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Legen wir gleich zu Beginn die Karten offen auf den Tisch: Die Jungs von Viron kommen aus der gleichen Stadt wie der Autor dieser Zeilen, hängen am Wochenende in den selben Clubs ab, und der ein oder andere Apfelwein wurde auch des öfteren schon mal gemeinsam über den Jordan geschickt. Sicher wird jetzt wieder irgendjemand angerannt kommen und uns vorwerfen, dass auf Metalspheres Freundschaftsdienste geleistet werden. Bei solchen Vorwürfen strecke ich nur freudig meinen Mittelfinger in die Höhe und verweise auf einen Hördurchlauf des neuen Viron-Demos "NWOGHM". Selten war es einfacher, gut und schlecht voneinander zu unterscheiden. Das erste Interview überhaupt mit Viron durchzuführen konnten wir uns deshalb auf keinen Fall entgehen lassen. Gitarrist Thilo Tiilikainen stand uns Rede und Antwort.


Thilo, lass uns erst mal ein wenig über die Anfänge Eurer Band reden. Auf wann datiert Eure Bandgründung und wie habt ihr Euch zusammengefunden?

Thilo: Gegründet wurde die Band 2001. Damals war ich zum ersten Mal für Agathodaimon als Gastmusiker tätig. Der Frank hat mich ins Kohlekeller Studio mitgeschleppt und gemeint, ich solle bei einem Song ein Solo spielen. So habe ich den Kohle (Studiobesitzer und Produzent - der Verfasser) kennengelernt und in ein paar Gesprächen hat er schnell herausgefunden, dass mein Leben einzig und alleine darauf basiert, den wahren Heavy Metal voranzubringen (lacht).
Kohle hat früher bei Century gespielt, die mal mit Crematory getourt sind, und dadurch kannte er den Markus Jüllich, mit dem er sich über mich unterhalten hat. Der wiederum hatte zuvor schon den Alexx kennengelernt, der bis heute noch unser Sänger ist, und die beiden haben uns sozusagen zusammengebracht indem sie gemeint haben: "Hier, ihr beiden steht doch auf die gleiche Musik, macht doch mal was zusammen, wir unterstützen Euch auch dabei." Ich habe daraufhin dann beim Kohle mal einen Song eingespielt, das Schlagzeug haben wir damals einfachheitshalber noch programmiert. Der Alexx hat dazu gesungen, und Jüllich und Kohle fanden es super und wollten dann, dass wir ein Demo machen.

Wie groß war der Einfluss von Eurem Manager Jüllich auf Euch? Ist es wahr, dass er Euch eine Tour im Vorprogramm von Manowar versprochen hat?

Thilo: Also dazu muss man zuerst mal sagen, dass der Jüllich allgemein sehr dick aufträgt. Und er hat damals wirklich wortwörtlich gesagt: "Jungs, wenn wir einen Deal kriegen, dann ist es kein Problem daß ihr im Vorprogramm von Manowar spielt!" So hat er's wirklich gesagt!

Nur habt ihr nie einen Deal bekommen, hehe!

Thilo: Sicher, ich war damals auch noch sehr naiv, weil ich mit der Szene so gut wie gar nichts zu tun gehabt habe. Ich habe immer nur meine Musik vor mich hingemacht. Zwar habe ich gleichzeitig noch bei Asaru gespielt, einer Black Metal Band hier aus Darmstadt, wo ich immer noch Mitglied bin, aber die ganzen Abläufe kannte ich trotzdem nicht. Deshalb konnte ich auch nicht richtig abschätzen, was der Jüllich uns da alles erzählt hat. Der hat uns ja sogar weiss gemacht, er würde uns Doro organisieren, weil wir damals "All we are" gecovert haben. Er meinte: "Ey, die Alte ist froh, wenn sie nochmal auf die Bühne darf!" Das hat der immer gesagt, was natürlich vollkommener Blödsinn ist, denn Doro hat ja immer noch genug Erfolg.

Und in wie weit hat sich dieser Einfluß von Eurem Manager Jüllich auch auf Euer Songwriting ausgewirkt?

