Home
Vorwort
News
Eure Ankündigungen
Interviews
CD-Reviews
Live-Reviews
Metal and More
Locations
RIP
LinksSuche
Kontakt
Impressum
Über uns
Metalspheres präsentiert


4733726
Besucher seit 09/2002

Downset


Von Skateboards, Snowboards und Killernietenarmbändern
oder warum man sich auf altem Ruhm nicht ausruhen sollte


DOWNSET wurden mit dem Release des aktuellen Album "Universal" nicht gerade mit Ruhm überschüttet. "Musikalisch ohne jegliche neue Einfälle" oder "Downset sind seichter und oberflächlicher wie selten bevor" hiess es. Ob DOWNSET mit "Universal" ihr komplettes Comeback an die Wand gefahren haben, lasse ich mal dahin gestellt. Die glorreiche Zeit der Nordamerikaner liegt ein paar Jahre zurück.
Ende der 80er Jahre gründet sich die Band in Los Angeles. Es war die Zeit der Skate Kids und der Mischung von Metal und Punk. Ein komplettes Musik-Genre war dabei zu entstehen und Grenzen zu brechen, die zwischen Metal und Punk, Punkrock und Hip Hop oder Ska/Reggae und Hardrock im Laufe der Jahre breite Wunden aufgerissen hatten. Mit dem ersten Album "Downset", das 1994 auf Mercury/Polygram erschien, ging man genauso auf den Skater, als auch auf den langhaarigen kuttentragenden Metalhead zu. Das Thema Grenzen zu überschreiten, um diese einzureissen und Musikstile zu vermischen, um daraus Neues zu kreieren, wurde von DOWNSET als Initiatoren umgesetzt. Mit Einflüssen aus dem Bereich Rap, Funk, Punk, Hardcore und natürlich Metal entstand der neue Sound Crossover und bei DOWNSET im eigentlichen und rohen und federführenden Sinne.
Mit Rey Oropeza am Gesang, Brian Schwaiger an der Gitarre, Rico Villasenor am Bass und Chris Lee am Schlagzeug ging man in der Mitte der 90er keinen anderen Weg als die großen Bands Rage against the Machine oder Korn, nur eine Liga tiefer, trotzdem eine Liga über den Dirty Rotten Imbeciles oder den Rich Kids on LSD, geht man von der Menge verkaufter Platten und dem Bekanntheitsgrad als Messlatte aus.
1996 kommt das Album "Do we speak a dead language?" heraus, mit dem die Staaten und große Festivals in Europa betourt werden. Dann im Jahre 2000 ein großer Bruch mit der heimischen Plattenfirma Universal, nach einem großen Streit mit den Plattenbossen findet sich in Epitaph Records ein neuer Partner. Epitaph öffnen sich einem komplett vernachlässigtem Genre, dort wo sonst mehr Punkbands, wie Bad Religion oder Lagwagon ein zu Hause gefunden haben, versuchte das amerikanische Label unter der Federführung von Brett Gurewitz das Planspiel "Wie vermarkte ich als Punkattitude-Label eine Crossoverband"? Das Spielchen misslang. "Check your People" sollte das einzige Album von DOWNSET auf Epitaph bleiben. "Ich habe in dieser Zeit mehr positive Erfahrungen als negative gemacht. Denn ich konnte aus den Fehlern lernen. Man macht einen Fehler nicht zwei Mal, hoffentlich.", so Schlagzeuger Chris Lee im Tourbus-Interview vor der Show.
"Die Mixtur Epitaph/Downset war keine geniale Mischung. Epitaph wusste nicht genau mit DOWNSET umzugehen und uns in Szene zu setzen. Wenn ich mir angucke, was Sie bei anderen Bands erreichen und was sie für uns getan haben, glaube ich, dass da mehr drin war."
Auf die Frage, ob Chris mit der Produktion und der Umsetzung des Albums "Universal" von 2004 zufrieden sei, antwortet er: "Wir haben es in Los Angeles mit Produzent Alex aufgenommen und mit dem anschliessendem Mix sind wir sehr zufrieden. Wir hatten eine großartige Zeit im Studio. Ich persönlich hätte gerne noch ein bisschen mehr Zeit gehabt, um meinen Schlagzeugsound zu spezifizieren. Alles in Allem war es aber eine runde Sache und beim nächsten Mal sehen wir, was wir besser machen können."


