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Eisregen, sicherlich eine der umstrittensten Bands überhaupt in Deutschland, gaben sich einmal mehr die Ehre und Sänger Michael "Blutkehle" Roth sie mir, indem er mir einige Frage beantwortete. Seine Geduld kann nur in den höchsten Tönen gelobt werden, da er vor mir schon zwei Interviews hinter sich gebracht hatte und auf mich gar nicht mehr vorbereitet war, da irgendein Tourmanager das ganze offensichtlich wieder versaut hatte. Am Ende wurde aber doch alles gut und heraus kam folgendes Gespräch.


Es ist das erste Mal für Dich hier in der Live Arena?

Michael: Ja, das ist für uns das erste Mal hier. Wir haben, als es die Hafenbahn in Offenbach noch gab, da schon zwei- oder dreimal gespielt, aber in dem Schuppen ist es das erste Mal.

Und, gefällt es dir?

Michael: Joah, doch, gefällt mir eigentlich ganz gut hier. Von der Location her ist es schon ganz schön.

Das Bier ist etwas mäßig... Das gute Grünfelder...

Michael: Nun, dazu bin ich noch nicht so wirklich gekommen...aber nachdem wir gespielt haben dann.

Okay, dann laß uns zu zu Eurem neuen Album kommen. Wie erfolgreich war denn "Wundwasser" bisher?

Michael: Jo, da muss man mal schauen, wir bekommen ja die Verkaufszahlen immer erst ein halbes Jahr später und so lange ist es ja noch nicht her. Aber wir sind auf alle Fälle in den Charts. Ich denke, dass da schon einiges gegangen ist.


Das ist ja für ne Metalband verdammt viel...

Michael: Wie gesagt, ich denke schon dass es gut läuft, aber die genauen Zahlen kommen ja erst noch. Aber es wird sich schon in einem guten Bereich abspielen.

Etwas besseres kann man ja eigentlich nicht erwarten... Ihr seid ja im Metalbereich schon recht bekannt, aber eben generell eher doch klein, das ist ja immer das Problem mit Metalbands. Somit ist ein Charteinstig ja schon ziemlich genial, oder?

Michael: Wir haben uns schon einige Fans erspielt im Laufe der Jahre, das ist ja jetzt auch schon die fünfte Tour die wir machen. Kommt ja ein bisschen was dabei auch rüber...

Ja, angesichts der Tatsache dass ihr vom Gesetzgeber immer wieder Steine in den Weg gelegt bekommt, ist das ja alles nicht so einfach. Gibt es bereits wieder Bestrebungen, das neuste Album zu zensieren, bzw. wisst ihr davon? So was erfährt man ja eigentlich nicht, oder?

Michael: Also wir wissen nichts davon, andererseits waren die anderen Alben ja auch schon jahrelang auf dem Markt, bis man sie zensiert hat. Das ist ja auch eigentlich reine Willkür von Seiten der Prüfstelle. Da muss man eben immer sehen was kommt und danach mal schauen.

Wie sieht so ein Zensurbescheid denn eigentlich aus? Wird da wirklich jedes Wort einzeln auseinander genommen und juristisch begründet, warum dies und das jugendgefährdend sein soll?

Michael: Ja klar, so was haben wir auch gekriegt. Das ist halt Quatsch, das reicht von extremer Gewaltverherrlichung bis Volksverhetzung. Die Protokolle kannst du glaube ich sogar online einsehen, die stehen im Internet. Die genaue Adresse weiß ich aber gerade auch nicht. Ja, wie gesagt, es sind zwei Alben zensiert worden und für mich ist das reine Willkür.

Es ist halt schwer nachzuvollziehen warum die eine Band zensiert wird und eine andere wiederum nicht. Nun ja. Mal was anderes: wie lange seid ihr denn schon auf Tour? Ist das so 'ne richtige Tour, wo ihr mit dem Tourbus rumfahrt?