Thilo: Tja, aufs Songwriting Einfluss zu nehmen ist natürlich schwierig. Der Jüllich ist so einer, der sitzt dann da und sagt: "Das ist cool, das ist nicht cool." Also auf die Songs selbst eigentlich gar nicht. Er ist ja auch kein Musiker ("nur" Drummer - der Verfasser) und hat von der Musik an sich nicht so richtig Ahnung. Er dachte sich halt es wäre eine gute Idee, eine True Metal Kapelle zu machen, und dass das unter seiner Obhut schon alles klappen würde. Aber wenn man mal ganz ehrlich ist, dann hat er sich - und wir auch - einfach getäuscht, denn der Trend war damals schon vorbei. Es gab schon zu viele Bands die die gleiche Musik gemacht haben. Deswegen hat das nicht funktioniert.

Euren damaliger Bandnamen "Seduction" habt ihr auch aufgedrückt bekommen soweit ich weiß...

Thilo: Soweit ich das weiß haben wir den vom Andy Siry (A&R von Nuclear Blast - der Verfasser) aufgedrückt bekommen. Was ja eigentlich witzig ist, dass der Siry da mit 'nem tollen Namen ankam, und uns im Endeffekt kein Label haben wollte - Nuclear Blast natürlich auch nicht. Wobei der Jüllich es sowieso nur bei den großen Labels versucht hat. Bei Underground Symphony oder so wäre damals vielleicht auch schon was drin gewesen. Aber das wollte er gar nicht, ihm ging es nur um die großen Plattenfirmen. Seduction waren einfach nur darauf ausgelegt, von Null auf Hundert durchzustarten, aus dem Nichts zu kommen und auf die "großen Züge" aufzuspringen. Da ging es gar nicht darum was die Band ist, sondern nur um den Erfolg. In Bezug auf die Band-Geschichte ist das bei Viron jetzt ganz anders, quasi das genaue Gegenteil. Das "Band-Feeling" steht im Vordergrund.


Der Jüllich hat Euch ja damals ziemlich stiefmütterlich behandelt, ihr durftet keine Demos verkaufen, nichtmal Fanzines haben welche bekommen, Interviews habt ihr nicht bekommen und Gigs waren auch Mangelware. War das alles ein großes Mißverständnis?

Thilo: Nein, würde ich nicht sagen. Ich würde es genauso noch mal machen, weil es uns auch eine Menge an Erfahrung gebracht hat. Mit Century hat der Jüllich es damals auch so gemacht. Die sind aus dem nichts gekommen, haben gleich einen Vertrag ergattert, da wurde richtig viel Kohle investiert. Die sind mit HIM und Paradise Lost auf Tour gegangen, aber im Endeffekt sind sie halt auch daran gescheitert, dass sie keine Band waren, sondern nur bezahlte Musiker. Daran wären Seduction eben auch fast gescheitert, weshalb man schon irgendwo sagen könnte es war ein Mißverständnis. Das war einfach nur ein riesiger Zufall, dass der Alexx, der Ingmar und ich zusammen gekommen sind, an der Musik festgehalten haben, und durch Zufall auch den Neudi, unseren Drummer wieder reinholen konnten, der, als das alles nicht geklappt hat, erst mal ausgestiegen war.

Genau! Irgendwann gab es dann ja einen großen Einschnitt. Euer Keyboarder, den ihr damals noch gehabt habt, ist neben Eurem Drummer auch aus der Band ausgetreten, ihr habt Euren Namen in Viron geändert, und Eure Musik ist deutlich traditioneller geworden. Wo genau sind die Gründe hierfür zu suchen?

Thilo: Erstens war es so, dass der Kohle, der uns ja umsonst hat aufnehmen lassen, gesagt hat, dass nach zwei Demos Schluss ist wenn dann nichts geht. Beim Jüllich war das genauso, der wollte es auch zweimal mit uns versuchen, und dann war's das. Da uns nach dem zweiten Demo von den großen Plattenfirmen immer noch keiner haben wollte, haben auch der Neudi und der Mad (ehemals Keyboarder von Seduction - der Verfasser) gesagt sie gehen bzw. es war von vorneherein so ausgemacht, denn sie waren die "bezahlten Musiker" wie bei Century. Das zeigt auch, dass das ganze damals eigentlich gar keine Band war, sondern lediglich Projekt-Charakter hatte. Als dann nach dem zweiten Demo nichts passiert ist sind die beiden gegangen. Der Ingmar, der Alexx und ich haben uns dann auf die Suche nach neuen Musikern gemacht, aber wir haben einfach keine gefunden. Durch Zufall sind der Alexx und der Neudi dann wieder aufeinander getroffen, da sie mittlerweile auch noch zusammen in einer Deep Purple-Coverband spielen. Und dann haben wir es geschafft, den Neudi wieder zurückzuholen, weil wir auch nicht mehr so wirklich auf dieses Tralala-Ding abgefahren sind. Wir wollten puren Metal spielen und waren auch heiß auf dieses Bandfeeling das wir nie gehabt hatten. Das fehlte einfach, und der Neudi und der Mad wollten im Prinzip auch gar nicht das spielen, was ich damals zu Seduction-Zeiten komponiert habe. Das war überhaupt nicht deren Musik, auch wenn wir uns alle gut verstanden haben. Wir wollten dann aber auf jeden Fall ohne Keyboards weitermachen, und haben einfach gesagt, wir spielen jetzt Rock'n'Roll, uns dann in den Proberaum gestellt, Lieder komponiert, und daraus ist die erste Viron-CD entstanden. Da ist nichts konstruiert worden, nichts vorproduziert, keine Keyboards, sondern einfach roher Rock'n'Roll!

