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Jacobs Dream nennt sich eine Formation aus Columbus, Ohio, welche gerade ihr drittes, starkes Album veröffentlicht hat und mit melodischen Leads, ausgefeiltem Songwriting und tiefgehenden Texten aus der Masse der melodischen Metal-Acts hervorsticht. Einige Veränderungen im Sound der Band ergeben sich auf "Drama of the Ages" durch den Wechsel des Sängers, während die größten Trademarks jedoch glücklicherweise beibehalten wurden. Da Jacobs Dream einiges zu erzählen haben und bei uns auch bislang noch nicht zu Wort gekommen sind, klopften wir kurzerhand an die Pforte der bekennenden Christen, die uns bereitwillig von Gitarrist John Berry geöffnet wurde.


Der größte Unterschied zu euren bisherigen Veröffentlichungen hat sich sicherlich durch den Sängerwechsel ergeben. Habt ihr bewusst einen Sänger gewählt, der eine gänzlich andere Art hat zu singen als sein Vorgänger David Taylor?

John: Es war zumindest nicht unsere Absicht, jemanden zu finden, der genauso wie David singt. Das wäre wahrscheinlich auch unmöglich. Viele der Leute, die bei uns vorsangen, versuchten David zu imitieren, was dann schlussendlich oft ziemlich doof klang. Chaz liefert aber die gleiche Gesangsqualität wie David, denn beide sind sehr leidenschaftlich bei der Sache und haben eine klassische Art zu singen.

Ansonsten seid ihr ja wieder im Original-Lineup zusammen. Wie genau kam es dazu?

John: Nachdem unser Drummer und unser Rhythmus-Gitarrist die Band verlassen hatten, gab es logischerweise ein paar freie Stellen bei uns. Als wir uns von Gary und Jon während den "Theater of War"-Sessions getrennt hatten, gab es schon böses Blut, was wir wirklich beilegen wollten. Es war nicht gleich unsere Absicht, Gary und Jon wieder zurückzuholen, aber bald schon war klar, dass die beiden immer noch die Ziele und Visionen der Band teilten, und dass sie gerne die Vergangenheit hinter sich lassen und wieder bei uns weitermachen wollten. Und auch James und ich hatten einfach keine Lust mehr, Leute bei uns vorspielen zu lassen, die Jacobs Dream nur als eine Essensmarke ansahen, mit der sie ihre Rockstar-Fantasien erfüllen konnten.

Was ist das für ein Drama von dem euer neues Album erzählt?

John: Haha, es gab sicher genug Dramen in der Vergangenheit dieser Band, aber worum es beim Titelsong geht ist, dass wir möglicherweise in der letzten Epoche der Menschheit leben.

Euer letztes Album "Theater of War" hattet ihr selbst produziert. Welche Erfahrung habt ihr damit gemacht?

John: Einen richtigen Produzenten hatten wir damals in der Tat nicht, aber den Job hat mehr oder weniger unser Tontechniker Joe Viers übernommen. Wir haben eine Menge technischer Dinge gelernt, zum Beispiel wie man Protools-Software benutzt, wie ein Gitarrenanschlag im Raum und fertig gemischt klingt.

Wer zeichnet sich für die Produktion von "Drama of the Ages" aus? Wart ihr das wieder selbst oder habt ihr diesmal wieder einen Produzenten engagiert? Falls ihr euch wieder für einen Produzenten entschieden habt, weshalb?

John: Das haben wir diesmal wieder selbst gemacht, wobei wir allerdings Unterstützung von unserem Freund Steve Vaughan hatten. Dieses mal hatten wir den Vorteil, dass wir mittlerweile ein eigenes Studio haben, und so Fehler korrigieren konnten wenn sie offensichtlich wurden. Womit ich nicht sagen will, dass die CD perfekt klingt. Es gibt da ein paar Dinge, die ich eigentlich noch beim Mixen korrigieren wollte, für die ich aber im Endeffekt keine Gelegenheit mehr gefunden habe.

Welche Bedeutung hat das schöne Coverartwork eurer neuen CD?

John: Es steht ganz einfach für eine neue Geburt von Jacobs Dream.


Und weshalb habt ihr auf jeder eurer drei CDs ein anderes Bandlogo?