Michael: Ja, schon, wir sind insgesamt 11 Tage unterwegs, heute ist der vierte Tag. Wir spielen also noch bis Ende nächster Woche.

Und es macht euch immer noch Spaß auf Tour zu gehen? Es ist noch nicht zu einer lästigen Pflichtübung geworden, wir bei manch anderer Band?

Michael: Nö, also wir hatten jetzt ja auch eine längere Tourpause, da macht man so was natürlich auch wieder ganz gerne. Nach zwei Jahren ist es auch immer wieder schön, man lernt neue Leute kennen, trinkt jeden Tag neues Bier...

Wie kam der Kontakt mit Pungent Stench zustande, etwa durch die gemeinsame Liebe für groteskes?

Michael: Das kam durch die letzte Tour. Wir haben 2002 mit Hollenthon gespielt und da war ja auch der Martin von Punget Stench dabei, und die gesamte Liveband von Collapse 7, die ja heute als Vorband spiele. Deshalb kannte man sich schon, war schon 2 Wochen zusammen unterwegs und hatte sich gut verstanden. Und als dann die Agentur von Pungent Stench die Tour angesetzt hat, hatten wir gerade das Album draußen, da hat sich das eigentlich optimal ergänzt.

Für euch ist ja das Problem, dass ihr gesagt habt, eure Tour soll ab 18 sein. Aber das ist ja eigentlich nicht durchzusetzen. Ist das also eher so eine juristische Floskel?

Michael: Schon ja, also auf der Tour gibt es zweierlei Konzerte, einmal die jugendfreien Konzerte, bei denen wir eben die Lieder von der "Farbenfinsternis" nicht spielen, und dann gibt es eben die, wo wir das tun. Die "KK", ich darf noch nicht einmal den Namen nennen, wurde in Deutschland mit einem kompletten Aufführungsverbot belegt, die Lieder können wir leider gar nicht mehr spielen.
Wir haben es dann eben den jeweiligen Veranstaltern freigestellt, wie sie es gerne hätten. Wenn die Leute das 18er Set wollten, haben sie es eben bekommen, wenn sie gesagt haben "Nee, wir wollen lieber junges Publikum ziehen", dann haben wir halt auf die Lieder verzichtet.

Das beschränkt euch in eurem Set aber enorm, wenn ihr zwei ganze Platten nicht spielen dürft, oder?

Michael: Allerdings, aber wir haben ja schon fünf Scheiben raus, da müssen wir das Set eben auf die anderen drei begrenzen.


Da bin ich ja froh, dass ich heute Abend hier bin (war ein 18er Konzert ? die Verfasserin). Jetzt aber nochmal konkret zum Album: "Wundwasser" ist kein Konzeptalbum oder irre ich mich da? Das "Farbenfinsternis" Album war ja eher in so einem Zyklus angelegt...

Michael: Ja, da war ein Zyklus aus fünf Liedern drauf und noch ein paar, die davon unabhängig waren. Auf der "Wundwasser" sind 10 Lieder, die nichts miteinander zu tun haben.

Ich habe gelesen, dass der Text zu "Ripper von Rostow" einen authentischen Hintergrund hat...

Michael: Das ist richtig. Das Lied handelt vom russischen Serienmörder Schikadilo, der im Laufe von zwölf Jahren 53 Menschen umgebracht hat. Das ist so der Hintergrund, da habe ich auch die ganzen Vernehmungsprotokolle gelesen. Jede Zeile ist auf alle Fälle hinterlegt, das hat so stattgefunden.

Ihr seid musikalisch ja weiter auf der Schiene gefahren, die ihr mit "Farbenfinsternis" schon eingeschlagen hattet... Also natürlich nicht völlig gleich, der cleane Gesang fällt auf, aber insgesamt ist es schon dieselbe Richtung. Ist das so euer Stil den ihr jetzt gefunden habt, und vor allem, wird das auch beim nächsten Album so bleiben oder erwarten uns noch völlig überraschende Neuerungen?