Wenn ich mir vor Augen halte, dass Du gerne keyboardbetonte Bands wie Children of Bodom oder Freedom Call hörst, während Euer Drummer mal die Behauptung aufgestellt hat, die einzig legitime Band, die Keyboards benutzen dürfte, seien Warlord (US), könnte man auf die Idee kommen, dass es schwer ist da auf einen Nenner zu kommen was den Viron-Sound betrifft. Wieso klappt's trotzdem?

Thilo: Das ist ja gerade die Magie, die in Viron steckt, da auf einen Nenner zu kommen. Die in meinen Augen größte Band aller Zeiten, Metallica, hat auch kein Keyboard, das geht also auch. Bei Seduction war es ja noch so, dass wir einen auf fröhlich gemacht haben, und ich dementsprechend auch keyboardlastige Songs geschrieben habe. Bei Viron komme ich mit den Riffs an oder einem groben Konzept für einen Song und dann wird drauf los gespielt.
Ich mag beides, brauche also nicht unbedingt von vornherein ein Keyboard. Sowohl den rohen Metal, als auch die fröhliche Variante, so wie Sonata Arctica, die sich dadurch auszeichnen, dass sie tolle Melodien haben. Und dass der Neudi das nicht mag heißt ja noch lange nicht, dass wir nicht auf einen Nenner kommen.

Wer ist die ominöse Frau Sander, die beim Intro Eurer neuen CD zu hören ist?

Thilo: Ja, das weiß ich ehrlich gesagt auch nicht! (lacht) Das ist irgendeine Frau Sander, die irgendwo hier in Darmstadt wohnt. Viele denken ja, das Intro das Du ansprichst sei konstruiert... Das ist aber nicht so, sondern das Intro ist dadurch entstanden, dass wir wahllos Leute in Darmstadt angerufen haben, die "Sander" mit Nachnamen heißen, und das mit Mikrophon abgenommen haben. Wir haben mit der kompletten Band ums Telefon rum gestanden, als wir die Sanders angerufen haben, und haben dann eben die Melodie von "Thunderstruck" gesungen, nachdem sich am anderen Ende jemand gemeldet hatte. Und die Frau Sander, die auf dem Demo zu hören ist, die war einfach am coolsten.

Was beeinflußt Euch beim Schreiben Eurer Texte? Sind das Sword & Sorcery-Themen, wie man beim Durchlesen der Songtitel leicht vermuten könnte?

Thilo: Also ich schreibe selbst ja gar keine Texte, das macht der Alexx. Ich kann Dir aber sagen was ihn beeinflusst. Bei Seduction war es noch so, dass wir die Siegfried-Saga verarbeitet haben, aber jetzt sind dem Alexx keine Grenzen mehr gesetzt, so dass er einfach aus dem Leben spricht. Zum Beispiel der Text "Born out of Light" basiert auf dem Thema Esoterik. Der Alexx und der Ingmar sind so kleine Esoterik-Freaks. Tja, und da wir sowieso keine Lust mehr auf diese typischen Manowar-Texte hatten, haben wir gesagt, Alexx soll einfach über das schreiben was er will und mit dem er sich beschäftigt.

Welche Bedeutung hat das Exxplorer-Cover von "Run for Tomorrow" für Euch?