John: Ursprünglich wollten wir das Original-Logo auf allen CDs in irgendeiner Form beibehalten. Auf "Theater of War" wurde diese Idee von einem der anderen jedoch verworfen, und da es kein wirklicher Punkt ist um den man sich streiten muss, habe ich einfach darüber hinweggesehen. Es ist auf der ersten Metal Blade-CD und auf der neuen, und ich hoffe, dass das nun auch so bleibt. Was unsere Demos anbelangt, da war es wirklich beabsichtigt, dass jede Pressung irgendwie anders aussah.

Kannst du den Nicht-Gläubigen unter uns erklären, worum es in Jakobs Traum in der Bibel geht?

John: Ich glaube das war der Traum, in dem Gott Jakob zeigte, dass seine Nachkommen das Land in Besitz nehmen würden, auf dem er schlief. Und dass sein Volk bei Gott unter allen Nationen den Vorzug erhalten würde.

Welchen Stellenwert nimmt Jacobs Dream in eurem Leben ein? Ist es euer Hobby oder beeinträchtigt die Band euer Everyday-Life?

John: Die Band beschäftigt uns schon ganz schön. Zusammen proben wir nur einmal die Woche, aber jeder für sich übt zu Hause fast jeden Tag seine Parts um fit zu bleiben. Da geht schon eine Menge von unserer Zeit für drauf. Daneben machen wir dann so wie jetzt mit der neuen CD auch noch eine Menge Interviews per E-Mail oder Telefon, was ebenfalls eine Menge Zeit verschlingt.

In vorherigen Interviews habt ihr schon öfters gesagt, dass ihr Christen seid, aber keine christliche Band. Inwiefern handeln eure Texte von christlichen Themen?

John: Ich denke, wir machen in unseren Texten schon klar, an was wir glauben, ohne dabei jemand anderem damit zu nahe zu treten. Es gibt in meinen Augen ein Gleichgewicht zwischen Message und Entertainment, das man wahren muss. Wenn das Entertainment nicht stimmt, dann hat das einen negativen Effekt auf die Message. Und wenn eine Band nichts mehr zu sagen hat, dann rechtfertigt eigentlich nichts mehr das Weiterführen der Band.

Lass uns noch ein wenig bei euren Texten bleiben. Einer eurer besten Songs, die ihr bislang geschrieben habt, ist sicherlich "Sarah Williams". Auch von den Lyrics her finde ich das Lied sehr beeindruckend. Kannst du unseren Lesern erzählen, worum es da geht, und was bei euch den Anstoß für diesen Text gegeben hat?

John: Der Song wurde irgendwann im Jahr 1993 geschrieben, als ich gerade nicht in der Band war. Ich hatte gerade geheiratet und war viel mit meinem Privatleben beschäftigt, weißt Du? Der Kerl, der mich ersetzt hat, schrieb den Song, nachdem er eines Nachts betrunken nach Hause gefahren war und nicht mehr wusste, wie er dort angekommen war. Es ist eine fiktive Story, aber sie ist in der Tat sehr bewegend.

Ein weiterer Hammersong war seinerzeit "Kinescope". Was gibt es darüber zu erzählen?

John: Das einer der Songs, die ich geschrieben habe. Es war aber eine Sache, woran die ganze Band beteiligt war. Ich kam eines Tages mit einem Demo an, mit einem Lied drauf, von dem ich dachte, es sei perfekt. Die Jungs haben aber noch diverse Veränderungen daran vorgenommen, und bei den Fans kam das Stück sehr gut an. Der Song handelt von einem Typ, der einen Zirkus besuchen will und darauf hofft, lustiges Entertainment geboten zu bekommen. In Wirklichkeit sieht er aber einen Film von seinem Leben, der seine tiefsten Gedanken und innersten Ängste beinhaltet.

Sehr gut gefällt mir auf eurem neuen Album auch das Cover-Instrumental am Ende. Ich bin sogar der Meinung, dass der Song eigentlich zu gut ist, um lediglich als Bonustrack getarnt auf der CD zu sein. Ist das nur ein Experiment oder könntet ihr euch vorstellen, zukünftig noch mehr solcher Dinge einzuspielen?

John: Es war James' Idee, eine Metal-Version von "Pacabels Canon in D minor" zu machen. Ich find's cool, dass du den Song magst, denn es gab einige Unstimmigkeiten innerhalb der Band, sowas auf die CD zu packen. Darum haben wir uns auch auf den Kompromiss geeinigt, das Stück als Bonus-Track zu verwenden.

