allem so viele erfolgreiche, besonders im Metal?

Anders: Ich habe mich das auch schon oft gefragt, vielleicht war einfach damals als wir noch Kinder waren der Metal das einzige, was uns zusammen brachte. Nicht viele Menschen mögen Metal, man fühlte sich isoliert, da waren vielleicht gerade mal zwei Leuten auf der Schule die Death Metal mochten. Und wenn man dann jemanden mit dem selben T-Shirt auf der Strasse traf und meinte "Hey, wie geht?s?" dann befreundete man sich. Ich habe keine Freunde mehr von meiner alten Schule, alle Leute kamen von verschiedenen Orten, man traf sich am Wochenende und hing zusammen rum. Es hat auch sicher etwas mit der Szene in Stockholm zu tun: Jeder kennt jeden und alle halten zusammen. Das gibt Energie für die Musik!

Okay, das mag sein, aber in Deutschland ist es eigentlich nicht viel anders, trotzdem hat man den Eindruck, dass bei euch im Metal wesentlich mehr los ist.

Anders: Mmmmhh, okay, sagen wir mal Stockholm ist zwar eine große Stadt, aber sie ist auch klein, also es sind nicht zu wenige Leute da, um eine Band zu starten, aber die Stadt ist auch nicht so groß, das man sich nie trifft. Es sind vermutlich immer die Umstände, unter denen man zusammen findet. Hätten gewisse Dinge nie stattgefunden, hätte ich z. B. Jonny nie kennen gelernt.

Was sind eure musikalischen Einflüsse? Hört ihr privat auch noch viel Metal?

Anders: Ich mag viele Sachen... wir haben damals angefangen mit Punk, Hardcore und dann eben Metal... erst der Thrash, dann der Death Metal... das ist eigentlich das, was ich immer noch jeden Tag höre. Manchmal mag ich aber auch immer noch Punk und Hardcore und auch etwas ruhigere Sachen. Momentan liegt mein Schwerpunkt auf Death und Black Metal, aber ich mische es mit einer Menge anderer Dinge. Ich mag keine Popmusik, meine Musik ist auf seine Weise immer extrem.

Was bedeutet euch der Metal? Fühlt ihr euch der Metalszene überhaupt zugehörig?

Anders: Ich würde sagen, es ist mehr als eine Szene. Ich hänge immer noch mit denselben Leuten rum, mit denen ich schon vor 15 Jahren zu tun hatte. Von außen würde vielleicht jemand sagen, dass es eine Szene ist. Ich muss dabei an den Junggesellenabend von Jorgen von Entombed denken. Wir waren alle zusammen in einer Bar in Stockholm und da waren diese beiden Deutschen, der eine hatte ein Entombed Shirt an, der andere eins von Unleashed. Dann haben sie bemerkt, dass die beiden Bands alle am selben Ort versammelt waren und sind beinah ausgerastet. Für mich ist das aber keine Szene, sondern meine Freunde, schon fast meine Familie.

Was antwortet ihr den Leuten, die sagen, eure Musik wäre viel zu simpel, um interessant zu sein?

Anders: Tja, das ist deren Meinung, aber wir spielen eben die Musik, die wir auch hören wollen. Manche Leute schreiben Musik mit vielen Riffs, schweren Riffs und total kompliziert, viele tun das auch sehr gut, aber es gibt auch Bands wie ACDC, die auch simple Musik machen und die Leute stehen drauf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Leute, die keine Musik machen, total technische Musik schön finden können. Es ist dann eher so, dass man die Fähigkeiten der Musiker bewundert.

Was sind Deine fünf besten CDs aller Zeiten?

Anders: Sehr schwer, fünf unter vielen kann ich nennen, z.B. Slayer - "Reign in Blood", Metallica - "Ride the Lightning", Sadus - "Illusions", Autopsy - "Savage arrival" und At the Gates - "Slaughter of the Soul". Ich glaube das waren jetzt fünf, oder? Na ja, es sind Hunderte, aber das sind wohl schon einige der Besten.

Wie findet ihr das Bier (Grünfelder) der Live Arena?

Anders: Ja, ich mag es, ich kannte es vorher nicht. Deutsches Bier ist gut, aber wir haben auch ganz gutes schwedisches und dänisches Bier.

Es ist das billigste, was man hier bekommen kann.

Anders: Echt? Na ja, egal...

Dann wünsche ich euch noch viel Erfolg auf der Tour und einen guten Gig nachher.

Anders: Ja, danke schön, bis nachher dann!


Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Sonia


Fotos 1 und 3: Erich Huether


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