Thilo: Soll ich ehrlich sein? (lacht) Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kannte den Song gar nicht. Der Neudi hat den mal angeschleppt, der ist ja quasi ein wandelndes Metal-Lexikon und gehört zu den Leuten in ganz Deutschland oder sogar der ganzen Welt, die sich am besten auskennen in dem Bereich. Ja, und der hat uns damals eine CD gebrannt, wie er das öfters so macht, und die hatte den Titel "Heavy Metal Lessons Volume 1 - The best Heavy Metal Songs ever". Der erste Track war von Breaker und der zweite war Exxplorers "Run for Tomorrow". Ich kenne den meisten Kram von dem was der Neudi uns da immer brennt gar nicht, das war einfach vor meiner Zeit gewesen. Ich bin mit Metallica aufgewachsen und AC/DC und hatte da auch nie so Kontakt in die Szene. Der Neudi hat uns ein wenig aufgeklärt und uns ein paar coole Sachen gezeigt, und wir waren natürlich begeistert von Exxplorer, vor allen Dingen der Alexx. Der wollte das covern, und deswegen haben wir das gemacht. Einen Metallica-Song zu covern ist immer schwierig, da kann man im Prinzip nichts mehr besser machen. Und obwohl das sicherlich einige True Metal Fans anders sehen denke ich, dass man diesen Song besser aufnehmen konnte. Und ich finde unsere Version besser als die im Original. Aber das ist doch auch normal, sonst hätten wir "Run for Tomorrow" schließlich nicht aufnehmen brauchen. Oh Mann, jetzt werden mich sicherlich einige töten dafür. (lacht) Die meisten finden sicherlich das Original noch besser, weil es einfach diesen geilen Spirit hat, was ich nachvollziehen kann. Wir wollten den Song sozusagen einfach neu interpretieren.

Mit Warlocks "All We Are" gab's zu Seduction-Zeiten ja bereits schonmal ein Cover von Euch. Ist eher ungewöhnlich für eine Band mit männlichem Sänger, meinst Du nicht?

Thilo: Ungewöhnlich? Ja, stimmt eigentlich, das ist ungewöhnlich...

Aber Eure Band stand schon immer für das ungewöhnliche, hä? Haha!

Thilo: (lacht) Ja, na ja, als Seduction sollten wir ja eigentlich gerade das gewöhnliche sein. Das war auch so eine Idee vom Jüllich, der meinte, wir sollten den Song covern, und ich hab natürlich nichts dagegen gesagt.

Und es hat ja auch funktioniert...

Thilo: Wir spielen den live gar nicht mehr. Auf das zweite Demo haben wir alle Songs vom ersten Demo draufgepackt außer eben "All we are". So toll fand ich unsere Version nämlich nicht. Aber was soll's...

Musstet ihr Euren Sänger Alexx irgendwie "zurecht biegen", so dass sein Gesang besser zu Viron passt?

Thilo: Nein, gar nicht. Der Alexx hat ziemlich freie Hand gehabt, wie wir alle. Natürlich, ab und zu geben wir auch mal ein paar Vorschläge ab, aber ansonsten repräsentiert die CD jeden einzelnen Musiker von Viron gleichberechtigt.

Wie habt ihr so 'ne knallige Produktion hinbekommen? Für Eure aktuelle CD musstet ihr ja dann auch zahlen. Ich denke mal, so viel Geld hattet ihr da als Underground Band sicherlich nicht zur Verfügung. Kannst Du anderen Bands da vielleicht einen Tipp geben?

Thilo: Ich kann einen Tipp geben: Geht zum Kohle (www.kohlekeller.de - der Verfasser)! Also wir haben für unser drittes Demo den vollen Preis bezahlt. Ich kann nur jedem empfehlen, der ein Demo machen will, anstatt 10 Songs bei dem Deppen um die Ecke zu machen, lieber die 4 besten Songs auszuwählen und richtig beim Kohle aufzunehmen. Wir haben damals allerdings alle Songs aufgenommen, die wir bis dato komponiert hatten, einfach, weil wir nur wenig Zeit zum Proben hatten. Und auch wenn schon alles geklärt war, waren die Songs nie bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Da ist viel aus dem Bauch heraus entstanden.
Beim Kohle kriegt man jedenfalls die beste Qualität, den besten Sound, und wenn man es will bekommt man auch musikalische Beratung und einen ausgezeichneten Produzenten.

Weshalb finden sich im Internet Bilder, auf denen ihr mit Manilla Road abgelichtet seid?