Welche Bedeutung hat das Schlachtengetümmel zu Beginn von "At the Gates"?

John: "At the Gates" ist ein Lied über einen Kampf. Jeder Tag ist ein Kampf darum, die richtigen Dinge zu tun und durch den Schleier des Krieges zu sehen, der uns dazu verführen kann, Dinge zu tun, die auf den ersten Blick richtig erscheinen, im Hinblick auf das Gesamtbild jedoch falsch sind.

Habt ihr schon negative Erfahrungen mit Leuten gemacht, die anderer religiöser Auffassung waren wie ihr?

John: Die meisten negativen Erfahrungen, die wir gemacht haben, waren mit Leuten, die behauptet haben, sie seien einer Ansicht mit uns. Wir haben mal von einigen Satanisten gehört, denen wir ein Dorn im Auge gewesen sein sollen, aber bislang hat es noch keine Auseinandersetzungen gegeben. Es ist auch ganz sicher nicht unser Ziel, uns mit jemandem anzulegen. Wenn jemand nach der Wahrheit sucht kann er bei uns anfangen, denn wir legen sie offen. Die Leute können sie annehmen oder es lassen. Es ist ihre Wahl.

Bei eurem Konzert auf dem Bang Your Head Festival vor einigen Jahren konntet ihr live leider nicht überzeugen. Woran lag das deiner Meinung nach, und inwiefern glaubst du habt ihr euch in dieser Beziehung über die letzten Jahre verbessert?

John: Ich denke, wir sind mittlerweile eine komplett andere Band als wir damals gewesen sind. Wir haben zuvor noch nie auf einer so großen Freiluft-Bühne gespielt, und aus den Monitorboxen kam überhaupt nichts. Wir konnten lediglich versuchen, uns bestmöglich durch das Set zu kämpfen, ohne den anderen zu hören. Das war eine Katastrophe.

Glaubst du, dass der Auftritt dort negative Auswirkungen für euch hatte? Man sagt zwar immer, dass jede Promotion gute Promotion ist, aber ich bin schon vor Jahren zu der Erkenntnis gelangt, dass das nicht stimmen kann.

John: In Deutschland haben wir noch immer dieses Image als lausige Live-Band, auch wenn wir in Wacken und auf der Tour wieder einiges gutgemacht haben. Ich denke, wir müssen einfach weiterarbeiten und versuchen zu beweisen, dass dem nicht so ist.


Was fällt dir spontan zu den Bandnamen Queensrÿche, Crimson Glory, Iron Maiden und Stryper ein, und inwiefern waren sie ein Einfluss auf eure Musik?

John: Als erstes vorweg: Wie oft ich Crimson Glory gehört habe, könnte ich an einer Hand abzählen. Die frühen Queensrÿche waren ein riesiger Einfluss auf mich. "Warning" war möglicherweise das faszinierendste Album, das ich in den frühen Jahren gehört habe. Direkt danach kam wohl schon Maidens "Piece in Mind". Stryper waren einfach nur eine witzige Band. Sie haben eine Mission, aber das alles ist sicher nicht ganz ernst und nüchtern gemeint. Sie haben aber auf jeden Fall verstanden, worum's geht.

Welche witzige Geschichte kommt dir spontan in den Sinn, wenn du an alte Iron Angel-Zeiten zurück denkst?

John: Ich habe mal irgendwann auf einer deutschen Webseite den Bandnamen Iron Angel übersetzt als "Eisenangel" gefunden, das war der Hammer! Auch auf einem Konzertplakat war der Name mal als "Iron Angle" angegeben, und einmal wurden wir sogar als "Die Iron Angels" angekündigt.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Habt ihr genügend Support von Metal Blade, damit man euch irgendwann mal wieder in Europa sehen kann?

John: Das hängt alles von den Verkäufen ab. Und das macht ja auch durchaus Sinn. Wir können es uns sowieso nicht leisten, unsere Familien und Jobs länger liegen zu lassen, um extensiv zu touren und am Ende mit einem Berg von Schulden nach Hause zu kommen.

Zum Abschluss nenne uns bitte noch deine Lieblingsstelle aus der Bibel!

John: Das gesamte erste Buch der Korinther.


Vorbereitung: Dennis
Durchführung und Bearbeitung: Dennis, Jonas



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