Michael: Also, wahnsinnig was anderes erwarten kann man denke ich mal eher nicht mehr, aber die radikalen Texte und, wie ich hoffe, die entsprechende, musikalische Interpretation ist natürlich wichtig für uns. Das wird sich auch nicht ändern, weil, wer ein Eisregen Album kauft, soll ja auch das bekommen, für was wir stehen. Ein paar Neuerungen kommen immer dazu, so bleibt das Ganze für die Leute auch interessant.

Ich habe gehört, dass ihr euch nach eurem sechsten Album auflösen wollt, warum ausgerechnet sechs Alben?

Michael: Ich hatte schon die sechs Alben textlich konzipiert. Ich schreibe immer die Texte, bevor die Musik entsteht. Es erschien mir richtig nach sechs Alben aufzuhören, aber das ist jetzt alles auch nicht mehr so sicher, wir hatten zwar ein paar Spannungen in der Band, aber das hat sich jetzt auch wieder gelegt alles. Wir haben jetzt eigentlich wieder ganz coole Lieder. Man kann durchaus weiter machen, das kommt halt immer auf die Menschen an. Das hängt auf keinen Fall von irgendwelchen Verkaufszahlen ab, sondern davon ob wir dann noch Lust und Spaß haben neue Songs zu schreiben. Hundertprozentig werden wir das aber erst nach der "Menschmaterial" entscheiden.

Gibt es schon Lieder für das neue Album?

Michael: Wir werden direkt nach der Tour richtig mit dem Schreiben anfangen. Wir spielen heute Abend auch schon ein Lied, das auf dem neuen Album drauf sein wird, "Elektrohexe", ein etwas ungewöhnlicheres Lied für uns. Die haben ja das Lied über unser Heimatland Thüringen leider zensiert, und deswegen ist Elektrohexe als besonders spaßiges Lied gemacht, das werden wir dann heute als letztes spielen.

Wie probt ihr eigentlich, wie entstehen eure Songs? Du sagst, du schreibst die Texte, aber fürs musikalische bist du nicht verantwortlich?

Michael: Das machen wir zusammen, jeder ist eben für sein eigenes Instrument verantwortlich. Wir proben zweimal die Woche und so entstehen alle unsere Lieder schon als Gemeinschaftssache.


Dann ist es für mich umso erstaunlicher, dass ihr doch recht komplexe, ähm, sagen wir Strukturen bzw. gut ineinandergreifende Riffs schreibt. Spielt ihr in dieser Besetzung schon lange zusammen?

Michael: Die Grundbesetzung steht eigentlich schon seit 10 Jahren, da waren schon unser Gitarrist, unser Drummer und ich dabei. Den Bassisten haben wir ab und zu mal ausgetauscht. 2T ist auch schon seit dem zweiten Album dabei. Also ja, die Grundbesetzung steht schon lange, da weiß auch jeder was er vom anderen erwarten kann. Wenn man zusammen Musik macht ist das schon ziemlich praktisch.

Was macht ihr eigentlich sonst so, wenn ihr nicht gerade Musik macht. Also beruflich?

Michael: Ich bin Drucker, ein sehr profaner Beruf. Unser Schlagzeuger ist Tätowierer, unser Bassist ist freischaffender Maler und 2T studiert Musik. Passt ja ganz gut. Ja, das ist halt so das was wir machen.

Welchen Anteil hat Eisregen an eurem Auskommen, also Geld von den Albenverkäufen oder der Tour?

Michael: Also man könnte nicht davon leben. Man merkt schon dass Geld ins Haus kommt, aber es reicht eben nicht um zu Hause zu bleiben, will ich mal sagen.

Aber um sich vielleicht den Proberaum nett einzurichten?

Michael: Ja, der ist mittlerweile ganz schick geworden.