Thilo: Wir sind damals auf's Keep it True II gefahren, allerdings ohne den Alexx. Jedenfalls sind wir da hingefahren weil Neudi meinte, Manilla Road hätten uns eingeladen. Und dort haben wir die Band halt getroffen und auch Fotos gemacht. Ich muss sagen, dass die Jungs wirklich saunett sind, echt coole Jungs und die Musik ist auch genial, also alles was mit Manilla Road zu tun hat ist einfach nur Kult! Sie haben uns sogar für ein paar Gigs in die USA eingeladen, aber wir sind bisher leider noch nicht dazu gekommen rüberzufliegen.


Quelle: www.dark-tales.de

Was muss Euch eine Plattenfirma bieten, damit ihr die Offerte nicht ausschlagen könnt?

Thilo: Einen guten Vertrieb! Also dass unsere CD in allen wichtigen Teilen der Welt gekauft werden kann. Uns ist es nicht wichtig, dass unsere CD in England in den Läden steht, da uns dort sowieso niemand hören will. Die Engländer haben ja eh keine Ahnung vom Metal. (lacht) Uns ist es wichtig, dass wir in Südamerika, Amerika, in Italien, Spanien, Japan und Griechenland etc. vertreten sind. Vor allen Dingen in Griechenland!

Neben Viron bist Du auch als Songwriter für Agathodaimon tätig und spielst in der Darmstädter Black Metal Band Asaru, hast außerdem kürzlich erst einen Gothic-Song geschrieben. In dieser Hinsicht legst Du Dir keine Beschränkungen auf, oder?

Thilo: Nein, mache ich nicht. Wobei ich für Asaru keine Songs schreibe oder zumindest noch nicht getan habe. Was Agathodaimon angeht ist das so zustande gekommen, dass der Sathonys (Gitarrist von Agathodaimon - der Verfasser) mich gefragt hat, ob ich Bock drauf hätte mal ?nen Song für Agathodaimon zu schreiben. Und da ich es liebe Songs zu schreiben, egal welche Sparte, habe ich sofort zugesagt. Am Ende sind sogar drei Songs draus geworden, die auf dem aktuellen Album "Serpent's Embrace" zu hören sind.
Das Gothic-Projekt was Du gerade angesprochen hast ist noch so neu, da kann ich eigentlich noch gar nichts zu sagen. Das ist quasi noch geheim (lacht).
Aber um noch mal auf vorhin zurückzukommen, es ist schon so, dass ich auch gerne Songs schreibe in denen Keyboards vorkommen. Bei Viron mache ich das nicht, weil es einfach nicht passt und weil es nicht der Philosophie der Band entspricht. Aber es ist ja durchaus legitim, dass ich das bei Agathodaimon oder irgendwelchen anderen Bands auslebe.

Und weshalb schaffen es Agathodaimon nicht ihre Leadgitarre selbst einzuspielen?

Thilo: Die schaffen das schon, aber von der Arbeitsweise her wäre das viel zu umständlich. Wenn ich einen Song schreibe gehe ich zum Kohle ins Studio und spiele den Song ein. Dann wird noch ein bißchen rumgebastelt, wie das halt so läuft, und fertig ist der Lack.
Theoretisch hätten die Jungs die Gitarren auch selber einspielen können, ist ja nicht wirklich zu anspruchsvoller Kram.


Den Agathodaimon-Song für den Film "Alone in the Dark" hast Du auch geschrieben. Wie ist das Gefühl, wenn man im Kino sitzt und durch die Lautsprecher ertönen Klänge, die man selbst verfaßt hat?

Thilo: Der ist ja leider gar nicht gespielt worden. Es sind nur zwei oder drei Songs vom Soundtrack im Film, Mnemic glaube ich und Nightwish mit "I wish I had an Angel". Es ging dabei also nicht darum, dass die Musik in dem Film vorkommt, sondern es ging um den Soundtrack. Also die Musik zum Film, nicht die im Film. Das muss man unterscheiden.
Eine andere Sache hat mich aber enttäuscht: Ich habe das Review im Metal Hammer gelesen, und der Gunnar Sauermann hat noch nicht mal erwähnt, dass Agathodaimon den einzigen exklusiven Song beigesteuert haben, obwohl er uns das vorher versprochen hatte. Musst Du ja jetzt nicht schreiben...

Doch, klar! Jetzt haste Dir Eure Karriere gründlich versaut, hähä! Deine fünf Lieblingsalben?