Auf meine Frage, wie das zu verstehen sei, dass DOWNSET ihre Einflüsse mit Black Flag, Black Sabbath, Public Enemy und Bob Marley benennen, erklärt Chris, dass sie in verschiedenen Bereichen und Lebensumständen aufgewachsen seien. Ray sei ein bisschen älter als die Anderen und er bringe Oldies und Funk als Einfluss mit in die Band. Er selbst und Ray seien große Reggae-Fans, während der Rest von DOWNSET eher die späten 80er des Punk mitgebracht hätten. Für ihn sei Dub, Ska, Ragga und Dancefloor richtungsweisend, auch als Beeinflussung als Crossover/Metal-Schlagzeuger.
Ich stelle Chris Lee, Schlagzeuger von DOWNSET die Frage nach P.O.D. und ob sie als Bands befreundet sind. "P.O.D. sind gute Kumpel, besonders Sunny, der mit Ray gut befreundet ist. Momentan ist eine Tour mit Ihnen und DOWNSET im Gespräch. Wir haben mit Linkin Park, Less than Jake, Snoop Dog und Korn ein paar Festivalshows gespielt und in San Diego kam Sunny auf uns zu und erzählte uns wie cool er unsere Performance und unsere Show fand. Dieses Billing war Teil einer sechswöchigen Project Revolution Tour, wo wir durch viele Städte der USA getourt sind. So eine Art Ozzfest oder Vans Warped Tour mit zwei Bühnen.
Mit P.O.D teile ich ansatzweise deren Religion. Ich glaube an eine höhere positive Kraft, auch an Parts aus der Bibel. Ich würde mit als keinen praktizierenden Christen bezeichnen, mehr als einen fragestellenden Spirituellen. In den Staaten gelten P.O.D. als vorbildliche christliche Rockband."
Das Touren sieht Chris Lee von zwei Seiten. "Ich bin Familienvater und meine Frau und zwei Töchter alleine zu Hause zu lassen, ist nicht immer einfach. Doch du musst alles Negative auf Tour vor der Tür des Nightliners lassen. Letzten Endes mache ich aber zwei Jobs, einmal den als Musiker und dann als Geschäftsmann mit eigener Software Firma zu Hause in den Staaten. Das mache ich, wenn ich nicht auf Tour bin. Letzten Endes stehen wir jetzt als Band noch vor 40 weiteren Konzerten."
Der aktuelle Longplayer "Universal" führt DOWNSET auf eine ausgedehnte Tour durch Europa. Zusammen mit Maroon und Demean, deren Sänger Ares gleichzeitig auch die sechs Saiten bei DOWNSET bedient, steht das Package mehr für ein typisches Metalpackage als noch Jahre zuvor. Auch wenn Chris betont, dass er mit seiner Musik die Metalkids versucht mit anderen Musikrichtungen zu begeistern und durch die Metalsupportbands Demean und Maroon glaubt eigene Fans mit straightem Metal zu unterhalten, misslingt der Versuch aus den Fans bessere Menschen zu machen. DOWNSET sind immer noch DOWNSET, am Namen hat sich nichts geändert, jedoch die Zeit ist ihnen davon gelaufen. Wir schreiben 2005 und eben nicht mehr 1995. Es gibt unzählige Bands die im Schatten von DOWNSET standen, die von der Idee des Crossover profitiert haben, um sich weiterzuentwickeln und die auf der Überholspur des Milleniums neue Richtungen des Rock, des Metal und des Punkrocks gegangen sind. DOWNSET jedoch laufen ihren besten Jahren hinterher.


Das Konzert im Hamburger Logo besuchten dann doch eindeutig metalorientierte Fans. Ganz vereinzelt Mal der eine oder andere Mitdreissiger-Skater. Gut eingespielt und mit gutem Sound präsentierten sich DOWNSET erwartungsgemäß professionell amerikanisch. Mit einer Mischung aus allen Alben und einigen neuen Songs von "Universal". Als Erinnerung an alte Tage ist das "DOWNSET Erlebnis 2005" sehr gut geeignet, die ruhmreichen Tage aber sind leider vorbei.


Text: Nils Robin Kruska
Photos: Dirk Tolle



zurück

   
  Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
     
 
Firesign
Persecution Guaranteed
Gods of Emptiness
Consumption is Freedom?
Solid Ground
Can't stop now
A Dead Lament
Ravens Feast (Promo)
Horn
Naturkraft
SorgSvart
Vikingtid Og AnArki
Oblivio
Dreams are distant Memories
Lastdayhere
From Pieces created
7for4
Diffusion
Light Pupil Dilate
Snake Wine
 
 
Dwelling
Slough Feg
Elisa C. Martin
Astral Kingdom
Doomsword