Habt ihr jetzt auf der Tour wieder einen Keyboarder dabei?

Michael: Ja, das ist auch unser alter, den wir bis zur "KK" hatten. Er konnte früher wegen seinem Beruf nicht mehr die Zeit erübrigen, aber das geht mittlerweile auch wieder. Das war damals ein private Entscheidung gewesen, die jeder völlig verstanden hat, eine unproblematische Angelegenheit, und jetzt ist er halt wieder fest dabei.

Somit ist es also keine musikalische Entscheidung in eine neue Richtung zu gehen?

Michael: Nein, absolut nicht, nur eine private.

Wie kam eigentlich die Idee auf, die Geige einzusetzen? In der deutschen Metalszene steht ihr, zumindest in den Härtegraden Eurer Musik, ziemlich alleine auf weiter Flur da...

Michael: Das war eigentlich eine zufällige Angelegenheit. 2T hat damals in dem gleichen Haus gewohnt wie unser Gitarrist. Es hat sich dann halt so ergeben, dass sie mal mit zur Probe kam, und wir haben es mal probiert, ob das passt. Und das hat sich dann als sehr passend herausgestellt. Es war nicht geplant, sondern eben reiner Zufall.

Denkst du, dass sie neben den krassen Texten auch zu eurem Erfolg beigetragen hat, weil es so eine Art Markenzeichen geworden ist, für das Eisregen steht?

Michael: Absolut! Also da brauch man gar nichts weiter zu zu sagen. Dadurch, dass es schon ein etwas außergewöhnliches Instrument ist hat es natürlich auch dazu beigetragen.

Wann ist euer nächster Studioaufenthalt geplant?

Michael: Also mit Eisregen direkt kann ich das noch gar nicht sagen, da wir ja wirklich erst mit dem Songwriting beginnen. Ich werde jetzt erst mal mit meinem Gitarristen zusammen "Eisblut" machen, eine Band deren Debütalbum Mai/Juni erscheinen wird. Das ist dann mit einem sehr guten und sehr schnellen Schlagzeuger und Bassisten. Es wird auch sehr hart werden, musikalisch auch sehr abgefahren. Dazu noch sehr schnell, aber da werden auch genug ruhige Teile dabei sein.

Gibt es da schon Auftrittspläne?

Michael: Öh, das werden wir dann sehen. Wir spielen jetzt erst mal das Debütalbum ein und das wird dann im Sommer erscheinen. Eigentlich lohnt es sich mit einem Album auch noch nicht wirklich live zu spielen, sich als Vorband verheizen zu lassen.

Klar, ihr habt da sicher schon etwas größere Ansprüche nach dem Erfolg mit Eisregen, habt ja auch schon in Wacken gespielt. Habt ihr damals eigentlich Gage bekommen? Als etwas kleinere Band auf dem Wacken ist das ja nicht immer so selbstverständlich.

Michael: Ja, wir spielen dieses Jahr das dritte mal auf dem Wacken und jetzt ist es endlich mal zeit für ?ne Gage. Vorher war das eher so eine Art Promoveranstaltung. Wenn man dazu noch Geld bekommt, ist das natürlich schöner.

Werdet ihr dieses Jahr wieder im Zelt spielen oder endlich mal auf der großen Bühne?

Michael: Wir spielen auf der Black Stage.

Vermutlich tagsüber aber dann?

Michael: Die Zeiten werden ja immer erst kurz vorher bekannt gegeben, aber es ist stark anzunehmen.

Schade, so was macht ja immer ein bisschen den Flair kaputt, wobei ihr euch ja jetzt nicht schminkt oder so was.

Michael: Oh nein...

Okay, dann bin ich mal nachher auf den Gig gespannt und lass dir jetzt mal deine Ruhe, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg nachher.

Michael: Ja, danke!


Vorbereitung und Durchführung: Sonia
Bearbeitung: Sonia & Dennis



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