Thilo: Das ist schwer! Platz 1 ist auf jeden Fall "Master of Puppets" von Metallica. Und es ist mir sowas von egal, dass das viele nennen, aber dieses Album ist einfach genial und bedeutet mir sehr viel. Platz 2 bis 5 kann ich nicht so sagen welches Album besser ist. "Kill 'em All", die "Ride the Lightning" und die "Justice for All" sind dabei, und die "Hatebreeder" und die "Hate Crew Deathroll" von Children of Bodom müsste ich auch noch nennen, auch wenn ich dann sechs Alben aufgezählt habe.

Okay, dann darfst Du mir zum Abschluss noch 'ne obskure Geschichte aus Deinem Metaller-Leben erzählen...

Thilo: Eine obskure Geschichte? Okay! Als Agathodaimon vor ca. einem dreiviertel Jahr ihr Video für "Serpents Embrace" gedreht haben war ich dabei, und auf der Rückfahrt haben wir irgendwo auf der A5 hinter Karlsruhe auf einem Autobahnparkplatz Halt gemacht. Die anderen waren alle ziemlich voll. Bei mir im Auto waren noch der Felix, der Keyboarder, der Frank, der Sänger und Gitarrist, und Eddie, der Bassist. Wir sind dann alle pinkeln gegangen, wobei nur der Felix ins Kabinenhäuschen ist und wir uns in die Pampa gestellt haben. Irgendwann saßen wir wieder im Auto als Felix meinte: "Hey Jungs, auf einem der Pissoirs liegt ein Zettel auf dem steht: 'Wer seine Füße geleckt haben will, egal ob dreckig oder sauber, der stellt seinen Fuß unter die Kabine und sagt: 'Leck!''" Ich wollte eigentlich nur noch nach Hause, es war spät, ich musste am nächsten Tag früh raus. Aber Frank und Eddie waren halt so voll, dass die da unbedingt noch mal rein und nachsehen wollten. Da ich auch nicht alleine im Auto sitzen bleiben wollte sind wir halt zusammen ins Toilettenhäuschen, und auf dem Pissoire lag wirklich dieser Zettel. Der Eddie hat dann unter die abgeschlossene Kabine drunter geschaut und als ich schon wieder aus dem Häuschen draußen war kam er mir nachgelaufen und meinte: "Hey Thilo, da sitzt einer drin in der Kabine!" Ich hab mir nur gedacht, dass da vielleicht zufällig jemand am scheißen wäre. Also sind wir mit Felix wieder zum Auto. Auf einmal hören wir aus dem Inneren so ein Brüllen, der Frank war ja noch im Häuschen, und wir wussten erst gar nicht was abgeht. Wir also wieder rein, und da steht der Frank da, mit dem Fuß unter der Kabine, und sagt ganz platt und besoffen: "Ey Jungs, der macht das wirklich!" (lacht) Wir schauen nach unten und da liegt doch tatsächlich der Typ in der Kabine auf dem widerlichen, vollgepissten Fußboden und leckt dem Frank genüsslich den Stiefel ab.
Dann war der Schock natürlich groß. Zusätzlich hat der Eddie noch seinen saudreckigen, widerlichen Schuh auch unter die Kabine geschoben und meinte: "Hey Du perverse Sau, willste auch mal lecken?" Und der Typ robbt auf dem Boden zu Eddies Schuh rüber und leckt den so zufrieden ab, da war's echt vorbei!
Eigentlich fragt man sich in so einer Situation wie krank jemand sein muss um sowas zu machen, aber unser zweiter Gedanke war: "Was muss der Typ froh sein, dass endlich mal ein paar Idioten ihre Schuhe unter die Kabine gesteckt haben und sie sich ablecken ließen!"


Was für eine Story zum Abschluss dieses ehrlichen Interviews, in dem Thilo Tiilikainen wie es erschien noch einmal die komplette Geschichte seiner Band aufgearbeitet hat und nun allen Grund haben sollte, frohen Mutes in die Zukunft zu blicken. Wir werden die Karriere dieser Jungs auch weiterhin mit Argusaugen verfolgen und wünschen viel Erfolg für alles was noch kommen mag. Und ihr zu Hause, verpasst bloß das feine Viron-Demo nicht! Oder geduldet Euch noch eine Weile und besorgt Euch gleich die Full-Length-CD, die schon bald über ein renommiertes Label veröffentlicht werden soll.

Vorbereitung, Durchführung und Bearbeitung: Dennis



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